Schäfer, Jakob

Aus Bibelpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hauptseite · Übersetzungen · Übersicht Psalmen · Autoren/Titel · Gesamtausgaben · Einzeldarstellung · Bibliographie & Ex Libris
A · B · C · D · E · F · G · H · I · J · K · L · M · Schiboleth · N · O · P · Q · R · S · T · U · V · W · X · Y · Z


Kreuzgelb.gif

[»Gottes Wort– NT«]; »Klosterneuburger NT«; "Mainzer Neues Testament"

Schäfer, Jakob (* Mainz am Rhein 7. Juni 1864 † 5. März 1933 ebenda) Päpstl. Hausprälat, Geistl. Rat, Prof. Dr.

Adler, Nikolaus (* Viernheim/ Rheinhessen 19. Jan. 1902 † 30. Jan. 1970 Mainz am Rhein) Prof. Dr.


Dieses römisch- katholische Neue Testament von Jakob Schäfer erlebte eine recht wechselvolle Geschichte und war international verbreitet. Die Reise vom niederländischen Verlagsort Steyl in Limburg führte zwangsläufig 1934 nach Niederösterreich und schließlich, durch die Neubearbeitung 1957, zurück ins limburgische Steyl mit deutschem Verlagsort Kaldenkirchen (Rhld).

SVD.png
Rechts: Heutige Logos der Steyler Missionare »Gesellschaft des Göttlichen Wortes«

Ursprünglich war dieses NT als Teil einer vollständigen Bibelausgabe veröffentlicht worden, nämlich der von den Steyler Missionaren SVD "societas verbi divini", (Gesellschaft des Göttlichen Wortes) lancierten Ausgabe »Gottes Wort«. Als Übersetzer des AT fungierte der Alttestamentler Edmund Kalt.

Doch diesem Werk war der Erfolg versagt; bereits nach fünf (5) Teilbänden AT (Siehe unter >Kalt, E.) wurde das Werk mangels Leserinteresse eingestellt. Das Neue Testament mit dem Aufdruck »Gottes Wort« erschien in Einzelbänden ab 1922, zuerst die vier Evangelien nacheinander, dann die Apostelgeschichte und schließlich die Apokalypse. Das vollständige NT in einem oder wahlweise zwei Bänden war zwar in in dieser Reihe anfangs noch in Steyl als separates Werk erschienen, aber bereits ab 1934 sind die Bände vom Volksliturgischen Apostolat Klosterneuburg abgenommen worden; die Verlagsangabe "Steyl" wurde überklebt mit "Volksliturgisches Apostolat Klosterneuburg" (siehe bibliographische Angabe unten)

Das NT wurde ja, wie gesagt, von Limburg nach Österreich exportiert und sollte dort eine gut 20- jährige Karriere beginnen. Der Augustiner- Chorherr Pius Parsch, der ein intensives missionarisches Interesse an der Bibelverbreitung unter den darbenden Katholiken hegte, gab es beim Volksliturgischen Apostolat Klosterneuburg dem AT bei, das er ebenfalls selbst herausgegeben hatte.

Mitte der 1950er Jahre war die augustinische Karriere beendet. Bis zu diesem Zeitpunkt war das NT, mittlerweile nahezu 30 Jahre alt, noch keiner durchgreifenden Bearbeitung unterzogen worden.

Die Steyler holten es zurück und beauftragten den Mainzer Prof. Dr. Nikolaus Adler mit einer gründlichen Revision. Adler benutzte die 3. Aufl. des NT graece Ed. Vogels als Textgrundlage. War Schäfers Ausgabe in nahezu 500 Tsd. Exemplaren verbreitet, konnte die Adlersche Revision nur eine Auflage erzielen.

Diese Revision bekam den offiziellen Namen "Mainzer Neues Testament", eine Verwechselung mit der zeitgenössische Ausgabe des "Grünewald- NT" von Rupert Storr (Rießler / Storr- Bibel) ist nicht ausgeschlossen, diese hieß inoffiziell ebenfalls "Mainzer Bibel"; immerhin stimmte hier der Verlagsort.

Die ersten Teilausgaben dieses NT innerhalb der »Gottes Wort«- Reihe sind unter „Gottes Wort / "Steyler Bibel" zu finden.


Das Neue Testament (1928)

unseres Herrn Jesus Christus

Übersetzt und erklärt von Dr. Jakob Schäfer

Steyl, Limburg - Post Kaldenkirchen (Rhld).: Missionsdruckerei

I. Teil: Das heilige Evangelium Jesu Christi und die Apostelgeschichte

Steyl: wie oben, o. J. (1928).

[Überklebt mit:] Klosterneuburg bei Wien (Austria): Volksliturgisches Apostolat (Pius Parsch)

Koph.png Wortstimme

"...wie Gott Jesus von Nazareth mit Heiligem Geist und Kraft gesalbt hat und wie er durch das Land ging, Wohltaten spendend und heilend alle, die vom Teufel besessen waren; denn Gott war mit ihm.

Wir aber, wir sind Zeugen für all das, was er im Judenlande und in Jerusalem getan hat.

Und man hat ihn ans Kreuz geschlagen und gemordet, Gott aber hat ihn auferweckt am dritten Tage und hat ihm gegeben, sichtbar zu werden, nicht dem ganzen Volk, aber den von Gott vorherbestimmten Zeugen — uns, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben nach seiner Auferstehung von den Toten.

Uns hat er aufgetragen, dem Volke zu predigen und zu bezeugen, er sei der von Gott bestimmte Richter der Lebendigen und der Toten."

Petrus in Apg 10:38- 42
Imprimatur: Steyl 1928
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Daten: Kleinoktavband in Frakturdruck, VIII, 404 und 154* Seiten mit 2 Karten ( Geogr. Institut Flemming - Wisskott AG, Glogau).

SchäferNT1-28.png

Im knapp zweiseitigen Vorwort schreibt Jakob Schäfer Mainz, am hochheiligen Pfingstfest 1925 unter anderem:

»Ich habe den griechischen Text – vor allem nach der trefflichen Ausgabe von Vogels – übersetzt, doch stete Rücksicht genommen auf die Vulgatatext; wichtige Lesarten der Vulgata wurden in [] zugesetzt.«
Teil 1, neu mit 
Klosterneuburger Einband

II. Teil: Die Briefe der Apostel und die Geheime Offenbarung

Steyl: wie oben, o. J. (1928)

[Vertrieb:] Klosterneuburg bei Wien (Austria): Volksliturgisches Apostolat (Pius Parsch)

Koph.png Wortstimme

Gott, der ehedem vielfach und vielartig durch die Propheten zu den Vätern gesprochen hat, hat in diesen Tagen zu uns gesprochen durch den Sohn. den er zum Erben des Weltalls machte, durch den er auch die Welten schuf.

Dieser ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und der Abdruck seines Wesens und trägt das All durch sein machtvolles Wort.

Nachdem er die Erlösung durch sein machtvolles Wort vollbracht hat, setzte er sich zur Rechten der Majestät in der Höhe und übertrift an Macht die Engel so viel, als der Name („Sohn"), den er ererbt hat, ihren Namen („Engel") übertrifft.

Hebr. 1: 1- 4
Imprimatur: Steyl 1928
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Daten: Kleinoktavband in Frakturdruck; XVI, 372 und 108* Seiten mit 2 Karten (Geogr. Institut Flemming - Wisskott AG, Glogau).

SchäferNT2-28.png
GotWortSteyl.png
NT Teil 2 mit Steyler Einband
in "Kardinals- violett".
Rechts Aufdruck mit 
neuer Verlagsangabe 
ohne Jahresangabe.

Diese Teilausgabe wurde mit dem Hinzukommen der Briefe vervollständigt. Der Text der Apokalypse wurde für diese Neuausgabe bearbeitet.


Jakob Schäfers NT wurde ab 1934 in die "Klosterneuburger Bibel" eingegliedert:

Die heilige Schrift des Neuen Bundes (1934)

herausgegeben von Pius Parsch

Übersetzt und erklärt von Dr. Jakob Schäfer

Klosterneuburg b. Wien, Niederösterr.: Verlag: Volksliturgisches Apostolat (Pius Parsch) o. J. (1934)

Koph.png Wortstimme

Ihm aber, der da mächtig ist, euch zu befestigen (im Leben) nach den Grundsätzen meines Evangeliums und der Predigt über Jesus Christus, gemäß der Offenbarung eines Geheimnisses, das ewige Zeiten verschwiegen war, das aber jetzt entüllt und anhand prophetischer Schriften auf Geheiß des ewigen Gottes allen Heiden kundgetan worden ist, um sie für den Gehorsam gegen mden Glauben zu gewinnen, — Ihm, dem allein weisen Gott, sei durch Jesus Christus die Ehre in alle Ewigkeit! Amen.

_______________________________________________________________

V. 24 Vulgata: Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen! Amen

Römer 16: (24),25- 27
Imprimatur: Klosterneuburg 1933, Wien 1934
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Oktavband, 416 und 22 S.

SchäferNT34.png

Das Vorwort aus 1925, im Mainz verfaßt, ist auch hier abgedruckt. Die Imprimatur wurde neu ausgestellt. Der Text ist - soweit verglichen - mit der Ausgabe 1928 identisch; die beigegebenen Erklärungen wurden jedoch um mindestens (!) die Hälfte, eher mehr, gekürzt.


Cover der ersten im VLA – Klosterneuburg neu veröffentlichten Ausgabe 1934

Die Heilige Schrift des Neuen Bundes (1951)

Herausgegeben von Pius Parsch

[übersetzt und erklärt von Dr. Jakob Schäfer]

Klosterneuburg b. Wien, Niederösterr.: Klosterneuburger Bibelapostolat ⓒ 1951. 3. Auflage 122. – 142.000

Koph.png Wortstimme

Da fing die ganze Schar der Jünger an, frohlockend mit lauter Stimme Gott zu loben um all der Wundertaten willen, die sie gesehen hatten.

Sie sprach: Gebenedeit sei, der da kommt, der König, im Namen des Herrn!

Friede im Himmel! Herrlichkeit in der Höhe!

Da sagten einige Pharisäer aus der Volksmenge heraus zu ihm: „Meister, verbiete das deinen Jüngern!" „Ich sage euch", entgegnete er, „wenn diese schweigen, werden die Steine rufen."

Als er sich der Stadt näherte und sie vor sich liegen sah, weinte er über sie und sagte: „Wenn doch auch du es erkennen möchtest, und zwar an diesem deinen Tage, was dir zum Frieden dient! Nun aber ist es vor deinen Augen verborgen."

Lukas 19: 37b- 42
Druckerlaubnis: Wien 1951
Bookmitband.gif
Zum Buch:

... "Die Heilige Schrift des Neuen Bundes ist von Dr. Jakob Schäfer übersetzt und erklärt..."

Daten: Kleinoktav, 576 Seiten Antiquadruck. Anstelle eines Vorwortes ist im Impressum folgendes zusätzlich zur hier oberen Zeile erklärt: »... Was in eckiger Klammer steht, ist Schrifttext in der Vulgata oder in weniger gut bezeugten Handschriften des Urtextes. Was in runder Klammer steht, ist bloße Erkläung und gehört nicht zum Bibeltext. Auch die Überschriften und Schriftverweise sind vom Übersetzer und Herausgeber hinzugefügt.«

Die Heilige Schrift des Neuen Bundes (1955)

Herausgegeben von Pius Parsch

Die Heilige Schrift des Neuen Bundes ist von Dr. Jakob Schäfer übersetzt und erklärt.

Klosterneuburg bei Wien: wie oben © 1955. 10. Auflage 302.–319. Tausend ► 12. Auflage 330.–344. Tausend. ► 17. Auflage 445.–470. Tausend

Koph.png Wortstimme

Nun spricht das Weib zu ihm: „Herr, ich sehe, du bist ein Prophet.

Unsere Väter haben auf diesem Berge Gott angebetet, ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man Gott anbeten müsse.“

Jesus erwiderte ihr: „Glaube mir, Weib, es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.

Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt ja aus den Juden.

Aber die Stunde kommt und schon ist sie da, da die wahren Anbeter den Vater anbeten im Geiste und in der Wahrheit.

Denn solche Anbeter sucht er Vater. Ist ja doch Gott ein Geist und die ihn anbeten, müssen ihn anbeten in Geist und Wahrheit.“

Joh. 4: 19- 24
Imprimatur: ► Wien 1951 / ► Wien 1951
Bookmitband.gif
Zum Buch:
SchäferNT55.png

Daten: Kleinoktavband, XVI, 372 und 108* Seiten mit 2 Karten (Geogr. Institut Flemming - Wisskott AG, Glogau).


Die Apokalypse des hl. Johannes

Übersetzt und erklärt von Dr. Jakob Schäfer. Mit Bildern von Prof. Gebhard Fugel München

Wien 26 (Austria), Klosterneuburg: Verlag Volksliturgisches Apostolat. 1938. Zweite Auflage


Koph.png Wortstimme

Und ich sah einen neuen Himmel und erine neue Erde. Denn der erste Himmel und die erste Erde waren dahin, und das Meer ist nicht mehr.

Und die heilige Stadt, ein neues Jerusalem, sah ich herabsteigen aus dem Himmel von Gott, ausgestattet wie eine Braut, die geschmückt ist für ihren Mann.

Und ich hört eine laute Stimme vom Throne her sprechen: Siehe, Gottes Zelt unter den Menschen! Er wird bei ihnen zelten, und wie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott, wird bei ihnen sein.

Und er wird abwischen jede Träne von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, und Trauer und Klage und Pein wird es nicht mehr geben; denn das Erste ist vergangen.

Und der auf dem Throne saß, sprach: „Siehe, ich mache alles neu."

Und er spricht: „Schreibe! Denn diese Worte sind zuverlässig und wahr."

Und er sprach zu mir: „Es ist geschehen.

Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende."

Offb. 21: 1- 6
Druckerlaubnis: Wien 1938
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Daten: Kleinoktavband, 130 S. Antiquadruck. Weiterhin Tafeln mit 25 Farbzeichnungen.

SchäferApo.png

Der Herausgeber Pius Parsch schrieb Klosterneuburg, 13. März 1938 das Vorwort.


Die nachfolgende von Nikolaus Adler bearbeitete Neuausgabe des NT trägt laut Vorwort auch den Titel "Mainzer Neues Testament".

Das Neue Testament ... ["Mainzer Neue Testament"] (1957)

... unseres Herrn Jesus Christus

Übersetzt und erklärt von Jakob Schäfer – vollständig neu bearbeitet von Nikolaus Adler

Kaldenkirchen, Rheinld.: Steyler Verlagsbuchhandlung o. J. Neu bearbeitete Auflage 250.- 270. Tausend (1957)

Koph.png Wortstimme

"Im Anfang war das Wort,

Und das Wort war bei Gott,

Und Gott war das Wort.

Dieses war im Anfang bei Gott.

Alles ist durch es geworden,

Und ohne es ward auch nicht eines, das geworden ist.

In ihm war Leben,

Und das Leben war das Licht der Menschen,

Und das Licht leuchtet in der Finsternis,

Doch die Finsternis hat es nicht ergriffen."

Johannesprolog 1: 1-3
Imprimatur: Mainz 1957


Bookmitband.gif
Zum Buch:

Daten: Kl. 8°; XXXII & 992 pp und zwei Karten (Geogr. Ausf. Missions- dr[uckerei] St. Gabriel, Austria).

Textgrundlage: NT Graece von Heinrich Josef Vogels ³1949.


SchAdler57.png

Nikolaus Adler schrieb Mainz, am Feste Mariä Himmelfahrt 1957, sein gut einseitigs Vorwort. Darin äußert er sich zur Geschichte des NT unter anderem: »Mehr als dreißig Jahre liegen zwischen dem ersten Erscheinen der Übersetzung des Neuen Tetsamentes von Jakob Schäfer und der vorliegenden Neubearbeitung. (...) Bei der Durchsicht des übersetzten Textes wurde besonderer Wert gelegt auf noch engeren Anschluß an den griechischen Text und eine noch größerer Worttreue.«

_________________________________________

Eine Angabe zur Auflagenzahl im Impressum gibt einige Rätsel auf, dort heißt es nämlich:

Bisherige Auflagen des N. T. von Jakob Schäfer 1.- 250. Tausend.
Neu bearbeitete Auflage 250. - 270. Tausend.

Da die ersten Steyler Ausgaben von 1928 schon nach Klosterneuburg exportiert wurden und dort mit dem Aufkleber des Volksliturgischen Apostolats versehen waren, sind diese Auflagen zweifelsfrei mitgezählt. Die im BB vorhandene 3. Auflage hat bereits die 142. Tsd. erreicht, die 12. Auflage die 340. Tsd überschritten und die 17. Aufl. aus 1955 bereits die 470. Tsd.

Eine mögliche Erklärung ist, daß bei oben genannten 1. - 250. Tsd die Adlersche Revision des Schäfer NT gemeint ist (ohne die Namensnennung desselben); somit wäre der besprochene Titel bereits die 2. Ausgabe des Adler. Diese Erklärung ist jedoch - nach Lage der Dinge - nicht wirklich zufriedenstellend; hier besteht also noch Klärungsbedarf...


Biogramme:

Jakob Schäfer:

...

Nikolaus Adler:

...