Thimme, Ludwig

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Thimme, Karl Adolf Ludwig (* Groß-Heere, Land Braunschweig 24. Sept. 1873 † 18. Juni 1963 Marburg/ Lahn) Lic. theol.

Schmidt - Domine, Gottfried (*......................... † .........................) Dr.


Das Neue Testament Deutsch [1946 u. 1949]

für die bibellesende Gemeinde herausgegeben von Lic. Ludwig Thimme

Stuttgart: Privileg. Württ. Bibelanstalt o. J. (1946). [2. unveränderte Auflage / Neudruck] 1949

Koph.png Wortstimme

Manchmal und auf mancherlei Weie hat Gott schon in vergangenen Zeiten zu den Vätern durch die Propheten geredet.

Aber jetzt in diesen Tagen der Endzeit hat er zu uns uns geredet durch den Sohn.

Der ist es, den Gott zum Erben von allem eingesetzt hat.

Er ist es auch, durch den Gott die Welten geschaffen hat.

Er ist Anglanz seiner Herrlichkeit, das Ebenbild seines Wesens, und trägt das Weltall durch sein Allmachtswort.

Nachdem er die Sünden der Menschheit gesühnt hatte, nahm er seinen Platz zur Rechten der Majestät in der Höhe ein und ist über alle Engel hoch erhöht. Hat er doch auch einen ganz andern Ehrennamen als jene von Gott erhalten.

Hebräer 1: 1- 4
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Zum Buch:

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Titel der ersten Auflage 1946

Buchdaten: Oktavband in Frakturdruck 659 pp, s/w Karten und Bilder. Text einspaltig mit wenigen Anmerkungen in den Fußnoten

L. Thimme schreibt im Vorwort, die Übersetzung sei in jahrelanger Zusammenarbeit mit seinem Schwager Dr. Gottfr. Schmidt- Domine entstanden; die Zusammenarbeit sei so eng gewesen, daß die Anteile des einzelnen nicht mehr feststellbar seien. Der Bruder des Herausgebers, Prof. D. Wilhelm Thimme habe zusammen mit den theologischen Mitgliedern des Verwaltungsrats der PWBG die Durchsicht vorgenommen. ' Aus der zweiten Vorrede, vefaßt von Prälat Lic. Schlatter für den Verwaltungsrat der PWBG im September 1946, erfährt der Leser, daß der Drucksatz dieses NT bereits 1942 fertiggestellt war, es aber kriegsbedingt nicht mehr erscheinen konnte. Neben der Lutherbibel, die nicht verdrängt werden soll, dürfte auch diese neue Üs einen guten Dienst tun. Unser Volk sei ein bitterarmes geworden; viele sollten so wenigstens den Zugang zu den Reichtümern des Herrn Jesus Christus finden.

Das Neue Testament Deutsch [1960 u. 1966]

für die bibellesende Gemeinde herausgegeben von Ludwig Thimme

Stuttgart: Privileg. Württ. Bibelanstalt ([3. unveränderte Auflage / Neudruck] 1960) [4. unveränderte Auflage / Neudruck] 1966

Koph.png Wortstimme

Gott aber allein sei Ehre! Er ist imstande, euch Kraft zu verleihen laut meines Evangeliums und der Botschaft von Jesus Christus, in der das seit ewigen Zeiten verborgene Geheimnis der Erlösung jetzt enthüllt ist.

Im Auftrag des ewigen Gottes ist dasselbe jetzt durch der Propheten Schriften allen Heiden kundgemacht, damit sie zum Glaubensgehorsam kommen.

Ja ihm, dem allein weisen Gott, sei Ehre durch Jesus Christus von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Römer 16: 25- 27
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Zum Buch:

Der Neudruck hat zur Urausgabe aus 1946 lediglich zwei unscheinbare Veränderungen erfahren: Das zweite Vorwort von Prälat Lic. Schlatter für den Verwaltungsrat der PWB, datiert September 1946, wurde fallengelassen, und die in den ersten Auflagen enthaltenen s/w Photos aus dem Heiligen Land wurden nicht mehr aufgenommen. So konnte der eidgenössische Übersetzungsspezialist Kurt Weber in seinem Buch >Bibelübersetzungen unter der Lupe< 1972 (siehe Bibliographie) zur (Fehl)- Einschätzung gelangen, dieses NT sei erst 1966 erschienen; zu diesem Zeitpunkt war Lic. Thimme auch bereits verschieden.


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Texte aus Thimmes Neuem Testament sind noch in der evangelischen Kommentarreihe CHRISTUS HEUTE von Günther Siegel zur Verwendung gekommen:

Bekannt sind: Band I "Der Philipperbrief" von Günther Siegel, Band IV "Herbräerbrief" von Theodor Lorch, sowie Band V "Kolosserbrief" von Fritz Pfeil.

Da jedoch nicht alle Bände dieser Reihe im Archiv vorhanden sind, kann über die Verwendung in weiteren Teilen nichts gesagt werden.

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Der deutsche Psalter

Rhythmisch übersetzt von Ludwig Thimme

Marburg (Lahn): Spener= Verlag 1950

Koph.png Wortstimme

Gott spricht. Der Ew'ge ruft die Erde

Vom Sonnenaufgang bis zu ihrem Niedergang.

Aus Zion, aller Schönheit Krone,

Bricht an der lichte Gottesglanz.

Gott kommt, Er kann nicht länger schweigen.

Vor Ihm geht fressend Feuer her,

Um Ihn braust wilder Sturm und Wetter.

Die Himmel droben ruft Er auf,

Er ruft zu Zeugen auf die Erde.

Zu richten gilt es nun Sein Volk.

„Auf, ruft zusammen Meine Frommen,

Beim Opfer schlossen sie den Bund! —

Die Himmel künden mein gerechtes Richten.

Gott selbst, der Ewige, will Richter sein.

So höre denn, Mein Volk, und laß mich reden;

Ich zeuge wider dich, Volk Israel.

Ich bin der HErr, dein Gott, Jehovah."

Psalm 50

Gott, du bist unsre Zuflucht für und für,

Längst ehe denn die Berge wurden,

Eh' denn die Erd' und Welt ins Dasein traten,

Bist Du ja, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Der Du die Menschen läßt zu Staube werden

Und: „Kehret wieder, Menschenkinder!" sprichst.

Denn tausend Jahre sind in Deinen Augen

Gleich wie der gestern schnell vergangne Tag.

Dem Schlafe gleicht der Menschen Leben,

Eilt hin wie eine Wache in der Nacht.
Psalm 90
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Zum Buch:

"Dem Leser" widmet Ludwig Thimme ein vierseitiges Vorwort, geschrieben am Pfingstfest 1950. Darin finden sich einige Hinweise zur Entstehungsgeschichte des Psalters, zu dessen Gebrauch und zur Sprache. Thimme hat als Vorlage den aus dem 9. Jahrhundert n. Chr. vorliegenden Masorethischen Text der hebräischen Bibel benutzt. Seine Übersetzung beruht auf den Ergebnissen der seit Luthers Tagen unermüdlich arbeitenden Sprachforschung und Übersetzungsarbeit.

"Dankbar erwähnt" seien aus der Menge der in deutscher Sprache erschienenen Texte auch die der katholischen Fraktion. Thimme weiter: " Die Übersetzung des Deutschen Psalters ist entsprechend dem in den Psalmen vorliegenden Rhythmus eine rhythmische, wobei statt des hebräischen, uns fremd klingenden Rhythmus eine deutsche, dem evangelischen Kirchenlied angeglichene Versform gebraucht ist. Ist deshalb die Übersetzung auch keine wörtliche, so ist jedoch umso größere Sorfalt auf eine sinngetreue und dem Geist des Psalters entsprechende Wiedergabe des Urtextes verwandt."

Bei der Wahl der Üs des Namens Gottes gibt sich Thimme pragmatisch; er verdeutscht >HErr<, >Jehova / Jehovah< oder >der Ewige< .

Das Buch ist gebunden in kl.8°- Format und umfaßt 244 Seiten. Der Text ist in identischer Fraktur zum NT gedruckt und in Sinnzeilen gesetzt; diese ersetzen auch die fehlenden Versziffern. Diverse Anmerkungen und Verweise auf die übrigen Bücher der Bibel sind in die Fußnote gesetzt. Hin und wieder ist ein Vers nicht übersetzt, andererseits sind zusätzliche Texte eingefügt. Am Buchende ist ein Inhaltsverzechnis mit vom Autor verfaßten Psalmüberschriften angefügt.

Im Anfang

Das erste Buch der Bibel Deutsch für den Bibelleser von heute

Neuffen/ Württemberg: Sonnenweg= Verlag 1. Auflage 1953

Koph.png Wortstimme

Allmählich mehrten sich die Menschen auf Erden.

Da sie nun auch Töchter bekamen, blickten die Gottes= Söhne*) nach den Töchtern der Menschen, sahen wie schön sie waren, und nahmen sich zu Frauen, die ihnen von allen am besten gefielen.

Da sprach Gott: „Die Menschen sind vom rechten Weg abgewichen.

Deshalb soll mein Geist nicht mehr für ewig in ihnen wohnen.

Sie sind doch nur Fleisch. Von nun an soll ihre Lebensdauer nur 120 Jahre sein."

Das waren die Zeiten, in denen noch die Riesen auf Erden lebten, jene Zeiten, in denen die Gottessöhne sich zu den Töchtern der Menschen gesellten und ihnen Kinder geboren wurden, Uebermenschen, deren Namen in der Welt berühmt sind. _________________________________________________

*) nicht menschliche, sondern übermenschliche Wesen (...)

6. Kapitel: Die Große Flut
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Zum Buch:

Das 124 seitige Buch ist gebunden und in einfacher Fraktur gedruckt, was für das Nachkriegsjahr 1953 schon etwas verwundert. Der Gemeinschaftsgeistliche Ludwig Thimme schrieb eine dreiseitige Einleitung in das Genesisbuch. Darin bringt er auch seine "bewahrende" (=konservative) Einstellung zur Schrift zum Ausdruck. Er drückt das in zwei prägnanten Sätzen so aus: "Die Bibel ist kein wissenschaftliches Lehrbuch. Sie ist auch kein Buch, in dem menschliche Dichter und Denker zu uns reden, sondern sie ist ein Buch, in dem Gott zu uns redet. Gott hat geredet."

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Der Schrifttext selbst ist einspaltig gesetzt; Versangaben sind weggelassen. Die Übersetzung würde heute als "leicht lesbar" oder "kommunikativ" deklariert werden. In der Fußnote werden Kurzerklärungen und "wörtliche Übersetzung" an den Leser weitergegeben. Ein allgemein gehaltenes Inhaltsverzeichnis ist der Einleitung vorangestellt. Wie im Buch der Psalmen legt sich Thimme bei der Wahl des Namens Gottes nicht auf einen Ausdruck fest: >Gott der Herr (hebr.: jhwh elohim) in Kapitel 2, andererseits redet Abraham in Kapitel 14 zum König von Sodom: > Ich hebe meine Hand auf zu Jehova, dem Allerhöchsten, dem Herrn des Himmels und der Erde....< (hebr.: ...äl jhwh äl eljon...").

Biogramm:

Karl Adolf Ludwig Thimme: Sohn des Pfarrers Gottfried Thimme und der Emilie, geb. Münchmeyer. Nach dem Studium der evangelischen Theologie in Göttingen, Erlangen und Berlin waren seine Stationen: Lehrer in Hildesheim (Mädchenschule) / Lehrer am Gymnasium Norden / Pastor cooperator in Osnabrück, Limmer, Norderney, Osterwald b. Coppenbrügge. Er absolvierte sein 2. theol. Examen 1902, die Ordination erfolgte am 10 Okt. selbigen Jahres. In dieser Zeit wurde er auch zum Lic. theol. promoviert. Wissenschaftlicher Hilfslehrer an den Gymnasien in Stade und Norden (Ostfriesland). Pfarrer in Osterwald, Kreis Hameln; ab 1. Aug. 1906 bis 30. Sept. 1914 in Intschede, Kreis Verden/ Aller; 1. Okt. 1914 bis 1924 bei der Inneren Mission am Diakonissen- Mutterhaus Hebron in Marburg/ Lahn; 1924 bis 31. Juli 1930 am Evangelischen Vereinshaus Nordost in Frankfurt a.M. und vom 1. Aug. 1930 bis 30. April 1935 Pfarrer in Elm b. Schlüchtern, Hessen. Dort wurde er wegen politischer Predigt einen Monat lang beurlaubt. Am 1. Mai 1935 wurde er in den Ruhestand versetzt.

Im April 1908 hatte er Christiane Julia Elisabeth Schmidt (1875–1937), Tochter des Rechnungsrats Schmidt, geehelicht. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor.

(* die Sterbedaten bei Wikipedia u. ö. (Volmerdingsen b. Bad Oeynhausen 19. Jan 1966) sind definitiv falsch, siehe die Veröffentlichung der Historischen Kommission für Hessen, Band 2; Band 33, Ausgabe 2, Teil 2, Seite 688!)