Wintersig = Winterswyl, L. A.

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Wintersig (= Winterswyl), Georg Ludwig Athanasius (* Linn, Niederrhein 3. Juni 1900 † 1. Okt. 1942 Freiburg i. B.) P. Dr. theol. OSB (säkularisiert)


Das Neue Testament (Kolmarer Ausg. 1942)

Deutsch nach der Vulgata

Übersetzt von Joseph Franz von Allioli, / [bearbeitet von] L. A. W.. Mit neuen Einleitungen und Erklärungen

Kolmar im Elsass: Alsatia Verlag o. J. (1942)

Imprimatur: Strassburg (o. J.)
Koph.png Wortstimme

1. MEHRMALS und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern

durch die Propheten geredet;

am letzten 2. hat er in diesen Tagen zu uns

durch den Sohn geredet, welchen er zum Erben über alles gesetzt,

durch den er auch die Welt gemacht hat;

3. welcher, da er der Abglanz seiner Herrlichkeit,

und das Ebenbild seines Wesens ist,

und durch das Wort seiner Kraft alles trägt,

nachdem er (uns) von Sünden gereiniget hat,

sitzet zur Rechten der Majestät in der Höhe.

4. Er ist um soviel erhabener als die Engel geworden,

je vorzüglicher der Name ist, den er vor ihnen ererbet hat.

Hebräer 1. Kap.
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Zum Buch:

Gemäß Vorwort, das mit L. A. W. (=Ludwig A. Winterswyl) unterzeichnet ist, wurde die Textfassung von Allioli nur bei den schwierigen Briefen des heiligen Paulus geändert. Hingegen wurden die Einleitungen und Erklärungen völlig neu gefasst. Mit Fleiß verteidigt W. eine Beibehaltung der Vulgata, aus der auch sein Text übersetzt ist. Der knapp in kl. 8° gemachte Band, Umfang 776 S., druckt den Text einspaltig sehr leserlich in Antiqua. Sachlich gehaltene Erklärungen sowie Verweisstellen stehen in den Fußnoten. Zwei s/w Karten sind in den Anhang gestellt.

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Mitte 2013 hat der Verlag Nova et Vetera, Bonn, eine Bearbeitung dieser Übersetzung herausgebracht; sie ist zusammen mit dem Vulgata- Text, also zweisprachig, veröffentlicht worden.

Novum Testamentum ☧ Neues Testament (Bonner Ausg. 2013)

Das Neue Testament lateinisch / deutsch

Lateinischer Text der Vulgata –– Deutsche Übersetzung von Joseph Franz von Allioli (sprachlich bearbeitet)

Einleitungen und Anmerkungen von Ludwig A. Wintersig. [Bearbeitet und herausgegeben von Benedikt Trost]

Bonn am Rhein: verlag nova et vetera 2013

Pe.png Wortstimme

..

Imprimatur: Coloniae 2013
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Zum Buch:

Buchdaten: oktavband gebunden und fadengeheftet; Bibeldünndruckpapier mit Goldschnitt. VI & 854 Seiten. Schrifttext einspaltig, auf der Doppelseite ist die Lateinische links, der deutsche Text rechts zu lesen; die Fußnoten enthalten Kurzerklärungen, Verweis- und Parallelstellen sowie einige griechische Lesarten. Die Einleitung aus 1942 ist abgedruckt. Auf S. 832 befindet sich eine s/w - Karte. Daran anschließend ist ein zehnseitiger Auszug aus der von Papst Pius XII. am 30. 9. 1943 herausgegebenen Enzyklika Divino Afflante Spriritu [= Mit brennender Sorge] / Über die Heilige Schrift abgedruckt.

Der Herausgeber von nova et vetera, Benedikt Trost, verfasste ohne Namensnennung ein zweiseitiges Vorwort. Darin finden sich auch Passagen des 1942 von L.A.W. geschriebenen Vorwortes. B. Trost läßt uns wissen:

»Das Ergebnis ist eine auf den Stand heutiger Grammatik und Ausdrucksweise gebrachte Allioli– Übersetzung, die sich weiterhin und vor allem dem Anliegen verpflichtet weiß, dem lateinischen Text der Vulgata zu entsprechen. Mit diesem zusammen wird sie in der vorliegenden Augabe präsentiert, ganz so wie Allioli und später sein Nachflger Augustin Arndt die Bücher der Heiligen Schrift herausgegeben haben.«



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Nach gut 70 Jahren: Wintersig 2013 trifft den einstmals anonymen L.A.W. 1942

Die Psalmen als Gebet der Kirche

(eingeführt und in Auswahl übersetzt) von Athanasius Wintersig, Möch der Abtei Maria Laach

Düsseldorf a. Rh.: Druck und Verlag von L. Schwann o. J. (1926)

Imprimaturen: Ex Abbatia S. Mariae ad Lacum 1926 / Köln 1926
Pe.png Wortstimme

Die Himmel rühmen Gottes Ehre, und die Werke seiner Hände kündet das Firmament.

Ein Tag raunt es dem andern zu, und eine Nacht gibt der anderen die Kunde.

Nicht sind es Worte bloß und Reden, deren Klang man überhören kann.

Der Schall geht aus in alle Welt, bis an der Erde Grenzen dringen ihre Worte.

Die Sonne hat zu seinem Zelt er gemacht, wie ein Bräutigam tritt er aus seiner Kammer.

Wie ein Held frohlockend läuft er seine Bahn. Vom Ende des Himmels kommt er her,

Und läuft wieder zurück zum Himmelssaum; vor ihrer Glut bleibt nichts verborgen.

Das Gesetz des Herrn ist makellos, erquickt die Seelen.

Das Zeugnis des Herrn ist getreu, Weisheit schenkt es der Einfalt.

Ps 18

Reihe: Religiöse Quellenschriften Heft 21

Herausgegeben von Dr. Walterscheid • Bonn

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Zum Buch:

Klammergeheftetes kl.–8° Bändchen, 58 & (2) S. Antiquadruck; Schrifttexte einspaltig und versweise gesetzt.

Aus den 150 Kapiteln des Psalmenbuches sind hier knapp ein Drittel (= 48) übertragen und nach der Vulgata gezählt. In der Literatursammlung am Ende des 56 seitigen Heftes sind vier Werke aufgeführt, die der Benediktinermöch der Abtei Maria Laach benutzte: Franz Feldmanns Psalterium, Bonn 1925; die beiden Ecclesia orans - Bände IV und V von P. Athanasius Miller OSB 1923 / 26 sowie die Psalmenausgabe von Franz Wutz, München 1926. Feldmanns Buch wurde für die Übertragung "gelegentlich benutzt", Millers Werk "für Einteilung und Erklärung". Der der Üs zugrunde liegende Text ist die lateinische Fassung der Kirche (Vulgata), nur in ganz seltenen Fällen wurde der Text nach dem Urtext und nach der griechischen Vorlage (LXX) etwas verbessert und verdeutlicht. P. Wintersig erwägt u. a. in seiner achtseitigen Einführung, ob die hebräische Psalmendichtung ein Versmaß (Metrum) gehabt hat und bringt als Probe eines solchen metrisch übertragenen Ps das 8. Kap. in der Üs. von R. Kittel. Da P. Wintersig diesen in seine Auswahl miteinbezog, kann man beide nun miteinander vergleichen.

Übertragene Pss, gezählt nach der Vulgata: 1 • 2 • 3 • 4 • 8 (2x) • 18 • 21 • 22 • 26 • 28 • 41 • 44 • 45 • 50 • 62 • 64 • 79 • 83 • 84 • 90 • 92 • 94 • 97 •102 • 109 • 110 • 111 • 112 • 113 • 117 • 119 • 120 • 121 • 122 • 123 • 124 • 125 • 126 • 127 • 128 • 129 • 130 • 131 • 132 • 133 • 136 • 148 • 150.

Ein weiteres Heft aus dieser Reihe siehe: >⇒ Walterscheid,_Johannes


Laienbrevier • Tagzeitengebet im Geiste der Liturgie

Als Veröffentlichung des Katholischen Akademikerverbandes bearbeitet von der Abtei Maria Laach

[Herausgegeben von P. L. Athanasius Wintersig O.S.B.]

Erster Band: Von Advent bis Pfingsten

Berlin: Sankt Augustinus Verlag MCMXXVIII. Fünftes bis achtes Tausend.

Imprimatur Bd. 1: Abbatia S. Mariae ad Lacum 1927; Berolini W56, 1927
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ICH habe aufgehoben meine Augen zu den Bergen,* von dannen die Hilfe mir kommt.

Meine Hilfe kommt vom Herrn,* Der gemacht hat Himmel und Erde.

Nicht läßt Er wanken deinen Fuß, * noch schläft, Der dich behütet.

Siehe, nicht schläft, noch schlummert, * Der hütet Israel.

Der Herr behütet dich, der Herr ist dein Schild, * über deiner rechten Hand.

Des Tags soll dich die Sonne nicht stechen, * und nicht der Mond bei Nacht.

Der Herr behütet dich vor allem Übel, * es wolle behüten dich der Herr.

Der Herr behüte deinen Ausgang und deinen Eingang, * von nun an bis in Ewigkeit.

Der hundertzwanzigste Psalm
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Zum Buch:

Gebundener Kleinoktavband, Fadenheftung, Dünndruckpapier; XXXII, 728 & 96* S. Schrifttexte einspaltig; Psalmen Versweise (ohne Zählung), weitere Texte im Fließtext.

91 Psalmen (Vulgatazählung) und Cantica sind, z. T. abschnittweise, übertragen. Dazu weitere Schriftabschnitte aus dem AT, den Deuterokanonen und dem NT, hauptsächlich aus:

Genesis • Exodus • Isaias • Jeremias • Klagelieder • Sirach ••• Apostelgeschichte • Römer • 1/2 Korinther • Hebräer • 1/2 Petrus • 1/2/3 Johannes • Offenbarung.
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Zweiter Band: Die Zeit nach Pfingsten

Berlin: Sankt Augustinus Verlag MCMXXVIII

Imprimatur Bd. 2: Abbatia S. Mariae ad Lacum 1927; Berolini W56, 1928
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HErr, unsere Zuflucht bist Du geworden, * von Geschlecht zu Geschlecht.

Ehedenn die Bege wurden und gebildet ward die Erde und das Erdenrund, * von Ewigkeit und bis in Ewigkeit bist Du, o Gott.

Verwirf den Menschen zum Verderben nicht, * Du sprichst: „Bekehrt euch, Menschenkinder."

Denn tausend Jahre sind vor Deinen Augen, * so wie der Tag von gestern, der vorüber ist, Wie eine Wache in der Nacht, *

und als für nichts werden geachtet ihre Jahre. Früh wie das Gras vergehen sie; am Morgen blühet es, und es vergeht; * am Abend sinkt es hin, es welket und verdorrt.

Der neunundachtzigste Psalm (V)


Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, * denn Er hat heimgesucht und gebracht die Erlösung Seines Volkes.

Und errichtet hat Er für uns das Horn des Heiles, * im Hause Davids, Seines Knechtes.

Wie Er gesprochen hat vorzeiten * durch Seiner heiligen Propheten Mund.

Heil aus unseren Feinde, * und aus der Hand aller, die hassen uns. Zu tun Barmherzigkeit an unserern Vätern, *

und zu gedenken Seines Bundes, des heiligen.

Das Eiderhärtete, das Er geschworen Abraham, unserem Vater, * Er werde uns geben:

Daß ohne Furcht, aus der Hand unserer Feinde befreit, * wir Ihm dienen.

In Heiligkeit und Gerechtigkeit vor Ihm, an allen unseren Tagen.

Der Lobgesang des Zacharias. Lukas I: 68- 79
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Zum Buch:

Gebundener Kleinoktavband, Fadenheftung, Dünndruckpapier; XXVIII, 736 & 88* S. Schrifttexte einspaltig; Psalmen Versweise (ohne Zählung), weitere Texte im Fließtext.

85 Psalmen (Vulgatazählung) und Cantica sind, z. T. abschnittweise, übertragen. Dazu weitere Schriftabschnitte, hauptsächlich aus:

1/2 Samuel • 1/2 Könige • Esther • Sprüche • Weisheit • Sirach • Job • Tobias • Judith • 1/2 Makkab. • Hohe Lied • Ezechiel • Daniel • kleine Propheten ••• Apostelgesch. • Hebräer.

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Biogramm:

Georg Ludwig Wintersig, am Niederrhein nahe Uerdingen als Kind tiefgläubiger Eltern geboren. Nach seiner Notreifeprüfung und kurzer Wehrdienstzeit im Ersten Weltkrieg schrieb sich Wintersig zum Wintersemester 1918 an der Universität Bonn als Student der katholischen Theologie ein. Es waren wohl die Vorträge über die Bedeutung der Liturgie für das Leben der Kirche und das Vorbild von Abt Ildefons Herwegen (1874-1946) und P. Albert Hammenstede (1875-1955), Prior und Novizenmeister, die den jungen Priesteramtskandidaten motivierten, Benediktiner zu werden. Zusammen mit Hans Bomm, dem späteren Abt Urbanus (1901-1982) und Herbert Roß (P. Anselm 1900-1963) trat er im März 1921 als Postulant in der Abtei Maria Laach ein und erhielt bei der Einkleidung zum Novizen den Namen Athanasius. Im August des Jahres 1925 wurde er durch den Trierer Bischof Rudolf Bornewasser (1866-1951) zum Priester geweiht. P. Athanasius wurde durch Abt Ildefons sogleich in das Programm der Liturgie eingebunden. Schon im Jahr 1922 finden sich die ersten kleineren Publikationen aus der Feder Wintersigs in der Laacher Reihe Liturgische Volksbüchlein. Die Liturgischen Volksbüchlein waren kleine Heftchen, die den Gläubigen die Liturgie der Kirche erschließen wollten, indem sie mit den Texten und Riten der verschiedenen gottesdienstlichen Feiern selbst vertraut zu machen suchten. Schon zu Beginn seiner wissenschaftlichen Arbeiten bemühte sich Wintersig darum, den Zusammenhang von Liturgie (der Kirche) und Leben (der Menschen) herauszustellen. Dies sollte sein Lebensprogramm werden. Die Zeit in Maria Laach bis zu seinem Weggang im Jahr 1932 war geprägt durch intensive Mitarbeit an dem Programm der Erneuerung der Kirche aus dem Geist der Liturgie. Vom Sommersemester des Jahres 1929 an studierte Wintersig an der Theologischen Fakultät in Tübingen bei dem dortigen Dogmatiker Karl Adam (1876-1966); seine Studien schloss er im Februar 1932 mit einer dogmengeschichtlichen Dissertation ab.


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Bis zu seiner Säkularisierung war P. Athanasius' Heimat Maria Laach, Eifel.

Allerdings war schon zu diesem Zeitpunkt die Entscheidung gefallen, nicht nach Maria Laach zurückzukehren, weil er Elisabeth Florack (1900-1989), eine promovierte Kunsthistorikerin, heiraten wollte. Schon bald nach der Promotion reichte er daher in Rom ein Gesuch um Rückversetzung in den Laienstand ein, dem entsprechend damaliger Gepflogenheiten schnell entsprochen wurde, allerdings unter Beibehaltung der Zöllibatsverpflichtung. Ein Verfahren zur Aberkennung seines Doktortitels - da laut Tübinger Promotionsordnung zur Zulassung zum Doktorexamen die höhere Weihe erforderlich war und man ihm Täuschung vorwarf - konnte nur mit Mühe abgewendet werden. Für Wintersig hatte der Schritt, sein Kloster zu verlassen, weitreichende Folgen. Er ließ trotz der zu erwartenden Schwierigkeiten nicht von seinem Vorhaben ab, als freier theologischer Schriftsteller seinen Lebensunterhalt bestreiten zu wollen. In München, seinem damaligen Wohnort, nahm er Kontakt mit der altkatholischen Kirche auf, wo er auch Elisabeth Florack nach vorheriger standesamtlicher Eheschließung und Namensänderung im Jahr 1933 heimlich heiratete. Die Eheleute hofften wie ihre Vorbilder Elisabeth († 1943) und Joseph Bernhart (1881-1969) trotz zwangsläufig erfolgter Exkommunikation infolge der unerlaubten Eheschließung auf die Gnade der Kirche.

Vorübergehende Versuche, eine neue Heimat in der christkatholischen Kirche der Schweiz zu finden, scheiterten an Gewissenskonflikten Wintersigs. Er suchte den Ausweg in der Scheidung von seiner mittlerweile hochschwangeren Frau und dem Versuch der Rückkehr nach Maria Laach. Im April 1934 wurde seine Tochter Ricarda geboren, die er aber zeit seines Lebens nie sah. Wintersig ließ sich, da Abt Ildefons eine Rückkehr nach Maria Laach nur nach einer Zeit der Prüfung in Aussicht stellte, in Berlin nieder, wo er hoffte, in der Anonymität der Großstadt besser Fuß fassen zu können.

Im Rahmen der sog. Mittwochsgesellschaften um Romano Guardini lernte er die Philosophin und Schriftstellerin Hilde Hermann (1900-1988) kennen, die bis zu seinem Tod seine Lebensgefährtin blieb. Zu seinen Freunden und Wegbegleitern zählten in dieser Zeit neben Romano Guardini u. a. Josef Weiger (1882-1966), Felix Messerschmid (1904-1981), Johannes Pinsk (1891-1957) und Heinrich Kahlefeld (1903-1980). Zum Ende der dreißiger Jahre hatte sich die wirtschaftliche Situation Wintersigs gefestigt. Er verfügte über zahlreiche publizistische Aufträge und verfolgte einige lukrative Projekte. Um mit Hilde Hermann zusammenleben zu können, verließ das Paar - trotz der Proteste Guardinis - Berlin und ließ sich 1940 in Freiburg nieder. Schon seit 1937 lief ein Gesuch bei der Sakramentenkongregation um Befreiung von allen mit der Weihe verbundenen Verpflichtungen, mit dem Ziel, Hilde Hermann ehelichen zu können. Doch angesichts der seinerzeitigen Strenge in der Handhabung solcher Dispensen war sein Bemühen zum Scheitern verurteilt.

In Freiburg knüpfte Wintersig Kontakte zum Caritasverband, dem ein eigener Caritasverlag und die Caritas- Lichtbild- Gesellschaft angegliedert waren. Er erhielt dort nennenswerte Aufträge. Da er aufgrund eines Gehörleidens nicht zum Kriegsdienst eingezogen worden war, war man beim Caritasverband in Freiburg über seine Anwesenheit und Arbeit froh und betraute ihn mit verschiedenen Führungsaufgaben. Zu den besonderen Verdiensten in damaligen Kriegszeiten gehört die Tätigkeit für den Alsatia-Verlag in Kolmar im Elsass, dem innerhalb des nationalsozialistischen Herrschaftsgebiets annähernd einzigen Verlag, der religiöse Bücher und Schriften herausgab. Die Bedeutung dieser Publikationen für das geistige und religiöse Leben der Menschen im damaligen Großdeutschland ist kaum zu überschätzen. Wintersig fungierte hier zwar auch als Autor, doch ungleich wichtiger war seine Tätigkeit als Kurier, da alle Verlagsverhandlungen aufgrund der Repressalien des NS-Regimes nur mündlich stattfanden und auch Manuskripte nicht per Post versandt werden konnten. Auf einer seiner Reisen für den Alsatia-Verlag verunglückte Wintersig beim Aussteigen aus dem Zug im Freiburger Wiehre- Bahnhof und starb am 1. Oktober 1942.

(Es seien hier noch zwei Hinweise erlaubt. In der Schweiz änderte er seinen Namen von Wintersig in Winterswyl. Sein Tod beim Aussteigen aus dem Zug in Wiehre war wohl darauf zurückzuführen, dass die Gestapo hinter ihm her war; die genauen Zusammenhänge konnten leider nie geklärt werden.)