Streicher, Friedrich

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Streicher, Friedrich (* Meerseburg, Bodensee 18. Nov. 1881 † 16. Feb. 1965 Basel (Schweiz)) Pater Dr. S. J.


Die Worte des Herrn

Gebete und Reden, Gespräche und Sprüche Jesu

Aus dem Urtext neu übersetzt und herausgegeben von Friedrich Streicher

Zürich (Schweiz): Manesse Verlag Conzett & Huber 1948

Reihe: Manesse Bibliothek der Weltliteratur

Imprimatur: (ohne Ort) 1945
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"Schriftgelehrter: »Welches Gebot ist das allererste?«

Jesus antwortete:

»Das erste ist: Höre Israel!

Der Herr unser Gott ist Herr allein,

und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben

aus deinem ganzen Herzen

und aus deiner ganzen Seele

und aus deinem ganzen Gemüte

und aus deiner ganzen Kraft!

Das zweite ist dieses:

Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!

Ein größeres Gebot als diese gibt es nicht.«"

Mc. 12
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Zum Buch:

Das Buch aus der Weltliteratur- Reihe ist im 12°- Format gemacht; 544 Seiten Dünndruckpapier Logien Jesu; seine Worte sind in größerer Schrift kolometrisch gedruckt, die Rahmenerzählung dazu sowie die Anreden und Antworten Dritter sind in kleinerer Schrift gehalten. Die Quellen sind innerhalb des Textes kenntlich gemacht. Außerkanonische Herrenworte sind ebenfalls notiert. Im Anhang finden sich ein elf-seitiges Nachwort des Jesuiten P. Streicher, beginnend mit den inhaltsschweren Worten: " Die Ehrfurcht vor dem ewigen Logos und seinen in der Zeit gesprochenen gott- menschlichen Worten verbietet ein bloß- menschliches Vor- Wort.", datiert Basel, im September 1948, in dem er seine Arbeit ausführlich begründet sowie die Verschiedenheit der Rede der Synoptiker gegenüber Johannes betreffs der Herrenworte beschreibt.

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Ein übersichtlicher Stellennachweis sowie ein Inhaltsverszeichnis finden sich am Schluß des handlichen Werkes.


Das Evangelium

Matthäus ◦ Markus ◦ Lukas ◦ Johannes

aus dem Urtext in Sinnzeilen übersetzt von Friedrich Streicher

Freiburg im Breisgau: Verlag Herder 1961

Imprimatur: Monachii / Freiburg im Breisgau 1961
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Im Ursprung war der Logos,

und der Logos war bei Gott,

und Gott war der Logos.

Dieser war im Ursprung bei Gott.

Alles ist durch Ihn geworden,

und ohne Ihn ward nichts,

auch nicht ein einzig geworden Ding.

In Ihm war das Leben,

und das Leben war der Menschen Licht,

und das Licht leuchtet in der Finsternis;

aber die Finsternis vermochte es nicht zu fassen."

Johannes: Aufgesang Kap. 1
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Zum Buch:


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Apostelgeschichte ◦ Briefe ◦ Apokalypse

aus dem Urtext in Sinnzeilen übersetzt von Friedrich Streicher

Freiburg im Breisgau: Verlag Herder 1964

Imprimatur: Monachii / Freiburg im Breisgau 1964
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"GAR oft und auf mannigfache Weise

sprach Gott einst zu den Vätern durch die Propheten.

Jüngst, in diesen Tagen, hat Er zu uns gesprochen im Sohn,

durch den Er auch die Weltzeiten geschaffen hat.

Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit

und das Ebenbild seinens Wesens,

und Er trägt das All durch sein allgewaltiges Wort..

Er vollbrachte die Reinigung von den Sünden

und thront jetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe."

Hebräer, erstes Kap.
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Zum Buch:
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Neues Testament (1– Band)

aus dem Urtext in Sinnzeilen übersetzt von Friedrich Streicher

Freiburg im Breisgau: Verlag Herder 1964

Imprimatur: Monachii / Freiburg im Breisgau 1961 / 1964
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"UND ich schaute einen neuen Himmel

und eine neue Erde;

denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen,

und auch das Meer ist nicht mehr.

Und die heilige Stadt, das neue Jerusalem,

sah ich von Gott her aus dem Himmel herniedersteigen,

bereitstehend wie eine Braut,

die für ihren Mann geschmückt ist.

Und ich hörte eine mächtige Stimme vom Throne her rufen:

"Siehe das Zelt Gottes bei den Menschen,

und Er wird bei ihnen wohnen;

sie werden sein Volk sein,

und Er sebst, Gott, wird bei ihnen sein.

Und abwischen wirde Er alle Tränen von ihren Augen,

und der Tod wird nicht mehr sein;

weder Leid noch Klage, noch Jammer wird mehr herrschen;

denn das Erste ist vergangen."

Offenbarung 21. Kap.
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Zum Buch:

Streichers Werke gehören mit Sicherheit zum Feinsten, was seit Ende des 2. Weltkrieges in den katholischen Verlagsprogrammen publiziert wurde. Dies aus mehreren Gründen: Den Schriftsatz, also den Bibeltext, in Sinnzeilen zu setzen, genannt Kolometrie; ein überaus übersichtliches Schriftbild; Chamoispapier (allerdings recht stark) und Rotdruck der Worte Jesus', wie man es dieser Tage aus dem amerikanischen Bibelangebot kennt ("Words of Christ in Red").

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Im Nachwort, geschrieben zuletzt an Pfingsten 1964 in St. Blasien im Schwarzwald, begründet P. Streicher die kolometrische Anordnung des Textes ausführlich und benennt auch ein Vorbild dafür: den fränkischen Literaurwissenschaftler Prof. Woerner,_Roman, der in den 20er Jahren die Evangelien und die Apokalypse in Sinnzeilen gedruckt herausgeben ließ (siehe dort).

Streicher schreibt: " Durch den diskreten Rotdruck sind die "Worte des Herrn" .... als Herzstücke des Neuen Testamentes auch visuell aus dem Kontext deutlich herausgehoben". Trefflich kann man wohl darüber argumentieren, ob dies eine Art Zweiklassen- Inhalt provoziert. Die Textanordnung setzt Überschriften für Sinnabschnitte in die Marginale, Versangaben sind zusammengefasst darunter angegeben. Jeweils in der Mitte einer Buchseite wird der Schrifttext überaus lesbar kolometrisch wiedergegeben. Das haben Buber / Rosenzweig für den deutschen Bibeltext in den 20er Jahren bereits vorbildlich unternommen. Da bleibts nicht aus, daß dieses "Sinnzeilen- NT" mit ca. 800 Seiten sehr umfangreich ausfällt. Zum Vergleich: Die etwa zur gleichen Zeit herausgekommenen NT von O. Karrer, das bei halber Größe mit extensivem Erklärungsteil etwa auf die gleiche Seitenzahl kommt, sowie das NT von F. Sigge, etwas kleiner als Streichers, mit fortlaufendem Druck auf ca. 400 Seiten.-

Sehr kurz gehaltene Anmerkungen finden sich jeweils im Anschluß an die biblischen Büchern angeordnet. Um den Vergleich zu Karrer und Sigge noch einmal zu ziehen: Sigges NT, das sich um des durchgehenden Druckbildes willen nicht wirklich komfortabel lesen läßt -- ähnlich einem Roman --, erlebte wie die hier beschriebene Streicher- Ausgabe auch nur eine Auflage (allerdings je eine gebunden und als Taschenbuch). Das NT von Karrer hingegen sieben Auflagen.

Streichers Oktavband kostete stattliche DM 48,50, was sich 1964 kaum einer leisten wollte. Zum Vergleich: Sigge in Leinen gebunden DM 16.-, als Taschenbuch 3,80 DM. Für das Karrer NT waren 13.80 DM in Leinen und 38.- DM in Leder zu zahlen.--

Die Gesamtausgabe ist im übrigen keine "zweite" Auflage, sondern eine zusammengebundene der beiden ersten Teilausgaben; denn, dem Korrekturleser sei's geklagt, die Auslassungen und Fehldrucke wurden unverändert übernommen. Beim durchgängigen Beversen sind folgende Fehlstellen bemerkt worden:

Offenb. 9:12, 19:8b, 20:6b.

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Bücherregal

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Biogramm:

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Eingetreten in die Gesellschaft Jesu am 01.10.1907

Am 5. Juli 1904 wurde Friedrich Streicher zum Priester geweiht; anfang Oktober 1910 trat er in den Jesuiten– Orden (Societas Jesu) ein; am 2. Februar 1923 legte er die ewige Profess ab. Begraben ist er auf dem Friedhof des Jesuiten- Klosters St. Blasien im Schwarzwald.