Stier, Fridolin

Aus Bibelpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hauptseite · Übersetzungen · Übersicht Psalmen · Autoren/Titel · Gesamtausgaben · Einzeldarstellung · Bibliographie & Ex Libris
A · B · C · D · E · F · G · H · I · J · K · L · M · Schiboleth · N · O · P · Q · R · S · T · U · V · W · X · Y · Z


Kreuz8.gif


Stier, Fridolin (* Karsee, Allgäu 20. Jan. 1902 † 2. März 1981 Tübingen/ Neckar) Priester, Ordinarius, Prof.

Wer »Die Schrift« von Martin Buber, also das verdeutschte Alte Testament, mit Begeisterung liest, kommt betreffs des Neuen Bundes an Fridolin Stier nicht vorbei. Solche Zeitgenossen, die "dynamisch- äquivalente" Übersetzungen bevorzugen, werden mit Stier nichts anzufangen wissen oder sogar schlichtweg überfordert sein. Die Verdeutschungen des Professors aus dem Allgäu sind eine Herausforderung an den Leser und ein Schatz für all diejenigen, die das Griechische deutsch schmecken und/ oder sich mit dem Mainstream der deutschen Übersetzungen nicht zufrieden geben wollen.

Aufmerksamen Beobachtern der katholischen Bibellese- Szene müssen mit Erstaunen feststellen, daß die biblischen Werke dieses Mannes, der mit der Sprache umzugehen verstand wie kaum ein anderer, entweder gar nicht oder nur sehr entfernt bekannt sind. Wer sich auf diese Sprachkunst, das Hebräische des Alten und das Griechisch des Neuen Bundes ins Deutsche zu versetzten, einläßt, wird sich beim Vorlesen derselben keine Hör- Freunde machen, aber bereichtert wird er jedenfalls. Schade, daß von seinem Alttestamentlichen Werk so wenig publiziert wurde – "danke!" an diejenigen, die uns sein Neues Testament zugänglich gemact haben!


Das Buch Ijjob ♦ Das Buch Hiob — hebräisch und deutsch

Übertragen, ausgelegt und mit Text- und Sacherläuterungen versehen von Fridolin Stier

München: Kösel- Verlag 1954

Koph.png Wortstimme

Jedoch! Wenn nur Gott selber spräche,

auftäte seine Lippen wider dich,

dir wies der weisheit Dunkelgründe,

Wundern gleich dem Grüblergeist!

Und wisse, daß Gott dich fragt nach deiner Schuld.

Die Gottergründung willst du finden,

bis zur Letztheit Allwalts gehn?

Höher als die Himmel all, was machst du da?

Tiefer als das Totenland, was weißt denn du?

Länger als der Erde Maß,

weiter als das Meer.

Streift er vorüber und kerkert er ein,

ruft er zusammen — wer hält ihn zurück?

Ja, er kennt die falschen Leute,

sieht das Arg und achtet sein.

Selbst der Hohlkopf wird gewitzt,

das Zebrafüllen gar belehrt.

Sophar der Naemathit in Kap. 11: 5- 12
Imprimatur: München 1954
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Inhalt: Text und Übertragung, Auslegung, Einleitung, Text- und Sacherläuterungen, Postscriptum.

Dieser Oktavband, gebunden und fadengeheftet mit SU, 362 S., ist in jeder Hinsicht ein Buchschatz, ein Kompendium zum Thema des enigmatischen Buches aus der hebräischen Bibel. Die unpunktierte Hebraica, also nicht die Masorah, teilt sich sehr übersichtlich mit der Verdeutschung eine Doppelseite. Dieser unpunktierte Text wurde von Stier aus historischen und ästhetischen Gründen gewählt und orientiert sich an der BHS von Rudolf Kittel (3. A. 1937). Die Verdeutschung ist versweise unterteilt. Wenn man die Übersetzung liest, wird man an die nach dem Leitwortstil bewerkstelligte Üs von Martin Buber erinnert. (Mit M. Buber pflegte F. Stier ja auch eine herzliche Freundschaft).

Die an die Schrifttexte sich anschließende Auslegung ist in drei Abschnitte unterteilt: 1.) Der Fall Ijjob. 2.) Der Prozess, und 3.) Das Urteil und der Ausgang.

Alle erdenklichen Aspekte der Geschichte werden herausgestellt und anhand anderer ATlichen Texte beleuchtet. Auslegungen der Fachkollegen - fakultäts- und konfessionsübergreifend - aufgelesen und kommentiert. Ebenso sind Texte aus der biblischen Nachbarschaft von Ägypten bis Baylonien in Betracht gezogen. Im zweiten Teil, den Text- und Sacherläuterungen sind auf nahezu 100 Seiten auch die Septuagintaeinschübe berücksichtigt; hebräische Begriffe werden erklärt und mit den in anderen Teilen des AT ebenfalls Vorkommenden verglichen. Im letzten Part, dem Postscriptum, reflektiert der Tübinger Alttestamentler nochmals die Prinzipien seiner Übersetzung, verweist behauptete Konjekturen in die Kategorie "Vorschläge". Besonders kommen hier nochmals die Üs der Gottesnamen und -begriffe zur Klärung, wie etwas die Üs von schaddai (11:7) in "Allwalt".

Wer immer sich intensiv in dieses rätselhafte Buch einlesen will und vor dieser schieren Menge an Tiefgeschürftem nicht zurückschreckt, dem seien diese 362 WeisheitsSeiten empfohlen. Die Neuausgabe aus 2011 hat leider viele Kürzungen erfahren müssen.

Dank jedoch an das KBw für den Mut, diesen Buchschatz wieder unters bibellesende Volk zu bringen.

Das Original ist mittlerweile recht selten; Mitte 2015 waren weniger als 5 Ex. antiquarisch zu haben.

StierIjob.png

Das Buch Ijob (2011)

[Übertragen, ausgelegt von] Fridolin Stier

Hrsg. von Eleonore Beck und Martha Sonntag

Stuttgart: Verlag Katholisches Bibelwerk © 2011

Koph.png Wortstimme

Oh! Würden doch meine Worte geschrieben,

o würden in Schrift sie gezeichnet,

mit eisernem Griffel und Meißel,

für immer gehaun in den Fels.

Ich aber weiß: Mein Löser lebt,

steht auf als Letzter überm Staub.

Und dann mein Helfer sich aufrichtet,

meinen Zeugen schau ich: Gott.

Ich gewahr, ich selber schaue,

meine Augen sehn ihn, nimmer fremd —

die Nieren mir vergehn im Leib.

Kap. 19: 23 - 27
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Gebundener Kleinoktavband, Klebebindung; 144 S. Zweifarbendruck; Schrifttexte einspaltig und versweise gesetzt.

Eleonore Beck schrieb zum Buch ein allgemein gehaltenes zweiseitiges Vorwort, undatiert. Ab S. 91 folgt die Auslegung. Ab S. 137 "Zur Vita von Fridolin Stier.

... Der Bibeltext nur deutsch, um die hebräische Wortstimme beraubt... Mit Vorwort von Eleonore Beck. Die Mit- Herausgeberin Martha Sonntag, eine ehemalige Studentin des Autors, verdichtete die Auslegung aus der Urausgabe. Die nahezu 100 Seiten Text- und Sacherläuterungen sind - leider - nicht wieder abgedruckt. Ebenso das hochinteressante Postscriptum. Das Original kostete in den 60er Jahren ja auch DM 48.-; wahrhaft ein teueres Buch in jeder Hinsicht. Aufgenommen aus einem der Tagebücher (siehe unten) hingegen ist eine von Martha Sonntag verfaßte ausführliche Vita des Alttestamentlers. - Dieses bibliophile Kleinod erschien nahezu "zeitnah" zu Stiers dreißigstem Todestag im März 1981.

StierIjjob.png
Umschlag der für 2004
angekündigten Neuausgabe.

Siehe dazu auch meine Rezension bei www.amazon.de

Prophetengebetbuch

Texte aus den Alttestamentlichen Propheten besorgt von Sybilla Zenker OSB / unter Mitarbeit von Benediktinerinnen der Abtei vom Heiligen Kreuz, Herstelle/ Weser.

Die Texte sind von Fridolin Stier übersetzt.

München: Kösel- Verlag 1965

Koph.png Wortstimme

BETÖRT HAST DU MICH, Herr, ich ließ mich betören,

stark warst du mir, übergewaltig. Ich ward zum Gelächter

all Tag, alles spottet meiner. Denn, allmal ich rede,

muß schreien, muß rufen ich: Unbill! Gewalt!

Ja, das Wort des Herrn mir ward zu Schimpf und Schmäh all Tag.

Sprech ich: Ich denk sein nicht mehr, ich red nicht mehr

mit seinem Namen -- da wirds im Herzen mir wie

brennend Feuer, mir ins Gebein gezwängt, zu schwach bin ich,

es auszuhalten, ich kann es nicht ertragen. Ja, ich hör

der Vielen Flüstern: Grauen rings herum! Meldets! Laßt es uns

melden! All die mir vertrauten Menschen erlauern meinen Sturz:

Vielleicht wird er betört, dann können wir ihm bei und nehmen

an ihm unsre Rache.

Der Herr aber ist mit mir wie ein trutziger Held.

Jeremias 20

UND ICH SAH neuen Himmel und neue Erde.

Denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr da.

Und die heilige Stadt, ein neu Jerusalem, sah ich von Gott her aus dem Himmel herniederfahren, wie eine Braut gerüstet, geschmückt für ihren Mann. Da hörte ich eine gewaltige Stimme vom Thron aus sprechen:

Sieh da -- Gottes Zelt bei den Menschen!

Ja, zelten wird er bei ihnen, sie aber werden seine Völker sein..

Und er, Gott, wird bei ihnen sein, und er wird abwischen alle Tränen von ihren Augen. Und der Tod wird nicht mehr sein, und Leid und Wehschrei und Mühsal werden nicht mehr sein.

Denn das Erste ist vergangen. Und es sprach, der auf dem Throne sitzt:

Sieh, neu mache ich alles.

Offenbarung des Johannes 21
Imprimaturen: Romae, München 1964
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Dieses unscheinbare broschierte Buch in kl.- 8° Format schreibt auf gut 200 Seiten Texte aus dem Alten und Neuen Bund katholischen Kanons; hauptsächlich sind es Auszüge aus den Propheten des AT; aber auch eine Auswahl von NT-lichen Texten ist unterwegs zum Leser. Alle Schriften sind gekennzeichnet. Auf Anmerkungen wurde nicht ganz verzichtet, sie sind jedoch knapp gehalten; allein die Schrift redet in Stiers sperriger und dadurch sehr authentisch wirkender Sprache.

BenediktinerHerstelle.png

Heimatabtei Sr. Sybilla Zenker

Zitat aus dem Klappentext:

"Im Hinblick auf Art und Zweck des Buches wurde darauf verzichtet, die wenigen Abweichungen vom masoretischen Text zu begründen. - Die Psalmen werden nach der Vulgata gezählt." Psalmen findet man allerdings in diesem Buch vergebens; diese Anmerkung beziehen sich auf innerhab der Texte eingestreute Verweisstellen und auf einen Hinweis im sechseitigen Nachwort. Wer dieses Nachwort, das diese Prophetentexte dem Leser näherbringen soll, schrieb, ist unklar; es ist betitelt mit den Worten "Beten mit den Propheten".

Dem Leser vor Augen gestellt und hörbar gemacht sind Texte aus:

Isaias • Jeremias • Klagelieder • Baruch • Ezechiel • Daniel • Osee • Joel • Amos • Jonas • Michäas • Nahum • Habakuk • Sophonias • Zacharias • Malachias • Matthäus • Markus • Lukas • Johannes • Apostelgeschichte • Römer • I / II Korinther • Philipper • Titus • Hebräer • I / II Petrus • Offenbarung.

Die Heilsbotschaft nach Markus

Übersetzt von Fridolin Stier

München: Kösel - Verlag 1965

Imprimatur: »mit Zustimmung des Erzbischöflichen Ordinariats München«
Koph.png Wortstimme

...

Bookmitband.gif
Zum Buch:


»Die Heilsbotschaft nach Markus ist die erste Probe einer Gesamtübersetzung des Neuen Testaments, die binnen Jahresfrist erscheinen soll. Durch gewissenhafte Wörtlichkeit und achtsames Nachfühlen der Satzgestalt wird die Heilsbotschaft nach Markus in eine Sprache übersetzt, in der die Worte und Taten jesu, des Menschensohns, wie neu erscheinen.«

So im Klappentext. Der Wunsch, das NT solle "binnen Jahresfrist", also Ende 1965, erscheinen, ging tatsächlich in Erfüllung: 24 Jahre später.....

Daten: Broschierter Oktavband, 52 S. Schrifttext einspaltig abschnittsweise gesetzt, Kapitel– und Verse nummeriert; keine weiteren Beigaben abis auf eine Übersetzungsanmerkung, die einen aramäischen anstelle eines griechischen Wortlauts annimmt. Im Anhang hat Stier hat eine Art Einleitung (1 S.) zum Evangelium geschrieben. Weiterhin einen kurzen, aber sehr prägnanten Aufsatz: »Die Heilsbotschaft nach Markus. Neu übersetzt –warum und wie?« Darin schreibt er u. a.:

»Wer übersetzt, muß versetzen. Der Treue verschworen, muß er sie brechen. Die Sprachen wollen, sie können nicht anders. (…) Jene Übersetzung ist wie den Wörtern so auch dem Wort, dem zu sagenden Sinne getreu. Diese aber, die sich an die Originalwortfolge schmiegt, übt die größere Treue. In jene ist nur der Sinn, in diese auch die Erscheinungsgestalt des Sinnes eingegangen. Was der Evangelist lebendig erzählt, soll sein Übersetzer nicht ledern schreiben. Und er verschmähe es nicht, auch auf die Laute zu horchen, in denen der Sinn sich verleibt. (…) – Niemand vermeine, all dieses Werk um Wort und Gesatlt werde getan, etwa um durch ein altertümelndes, verschönendes, gewollt verfremdetes Übersetzen Neues nur um des Neuen willen gegen Altes zu stellen. Allein um das Wahre geht es, nicht um Wirkung, und wenn doch auch um diese, so nur, damit das Wahre wirke.«


StierMark.png

Das Neue Testament

übersetzt von Fridolin Stier • als Studienausgabe veröffentlicht

Aus dem Nachlaß herausgegeben von Eleonore Beck, Gabriele Miller und Eugen Sitarz

München / München und Düsseldorf: Kösel– Verlag und Patmos Verlag 1989 [7. Aufl. 2012]

Koph.png Wortstimme

...

Imprimatur: (nicht vorgesehen, 
da Studienausgabe ohne Anmerkungen)
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Übersetzungstyp: Wörtlich, konsequent begriffskonkordant.

Oktavband, gebunden mit Fadenheftung; 580 S.; ein Einlegeblatt "Zum Gelingen dieser Ausgabe des NT haben beigetragen". Schrifttext einspaltig, poetische und ähnliche Texte wie alttestamentliche Zitate in Sinnzeilen gesetzt. Keine weiteren Beigaben.

Die Herausgeber verfassten ein Nachwort, zwölf Seiten lang; darin:

>Eine neue Übersetzung • Wer war Fridolin Stier? • Stiers Umgang mit dem Text • Einige Besonderheiten • Die Arbeit der Herausgeber.< Daraus wesentliche Bemerkungen:

»Mehr als 20 Jahre lang rang der Alttestamentler mit den neutestamentlichen Texten. In immer neuen Ansätzen – und keineswegs nur aus theologischem Schreibtisch–Interesse – arbeitete Stier an der Übersetzung, auch auf Drängen jener, denen »sein« Markus neue Zugänge eröffnete, deren Ohren neu hören gelernt hatten. • Die Arbeit an, die Auseinandersetzung mit dem biblischen Wort blieb Fridolin Stier ein lebenslanges Anliegen. In langen Diskussionen mit Martin Buber (der seine Tübingen Aufenthalte zum Abschluß seiner »Verdeutschung« der hebräischen Bibel benutzte) wurde sich Stier seiner eigenen Regeln des Übersetzens sicher. • „Dabei ist die zu übersetzende Sprache in possessione, ihr steht es zu, von der anderen das weiteste Entgegenkommen zu verlangen. Sie verpflichtet den Übersetzer, diesem Anspruch zu willen seine Muttersprache aufs heftigste um das Wort zu bedrängen, das er braucht, um das Wort gerade, das die sonst überreiche ihm karg zu weigern scheint.“ Stiers Prinzip des Übersetzens hat Konsequenzen: Nicht die heutige Sprech– und Schreibsprache ist das Maß, an dem die Übersetzung sich zu messen hat, sondern der in fremder Sprache auf uns gekommene Text.. Es gilt, seine Eigenart durch die Übersetzung hindurch zu bewahren, daß die Übersetzung ihm nicht das Wort verdreht. • Die Schlußfassung dieser Übersetzung ist dem griechischen Text von Nestle–Aland von 1986 (26°) angeglichen; es sei denn, Stier habe sich im Manuskript eindeutig für eine bestimmte Lesart entschieden. Zum Beispiel steht Joh. 5,4 nicht in der Fußnote, sondern im laufenden Text (vgl. auch z. B. Mat 18,11). Ein Beispiel für die Stier´sche Entscheidung für eine Sonderlesart ist auch Mat. 21, 29–30. Die Übersetzung hat überhaupt keine Fußnoten oder texterklärende Klammerzusätze. (…) Die epískopoi sind weder Vorsteher noch gar Bischöfe, sondern »Manner mit Übersichtsamt«, wie die Diakone solche »mit Dienstamt« sind; Apostel sind »Sendboten«; Dämonen »Abergeister«, Torheit ist »Aberwitz« und Reich Gottes wird mit »Königtum Gottes« wiedergegeben. • Stier hätte für seine Übersetzung eine Satz in Lese– (Sinn–)Zeilen bevorzugt. Auch die Herausgeber haben dieses Problem immer wieder diskutiert. Manche »Härte« des Textes (und damit manche Lesehürde) wäre mit Sinn–Zeilensatz leichter zu nehmen und anzunehmen. Umso wichtiger scheint es den Herausgebern, auf die Satzzeichen hinzuweisen, auf ihre gliedernde, den Leser leitende Funktion.« 

StierNTad1.png

Fridolin Stier hatte nach der Herausgabe des Markus- Evangeliums die Fertigstellung der ersten Fassung des NT bereits 1972 abgeschlossen; danach arbeitete er unablässig weiter, war aber mit den Resultaten des Hinübersetzens ins Deutsche nie wirklich zufrieden. Er schrieb dazu in seinem Tagebuch am 6. Feb. 1973: "Der wirkliche Grund [der den Abschluß der Arbeit verhindert] liegt in der Erkenntnis, daß sich mir die Sprache des Neuen Testaments umso mehr versagt, je besser ich sie verstehe, je tiefer ich mich in sie hineinhöre. Sie entführt mich meiner Sprachheimat, und wenn ich wie aus großer Ferne, aus fremdem Land in sie zurückkehre, behandelt sie mich wie einen lästigen Gast, der selten zufrieden, an fast allem herumnörgelt, was sie ihm zu bieten hat."

Die Übersetzung ist, da posthum herusgegeben, dem NT Graece von Nestle/ Aland 26° angeglichen.......

StierNTad2.png


Für helle und dunkle Tage

Texte aus dem Alten Testament

Übersetzt von Fridolin Stier. Geordnet und herausgegeben von Eleonore Beck und Gabriele Miller

München: Kösel- Verlag 1994 / 1. Druck

Imprimatur: ---
Koph.png Wortstimme

...

Bookmitband.gif
Zum Buch:

Gebundener, fadengehefteter Oktavband, 272 S. Schrifttexte vers– und abschnittsweise gesetzt.

Der Inhalt ist in zwölf Themenbereiche gegliedert:

I. Tag um Tag • II. Advent und Weihnachtszeit III. Zwischen den Jahren • IV. Wenn der Winter dauert • V. Zeit der Umkehr • VI. Osterzeit • VII. Bei Sonne und Regen • VIII. Die fröhliche Sommerzeit • IX. Wider den Alltagstrott • X. Herbst und Ernte • XI. Dunkle Tage • XII. Jahr um Jahr.

Zu diesen Bereichen sind Texte aus folgenden AT– Büchern geordnet (Anzahl der Kapitel bzw. Auszüge daraus):

Ijob (23) • Psalmen (41) • Hohelied (8) • Kohelet (1) • Jesaia (24) • Jeremia (24) • Klagelieder (2) • Daniel (3) • Ezechiel (5) • Hosea (3) • Amos (7) • Joel (2) • Jona (2) • Micha (2) • Sacharja (2)

Eleonore Beck und Gabriele Miller schrieben zum Einstieg vier Seiten »Was ist das für ein Buch?«; darin u. a.

»Die zwölf Kapitel folgen dem Jahreslauf. (…) Von der abgründigen Vielfalt des menschlichen Lebens zeugen auch die Texte auf den Einleitungsseiten der zwölf Kapitel. Sie stammen aus den beiden Bänden, in denen Tagebuchaufzeichnungen des Altestamentlers Fridolin Stier veröffentlicht wurden (»Vielleicht ist irgendwo Tag« und »An der Wurzel der Berge«). Wer sich diesen texten aussetzt, sich mit ihnen auseinander–setzt, kommt unweigerlich selbst ins Spiel, wird zum Nach–denken veführt. – Dazu trägt auch die Textgestalt von Stiers Bibelübersetzung bei. Ungewohnt und sperrig mitunter, widersetzt sie sich dem flüchtigen Überlesen. Vergeblich sucht man jene fromm– unverbindlich (gewordenen) Formeln, hinter denen sich, wer will, verstecken kann. (…) Das Ergebnis sind Texte, die frisch und neu klingen – Texte, die auch im Deutschen etwas von der Unangepaßtheit des Urtextes spüren lassen. – Texte, die zum Innehalten anregen – Worte, in dnen etwas vom WORT laut wird.«

Im "Nachwort der Herausgeberinnen", drei S., ist die Vita des Autoren kurz beschrieben, weiterhin die Geschichte seiner Schriftverdeutschung, vor allem, was er alles übersetzt hat: Das Hohel Lied, Brucstücke aus Kohelet und Jona, Psalmen, zum Teil als »Gesprochene Schrift« auf einer Schallplatte veröffentlicht, Prophetentexte (siehe oben), eine Übersetzung des Buches Jeremia, dazu mancherlei Einzeltexte, und natürlich das Buch Ijjob (siehe oben). :„Die Vielfalt der Vorgaben spiegelt sich in diesem Buch. Die einzelnen Texte wurden – ungeachtet der Spuren, die auf Umstände und Anlässe ihrer Entstehung zurückgehen – in der vorliegenden Form übernommen.“

Dankenswerterweise haben die Herausgeber ein Register der biblischen Stellen ans Buchende gesetzt.


Mit Psalmen beten / Psalmenübersetzung

Herausgegeben von Eleonore Beck

Stuttgart: Verlag Katholisches Bibelwerk 1. Aufl. 2001

[Stuttgart: wie oben (Neuauflage in kleinerem Format: 2010)]

Koph.png Wortstimme

...

Bookmitband.gif
Zum Buch:

Daten der Erstauflage: Oktavband Hardcover mit Klebebindung; 102 & (2) S. Zweifarbendruck. Schrifttexte versweise und in Sinnzeilen gesetzt. Dazu auszugsweise Tagebuchaufzeichnungen.

Die Herausgeber schrieben als Vorwort sechs Seiten »Annäherungen«, darin zu lesen Grundsätzliches zum Buch der Psalmen; weiterhin u. a.:

»Die hier gesammelten Psalmen stammen aus dem Nachlass. Einzelnen Texten merkt man ihre ursprüngliche Bestimmungan. Sie entstanden nicht alle zur selben Zeit – doch allesamt sind sie geprägt vom Sprach– und Gestaltungswillen eines Engagierten.«

Das Buch enthält die Übersetzungen folgender 49 Psalmen (nicht in der Reihe ihres Erscheinens): 1 bis 27 • 30 • 31 • 42 • 43 • 46 • 51 • 72 bis 75 • 80 • 90 • 91 • 92 • 96 • 98 • 110 • 121 • 126 • 130 • 139 und 150.

Ein Register beschließt das Buch.

StierPss1.png

Coverdetails der Psalmen
Neuauflage 2010

Wenn aber Gott ist...

Ein Fridolin Stier Lesebuch. Herausgegeben von Eleonore Beck und Gabriele Miller

Hildesheim, Niedersachsen: Bernward Verlag © 1991 ▰ Berlin: Morus.

Koph.png Wortstimme

...

Bookmitband.gif
Zum Buch:

Gebundener Oktavband, Fadenheftung, 113 & (3) S. Schrifttexte je nach Aussage als Fließtext oder in Sinnabschnittszeilen.

Georg Lokay, Günter Lange, Martha Sonntag, Johann A. Mair, Berthold Lannert, Eugen Biser, Karl-Heinz Schmitt und Karl. H. Herzig schrieben zur Einführung unter der Überschrift "Betroffene reden" und 'Das Besondere", sechs Seiten Erinnerungen über Stier. Als Buch–Intro ein Stier–Zitat vom 11. März 1973, dem der Buchtitel angeschlossen ist:

»Mein Problem ist nicht, ob Gott ist oder nicht, das meine beginnt damit, daß Er ist ...!«

Stiers Tagbuchaufzeichnungen reden hier in der Hauptsache, betextet mit Schriftwort aus (Anzahl der Kapitel in Auswahl):

Genesis (1) • Psalmen 23, 90, 121 • Ijob (5) • Jesaia (8) • Jeremia (2) • Klagelieder (1) • Hosea (1) • Amos (3) • Micah (1) • Habakuk (1) • Sacharja (1) • Maleachi (8) • Matth (4) • Mark. ((2) • Luk. (2) • Joh. ((3) • der Apostelgeschichte (1) • den Briefen an die Römer (1) • 1. Kor. (1) • Philipper (1) • Kolosser (1) • 1. Joh. (3) und • der Offenbarung (1).

Am Buchschluß ist zwar eine ausführliches Quellenverzeichnis der Schriften Stiers vorhanden, aber leider kein Verzeichnis der biblischen Texte; das muß man selbst herstellen.

Geschichte Gottes mit den ( *dem) Menschen

Dargestellt an Berichten des Alten und Neuen Testamentes von Fridolin Stier

Düsseldorf: Patmos- Verlag © 1959. 4. Auflage 1966

(* Neuausgabe: Stuttgart: Katholisches Bibelwerk 2011)

Reihe: DIE WELT DER BIBEL. Kleinkommentare zur Heiligen Schrift >6<

Herausgegeben von Willibrord Hillmann †, Eleonore Beck, Otto Knoch, Eugen Walter

Koph.png Wortstimme

...

Imprimatur: Coloniae 1959
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Texte aus AT & NT

Der Text des Markus- Evangeliums ist auch Bestandteil des von Ingo Hermann herausgegebenen zweibändigen Werkes

DAS MARKUSEVANGELIUM [kommentiert]

Erster Teil (1,2 - 8,26). Zweiter Teil (8,27 - 16,20)

erläutert von Ingo Hermann

Düsseldorf am Rhein: Patmos- Verlag © 1965. 1. Auflage (Erster Teil). © 1967. 1. Auflage (Zweiter Teil)

Reihe: DIE WELT DER BIBEL Kleinkommentare zur Heiligen Schrift >5/1 und 5/2<

Herausgegeben von Willibrord Hillmann †, Eleonore Beck, Otto Knoch, Eugen Walter

Koph.png Wortstimme

...

Imprimatur: Coloniae 1965 (für den ersten Teil)
Bookmitband.gif
Zum Buch:

"Die hier dargebotene Übersetzung des Markusevangeliums ist einer Gesamtübersetzung der Heiligen Schrift des Neuen Testaments entnommen, die, von Fridolin Stier besorgt, von den Verlagen Patmos, Düsseldorf und Kösel, München, vorgelegt werden wird."

Biogramm:

Fridolin Stiers Leben war von ungeheurer Dynamik bestimmt; er war Priester, der sein Amt nicht ausübern durfte; er war Dozent, der über lange Jahre nicht lehren durfte; er war Vater, der sein Kind auf tragische Weise verlor. Als Übersetzer konnten ihm nur wenige das Wasser reichen, ”der katholische Buber"; er war wortmächtiger Kritiker der Wortvereinheitlichung, siehe dazu die Überschrift zum Eintrag "Einheitsübersetzung". Wer mehr über diesen streitbaren Katholiken erfahren möchte, kommt an seinen beiden veröffentlichten Tagebüchern nicht vorbei: »Vielleicht ist irgendwo Tag« 1981 und »An der Wurzel der Berge« 1984 (siehe Bibliographie!)

http://www.zeit.de/1981/13/zornige-notizen. http://gott.net/erlesen/himmlische-post/fridolin-stier.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Fridolin_Stier


StierFgrab.png
Fridolin Stiers Grabstein auf dem 
 Tübinger Stadtfriedhof. 
 Die Schriftstelle aus Ijob 33:28
 »Mein Leben schauet ins Licht« 
 proklamiert zweisprachig seine 
 mehrdimensionale Hoffnung.