Stuhlmann, Matthias Heinrich

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Stuhlmann, Matthias Heinrich (* Hamburg 22. Oct. 1774 † 9. Sept. 1822 ........) Prediger


Hiob. Ein religiöses Gedicht

Aus dem Hebräischen neu übersetzt, geprüft und erläutert von Matthias Heinrich Stuhlmann

Hamburg: bey Friedrich Perthes. 1804

Koph.png Wortstimme

20 Erbarmt, erbarmt euch, meine Freunde, Elohas Hand hat mich geschlagen. Warum verfolgt ihr mich wie Gott, / Und hört nicht auf, mein Fleisch zu nagen?

O würden meine Worte aufgeschrieben! O würden sie zu Buch getragen, / Mit Eisengriffeln in Bley gegraben, / Zum Denkmal in den Fels gehauen!

25 Zwar weiß ich, daß mein Ehrenretter lebet, / Zuletzt auf meinem Grabe stehen wird; / Doch, da mein Leib zernagt ist, nur dies Eine: Daß ich im Leben noch Eloha sähe, / Daß ich ihn selber sähe, mir geneigt, / Mein eignes Aug´ ihn schaute, und nicht Andrer!

Das Herz im Busen schmachtet vor Verlangen. –

XIX
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Zum Buch: (st)

Oktavband in Frakturdruck; XVI, 224 & 140 S.

Die "Einleitung in das Buch Hiob" umfasst 72 S; darauf der Text einspaltig, in Sinnzeilen gesetzt und mit Fußnoten versehen. Die Reden Elihus Cap. 32–37 sowie Prolog Cap. 1–2 und Epilog Cap. 42,8 sind ab S. 189 als "Zusätze zum Hiob" hinzugefügt. Nach S. 224 erscheinen 140 S. "Exegetische und kritische Anmerkungen überdas Buch Hiob – Zur Erläuterung der vorstehenden Üebersetzung.“

Der Autor schrieb die 13-seitige Vorrede, datiert Hamburg, im September 1804, ohne Namensangabe; hier ist u. a gesagt:

»Diese neue Uebersetung eines der geistreichsten Werke aus dem Alterthume war anfangs nicht für das größere Publikum bestimmt, sondern der Verfasser, welcher sich seit mehreren Jahren viel mit dem Hiob beschäftigt hatte, und oft das Verlabgen fühlte, das in seiner Sprache nachzubilden,, was erim Original so sehr bewunderte, gesteht frey, daß er diese Arbeit zunächst zu seinem eignen Vergnügen unternahm. (…) Alle diese Shwierigkeiten drücken einen Uebersetzer des Hiob um so mehr, da dieses Werk unter allen Resten der hebräischen Literatur bey weiten das schwerste ist, und es leicht geschehen kann, daß unter den Grübeleyen, welche die Interpretaton nothwendig macht, die Wärme der Empfindung verloren geht, ohne welche doch ein ein so gefühlvoller Dichter, wie dieser ist, nimmermehr glücklich kann übertragen werden. (…) Sein [des Verfassers, d. Vf.] Bestreben ging dahin, das Original treu zu verdeutschen, als es der Genius beyder Sprachen irgend erlauben wollte. (…)«

Die Psalmen

Aus dem Hebräischen neu übersetzt und erläutert von Matthias Heinrich Stuhlmann

Hamburg: bey dem Verfasser und in Commission bey Friedrich Perthes 1812. ––

Gedruckt bey G. F. Schniebes, des Kayserlichen Gerichtshofes und der Präfektur Buchdrucker.

Koph.png Wortstimme

(Ein Psalm Davids, als er in der Wüste Juda war)

2 O Gott! mein Gott bist Du, / Du bist mein erster Gedanke! Es sehnet sich nach Dir mein Herz, / Mein ganzes Wesen lechzt nach Dir, / Im dürren, matten, wasserleeren Lande.

3 So sah ich Dich im Heiligthume, / Betrachtend Deine hehre Majestät.

4 O, Deine Huld ist mehr als Leben, / dich sollen meine Lippen preisen.

5 So möcht´ ich Dich loben mein Lebelang, / Die Hände zu Dir erheben.

6 Es labet mich wie Himmelspeise, / Und lauten Jubel tönt mein Mund,

7 Gedenk ich Dein auf meinem Lager, / Denk ich an Dich um Mitternacht.

8 Denn Hülfe warst Du mir; beschattet / Von Deinen Flügeln kann ich jubeln.

9 Dir häng´ ich an mit ganzer Seele, / Mich unterstützet Deine Rechte.

Psalm 63
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Zum Buch: (st)

Oktavband in Frakturdruck; XXXII & 429 S.; Schrifttexte einspaltig versweise gesetzt, darunter Fußnoten, gefolgt von Erklärungen. Die Psalmüberschriften sind mitgegeben.

Die 16–seitige Vorrede ist datiert Hamburg, im April, 1812; darin ist u. a. ausgeführt:

»Schon vor einigen Jahren war der Verfasser dieser neuen Uebersetzung der Psalmen mit seiner Arbeit im Ganzen fertig, nur die dem Buchhandel so ungünstigen Zeitumstände haben die Herausgabe bis jetzt verwehrt. Der Leser hat bey diesem Aufschub nichts verloren, und der Verfasser hat dadurch Gelegenheit bekommen, seine Arbeit einer wiederholten Feile zu unterwerfen. Zwar ist in der Zwischenzeit die neue Uebersetzung von de Wette erschienen, aber diese konnte so wenig, als die früheren deutschen Uebersetzungen den Verfasser bestimmen, seine Arbeit zurückzuhalten, indem dieselbe von jener neuesten um nichts weniger verschieden ist, als von den übrigen Versuchen deutscher Uebersetzer. (…)«

Das Tetragramm " IHWH " übersetzt Stuhlmann mit ´Jehova` im Sperrdruck. Im Psalm 23,1 jedoch schreibt er: Gott ist mein Hirte.

Zur Person:

Katecheten am Spinnhause in Hamburg; Prediger an der Katharinen- Kirche in Hamburg. __ https://www.deutsche-biographie.de/sfz81832.html