Stickel, Johann Gustav

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Stickel, Johann Gustav (* Eisenach, Thür. 18. Juli 1805 † 21. Jan. 1896 Jena, Thür.) Prof. D.


Inhaltsverzeichnis

Das Buch Hiob

rhythmisch gegliedert und übersetzt, mit exegetischen und kritischen Bemerkungen

von D. Johann Gustav Stickel'.

Leipzig, Sachsen: Weidmann'sche Buchhandlung. 1842.

Koph.png Wortstimme

O! daß doch nur

aufgeschrieben würden meine Worte!

Wär's in ein Buch, daß sie gezeichnet würden!

Mit Eisengriffel und Blei

auf ewig

in den Fels gehauen!

Denn ich weiß,

mein Erlöser lebt,

und der Letzte

wird er auf dem Staube sich erheben;

und nach meiner haut,

die durchlöchert wird diesermaßen,

und ohne mein Fleisch,

werd' ich Gott schauen;

welchen ich noch

schauen werde für mich,

und meine Augen sehen,

und zwar nicht als Feind.

Es schmachten meine Nieren in meinem Busen.! -

Cap. XIX

Wenn doch aufgeschrieben wären meine Worte und aufgezeichnet in ein Buch,

auch mit Eisengriffel und Stift von Blei für ewig, und in den Fels gezeichnet würden; -

denn ich weiß, daß mein Erretter lebendig ist und am Ende sich auf der Erde offenbaren wird; -

und auf meine Haut diese gewickelt wären und auf mein Fleisch!

Wenn meine Augen Gott sehen werden, sehen sie Licht;

meine Nieren ganz und gar wegen meines Schicksals schwinden.

alternative Üs im Kommentar: Nach der Peschito
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Zum Buch:

Buch in Antiquadruck, VIII & 284 S. D. Stickel verfaßte Jena, am 11. Januar 1842, ein gut dreiseitiges Vorwort. Darin heißt es unter anderem:

  • "Die Uebersetzung soll ein Abdruck des Originals seyn, treu bis auf dessen sparsames, fast karges Wort, bis auf seine Lautanklänge, Härten und Dunkelheiten, und dem deutschen Leser nichts erlassen von der Schwere, Gedrungenheit, darum aber auch Kraft des Gedankens und Ausdruckes, welches Alles dem Hebräer sein Original ebenfalls auflegte und selbst diesen stellenweise nur mittelst einer wirklichen Arbeit des Denkens zum Sinn des Verfassers durchdringen ließ. Das war wenigstens mein Ideal."

Der Schrifttext ist streng kolometrisch gesetzt und lädt besonders zum lauten Lesen ein. Ab S. 125 sind die Memerkungen zur Exegese angeschlossen. Hebräisches findet sich ebenso wie Arabisches zur Klärung von Wortstämmen. Erbaulich kann man diese Kommentierung sicher nicht nennen und der wie Hiob Leidende wird durch Stickels Wissenschhaft kaum Hilfestellung zur Schmerzbewältigung erfahren.

Das Hohelied

In seiner Einheit und dramatischen Gliederung

Mit Uebersetzung und Beigaben von Dr. Johann Gustav Stickel

Berlin: H. Reuther's Verlagsbuchhandlung 1888.

Koph.png Wortstimme

5. Wer ist's, die dort heraufkommt aus der Aue,

sich lehnend auf ihren Lieben?

Unter diesem Apfelbaum erweckte ich dir [Liebe];

dorten kreisete mit die deine Mutter,

dorten kreisete die dich gebar.

6. Lege mich wie den Siegelring an dein Herz,

wie den Siegelring an deinen Arm,

Denn stark, wie der Tod, ist die Liebe,

gewaltig, wie die Unterwelt, Leidenschaft,

ihre Gluthen sind Feuergluthen, Flamme Gottes!

7. Viele Wasser vermögen nicht zu löschen die Liebe

und Ströme fluthen sie nicht fort.

Wenn ein Mann hingäbe die ganze Habe seines Hauses

um die Liebe,

schmählich würde er abgewiesen

VIII.
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Zum Buch:

Buch in Antiquadruck, 187 & (2) Ss. Kolometrisch gesetzter Schrifttext ab S. 9 bis S. 28; anschließend der Kommentar "Gang der Dichtung." Auch diese Arbeit ist, wie das Buch Hiob, zwar nicht ausschließlich, aber in der Hauptsache ein sprachlicher Kommentar.

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Biogramm:

http://de.wikisource.org/wiki/ADB:Stickel,_Johann_Gustav