Wohlgemuth, J. & Bleichrode, I.

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Wohlgemuth, Josef הרב ד"ר יוסף וואהלגעמוטה (* Memel, Litauen 10. Juli 1867 Mem.png .. Feb. 1942 Frankfurt am Main) Docent, Dr. phil.


Bleichrode, Isidor Avraham Jizchak ben Eliezer אברהם יצחק בלייכראדע' (* Stettin, Pommern 22. Okt. 1867 Mem.png Jerusalem (Israel) 15. Febr. 1954) Prediger, Rabbiner, Schuldirigent


Die fünf Bücher Moses (2° 1909)

(hebr.) mit deutscher Übersetzung von Dr. J. Wohlgemuth, und Dr. J. Bleichrode.

Nebst den Haphtaroth, übersetzt von Lipmann Hirsch Löwenstein und den Megilloth (hebr.) ⇒ Loewenstein,_L._H.

Rödelheim, Hessen: Druck u. Verlag von S. Lehrberger & Comp. (1899) Zweite Auflage 1909

Koph.png Wortstimme

"Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.

Und die Erde war öde und wüst, und Finsternis über dem Abgrund,

und Gottes Odem schwebte über den Wassern.

Da sprach Gott: Es werde Licht! Und es ward Licht.

Und Gott sah, daß das Licht gut war.

Und Gott schied zwischen dem Licht und der Finsternis.

Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht.

Und es ward Abend, und es ward Morgen,   e i n   Tag. — "

Erste Buch Moses 1: 1- 5
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Zum Buch:

Der Oktavband mit 519 (bis 447 Doppel–) seiten ist in Fraktur gedruckt. Auf der rechten Doppelseite ist die Masorah, links in zwei Spalten die Üs abgedruckt. Auf Anmerkungen oder sonstige Beigaben jeglicher Art wurde verzichtet. Diese 2. Auflage ist durchgesehen, jedoch unverändert im Inhalt zur ersten A. von 1899.

Die Übersetzer schrieben ein Vorwort, undatiert und ohne Ortsangabe, auf der sie die Üs. folgendermaßen einleiten:

»Eine deutsche Übersetzung des Pentateuch muß vor allem   d e u t s c h   sein. Es dürfen keine Verstöße gegen die deutsche Grammatik und Stilistik vorkommen. Die Wortfolge muß die in der deutschen Sprache übliche sein, die Bilder müssen dem deutschen Sprachgeist entsprechen. Andererseits muß eine Übersetzung des Pentateuch den biblischen Charakter des Originals wahren, man wird hier nicht so frei schalten können wie bei der Übersetzung eines anderen Werkes Ton und Färbung des Textes müssen erhalten bleiben, jede Nuance ist peinlich zu übertragen. Denn mehr als bei jedenm anderen Werk hat die Übersetzung hier die Aufgabe, den Urtext hier richtig wiederzugeben. Eine Übersetzung aber, die in einem guten Deutsch abgefasst ist und gleichzeitig jedes Suffix, jede Partikel, die Stellung der Worte und Verbindung der Sätze in sklavischer Wörtlichkeit wiedergibt, ist bei der Ungleichheit des hebräischen und deutschen Sprachgeistes eine Unmöglichkeit. Allein, wollte man selbst von der Forderung eines guten Deutsch absehen, die wörtliche Übertragung erreicht nicht das von ihr gewünschte Ziel. Denn eine   w o r t g e t r e u e   Überstzung ist nicht immer eine   s i n n g e t r e u e  . Es kann ein Satz Wort für Wort genau übersetzt, und eben dadurch der Sinn entstellt sein.

Die Verleger vervollständigten dieses Vorwort noch mit einer Notiz über diese zweite Auflage, datiert in Rödelheim, 1909.

Pentateuch • Die fünf Bücher Moses (1979)

(hebräisch) mit deutscher Übersetzung von J. Wohlgemuth und J. Bleichrode

und Haftarot übersetzt von L. H. Löwenstein und S. BambergerLoewenstein,_L._H.

Basel (Schweiz): Victor Goldschmidt Verlag © 1979 (Neudruck)

Rechtsnachfolger von Dr. Felix Kauffmann, New York, früher Verlag I. Kauffmann & M. Lehrberger, Frankfurt a. M. - Rödelheim

Koph.png Wortstimme

"Jeschurun, niemand gleichet deinem Gotte!

Er fährt einher am Himmel, dir zur Hilfe,

In seiner Hoheit auf den Wolken.

Ja, Zuflucht ist der Gott der Urzeit dir,

Hinieden tragen ewig seine Arme dich.

Den Feind, ihn treibt er vor dir her Und ruft dir zu: Vernichte ihn!

So wohnet ungefährdet Israel, Gesondert Jakobs Quell...

Drum heil dir, Israel, wer gleichet dir?

Du Volk, dem Hilfe ward vom Ewigen?

Er – deines Beistands Schild,

Er – deiner Hoheit Schwert! "

5. Buch Moses 33: 26-29a

"Dieser spricht: Ich bin des Ewigen!

Jener nennt sich mit dem Namen Jakob, der verschreibt sich dem Ewigen,

legt den Namen Jisrael sich bei! –

So spricht der Ewige, der König Jisraels und sein Erlöser,

der Ewige Zebaoth:

Ich bin der Erste, ich der Letzte, und ausser mir ist kein Gott!

Wer kann gleich mir es verkünden, er ordne es vor mir,

seitdem ich ein Volk von Anbeginn erschaffen,

und Wunderzeichen, und was da kommen wird, mögen sie verkünden."

Jes. 44: 5- 7 (Haftarah)
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Zum Buch:

Der hier beschriebene Synagogen - Chumasch vom V. Goldschmidt - Verlag dürfte wohl ein Nachdruck oder eine Neuausgabe der letzten Vorkriegsauflage (7°. 1939) sein.

Der Käufer dieser Thora- Ausgabe wird durchaus im Unklaren darüber gelassen, daß diese Übersetzung ursprünglich aus der vorletzten Jahrhundertwende stammt. Das in den früheren Ausgaben enthaltene Vorwort ist nicht mehr abgedruckt. Ebenso ist eine Auflagen- Information fortgelassen. Bei der Neuausgabe der Zunz- Bibel aus dem selbigen Verlag wurde leider ähnlich verfahren.

Der kl.-8° Band mit 112, 97, 68, 94, 85 & 145 Doppelseiten setzt die Masorah auf die rechte, die sehr wörtliche Übersetzung auf die linke Buchseite, einspaltig gedruckt in Antiqua. Anmerkungen oder Sachparallelstellen gibt es nicht.

Bemerkenswert im Gegensatz zu mindestens den ersten beiden Auflagen ist, daß innerhalb der Prophetenabschnitte (Haftoroth) Stellen aus dem 4. und 5. Buch Mose von S. Bamberger stammen und nicht vom Üs.-team Wohlgemuth / Bleichrode.

Auflagenzählung:

(3. Aufl. 19??; 4. Aufl. 1921; 5. verb. Aufl. 1929; 6. verb. Aufl. 1936; 7. Aufl. 1939)

Das große Hassen (Psalm 139)

Das große Hassen von J. W. [Darin die Vv 8 – 15 und 19 – 22 des Psalm 139]

In: Jeschurun, Monatsschrift für Lehre und Leben im Judentum. Herausgeber: Dr. J. Wohlgemuth

Berlin N24: Verlag des Jeschurun. • 1. Jahrgang Heft 12 / Dezember 1914 • Kislew–Tebeth 5674.

Koph.png Wortstimme
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Zum Buch:

Aufsatz von J. W. in Antiquadruck, Ss. 415 bis 426.

Biogramm.png
Biogramm:

Zur Person Josef Wohlgemuth:

Sohn des Jesaja Wohlgemuth, (* 10. Juni 1820 in Neustadt- Schirwindt, Russ.- Polen Mem.png 31. Dez. 1898 Hamburg). 1838 wurde Jesaja Wohlgemuth als 18jähriger ordiniert und im selben Jahr als Rabbiner in Memel eingesetzt, wo er 44 Jahre wirkte.

Als Kind zog Josef mit seiner Familie nach Hamburg, wo sein Großvater Jesaja Stipendiat- Rabbiner an der ”Vereinigte alte und neue Klaus” war. Dort besuchte er die Jüdische Schule. Philosophiestudium an der Friedrichs-Wilhelm-Universität Berlin und, simultan, Ausbildung am orthodoxen Berliner Rabbiner- Seminar des Esriel Hildesheimer, dort promovierte er zum Dr. phil. und erwarb das Rabbiner- Diplom. Zeitgleich unterrichtete er mehrere Jahre in Berlin an der Religionsschule der Adass Yisroel-Gemeinde und war Mitglied des Beth- Din. Ab 1895 lehrte er dann am Berliner Rabbiner- Seminar als Dozent Religionsphilosophie, Homiletik und Halacha und war dort auch zeitweise stellvertretender Rektor. Von 1914– 1930 Herausgeber der Zeitschrift Jeschurun. Werke: u.a. "Die Unsterblichkeitslehre in der Bibel" (1899); " Das jüdische Religionsgesetz in jüdischer Beleuchtung" (1911). 1932 zwang ihn seine schlechte Gesundheit in den Ruhestand zu gehen. Er zog nach Frankfurt/ Main, um sich dort in einem Sanatorium zu erholen. Dort verschied er und wurde am 13. Feb. 1942 beerdigt.

https://www.myheritage.de/names/joseph_wohlgemuth __ https://www.encyclopedia.com/religion/encyclopedias-almanacs-transcripts-and-maps/wohlgemuth-joseph

Nota:

Es gab noch einen weiteren Rabbiner sehr ähnlichen Namens:

Dr. Joseph Wohlgemuth (Königsberg, Ostpr. 1885 – 1935 Bad Kissingen, Ufr.), Vetter von "unserem" Joseph W.


Zur Person Isidor Bleichode:

Talmudstudium in Krotoschin, danach weitere Ausbildung am orthodoxen Rabbinerseminar von E. Hildesheimer in Berlin. 1904 promovierte er in Gießen zum Dr. phil. Von 1904 bis 1916 war er in verschiedenen jüd. Gemeinden als Rabbiner tätig. In den Jahren von 1916 bis 1932 war er Rabbiner in der orthodoxen Synagoge in Kreuzberg, wo er unter anderem Talmudlehrer von Gerhard "Gerschom" Scholem war. Er wanderte 1932 nach Jerusalem aus, wo er 1954 verstarb.