Schmidt, Hans

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Schmidt, Hans (* Wolmirstedt/ Börde, Anhalt 10. Mai 1877 † 20. Jan. 1953 Halle a. d. Saale) Pfarrer, Prof. Lic. theol. D.


Psalmen [1917, Auswahl]

deutsch im Rhythmus der Urschrift [Auswahl]

Von Prof. Lic. Hans Schmidt

Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht 1917.

Koph.png Wortstimme

Hör uns Herr! Du warst uns, du von Urzeit her eine feste Burg!

Eh' Berge geboren, warst du,

Und eh der Erdkreis, die Welt war am Licht,

Warst schon du — seit ewig Gott.

Der Mensch, du führt ihn zum Staub,

Du rufts: Kehrt wieder, all ihr Menschen.

Denn tausend Jahr sind vor dir

Ein Tag, ein flüchtiges Gestern,

Sind, wie nachts, die Frist einer Wacht.

Du löschst sie aus, sie sind wie ein Traum!
Psalm 90

Aus Abgrunds Tiefen, Herr, schrei ich zu dir:

„Herr, hör meinen Ruf!

Dein Ohr — laß doch gelangen bis zu ihm

Den Laut meines Flehens!"

Wenn du dir Sünden merkst — ach Herr!

Ach mein Gott, wer dann wohl besteht!

Doch nein! Bei dir ist das Verzeihn. —

Das mehrt unsere Furcht!

Nun warte ich, warte auf den Herrn,

Auf ein Wort, das er mir sagt.

Ich harre von Herze auf Gott

Mehr als die Wächter auf den Tag!

Als die Wächter auf den Tag! Harre Israel, harre auf den Herrn,

Denn bei dem Herrn ist die Huld.

Es ist viel Erlösung bei ihm. Er ist's, der Israel erlöst,

Von alle seiner Schuld!
Ps 130
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Das Vorwort zum schmalen Buch (kl.8°, (4) & 116 pp) verfaßte der Infanterie- Hauptmann Hans Schmidt am 17. Juni 1917 zu Marien= Lager bei Ste. Marie au Bois, einer ehemaligen Præmonstratenser- Abtei in Lothringen.

SchmidtPss.png

30 Psalmen hat der Autor hier rhythmisch übertragen und beschrieben; im Einzelnen zählt man:

1 - 6 - 8 - 15 - 19 - 22 - 23 - 24 - 29 - 42/43 - 46 - 51 - 73 - 85 - 90 - 95 - 100 - 103 - 104 - 107 - 121 - 122 - 123 - 126 - 127 - 128 - 130 - 131 - 139.

Zu diesem protestantischen Kriegspsalter gibt es ein römisch- katholisches Pendent: Paul >Rießler hat genau zwei Jahre vor Schmidt seine »Kriegspsalmen«, ebenfalls aus den Schützengräben Frankreichs inspiriert, veröffentlichen lassen (Juni 1915).


Die Psalmen [HAT]

[übersetzt und kommentiert] von Hans Schmidt

Tübingen am Neckar: Verlag von J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1934

Reihe: Handbuch zum Alten Testament. Herausgegeben von Otto Eißfeldt. Erste Reihe — 15 —

Koph.png Wortstimme

Ein Harfenlied von Asaph.

Jahwe, der Gott der Götter, sprach und rief die Erde auf Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang.

Vom Zion, der Krone der Schönheit, strahlte Gott auf!

Er kommt — unser Gott; und er wird nicht schweigen!

Feuer frißt vor ihm her, rings um ihn her stürmt es gewaltig!

Er ruft zum Himmel droben hinauf und zur Erde, dein Volk zu richten!

„Versammelt mir meine Frommen, die mit mir den Bund über dem Opfer geschlossen!"

Da sagten die Himmel an sein Gericht, daß Gott selbst als Richter erschienen !

„Höre, mein Volk, ich will reden! Israel, ich will zeugen wider dich!

'Jahwe', dein Gott, bin ich!

Psalm 50
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Großoktav, XII & 260 pp mit Einlegeblatt. Psalmtexte in modernem Fraktur-, Kommentar in Antiquadruck.

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Aus dem Gesamtwerk: "Die Schriften des Alten Testaments in Auswahl neu übersetzt und für die Gegenwart erklärt"

übersetzte und erklärte D. Hans Schmidt:

¶ Die großen Propheten

übersetzt und erklärt von D. Hans Schmidt, o. Prof. an der Universität Gießen

Mit Einleitungen versehen von Hermann Gunkel. Mit Namen- und Sachregister


Göttingen: 2., vermehrte und verbesserte Auflage 1923. (Band 2 der Zweiten Abteilung)


Biogramm:

Nach dem Abitur, das Hans Schmidt 1896 am Gymnasium Seehausen (Altmark) ablegte, diente er als Einjährig- Freiwilliger. Ein Studium der Theologie in Tübingen, Berlin und Halle schloss sich an, zugleich wurde Schmidt bei Übungen militärisch weiter ausgebildet und 1901 zum Leutnant der Reserve befördert. 1901 legte er die erste theologische Prüfung ab, von 1901 bis 1903 absolvierte er das Predigerseminar Wittenberg, 1903 folgte die zweite theologische Prüfung. 1904 promovierte er an der Universität Berlin zum Lic. theol. Von 1904 bis 1907 war Schmidt Studieninspektor am Predigerseminar in Naumburg, von 1907 bis 1914 Pfarrer in Breslau. 1909 habilitierte er sich an der Universität Breslau für alttestamentliche Wissenschaft, 1910/11 war er Mitarbeiter des Deutschen evangelischen Instituts für Altertumswissenschaft in Jerusalem, wo er arabische Volkserzählungen sammelte. 1914 wurde er zum außerordentlichen Professor in Tübingen ernannt. 1914 meldete sich Schmidt freiwillig zum Kriegsdienst. Er wurde an der Ostfront als Kompanieführer eingesetzt, verwundet und mit dem Eisernen Kreuz II., später I., Klasse sowie dem Ritterkreuz des königlichen Hausordens von Hohenzollern ausgezeichnet. 1916 zum Hauptmann befördert, war Schmidt 1918 Batterieführer, im September 1918 wurde er mit der Führung des Landwehr-Infanterie-Regiments 382 betraut. Im Oktober 1918 erneut verwundet, geriet er in englische Kriegsgefangenschaft. Im Offiziersgefangenenlager Lofthouse Park hielt er Vorlesungen und predigte.

1920 zurückgekehrt erhielt er 1921 ein Ordinariat an der Universität Gießen, 1928 nahm der als Mythenforscher und feinsinniger Exeget Geschätzte einen Ruf nach Halle an. Rufe nach Bonn, Göttingen und Berlin lehnte Schmidt ab. Von 1936 bis 1945 war er Dekan der Theologischen Fakultät und zugleich Präsident des Fakultätentages der evangelischen theologischen Fakultäten Deutschlands. Von 1939 bis 1944 leistete er, erneut freiwillig, Kriegsdienst als Major, unter anderem als Leiter der Abteilung Wissenschaft der Wirtschaftsinspektion Süd. 1945 wurde Schmidt emeritiert und im Entnazifizierungsverfahren mit dem Entzug der Altersversorgung bestraft. Von 1946 bis 1948 wirkte er als Pfarrer in Diemitz und Brachwitz, 1949 erhielt Schmidt einen Lehrauftrag an der Universität Halle für Hebräisch.

Organisationen: Aufnahme in die NSDAP am 1. Mai 1933 (Mitglied Nr. 2 255 405), bis 1936 Mitglied der Deutschen Christen, Mitglied der Gefängnisseelsorgerischen Vereinigung, einer der beiden deutschen Vertreter im Weltbund gegen den Alkoholismus. 1949 CDU.

Quellen: UAH PA 13915 H. Schmidt; DBE Bd. 9, S. 9.