Weiser, Lazarus

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Weiser, Lazarus "Elme" Eleasar Meïr (?) (* Husiatyn, Galizien 28. Aw 5633 / 21. Aug. 1873 Mem.png 2. Cheschwan 5700 / 15. Okt. 1939 KZ Buchenwald / Thür.)



Das ungekürzte Buch Hiob

Deutsch von Lazarus Weiser

Wien 8. Bezirk (Austria): Tah´nach – Selbstverlag. Weiser´s Tah´nach - Vertrieb 1931


Koph.png Wortstimme

"Ein Psalm Dawids. Dem Ewigen ist die Erde und was sie füllt untertan;  d i e   W e l t   u n d   d i e   B e w o h n e r   a u f   i h r.

Sie ist ihm untertan,   w e i l   e r   d a s   F u n d a m e n t   für das Leben   m i t   d e r   Feuchtigkeit der   M e e r e   gebaut, mit der der   F l ü s s e   b e g r ü n d e t   hat.

W e r   vermag   a u f   d e n   gewaltigen Gedanken b e r g   der Schöpfung   G o t t e s   zu   s t e i g e n ?

W e l c h e r   Geist unter den Menschen ist so groß, daß er   a n   d e m   O r t e   s e i n e r   H e i l i g k e i t ,

auf den Höhen des göttlichen Wirkens,  

b e s t e h e n   könnte, ohne von dem Feuer des chas- mal (J'cheskel) in Asche verwandelt zu werden!"

Der 24. Psalm als Vorrede 

"Du sprichst, als ob du mit deiner Weisheit zur Erkenntnis Gottes Gottes gelangt wärest.

H a s t   d u   auch nur   d i e   G r e n z e   g e f u n d e n , wo die Erkenntnis   G o t t e s   beginnt?

Wenn du aber den Anfang nicht kennst, wie willst   d u   b i s   z u m   E n d e des Weges der   G o t t e s erkenntnis   f i n d e n

und seine Ziele ergründen? Ist himmlische Weisheit in dir,

so sag mir, w e l c h e s   i s t   d e i n   W i r k e n , o Weisheit, in den   H i m m e l s h ö h e n ?

W a s w e i ß t d u von der T i e f e der Sünde?, die tiefer ist, a l s die G r a b e s t i e f e reicht.

I h r e   L ä n g e   übertrifft   d a s   M a ß   der   E r d e   und   i h r e   B r e i t e   die   d e s   M e e r e s.

Wer kann sagen, ich bin ohne Sünde.   W e n n   d e r   Ewige deshalb aus der Welt   v e r s c h w i n d e n   l ä ß t   u n d   in das Grab   e i n s c h l i e ß t u n d   d i e   Würmer um ihn   v e r s a m m e l t ,   w e r   w i r d   i h m mit Worten der Zurechtweisung   e r w i d e r n ?

D e n n   e r   k e n n t   d i e   F a l s c h h e i t   d e r   M e n s c h e n, und   e r   s i e h t   d i e   S ü n d e ; deshalb   ü b e r l e g t   e r   n i c h t lange."

Kap. 11: 7- 11. Die gesperrt gedruckten Stellen
geben die Übersetzung der Urschrift wieder,
alles andere ist Kommentar. 


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Zum Buch:

"Hier spricht wieder der uralte, starke Geist Hiobs in einer klaren, von den Kürzungen des Urtextes nicht gehemmten Art. Jetzt ein Buch für jede Seele, die Kraft trinken kann vom alten Starken Geiste Hiobs. Früher bei dem gekürzten Urtext ein unverstandenes Buch."

So die Verheißungen auf den beiden Titelblättern des ersten Heftes. In dem in Oktav hergestellten Buch mit 134 & (6) S., in Antiqua gedruckt, sollen die vielversprechenden Zwischentitel wohl das Vorwort ersetzen. Weiser greift tief in die jüdische Schrifttradition, emendiert den heiligen Text mit einer für Juden ebenso heiligen Überlieferung. Für den Leser aus den Nationen, also für die Gojim, besteht keine Möglichkeit, diese Quellentexte, die den nach des Verfassers Überzeugung gekürzten Text nun als ungekürzt gelten lassen, einzusehen oder in ihrer Ausführung gänzlich zu verstehen. Versteht sich Weiser selbst als ein spätes Glied der Weisen Israels, die seit vortalmudischen Zeiten die Schrift immer wieder neu beleben und den Talmidim (Schülern) den klugen aber manchmal ebenso unerforschlichen Schriftsinn nahezubringen versuchen?


Das ungekürzte Hohelied von der Seele.

Des Königs Salomo schönstes Lied

Neu übersetzt und mit neuen Kommentaren ausgestattet von Lazarus Weiser

Wien 8 (Austria): Weiser's Tah´nach= Verlag 1932

Koph.png Wortstimme


"M i c h ,   Gottesglauben,   l e g e ,   Jissrael,   w i e   e i n   S i e g e l   a n   den Sitz   d e i n e s   V e r s t a n d e s   an die Stirn und   w i e   e i n   S i e g e l   a n   d e i n e n   A r m,

d e n n   s t ä r k e r   a l s   d e r   T o d  

soll   d i e   L i e b e   zum Glauben sein, trotzdem   d e r   Glaubens e i f e r

dem Volke Jissrael eine   s c h w e r e r e   Bürde auflastete,   a l s   s i e   d a s   G r a b   ist.

Der Glaubenseifer ist   d i e   F l a m m e ,   d i e   F e u e r f l a m m e ,   welche   d i e   vom Geiste   G o t t e s   kommende   G l u t   ewig wach erhalten wird (shal'hebeth- Jah).

Z a h l r e i c h e   G e w ä s s e r   w e r d e n   d i e   L i e b e   zum Gottesglauben   n i c h t   z u   l ö s c h e n   v e r m ö g e n,   u n d   S t r ö m e   fremder Überzeugungen   w e r d e n   s i e   n i c h t   w e g s c h w e m m e n .

Und   w ü r d e   j e m a n d   d a s   g a n z e   V e r m ö g e n   s e i n e s   H a u s e s   dafür   g e b e n,   daß ihm   d i e   L i e b e   des Geistes Gottes werde, ohne daß seine Seele die Bereitschaft für sie erlangt hätte,     s o   w ü r d e   i h m   nur   V e r a c h t u n g   zuteil   w e r d e n ."

Kap. 8: 6 - 7;   Die gesperrt gedruckten Stellen geben die Übersetzung
der Urschrift wieder, alles andere ist Kommentar.)


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Zum Buch:


Das ungekürzte Alte Testament

Neu übersetzt und mit neuen Kommentaren ausgestattet von Lazarus Weiser

1. Heft, 1. - 4. Kapitel (des 1. Buch Moses)

Wien 8 (Austria): Weiser´s Tah´nach= Verlag 1932

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" M i t   d e r   v o r n e h m s t e n   aller himmlischen Weisheiten  

s c h u f   d e r   E w i g e aus dem Nichts ein Vorhandenes:

d e n   H i m m e l   u n d   d i e   E r d e. ......

u n d   d i e   damals geschaffene   E r d e   w a r   zuerst ein formloses Leben,

U n d   F i n s t e r n i s   war   ü b e r   d e r   E r d o b e r f l ä c h e   d e s   T h o m gebreitet:

U n d   d e r   schöpferische   G e i s t   G o t t e s   s c h w e b t e

ü b e r   d e r   O b e r f l ä c h e   d e r   G e w ä s s e r ,

die er zu den Fundamenten für das zukünftige Leben machte.

U n d   d e r   Wille   d e s   E w i g e n   s p r a c h :   e s   w e r d e   L i c h t .

U n d   e s   w a r d   L i c h t:   U n d   d e r   E w i g e   s a h   d a s   L i c h t ,   und wie gut es für das Leben zu sein verspricht,

u n d   d e r   E w i g e   s c h i e d   z w i s c h e n   der Kraft des   L i c h t e s   u n d   z w i s c h e n   d e r   F i n s t e r n i s .

U n d   d e r   E w i g e   n a n n t e   die Kraft des   L i c h t e s   T a g ,   u n d   d i e   F i n s t e r n i s   n a n n t e   e r   N a c h t .

U n d   e i n   A b e n d   der Vollendung   w a r   gekommen,

u n d   e i n   angebrochener   M o r g e n   w u r d e   in der Vollendung

zu   e i n e m   Gottes t a g   der Schöpfung."

1: 1 - 4; Die gesperrt gedruckten Stellen 
geben die Übersetzung der Urschrift wieder,
alles andere ist Kommentar. 
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Zum Buch:

Das ungekürzte Alte Testament

Die Fünf Bücher Moses von ELME *

Wien 8. (Austria): Bibelverlag (Lazarus Weiser) 1936 (erster Band)

Koph.png Wortstimme

"Ein Gebet, niedergeschrieben von Moses, dem Manne Gottes.

Mit deinem Geiste, Herr, der aus der heiligen Lehre leuchtet,

wirst du uns in jedem Geschlechte zur Stätte der Zuflucht werden.

Der Geist schwebte über der Erde, bevor noch die Berge entstanden

und die Erde und die Welt des Lebens geschaffen waren.

Denn von der Ewigkeit bis zur Schöpfung und von ihr

bis zur Ewigkeit des Bestehens der Welt warst du der Allmächtige und wirst es sein.

Du läßt die Menschenkraft bis ur Verzagtheit sich kehren

und sagst dann: wendet euch, Menschensöhne, dem Geiste

in der heiligen Lehre zu, wo die wahre Kraft ruht.

Denn ein Leben ohne diesen Geist, und wenn es tausend Jahre währen würde,

ist in deinen Augen wie ein Tag, wie ein nicht mehr bestehendes Gestern.

Denn ein solches Leben geht vorüber, ohne daß ihm Helligkeit wird.

Finster ist das Leben und der Nachtwache gleich,

welche in das Dunkel einer Nacht starrt."

Psalm 90, als Einleitung zum 5. Buch Mose 


Keiner ist dem Allmächtigen gleich;

ein Helfer des J'shurun,des rechtschaffenen Mannes in Jissrael, ist er.

Zu deiner Hilfe, Jissrael, läßt er den Geist der himmlischen

Gerechtigkeit am Himmel reiten, und den Geist der Gerechtigkeit

seiner Majestät läßt er mit der Raschheit der Wolken kommen.

Dieser Helfer hat seit jeher die Stätte bei Gott, und unterhalb

dieser Gottesstätte entwickeln sich die geistigen Kräfte der Welt.

Und der Geist der himmlischen Gerechtigkeit wird vor dir,

ben Jissrael, den Feind vertreiben, und der Geist der Gerechtigkeit

wird sagen: vertilgt sein wirst du, Feind Jissraels einer jeden Zeit,

von der im Mysterium der Vergeltung ruhenden Feindschaft.

Und einsam, ohne Verbindung mit anderen Völkern,

möge Jissrael in Sicherheit im Lande wohnen.

Jakobhs Menschenquell wird in das Land des Korns

und des Mostes kommen; auch werden des Ewigen Himmel

den Tau tropfen lassen.

Heil dir, Jissrael! Wer kann dir gleich sein, machst du die

heilige Lehre zu deinem geistigen Besitz! Ein Volk bist du,

das die Hilfe vom Ewigen durch die heilige Lehre erhält.

Der Schild, deine Hilfe ist sie. Und sie ist es auch,

die das feindliche Schwert gegen deinen Hochmut schärfen lassen wird."

5. Buch 33: 26 - 29a


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Zum Buch:


Anm.:

  • weiter Band: Psalmen bis N'hem'jah
  • dritter Band: Josua bis Chronik II
  • vierter Band: Die Propheten
  • ein fünfter Band: Maimonides Wegweiser, Wege der Bibelforschung in drei Teilen waren geplant, konnten aber nicht mehr erscheinen.
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Biogramm:

Geburtsbucheintragung in Husiatyn, Galizien: Weisers Eltern waren Mayer Weisser und Rissel, geb. ?? Mindestens ein weiteres Kind wurde auch dort geboren: Mindel, *1872. Von Lazar Weiser ist bislang nur soviel bekannt, daß er im Wiener 8. Bezirk, der Josefstadt, nicht weit von seinem letzten Wohnort, der Josefstädter Straße 60 / 9 einen kleinen Bibelverlag besaß, nämlich um die Ecke in der Lederergasse 18.

Weiser heiratete am 5. Mai 1912 in der Tempelgasse in Wien (Tempel der Israelitischen Kultusgemeinde im 2. Bezirk) Emma geb. Brill (* 20. Jan. 1883) aus Lemberg, ehel. Tochter des Abraham Brill und Rachel geb. Rudich; ihr Wohnsitz war zu diesem Zeitpunkt Lemberg / Galizien. Lazar Weisers Wohnsitz war damals Frankfurt am Main. Als Beistände (Trauzeugen) sind folgende Personen angegeben: Dr. Stefan Pelz, Krakau und Z. Korker, Privatier, Wien 2. Praterstr. 34. (.....................)

Das letzte seiner Bücher, den ersten Band der geplanten Tanach- Ausgabe, zeichnete er mit *"ELME"; das mag mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Akronym seiner beiden Vornamen Eleasar bzw. Elieser und Meïr (der Name des Vaters), Mendel (=Menachem), Menasche, oder ein anderer mit "Me" beginnender Name sein. Bereits 1939, also noch vor dem Ausbruch des Krieges, war er schon deportiert worden. Er, der jüdische Schriftgelehrte und Sofer (Schreiber), wurde nicht weit von der deutschen Stadt der Dichter und Denker, Weimar, in einem der Vernichtungslager des Himmler und seiner Henker mit dem so biologisch florierend klingenden Namen »Buchenwald« als Häftling Nr. 7548 ermordet . Seine (?) Asche wurde - gemäß anfänglich noch vorhandener deutschbürokratischer Gründlichkeit - zurück nach Wien versendet; in einer Urne ist sie auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt. Im selben Grab am Zentralfriedhof liegt eine gewisse Rosa Weiser, die am 16. Sept. 1935, 84-jährig, in der Josefstädterstr. 60 verstorben war; möglicherweise war sie seine Mutter.

Im Net gibt es eine sehr ergreifende Seite: "lettertothestars.at". Diese Arbeit ist unbedingt sehens- und hörenswert!! Darin kann man die Schicksale, soweit bekannt, aller Wiener Juden finden, die Opfer der Schoah wurden. Der jüdische Bibelübersetzer Weiser ist unter den frühen Opfern. Er mußte am eigenen Leib erfahren und erleiden, was er unter anderem im Lied der Lieder beschrieben hatte.....

Stationen im Leben Weisers:
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Links die Synagoge Tempelgasse in der Leopoldstadt, dort wurde er getraut; rechts die Josefstadt- Synagoge Neudeggergasse, in deren Nähe er lebte und arbeitete. Der Tempel in der Leopoldstadt wurde anlässlich der Pogromnacht 1938 völlig, der in der Neudeggergasse zum größten Teil zerstört und 1951 abgetragen.