Veith, Johann Emanuel

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Veith, Johann Emanuel (* Kuttenplan, Böhmen 10. Juni 1787 † 6. Nov. 1876 Wien 1 (Austria)) Dr. med.; Dr. phil & theol. h.c.; Priester, Pater


Hundert Psalmen.

Uebersetzt und mit Erklärungen begleitet von Dr. Joh. Emanuel Veith

Wien (Austria): Wilhelm Braumüller, k. k. Hof= und Universitätsbuchhändler. 1868


Imprimatur: ----------
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Stufenlied

1. Aus den Tiefen o Jehova rufe ich zu dir, Adonai erhöre meine Stimme.

2. Möge gnädig achten dein Ohr, auf die Stimme meines Flehens.

3. Wolltest du Verschuldungen aufbehalten, Jehova, wer o Adonai könnte dann bestehen!

4. Doch bei dir vielmehr ist verzeighende Milde, auf daß du gefürchtet werdest.

5. Ich hoffe auf Jehova, es hoffet meine Seele, seinem Worte harre ich entgegen.

6. Auf Adonai wartet meine Seele, mehr als die Wächter in der Nacht auf den Morgen, als die Wächter auf den Morgen.

7. Harre o Israel auf Jehova, denn bei ihm ist die Gnade, und reiche Fülle der Erlösung.

8. Fürwahr, erlösen wird er Israel von seinen Verschuldungen allen.

Hundertneunundzwanzigster Psalm
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Zum Buch:

Fadengehefter Kleinoktavband, gebunden, VIII & 502 S. Frakturdruck. Psalmtext einspaltig versweise in Fettdruck.

Der Verfasser schrieb eine zweiseitige undatierte und unverortete "Vorbemerkung". Darin heißt es unter anderem:

"Die Auswahl der Psalmen, welche diese Sammlung enthält, war durch den maßgebenden Zweck der christlichen Erbauung vorgezeichnet. Demgemäß wurde von solchen Gesängen, die vorwaltend dem alttestamentlichen Gedankenkreise angehören, und dem christlichen Bewußtsein zu ferne liegen, Umgang genommen. Was die Uebersetzung anbelangt, mußte alle Bemühung darauf abzielen, mit der treuen Wiedergabe des Urtextes die möglichste Klarheit des Verständnisses zu verbinden, zugleich aber auch den dichterischen Schwung der Psalmen sowie die rhythmische Bewegung der Parallelsätze nachzubilden, soweit dieß in ungebundener Rede thunlich. (...) Unter den Hülfsquellen sind außer den älteren Commentaren (von Bellarmin, Lorinus u. A.) vorzugsweise jene von Schegg und Delitzsch dankbar zu nennen, neben welchen mitunter auch die Uebersetzung des Prof. Hitzig berücksichtigt wurde. Die neue Auflage des reichhaltigen Commentars von Delitzsch, sowie Vaihingers metrische Uebersetzung zu benützen, ward dem Verfasser durch Erblindung und andere Leiden des onerosen [= beschwerlich, mühevoll, d. Vf.] Alters verwehrt (...).

Von folgenden 50 Gesängen hat Veith "Umgang genommen", gezählt nach der V bzw. LXX: 9 - 34 - 43 - 44 - 47 - 52 - 53 - 55 bis 60 - 63 - 69 - 70 - 73 bis 82 - 87 - 88 - 96 bis 100 - 104 - 105 - 107 - 108 - 113 - 116 - 128 - 131 - 133 bis 136 - 139 - 143 - 147 - 149 - 150.

Auf die Übersetzung der Psalmen folgen die Erklärungen, auch Verweisstellen in die übrigen Bücher des Alten und Neuen Bundes sind darin enthalten. Verschiedentlich hat Veith alternative Übersetzungen in die Fußnoten im Anschluß an die Erklärungen gestellt; der Ps 129 "de profundis" (=130 H) ist somit zweimal verdeutscht, das heute als fehlerhaft gelesene "Jehova" ist hier mit "Herr" wiedergegeben.

Der aus dem Judentum stammende Veith, der nach der Bestimmung seines Vaters hätte Rabbiner werden sollen, übersetzte die Pss - Texte aus dem Hebräischen, zählte sie aber nach der Vulgata bzw. Septuaginta, wohl um seinen katholischen Lesern das Finden zu erleichtern. Die Überschriften hat er mitgeliefert, aber dankenswerterweise von einer metrischen Übersetzung - viele seiner Zeitgenossen wollten es so haben - abgesehen. Das Tetragramm übertrug er mit "Jehova". Für seine neuen Religionsgenossen eher unverständlich ist Veiths (Nicht-) Übertragung des hebräischen Begriffs "Adonai" (=Herr), er hat ihn unübersetzt gelassen; gleiches gilt für ´Gott`, hier setzt er, für katholische Ohren ebenfalls völlig ungewohnt, das hebräische ´Elohim`. Ähnlich ist Jahrzehnte später nur Lorenz >Dürr verfahren.

Koheleth und Hoheslied

Uebersetzt und erklärt von Johann Emanuel Veith.

Aus dessen hinterlassenen Handschriften herausgegeben.

Wien (Austria): Wilhelm Braumüller, k. k. Hof= und Universitätsbuchhändler. 1878


Imprimatur: ----------
Koph.png Wortstimme

10. Ich hatte mein Augenmerk auf die Beschäftigung, die Gott den Menschenkindern zugetheilt, daß sie damit sich plagen.

11. Alles ward von Ihm auf bestimmte Zeit schön und treffend geordnet. Auch hat er die Ewigkeit (den Gedanken an die Ewigkeit) in ihr Herz gesendet, jedoch so der Mensch das Werk, welches Gott vollführt, vom Anfang bis zum Ende nicht zu durchschauen vermag.

12. So erkannte ich denn, daß hienieden nichts Besseres sei, als sich zu freuen, und sich im Leben gütlich zu thun.

13. Allein auch dieß, daß er esse und trinke und Gutes erlebe bei seiner Arbeit, ist für jeglichen Menschen eine Gabe Gottes.

14. So erkannte ich denn, daß alles und jedes von Gott bereitet wird, für immer fortbesteht, und daß nichts dazu beizufügen und nichts davon abzubrechen sei; so hat es Gott verordnet, auf daß er gefürchtet werde.

15. Was immer geschieht, längst ist es geschehen, und was sein wird, längst ist es erwiesen; Gott sucht auf (und führt zurück) was verdrängt war.

Koheleth III 
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Zum Buch:

Fadengehefter Kleinoktavband, gebunden, XII & 482 S., Frakturdruck.

Die Herausgeber verfaßten zu Wien, im Monate August 1877, ein fast fünfseitiges Vorwort, ein dreiviertel Jahr nach dem Ableben des katholischen Theologen jüdischer Herkunft. Hier wird das Lebenswerk des Dr. Veith nochmals zusammengefaßt, auf seine Abstammung jedoch mit keinem Wort eingegangen.

In diese beiden Hagiographen muß sich der Leser erstmal einarbeiten. Veith setzte der Übersetzung unter der Überschrift "Randglossen" als ´Erste Abtheilung` eine Vorbetrachtung voraus, und zwar in gebundener Rede; diese dient laut Vorwort als Erklärung des Textes Koheleth; darauf folgt, versweise gesetzt, die ´Wortgetreue Uebersetzung`, und zwar kapitelweise. Der von Veith auf diese Übersetzung geschriebene ´Epilog`erschließt den Text. Als "zweithe Abtheilung" schließt sich S. 231 die ´Paraphrase" des Koheleth` an, also eine freiere Übertragung; darauf sind 40 S. verwendet.

Ab S. 273 folgt die 20-seitige Einleitung zu "Hoheslied"; danach Übersetzung und Erklärung. Die ÜS unterteilt Veith in 15 Gesangstücke, der Text ist versweise abgedruckt. In einem weiteren, zweiten Abschnitt ist eine "Lyrisch–dramatische Umschreibung" metrisch zu lesen; ein dritter Abschnitt bildet "Geistlich–allegorische Deutungen", ebenfalls in gebundener Sprache.

Biogramm:

https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Johann_Emanuel_Veith // http://de.wikisource.or/wiki/ADB:Veith,_Johann_Emanuel