Rohling, August

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Rohling, August ("P. Ibar") (* Neuenkirchen, Münsterland 15. Feb. 1839 † 23. Jan. 1931 Salzburg (Austria)) Priester, Kanonikus, Prof. Dr. theol. h.c.,

Gutberlet, Constantin (* Geismar, Thüringen 10. Jan. 1831 † 27. April 1928 Fulda, Hessen)

Neteler, Bernhard (* Dinklage, Oldenburger Land 6. Okt. 1821 † 1912 .....?) Prof. Dr. h.c.

Gustav Bickell (* Kassel, Kurhessen 7. Juli 1838 † 15. Jan. 1906 Wien (Austria)) Prof.


Johann Gottfried Herders 1783 erschienes Buch »Vom Geist der Ebräischen Poesie« hat bei dem römisch- katholischen Theologen August Rohling immensen Eindruck hinterlassen. In seinem Vorwort zum Psalmenbuch lobt er Herders Unterfangen, die Herrlichkeiten des hebräischen Geistes beim Christenvolk beliebt zu machen. Herders Idee sei auch 50 Jahre nach Erscheinen nicht zu antiquiert, um als "Vorlage" für eine entsprechende katholische Bearbeitung zu dienen. Es käme einem wirklchen Zeitbedürfnis entgegen, so Rohling".

Professor Dr. Rohling hat nahezu 100 Jahre vor der Zeit die hebräische Ursprache als Ausgangstext für seine Übersetzung propagiert. Erst mit dem Erscheinen der Einheitsübersetzung in den siebziger Jahren des folgenden Jhdts hat die römische Kirche die Urtexte dem katholischen Leser in Übersetzung offiziell vorgelegt.

Rohlings Psalmenbuch neben der Psalmenausgabe des Promotors der Vulgata ⇒ Hoberg,_Gottfried im Bücherregal zu plazieren, bedeutet, eine fiktive Auseinandersetzung zwischen zwei Übersetzern und deren Ideologien heraufzubeschwören: Ersteres seiner Zeit voraus und bedauerlicherweise (nur für den Übersetzungstypus, nicht für Rohling!!) nicht erfolgreich, - das der Bibellektüre eher reserviert sich gebende Kirchenvolk war noch nicht bereit für Neuerungen -, letztere als Verteidigerin einer hartnäckig sich behaltenden Tradition....

1874 wurde das Unternehmen eingestellt - nach Erscheinen von nur drei (!) Teilbänden. Ob Bickells Pentateuch je erschien, ist jedenfalls sehr zweifelhaft. Schade, denn diese Übersetzung hätte einen besonderen Platz im katholischen Bibelforum verdient; tatächlich ist sie nahezu vergessen. (Zu Rohling´s ausgeprägtem Judenhass siehe unten!)


Das Buch des Propheten Daniel

Uebersetzt und erklärt von Dr. Aug. Rohling

Mainz, Rhein: Verlag von Franz Kirchheim. 1876

Koph.png Wortstimme

...

[Imprimatur:] Mit Erlaubniß der Obern.
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Zum Buch:

Daten: Gebundener Oktavband, VIII und 372 pp. Frakturdruck. Der Bibeltext ist im Gegensatz zum Kommentar in Sperrdruck gesetzt.

Ein knapp zweiseitiges Vorwort schrieb der Verfasser Prag, 16. October 1876. Er nimmt zwar bezüglich der Kommentar- Methodik Bezug auf seine früheren Arbeiten zu den Psalmen und Isaias, vermerkt aber nicht, ob (oder ob nicht) dieses Daniel- Buch zur Reihe der Heiligen Schriften des AT unten) dazugehörig ist. Da dies auch im Buch nirgendwo vermerkt ist, ist es von diesem getrennt zu behandeln.

Rohling macht auch keine Angaben darüber, welche Grundtexte er benutzt; nach Lage der Dinge hat er aber aus dem Hebräischen und Aramäischen übersetzt. Die Zusätze, die sich in der LXX und Vulgata finden, sind hier ab S. 347 zusätzlich aufgenommen. Durchgänging zitiert der erklärte Judenfeind Rohling neben den bekannten Kirchenvätern, Kommentatoren der kirchlichen- wissenschftlichen Szene auch jüdische Erklärer wie Raschi, Aben=Esra und Kimchi.

Das Salomonische Spruchbuch

Uebersetzt und erklärt von Dr. Aug. Rohling

Mainz am Rhein: Verlag von Franz Kirchheim. 1879

 Mit Erlaubniß der Obern.
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Zum Buch:

Gebundener Oktavband; XLII und 416 pp in Frakturdruck (betreffs des deutschen Textes).

Prof. Dr. Aug. Rohling, der "geringste Diener in Christo", schrieb E[hrwürdigster] K[aiserlich] K[öniglicher] Hoheit eine mehrseitige Widmung, in der er sein Buch preist - leider undatiert.

Die Heiligen Schriften des Alten Testamentes

nach katholischen Prinzipien übersetzt und erklärt von einem Verein befreundeter Fachgenossen.

Münster i. Westf.: Verlag der Coppenrath'schen Buch= & Kunsthandlung. 1871

Dritte Abtheilung: Die Poetischen Bücher:

Die Psalmen

übersetzt und erklärt von Aug. Rohling

[Imprimatur:] Mit Erlaubniss der Obrigkeit [o. J.]


Koph.png Wortstimme

Gott der Götter, der Herr, redet und ruft die Erde

Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.

Aus Zion, der Schönheit Vollendung,

Glänzet Gott auf.

Es kommt under Gott und mag nicht schweigen,

Feuer frißt vor Ihm her,

Und rings um Ihn stürmts gewaltig.

Er ruft herbei die Himmel droben

Und die Erde, zu richten sein Volk:

Versammelt mir meine Frommen,

Die Bund mit mir schließen beim Opfer.

Und es verkünden die Himmel seine Gerechtigkeit,

Daß Gott vor hat, zu richten. (Sela.)

Höre, mein Volk, und ich will redn,

Israel, denn ich will zeugen gegen dich.

Gott, dein Gott bin ich.

Psalm 50 (49): 1-7


August Rohling war außerdem verantwortlich für

4. Abtheilung: Die Propheten; 1.

Der Prophet Jesaja

übersetzt und erklärt

Münster i. W.: wie oben. 1872.

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Mit Bischöflicher Approbation
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Zum Buch:

Gebundener Oktavband; VIII und 388 pp. in Frankturdruck. Der Schrifttext ist gegenüber dem Kommentar abgesetzt.

In der Einleitung sind auch die lehrreichen Kommentare genannt, die Rohling für sein Werk eingesehen hat: Gesenius (1821); Hitzig (1833); Ewald (1841); Knobel (1861) = rationalistisch. Drechsler (1857); Delitzsch (2° 1869) = protestantisch gläubig. Malbim (1849) = jüdisch in hebr. Sprache; Schegg (1850); Reinke (über die Messiana 1859.60) = katholisch.

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Constantin Gutberlet war verantwortlich für

Die deuterokanonischen Bücher. 1.

Das Buch der Weisheit

Münster i. W.: 1874

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Bernhard Neteler war verantwortlich für

Die Bücher der biblischen Chronik

übersetzt und erklärt

Fünfte Abtheilung: Die nachexilischen Geschichtsbücher, Band 1, 1872.

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Gustav Bickell zeichnete nach Plan verantwortlich für die Bücher des

Pentateuch

so aus dem Vorwort des Psalmenbandes zu entnehmen. Daß Bickell diese Aufgabe tatsächlich übernommen hat, ist nicht belegt und eher unwahrscheinlich; nirgendwo ist dieser Titel in den Bibliotheken des deutschen Sprachraums nachgewiesen.


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P. Ibar: Das Neue Testament

❡ übersetzt und erklärt von P. Ibar [=August Rohling]

Münster i. W.: Verlag von H. Mitsdörffer. 1873 [alle Bände]

  • Erster Theil: Evangelium nach Matthäus
  • Zweiter Theil: Evangelium nach Markus und Lukas
  • Dritter Theil: Evangelium nach Johannes u. die Apostelgeschichte
  • Vierter Theil: Die Paulinischen Briefe I: Briefe an die Römer, Korinther u. Galather

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Biogramm August Rohling:

http://ldn-knigi.lib.ru/JUDAICA/Rohlbio.htm

(...) Bemerkenswert ist, daß auch in Österreich der neu auflodernde Judenhaß von einem Manne geistlichen Standes, dem katholischen Doppelgänger des preußisch-protestantischen Pastors Adolph Stöcker, entfacht wurde. Es war dies der Kanonikus und Prager Theologieprofessor August Rohling, der bereits im Jahre 1875 eine Schmähschrift gegen das Judentum unter dem Titel "Der Talmudjude" veröffentlicht hatte. (...)

Rohling hatte die Stirn, zu erklären, daß er bereit sei, jedem, der ihm auch nur ein einziges falsches Zitat nachweisen würde, tausend Gulden auszuzahlen. Allerdings löste er sein Wort auch dann nicht ein, als hochangesehene christliche Theologen die Lügenhaftigkeit seiner Behauptungen ans Licht brachten. War doch der bekannte protestantische Theologe und Hebraist Franz Delitzsch aus Leipzig in seiner 1880 publizierten Besprechung des Buches von Rohling zu dem Schlußergebnis gelangt, daß der Verfasser sich gemeinster Verleumdung, irreführender Übertragung, Entstellung zitierter Textstellen sowie falscher Auslegung schuldig gemacht und daß er vom talmudischen Schrifttum überhaupt keine blasse Ahnung habe. Rohling hüllte sich aber in Schweigen. Eine Gruppe von einflußreichen Klerikalen in Wien und die ihnen zur Verfügung stehende Presse ('Wiener Kirchenzeitung", 'Vaterland") stärkten dem Fälscher den Rücken.

Ein geschworener Feind der Protestanten und Juden, war eben Rohling nichts als ein Werkzeug jener Finsterlinge, die es darauf abgesehen hatten, sich in Österreich für den 'Kulturkampf" schadlos zu halten, der damals in Deutschland gegen die Katholiken, nicht ohne Mitwirkung der jüdischen Liberalen, geführt wurde. (...)

Aus: Simon Dubnow, 'Weltgeschichte des Jüdischen Volkes' Band 10. Jüdischer Verlag / Berlin, 1929

Ob das unter dem Pseudonym P. Ibar 1873 veröffentlichte Neue Testament über die oben genannten vier Teile hinaus zur Veröffentlichung gelangte, ist nicht bekannt.

Zur Person Bernhard Neteler:

Schlossvikar auf der Loburg bei Ostbevern; Ehrendoktor März 1873 der kath.-theol. Fakultät der UNI Münster