Plaut, Wolf Gunther

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Plaut, Wolf Gunther (* Münster i. Westf. 1. Nov. 1912 Mem.png 8. Feb. 2012 Toronto, Ont. (Kanada)) Dr. jur., Rabbiner


"Gott ist nicht der Autor des Torah- Textes; es sind die Menschen. Wenn wir jedoch mit offenem Sinn deren Worte hören, können wir Gottes Stimme vernehmen", so Plaut über die Herkunft der Schrift.

Bevor Plauts Werk erschien, war der von Rabbi Josef Hermann Hertz herausgegebene Kommentar der auf Englisch meistgelesene und verbreitetste. Während Hertz´ Gedanken zum Fünfbuch noch orthodoxer Natur waren - d. h. Gott hat die Torah dem Moses am Sinai gegeben-, überschritt Plaut bereits die Grenze und war offen für die kritische biblische Wissenschaft. Seine Torahausgabe öffnete auch nicht mehr von rechts (hinten) sondern als zweisprachlige Ausgabe von links nach rechts: Zugeständnis an die immer liberaler werdende und sich von den Vätertraditionen abwendende Judenheit.


Die Tora. In jüdischer Auslegung ✡ תורה

Herausgegeben von W. Gunther Plaut (hebr./ deutsch)

Autorisierte Übersetzung und Bearbeitung (nach Moses Mendelssohn) von Annette Böckler.

Gütersloh: Chr. Kaiser Gütersloher Verlagshaus. (1999 - 2004)

Die amerikanische Originalausgabe erschien 1981 unter dem Titel:

"The Torah. A Modern Commentary".

edited by W. Gunther Plaut

New York N.Y. (U.S.A.): Union of American Hebrew Congregations.


Band 1: Bereschit. בראשית ✡ Genesis. Haftarot.

Gütersloh: wie oben, 1999

(Übersetzungen wie bei der Text–Ausgabe, die unter Mendelssohn,_Moses gelistet ist)

Ein innerhalb der Haftara-Abschnitte enthaltener Text aus dem 1. Makkabäerbuch 2:1–18 ist bearbeitet aus dem AT von Emil Kautzsch übernommen.


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Zum Buch:

Gebundener, fadengehefteter Oktavband, von hinten öffnend, mit Vignetten und vielen Abbildungen. 472 S. Schrifttexte einspaltig, Masora oben, Übersetzung darunter; Erklärungen und alternative Texte am Seitenrand. Fußnoten zur Masora und zum Text. Jede Parascha (=Wochenabschnitt) ist eingeleitet.

Landesrabbiner Walter Homolka, schrieb eine vierseitige Einleitung, datiert Hannover, zu Simchat Tora 5760 / Oktober 1999. Gunther Plaut verfasste das "Vorwort zur deutschen Ausgabe" (1 S.), weiterhin eines zur amerikanischen Ausgabe von 5741/1981. Eine "allgemeineEinführung in die Tora umfasst acht Seiten, ebenfalls von G. Plauth geschrieben. Annette Böckler steuert vier Seiten "Zur Tora–Übersetzung von M. Mendelssohn bei, weitere zwei S. "Zum hebräischen Text und den Apparaten“. G. Plaut wiederum 4 Seiten "Zum Gebrauch des Chumaschs". Nachfolgende Aufsätze sind: “Die Tora und das jüdische Volk“ von Bernhard J. Bamberger (illustriert, acht S.), “Der Pentateuch im Christentum", von Klaus Koenen, Köln (2 S.), “ Die fünf Bücher Moses aus der Sicht des Islam", von Halima Krausen, Hamburg (3 S.); "Einführung in das Buch Genesis", von W. G. Plaut (4 S.), "Das Buch Genesis innerhalb der Literatur des Alten Orients" von William W. Hallo (8 S., Karten). Jedem der Wochenabschnitte sind Kommentare beigegeben sowie eine Literarische Auslese.

Die Haftara– Texte samt Übersetzungen von Simon Bernfeld (1935) schließen ab S. 411 an, Anmerkungen ab S. 447. Abbildungsnachweise sowie die Lobsprüche zu den Toralesungen sind in den Anhang gesetzt.

Band 2: Schemot. Exodus. Haftarot

Gütersloh, wie oben, 2000

(Darin das Deborahlied nach der revidierten Mendelssohnschen Übersetzung.)

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Zum Buch:

Daten: Wie oben, reichhaltig illustriert; 480 S. Haftaroth ab S. 391; Anmerkungen ab S. 441.

Band 3: Wajikra. Leviticus. Haftarot.

Gütersloh: wie oben, 2001

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Zum Buch:

Band 4: Bemidbar. Numeri. Hafarot.

Gütersloh: wie oben, 2003

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Zum Buch:

Band 5: Devarim. Deuteronomium

Gütersloh: wie oben, (o. J. 2004)

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Zum Buch:
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Biogramm:

Der gebürtige Westfale hatte bereits 1934 in Jurisprudenz promoviert und in Berlin ein Jahr Judaistik studiert; 1935, im Jahr der Nürnberger Rassegesetze, emigrierte er nach den Vereinigten Staaten; dort erhielt er 1939 am Hebrew Union College in Cincinatti, OH seine "Smicha", sein Rabbinerdiplom (Reform Judaism). Er kehrte nach dem Krieg als Militärrabbiner der U. S. - Streitkräfte nach Deutschland zurück. Unter anderem war er an der Befreiung des Konzentrationslagers Dora- Mittelbau (Nordhausen/ Thüringen) beteiligt. Er wurde fast ein Centennium alt, litt aber bereits seit einem Jahrzehnt an der Alzheimer Krankheit. Er war seit 1938 mit Elisabeth Strauss verheiratet, die 2003 starb. Zusammen hatten sie zwei Kinder, Jonathan und Judith.

Millionen von Juden haben unter seiner Anleitung die heiligen Geschichten der Torah gelernt. Sein Kommentar, Auflage in Englisch nahezu 120 000 Exemplare, gehört zu den Standardwerken des reformierten Judentums.