Schuler, Georg Michael

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Schuler, Georg Michael (* Würzburg, Ufr. 14. Mai 1833 † 18. April 1909 ebenda) Schriftsteller, Stadtpfarrer



Inhaltsverzeichnis

Das Hohelied.

Ein Singspiel in drei Akten. Metrisch übersetzt und erläutert. Von [ Georg Michael ] Schuler

Würzburg, Ufr.: Verlag der H. Goldstein´schen Buchhandlung.

Koph.png Wortstimme

Wer ist diese dort, Genossen, / Die da aus den Triften steigt?

Ganz von Wonnen überflossen, / Auf den Liebsten hingeneigt.

Dort der Apfelbaum uns weiset. / Wo, da ich dich weckt´, es war;

Wo die Mutter dich gekreißet, / Wo die Mutter dich gebar.

Aenlich deinem Siegelringe / Leg mich dir an Brust und Arm,

Stärker als die stärksten Dinge, / Gleich dem Tod ist Liebe warm.

Furchtbar, wie der Hölle Sitze, / Ihre Eifersucht ist so;

Ihre Gluten, das sind Blitze, / Feuerflammen, brennendloh.

Viele Wasser sind die Gluten / Auszulöschen nicht im Stand,

Und es können überfluten / Ströme nicht der Liebe Brand.

Böt´ ein Mann als Gegengabe, / Daß ihm Liebe möge nah´n,

All´ auch seines Hauses Habe, / Schlüge man wie nichts sie an.

Kap. 8
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Zum Buch:

Gebundener kl.-8°–Band in Frakturdruck; 164 S. Als Prolog ist metrisch übertragen der Psalm 44 (V).

Der glühende Marienverehrer und Pfarrer am Würzburger juliusspital schrieb ein leider undatiertes Vorwort (gut drei Seiten); darin bemerkt er in der blumigen Sprache seiner Zeit u. a.:

»Nicht Mißachtung der vorhandenen prosaischen Uebersetzungen war es, wenn ich vorliegende Dichtung des hebräischen Volkes in diese neue poetische Form goß; was mich anlangt, zieh´ ich allerdings den einem begeisterten Odenflug gleichkommenden Schwung der Uebersetzungen deutscher Zunge in ungebundener markiger Sprache einer Uebertragung vor, welche mehr an die weichere, zum Lied gemäßigte moderne Reimform unserer Lyrik erinnert. Indessen haben wir bei unserem Plane für diesmal jenes Publikum im Auge gehabt, welche durch das Kleid der hebräischen Poesie abgeschreckt, entweder gar keine rechte Poesie darin finden will, oder doch in ihrem vollen Werthe diesselbe anzunehmen sich nicht entschließen kann. (…) Fest band ich mich dabei an das Original, so, daß man nur die Reime löschen darf, und die Wiedergabe ist wortgetreu, nur daß dort und da, wo die orientalische Phantasie Sprünge macht und die ihr eignenden kolossalischen Bilder und Gedanken wählt, den Vergleichungspunkt einschließen zu lassen, von mir für nöthig erachtet wurde. Zu diesem Behufe griff ich auch einige Male zum hebräischen Text zurück. Diese kleinen Licenzen waren unerläßlich.«

Eingeleitet mit zwei Themenpunkten ist das Lied auf 32 Seiten, darauf folgt die metrische Übertragung des Psalms 44 (V). Der Schrifttext ist in Szenen gesetzt, Kapitel- und Verse sind nicht markiert; gesetzt ist in Sinnzeilen. Schuler hat sich nicht gescheut, neutestamentliche Gestalten wie die Apostel, Maria und "die junge Kirche" in die Szenerie miteinzubeziehen.

Biogramm:

https://wuerzburgwiki.de/wiki/Georg_Michael_Schuler