Rückert, Friedrich: Unterschied zwischen den Versionen

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(Hebräische Propheten)
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<p style="background-color:#EEAD0E"> '''''Rückert'' hat auch 70 ausgewählte Psalmen übersetzt. Diese Arbeit wurde jedoch nie veröffentlicht. Der jüdische Bibelübersetzer ''Michael >Sachs'', der 1835 seine Psalmenübertragung hatte verlegen lassen, hat seinem Werk, das übrigens »''Friedrich Rückert'', dem west- östlichen Dichter« gewidmet ist, den 68. Psalm, von ''Rückert'' übertragen, inkorporiert. Weiteres siehe bei [[Sachs,_Michael]]'' </p>
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<p style="background-color:#EEAD0E"> '''''Rückert'' hat auch 70 ausgewählte Psalmen übersetzt. Diese Arbeit wurde jedoch nie veröffentlicht. Der jüdische Bibelübersetzer ''[[Sachs,_Michael]]'', der 1835 seine Psalmenübertragung hatte verlegen lassen, hat seinem Werk, das übrigens »''Friedrich Rückert'', dem west- östlichen Dichter« gewidmet ist, den 68. Psalm, von ''Rückert'' übertragen, inkorporiert. Weiteres siehe bei [[Sachs,_Michael]]'' </p>
  
 
Die erste Vorlesung, die ''Rückert'' als frischgebackener Professor für morgenländische Sprachen an der Universität Erlangen im Wintersemester 1826/27 hielt, hatte die Psalmen zu ihrem Gegenstand. Mit welcher Intensität sich ''Rückert'' an die Vorbereitung dieser Vorlesung machte, kann man den Ausleihbüchern der Universitätsbibliothek Erlangen entnehmen: am 15. Dez. 1826 entlieh er nicht weniger als 13 Folianten und zwei weitere Quartbände, darunter die 6bändige Bibelpolyglotte von ''Brian Walton'' (London 1657), die kritische Ausgabe des Alten Testaments von ''B. Kennicott'' (Oxford 1776/1780), den zweiten Band der Rabbinerbibel von ''Johann Buxtorff'' (Basel 1620), der zu den Psalmen auch die Kommentare mittelalterlicher jüdischer Exegeten mit abdruckte, und das berühmte Lexicon Heptaglotton von ''Edw. Castellus'' (London 1669). „So muß ich denn“, schreibt ''Rückert'' am 20.1.1827 an seinen Wiener Lehrer ''Joseph von Hammer-Purgstall'', „[...] Tag und Nacht exegetische Commentare, Polyglotten und rabbinische Bibeln, Kennicott’sche und de Rossi’sche Varianten studiren, alles um ein leidliches Collegium über die Psalmen zu lesen, vor sehr wenigen Zuhörern, die mir sehr wenig Freude und Aufmunterung geben.“
 
Die erste Vorlesung, die ''Rückert'' als frischgebackener Professor für morgenländische Sprachen an der Universität Erlangen im Wintersemester 1826/27 hielt, hatte die Psalmen zu ihrem Gegenstand. Mit welcher Intensität sich ''Rückert'' an die Vorbereitung dieser Vorlesung machte, kann man den Ausleihbüchern der Universitätsbibliothek Erlangen entnehmen: am 15. Dez. 1826 entlieh er nicht weniger als 13 Folianten und zwei weitere Quartbände, darunter die 6bändige Bibelpolyglotte von ''Brian Walton'' (London 1657), die kritische Ausgabe des Alten Testaments von ''B. Kennicott'' (Oxford 1776/1780), den zweiten Band der Rabbinerbibel von ''Johann Buxtorff'' (Basel 1620), der zu den Psalmen auch die Kommentare mittelalterlicher jüdischer Exegeten mit abdruckte, und das berühmte Lexicon Heptaglotton von ''Edw. Castellus'' (London 1669). „So muß ich denn“, schreibt ''Rückert'' am 20.1.1827 an seinen Wiener Lehrer ''Joseph von Hammer-Purgstall'', „[...] Tag und Nacht exegetische Commentare, Polyglotten und rabbinische Bibeln, Kennicott’sche und de Rossi’sche Varianten studiren, alles um ein leidliches Collegium über die Psalmen zu lesen, vor sehr wenigen Zuhörern, die mir sehr wenig Freude und Aufmunterung geben.“

Aktuelle Version vom 10. Februar 2020, 13:33 Uhr

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Schreibfeder.gif

Rückert, Friedrich (* Schweinfurt/ Main, Unterfr. 16. Mai 1788 † 31. Jan. 1866 Neuses b. Coburg, Oberfr.)

Pseudonyme: Freimund Raimar, Reimar oder Reimer


Hebräische Propheten

übersetzt und erläutert von Friedrich Rückert.

Leipzig, Sachsen: Weidmann'sche Buchhandlung. 1831

Koph.png Wortstimme

1. Und du Bethlehem Ephrata, klein, zu stehn unter den Tausenden Judas! aus dir wird er mir hervorgehn, zu seyn Herrscher in Israel, und seine Hervorgänge sind von Alters, von den Tagen der Ewigkeit.

2. Darum, hingeben wird er sie, bis wann die Gebärerin geboren hat, und der Rest seiner Brüder werden zurückkehren zu den Söhnen Israels.

3. Und stehn wird er und weiden, in der Kraft Jehovas, in der Herrlichkeit des Namens Jehovas, seines Gottes; und sie werden wohnen, denn nun wird er groß seyn bis zu den Enden der Erde.

4. Und seyn wird dieser Friede. Assur, daß er käme in unser Land, und daß er träte in unsre Paläste; so stellen wir ihm entgegen sieben Hirten und acht Gesalbte des Volks.

Micha 5

Erste Lieferung.

Uebersetzung von Jesaia 40–66. Uebersetzung von Hosea, Joel, Amos, Obadia, Micha, Nahum, Habakuk, Sephania, Haggai, Zacharia, Maleachi.

Bookmitband.gif
Zum Buch: st

Buch in Frakturdruck, 145 S. Schrifttext einspaltig und versweise gesetzt. Vor dem Text je eine Inhaltsangabe; keine weiteren Beigaben.

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Rückert hat auch 70 ausgewählte Psalmen übersetzt. Diese Arbeit wurde jedoch nie veröffentlicht. Der jüdische Bibelübersetzer Sachs,_Michael, der 1835 seine Psalmenübertragung hatte verlegen lassen, hat seinem Werk, das übrigens »Friedrich Rückert, dem west- östlichen Dichter« gewidmet ist, den 68. Psalm, von Rückert übertragen, inkorporiert. Weiteres siehe bei Sachs,_Michael

Die erste Vorlesung, die Rückert als frischgebackener Professor für morgenländische Sprachen an der Universität Erlangen im Wintersemester 1826/27 hielt, hatte die Psalmen zu ihrem Gegenstand. Mit welcher Intensität sich Rückert an die Vorbereitung dieser Vorlesung machte, kann man den Ausleihbüchern der Universitätsbibliothek Erlangen entnehmen: am 15. Dez. 1826 entlieh er nicht weniger als 13 Folianten und zwei weitere Quartbände, darunter die 6bändige Bibelpolyglotte von Brian Walton (London 1657), die kritische Ausgabe des Alten Testaments von B. Kennicott (Oxford 1776/1780), den zweiten Band der Rabbinerbibel von Johann Buxtorff (Basel 1620), der zu den Psalmen auch die Kommentare mittelalterlicher jüdischer Exegeten mit abdruckte, und das berühmte Lexicon Heptaglotton von Edw. Castellus (London 1669). „So muß ich denn“, schreibt Rückert am 20.1.1827 an seinen Wiener Lehrer Joseph von Hammer-Purgstall, „[...] Tag und Nacht exegetische Commentare, Polyglotten und rabbinische Bibeln, Kennicott’sche und de Rossi’sche Varianten studiren, alles um ein leidliches Collegium über die Psalmen zu lesen, vor sehr wenigen Zuhörern, die mir sehr wenig Freude und Aufmunterung geben.“

Ähnlich der Prophetenübersetzung zeichnen sich auch die Psalmenübersetzungen durch eine große Nähe zur hebräischen Vorlage aus, d. h. Rückert versuchte, ähnlich wie Martin Buber (Das Buch der Preisungen) in unserem Jahrhundert, die hebräischen Satzfügungen und stilistischen wie etymologischen Figuren möglichst getreu im Deutschen widerzuspiegeln.

Das Manuskript der Psalmenvorlesung, die Rückert nicht nur einmal hielt (er bot die Psalmen erneut im Sommersemester 1831 und 1832, Wintersemester 1832/3 bis 1833/4 an), ist heute leider auseinandergerissen; ein Teil wird im Rückert -Nachlaß der UB Münster aufbewahrt, ein anderer im Goethe- und Schiller -Archiv Weimar. Vor allem in Weimar deutet ein großer Teil von sehr sauber geschriebenen, kleinerformatigen Blättern, die nur die Übersetzung enthalten, darauf hin, daß Rückert eine Veröffentlichung seiner Psalmenübersetzung vorhatte. Am 11. März 1835 schreibt er ironisch an den Verleger Salomon Hirzel in Leipzig: „Ein Herr Sachs in Berlin ist mir zuvorgekommen, mich um die unterthänige Erlaubnis zu bitten, mir eine im Stil seiner Profeten verfaßte Psalmenübersetzung zueignen zu dürfen. Ich konnts ihm nicht abschlagen, und muß nun wenigstens warten.“ Doch kam es nie zu einer Veröffentlichung, auch nicht postum, obwohl Rückerts Sohn Heinrich schon 1866 auf diese Übersetzung von „70 ausgewählten Psalmen“ hingewiesen hatte.

[Quelle: Goethe- und Schillerarchiv Weimar: Autographensammlung Friedrich Rückert, Nr. 2372]

Zu lesen ist hier die Übersetzung von Psalm 1:

Psalmenübersetzung

Manuskripte 1833- 1835. [Von] Friedrich Rückert

Koph.png Wortstimme

1. O Glück des Mannes, der nicht wandelt im Rathe der Bösen,

Und auf dem Wege der Sünder nicht tritt,

Und auf dem Sitze der Spötter nicht sitzt.

2. Sondern am Gesetz Jehovas ist seine Lust,

Und über sein Gesetz sinnet er Tag und Nacht.

3. Er ist wie ein Baum gepflanzt an Bächen Wassers,

Der seine Frucht gibt zu seiner Zeit,

Und sein Laub welkt nicht.

Alles, was er thut, gelinget.

4. Nicht so die Bösen!

Nein, sondern wie Spreu, die der Wind zerstiebt.

5. So bestehn die Bösen nicht im Gericht,

Und nicht die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.

6. Denn es kennt Jehova den Weg der Gerechten,

Und der Weg der Bösen gehet zu Grunde.“

Psalm 1
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Der 68. Psalm ist in Michael Sachs´ Psalmenbuch abgedruckt. Unter ⇒ Sachs,_Michael ist er als Wortstimme hinterlegt.

Leben Jesu.

Evangelien–Harmonie in gebundner Rede von Friedrich Rückert.

Stuttgart & Tübingen, Württ.: Verlag der J. G. Cotta´schen Buchhandlung. 1839

Koph.png Wortstimme

• Wer ißt mein Fleisch, und trinkt mein Blut, der wird nicht schmecken

Den Tod, am jüngsten Tag werd´ ich ihn auferwecken.

• Von seinen Jüngern, die das hörten, mancher sprach:

Das ist ein hartes Wort, wer kann ihm kommen nach?

• Er sprach: Und ärgerts euch? darum ja sagt´ ich eben,

Daß zu mir kommt nur wem der Vater es gegeben.

• Und mancher Jünger gieng von ihm nun abzustehn;

Die Zwölfe fragt´ er da: Wollt ihr auch weggehn?

• Doch Simon Petrus sprach: Zu wem, o Herr und Hort,

Sollten wir gehn? Du hast des ew´gen Lebens Wort.

• Wir haben es erkannt und glaubens, daß du bist

Der Sohn des Lebenden im Himmel, Jesus Christ.

• Er sprach: Hab´ ich nicht auserwählt euch Zwölfe mir?

Und doch ein Teufel ist unter euch einer hier.
Joh 6:53 ~ 70
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Gebundener Oktavband, Fadenheftung; 264 & VIII S. Frakturdruck; Schrifttexte einspaltig je in Zweierzeilen gesetzt.

Die "Nachweisungen der Evangelien=Harmonie des Lebens Jesu" am Buchschluß zeigen, daß Rückert die Text unterteilt hat in CLXXXII (182) Kapitel, diese wiederum in

  • I. Hauptstück: Geburt und Jugend: 1 Abschnitt
  • II. Hauptstück: Das Lehramt: 9 Abschnitte
  • III. Hauptstück: Der Zug nach Jerusalem: 2 Abschnitte
  • IV. Hauptstück: Tod und Auferstehung: 4 Abschnitte
  • V. Hauptstück: Die erste Gemeinde (Apg. 1 & 2)

Eine bestimmte Stelle zu finden, ist dank der "Nachweisungen" kein Problem. Fr. Rückert hat leider kein Vor– oder Nachwort geschrieben.

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Zur Person::

RückertWeltpoet.png

http://www.rueckert-gesellschaft.de