Watterich, Johann

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Logo-ak2.jpg Watterich, Johann Baptist Mathias (* Trier/ Mosel 22. Dez. 1826 † 10. Jan. 1904 Kloster Beuron/ Donau) Priester, Prof. Dr. phil, Dr. h.c.; Pater O.S.B.

  • Zum Symbol der Altkatholischen Kirche siehe weiter unten!


Das Neue Testament

aus dem Griechischen übersetzt von Joh. Bapt. Watterich

Baden= Baden, Baden: Verlag von August Weber 1887 (? 2. Aufl. 1889 ?)

Koph.png Wortstimme

"Nachdem Gott vielmals und auf vielerlei Weise vor Alters zu den Vätern geredet durch die die Propheten,

hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet durch den Sohn, den er zum Erben gesetzt hat von Allem, durch den er auch die Welt gemacht hat,

der, da er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und die Ausprägung seines Wesens und das All trägt durch das Wort seiner Macht,

nach vollbrachter Reinigung von Sünden sich gesetzt hat zur Rechten der Majestät in der Höhe,

umso viel erhabener geworden als die Engel, als der Name, den er geerbt hat, höher ist, als sie."

Hebräer 1: 1- 4
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Johann Watterich, von 1874 bis 1902 zur Altkatholischen (=Kirche ohne Rom) Gemeinde gehörig, hat als einziger das NT für seine Glaubensgeschwister übersetzt. Dieses sehr seltene Buch erlebte laut der Monographie von Joh. Schildenberger >Die Bibel in Deutschland< nur eine Auflage. In der Kurzbiographie in Bautz' BBK ist allerdings eine zweite Auflage erwähnt. Dies scheint eher unwahrscheinlich. Im fraglichen Jahr 1889 erschien von Watterich eine Schrift mit dem Titel: >Passah des Neuen Bundes. Eine theologische Betrachtung.<

Hier im BB liegt vom NT die Erstausgabe von 1887 vor. Sie ist in kl. 8° hergestellt und umfasst 820 Seiten in Fadenheftung. Der Bibeltext ist in Fraktur gedruckt und im Blocksatz ausgeführt. Kapitel- und Versziffern sind ausgewiesen, Sinnabschnitte abgeteilt. Jedes Buch ist eingeleitet, Verweise auf AT oder NT - Stellen gibt Watterich allerdings nirgendwo. Im Anhang finden sich ein ausführliches Personen- und Ortsregister sowie ein altkatholisches Perikopenverzeichnis. Johann Watterich schrieb ein gut dreiseitiges Vorwort, datiert im Februar 1887 zu Baden - Baden. Darin bemerkt er unter anderem:

»Die bisherigen Übersetzungen des griechischen Textes entsprechen selbstverständlich nur theilweise ihrer Bestimmung. Auf unserem jetzigen Besitzstand fußt kaum Eine. Das ist der Grund, weshalb es der Unterzeichnete sich vorgesetzt hat, in völlig selbständiger Weise das Neue Testament in's Deutsche zu übertragen.«

Leider gibt der Autor keinen Bezug zu irgendeiner der existierenden Grundtextausgaben.

Das holt er jedoch nach im Vorwort zu seinem Psalmenbuch; dort schreibt er in einer Fußnote: »Erstere Schrift [d. i. das NT] gibt zu Deutsch den Text nach den nunmehr geltenden kritischen Feststellungen, besonders nach Tischendorf.« 

Das Vorwort beschließt der Professor mit dem "Herzenswunsch unseres Meisters und Herrn: „Daß wir Eins seien!"

Lk24ak.png

Zusätzlich zur WS oben sei hier noch die für römische Katholiken relevante Stelle aus Matth. 16: 18 aus der Feder des Altkatholiken wiedergegeben: "Und ich sage dir: Du bist Petrus und auf diesem Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten des Totenreiches werden ihr nicht überlegen sein. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben, und was du binden wirst auf Erden, wird gebunden sein in den Himmeln, und was du lösen wirst auf Erden, wird gelöset sein in den Himmeln."

 "Und es geschah, indem er sich mit ihnen zu Tische niederließ, 
nahm er das Brot, segnete, brach es und gab es ihnen." (Lk 24:30)
Glasfenster in der Christ- (=alt) katholischen
St. Augustiner- Kirche Zürich

Bis zum heutigen Tag ist dieses NT (samt den u. a. Psalmen) die einzige Altkatholische Üs geblieben. Üblicherweise wird in den Gottesdiensten die EinheitsÜS benutzt. In der Karlsruher 'Auferstehungskirche' am Ökumeneplatz z. B. liegt als Altarbibel die Ausgabe von Hermann Menge auf.

Eine Ausnahme, die allerdings einer umfangreicheren Untersuchung bedarf, bilden die beiden Evangelienharmonien eines altkatholischen, später evangelisch- lutherischen Geistlichen namens Küppers,_Walter; diese beiden Titel sind während seiner Zeit als a-k Pfarrer verfaßt. Siehe dort!

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Die Psalmen

aus dem Hebräischen metrisch ins Deutsche übersetzt und erläutert. Von Prof. Dr. Watterich

Baden=Baden, Baden: Verlag von Emil Sommermeyer 1890

Koph.png Wortstimme

"O Herr, Du bist von je uns Hort gewesen, Eh' denn die Berge aus dem Nichts geboren,

Eh' Erd und Weltkreis Du herausgebildet,
In ew'gen Ewigkeiten bist Du Gott!

Du lässest Sterbliche zu Staube werden

Und rufst in's Leben andere Geschlechter!

Denn ein Jahrtausend ist in Deinen Augen

Wie heut der Tag der Tag von gestern, der verging,
Wie eine Wache schnell entschwundner Nacht.

Du raffst sie hin, sie schlafen Todesschlummer,

Am Morgen sproßt, wie Gras, ein neu Geschlecht:

Am Morgen kehrt und sproßt und blüht es wieder, ––

Am Abend mäht man´s ab und es verdorrt.

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(Überschrift:) M o s e s ',  des Mannes Gottes.

Psalm 90: 1 -4


Bookmitband.gif
Zum Buch:

Format kl. 8°, gebunden und fadengeheftet, LXVIII & 262 S. Frakturdruck. Schrifttexte einspaltig und versweise gesetzt. Anmerkungen, Kurzerklärungen samt Verweisstellen je unter dem betreffenden Psalm. Psalmüberschriften in den Anmerkungen versteckt.

Der Verfasser schrieb, datiert zu Baden, im Juli 1890, ein knapp zweiseitiges Vorwort; darin läßt er den Leser u. a. wissen:

»Das seit vielen Jahren gehegte und ernstlich verfolgte Vorhaben, ein Leben Jesu von wissenschaftlich–gläubigem Standpunkt aus zur Darstellung zu bringen, hat mich unter anderen Vorarbeiten auch zu eingehendem Studium der Psalmen geführt.«

Wesentliches zur Art der Üs ist aber in der 13–seitigen Einleitung gesagt:

»Das Psalmbuch aber, ohne poetische Form, in Prosa aufgelöst, würde uns ebensowenig befriedigen! Befriedigen kann uns nur eine möglichst treue deutsche Übersetzung, aber in deutsch=poetischer Form; nur sie kann uns interessiren, erwärmen, begeistern! Wir verlangen statt der hebräisch nationalen poetischen Form eine abendländische, eine deutsche. Auch auf die Form soll die Herübernahme sich erstrecken in so weit, um von der Psalmendichtung heimisch angemutet zu werden, ohne auf Etwas von ihrer Sprache, ihren Gedanken, ihren Bildern, ihrem Schwung, ihrer Glut und ihrem Zusammenhang zu verzichten. Wir wollen keine Umdichtung. (…) In dieser Absicht und von den bezeichneten Gesichtspunkten aus haben wir die gegenwärtig erscheinende, seit 18 Jahren vorbereitete Arbeit unternommen. Bei möglichst wörtlicher Übersetzung aus dem Hebräischen, für deren treue sowie für die historische Orientirung wir der Führerschaft des altbewährten, unter allen Fachgenossen unübertroffenen Meisters Franz Delitzsch gefolgt sind, habe wir je nach dem Eindruck, den die einzelnen Psalmen auf uns machten, einmal den jambischen, dann wieder den trochäischen, meistens den fünffüßigen – in seltenen Fällen den ganz freien Reim mit nur zwei Hebungen, gewählt, und auf den Reim im Interesse der Worttreue verzichtet.«

WatterichPs.png

Ab S. XXI sind noch folgende Beigaben zu finden: Zeittafeln • Könige von Juda / Israel • Verzeichnis der Psalmen nach ihrem Inhalt • Chronologische Übersicht • Ordnung der Psalmen als Andachtsbuch.

Weitere (Psalm–)texte aus dem Bereich der Alt-Katholischen KircheGebet-_und_Gesangbuch_für_die_Alt-Katholiken und Küppers,_Walter

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    • Zum obigen Symbol, welches zur Zeit der Publikation von Watterichs NT & Psalmen noch nicht existierte, erreichte mich folgender Brief:


Sehr geehrter Herr B.,

das Dreieck mit dem eingeschriebenen Kreuz wurde im Jahr 1984 von dem alt-katholischen Werbefachmann Osvaldo Ghezzi, der zu dieser Zeit für die Werbung für die Pharmaprodukte der Fa. NN verantwortlich war, entworfen und durch den damaligen "Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit" (AÖA) gutgeheißen, da sich die Erkenntnis durchsetzte, es sei auch für die alt-katholische Kirche gut, ein "Logo" zu haben. Das eingeschriebene Kreuz existierte allerdings in den ersten etwa zwanzig Jahren nur ein einliniger Form; erst ca. 2004 wurde auf einer Synode die doppellinige Form gutgeheißen.

Ein entsprechendes kircheneinheitliches Symbol gab es vorher in der alt-katholischen Kirche nicht.
WatterichAK.png

Mit freundlichen Grüßen! Bischöfliches Ordinariat


Biogramm:

www.bautz.de/bbkl/w/watterich_j_m.shtml ___ https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Matthias_Watterich