Neue Fermähtnis

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von Tischendorf, Lobegott Friedrich Konstantin (* Lengenfeld, Vogtland 18. Jan. 1815 † 7. Dez. 1874 Leipzig, Sachsen) Prof. Dr. theol.


Das Neue Fermähtnis • Mattäus

Aus dem Grihishen der, im kloster am Sinai fon Tishendorf aufgefundnen Urkunde, in seinem Nov. Test Gr. ex Sinait. Cod. Lips. 1865, mit benuzung seines Nov. Test. Vat. Lips. 1867, seines Nov. test. Gr. edit. oct. crit. maj. Lips,. 1869, der Polyglotten–Bibel, Bilefeld 1863, der Lutter–Emsershen übersezung, Köln 1529, und andrer, spätrer deutsher und auch niht deutsher übersezungen.

[Anonym übersetzt, in vereinfachter Orthographie]

Leipzig, Sachsen: Bei Friedrich Fleischer. 1875

Koph.png Wortstimme

7 Maht beim beten niht unnötige worte wi di heiden; ſi meinen, ſi werden erhört werden, wenn ſie file worte mahen [lange reden halten.]

8 Werdet inen niht gleih. Got, euer fater, weis, was ir bedürft, e ir in bittet.

9 So betet ir nun: Unſer fater im himmel, dein name werde geheiligt; 10 dein reih komme; dein wille geshehe auf erden wi im himmel.

11 das uns zukommende brod gib uns heute. 12 Fergib uns unſre shuld wi wir unſren shuldigern fergeben;

13 und füre uns niht in ferſuhung, ſondern erlöſe uns fom übel (denn dein iſt das reih, di kraft und herrlihkeit in ewigkeit, warlih.)

Matt 5


Bookmitband.gif
Zum Buch:

Untertitel: »(Di worte in gebognen klammern finden sih in den gewönlihen übersezungen aus der urkunde fon Alexandrien, felen aber in der Urkunde fom Sinai.) [Die worte in winkel–klammern sind blose hinzusezungen des übersezers.]«

FermähtnisM.png

Oktavband, 99 S. Antiquadruck in absonderlicher Rechtschreibung. Schrifttext einspaltig im Fließdruck, keine Beigaben. Versziffern am Rand. Zum Teil mehrseitige erklärende Zusätze zum Text im Anschluß an die Übersetzung.

Falls diese absonderliche Rechtschreibung gleichzusetzen ist mit der sogenannten "Puttkamer´schen Orthographie", was ich bestreite, dann wären diese beiden Titel fünf Jahre vor der offiziellen Einführung im Staate Preußen herausgegeben worden.


Das Neue Fermähtnis • Johannes

Aus dem Grihishen der, im kloster am Sinai fon Tishendorf aufgefundnen Urkunde, in ſeinem Nov. Test Gr. ex Sinait. Cod. Lips. 1865, mit benuzung ſeines Nov. Test. Vat. Lips. 1867, ſeines Nov. test. Gr. edit. oct. crit. maj. Lips,. 1869, der Polyglotten–Bibel, Bilefeld 1863, der Lutter–Emserſhen überſezung, Köln 1529, und andrer, spätrer deutsher und auch niht deutsher Überſezungen.

[Anonym übersetzt, in vereinfachter Orthographie ?? Dr. med Richard Gustav Nagel ??]

Leipzig, Sachsen: Bei Friedrich Fleischer. 1875

Koph.png Wortstimme

1 Am anfang war das wort [fon got]; das wort war bei got; got [im worte] war das wort; 2 es war am anfang bei got.

3 Alles entstand durh dasſelbe, und nichts fom entstandnen entſtand one dasſelbe; 4 in demſelben war das leben und das leben war das liht der menshen.

5 Das liht scheint in der finsternis; die finsternis begrif es niht. – 6 Es war ein fon got geſanter mensh, der Johannes his; 7 er kam zum zeugnis, damit er fom lihte zeugnis gäbe und alle durh in glaubten; 8 er war niht das liht, ſondern [kam er], damit er fom lihte zeugnis gäbe.

9 Es war das ware liht [fon dem er zeugnis gab], das alle menshen, die in dise welt kommen, erleuhtet. 10

Bookmitband.gif
Zum Buch:

Kleinoktavband, kartoniert und fadengeheftet, 94 S in Corpus–Antiqua gesetzt in absonderlicher Rechtschreibung. Kein Vor– bzw. nachwort. Schrifttexte einspaltig im Fließtext; Kapitel–und Versangaben gemacht. Z. Tl. seitenlange Erklärungen bzw. Kommentare im Text eingearbeitet. Besondere griechische Majuskeln erklärt.

FermähtnisJ.png

Untertitel: »(Di worte in gebognen klammern finden ſih in den gewönlihen überſezungen aus der urkunde fon Alexandrien, felen aber in der Urkunde fom Sinai.) [Die worte in winkel–klammern ſind blose hinzuſezungen des überſezers.]«

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Biogramm:

Keine Ahnung, wer hier als Übersetzer zeichnet. Ein Katalog der Uni– Bibliothek Marburg (http://archiv.ub.uni-marburg.de/data/2015/0001/pdf/fdl.pdf) gibt als Übersetzer Konstantin v. Tischendorf an, der allerdings 1874 verstorben war. Kollege Karlo Vegelahn benennt den Verleger Friedrich Fleischer als solchen (Bibelarchiv-Vegelahn.de). Hier gehts mir so wie bei der Jedermanns=_Bibel... , da tappe ich, was den Namen des Übersetzers anbelangt, immer noch im Dunkeln.

Ein gewisser Mediziner, Dr. med Richard Gustav Nagel, ⇒ Nagel,_Richard käme evtl. in Betracht. Sein Buchtitel "Altjüdishe folks-sagen aus den überliferten shriften in neuer und treuer übersetzung, also frei fon den landläufigen entstellungen, velche bisher so fielfach gemacht vurden, um die shriften auch für fleishesser geniesbar zu machen" (1890) liefert eine ähnliche Schreibweise. Jedoch ist Nagels Theologie der guten Vegetarier und der bösen Fleischfresser eine völlig andere, als die des anonyme Autors des "Neuen Fermähtnis" – außer, der hätte sich komplett gewandelt.

Post scriptum

Zitat: »» 1931 [!!] In seinem Erfurter Rechtschreibungsprogramm macht der Vertretertag des Bildungsverbandes der deutschen Buchdrucker einen Reformvorschlag, der in späteren Entwürfen immer wiederkehren wird (gemäßigte Kleinschreibung, mehr Getrenntschreibung, Eindeutschung von Fremdwörtern, Trennung nach Sprechsilben, Beseitigung der Dehnungszeichen und der Bezeichnungen der Vokalkürze, Ersetzung "schwieriger" Buchstaben durch andere (f statt v, s statt ß etc.; Beispiele: frefel, fi statt Vieh). «« 

Diese Art der Schreibverkürzung, vorgeschlagen also 1931, hatte der Evangelienverdeutscher bereits 55 Jahre früher in den Druck umsetzen lassen!

(Quelle: schriftdeutsch.de/orth-his.htm)