Wortstimme

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Wortstimme

Das Wort Gottes in der Heiligen Schrift, der jüdischen, also hebräisch Geschriebenen und der christlichen, nämlich griechisch Verfassten, ist eine Person und eine Stimme. Das ist unsere Auffassung, jedoch bereits lange vorher formuliert aus jüdischem Mund. Sobald das Wort in eine andere Sprache „hinübergesetzt“ wird, kommt menschliche Kompetenz ins Spiel.

Wir wollen trockene bibliographische Daten der einzelnen Bücher bereichern um die Wortstimme, also das Ergebnis menschlicher Übersetzungskunst, welches je nach Können und denominationeller oder ideologischer Disposition unterschiedlich an den Leser herangetragen wird.

Die ausgewählten Texte aus dem hebräischen und dem christlichen Kanon sowie aus den Apokryphen, die griechisch überliefert und seit Ende des 19. Jahrhunderts auch in einigen Fällen in Form von hebräischen Vorlagen ans Tageslicht gekommen sind, sollen die jeweiligen Übersetzungen charakterisieren und ihnen eine Klangfarbe geben, sofern das aus den wenigen Versbeispielen gelingt.

Aus der jüdischen Bibel, dem Alten Testament, sind die ersten Verse aus Psalm 50, 90 oder anderen ausgewählt, mit der Überschrift, sofern vorhanden. Falls diese Psalmen unübersetzt blieben, wie in manchen Auswahlbibeln, sind alternativ Verse aus Psalm 19 oder 8 zitiert. In nicht wenigen Fällen sind die Psalmen von den jeweiligen Übersetzern anders benannt, z.B. „Preisungen“ oder „Loblieder“. Auch dem ist im Anschluss an das Zitat Rechnung getragen.

Aus den Apokryphen, in katholischen Bibeln „deuterokanonische Schriften“ genannt, neuerdings auch als „zwischentestamentliche“- oder „Spätschriften“ bezeichnet, werden einige Verse aus „Jesus Sirach / ben Sira / Ecclesiasticus“ oder alternativ aus der „Weisheit Salomos“ an den Leser herangeführt.

Das Neue Testament, ist mit Sätzen aus dem so genannten Logosprolog, also dem 1. Kapitel des Evangeliums nach Johannes vertreten. Alternativ wird aus Markus Kap. 12 zitiert. Sofern von einem Titel mehrere Auflagen gelistet sind, und die Übertragung des vorgegebenen Textes, etwa aus Johannes 1, unverändert blieb, dann ist zur Bereicherung z.B. der Markustext aus Kap. 12 wiedergegeben.

Ähnlich wird mit Zitaten aus dem AT verfahren. Auch aus den Teilausgaben biblischer Bücher sind Verse aufgenommen, jeweils nach der Übersetzungsweise, die der Übersetzer bevorzugt, z.B. Hiob, auch Ijob oder Job. (Diese Inhalte befinden sich im Aufbau.)

Paraphrase

Mit dieser Kategorie "Paraphrase" (griechisch für Umschreibung, freie Bearbeitung, Ausschmückung) bewege ich Texte aus Bibelausgaben in eine andere Ebene, als es die "Wortstimme" leistet. Davon ausgehend, dass jede Übersetzung aus dem Hebräischen, Aramäischen und Griechischen ein Wagnis darstellt, da der Autor fast immer mentale Vorgaben seines Kulturkreises und denominationelle Prädispositionen in das Übersetzungswerk hineinbringt, bedeutet Übersetzen auch "Verraten" (traduire c’est trahir, gemäß einem französischen Sprichwort). Wie die vielen gewinnbringenden Übersetzungen seit Jahrhunderten zeigen, ist der Freiheitsraum des Wortes Gottes in seiner rettenden und heilbringenden Wirkung auf den Menschen nicht begrenzbar. Auch ich proklamiere mit Jeschua von Nazareth, Schaul von Tarsus (Paulus) und weiteren biblischen Autoren die Worte aus Matthäus 24:35 "Himmel und Erde werden aneinander vorbeigehen, aber meine Worte werden nicht vergehen" und 5:18 "Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Strichlein von der Torah", sodass der Torah und den weiteren Schriften der Bibel weder etwas hinwegzunehmen noch etwas hinzuzufügen sei, auch und gerade nicht unter dem Deckmantel der politischen Korrektheit und des Empfindens des heutigen Gutmenschen und solcher Zeitgenossen, die die Aktivitäten des Lichtfälschers verharmlosen oder neutralisieren suchen und eine Befreiung aus dessen Einflußbereich so verunmöglichen.

Daher gilt für die Seite: Wo göttliche Rede unter spiritistischen Einfluß gerät oder mit irdischem Gedankengut vermischt wird, wo biblische Botschaft aus jüdischem Kontext herausgelöst wird (Joh 4:22) - aus welchen Motiven auch immer - und wo Jeschua aus Nazareth zum Nichtjuden oder gar Arier theologisiert wird, kann das Geschriebene nicht auf die Ebene der Wortstimme gesetzt werden. Das wäre auch unredlich gegenüber den Autoren, die das Wort Gottes noch authentisch hörbar stehen lassen. Jene Zitate sind also unter der Überschrift "Paraphrase" einzuordnen. Das in der "Wortstimme" hingegen Geschriebene sie als ein Zuruf im weitesten Sinne zu lesen: »Höre Israel« (Mk 12:29), das gemäß 1. Tim 4:9-13 als Anweisung, Lehre, und Zurechtweisung zu verstehen ist. Ich bin mir durchaus bewußt: Dieses Unterfangen ist eine Herausforderung, denn diese Unterscheidung mag vor allem bei Übersetzungen, die dem Mainstream des Juden- und Christentums entgegen stehen oder querab davon zu finden sind, Widerspruch auslösen. Hier die Geister zu unterscheiden, erfordert Weisheit. Daher sind Kommentare und Hilfestellungen aus dem interessierten Lerkreis willkommen.