May, Benjamin & Levy, Josef Benjamin

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May, Benjamin (* Westhofen, Elsaß 23. Mai 1882 Mem.png 29. Mai 1929 Frankfurt/ Main) Dr. phil; Lehrer, Rabbiner

Levy, Josef Benjamin (* Friedrichsort, Holstein 6. Okt. 1870 Mem.png 24. Juni 1950 New York, N. Y. (U.S.A.)) Kantor, Lehrer


Die Psalmen (deutsch)

(Übersetzungen bzw. Bearbeitungen von verschiedenen Autoren, herausgegeben von B. May und J. B. Levy)

Frankfurt a. M. (Rödelheim): Druck u. Verlag von M. Lehrberger & Co. 1915. Zweite Auflage. (3. Aufl. 1916)

Koph.png Wortstimme

"Lobet den Herrn! Lobet, ihr Diener Gottes,

Preiset des Ewigen Namen!

Der Name Gottes sei gepriesen von nun an bis in Ewigkeit.

Von Sonnenaufgang bis zu ihrem Niedergang sei gelobt des Ewigen Name. —

Erhaben über alle Völker ist Gott, des Herrlichkeit die Himmel überraget.

Wer ist gleich dem Ewigen, unserm Gotte,

der so erhaben thronet, mit seinem Blick durchdringet

die Himmelsräume und der Erde Tiefen?

Er richtet aus dem Staube auf den Armen,

erhebt aus tiefster Erniedrigung den stillen Dulder,

um ihn zu setzen neben Edle, neben die Edlen seines Volkes.

Er belebt das Haus der Kinderlosen, läßt sie frohe Mutter werden.

Lobet den Herrn!"

Psalm 113 nach B. May 
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Zum Buch:

Dieses kleine Buch, gebunden im Duodez- Format mit 224 S., ist im Kriegsjahr 1915 herausgegeben und möglicherweise als Konkurrenz zum Psalmenbuch aus »Lamm's Jüdischer Feldbücherei« gedacht (⇒ Sachs,_Michael), denn lediglich ein Psalm aus der Feder von Rabbiner Sachs, dessen Üs. aus der Zunz- Bibel für diese Ausgabe der Feldbücherei übernommen wurden, ist enthalten.

Im Vorwort, in Frankfurt a. M. geschrieben, bemerken die beiden Herausgeber unter anderem:

"...haben wir uns bemüht, aus den in großer Zahl vorhandenen deutschen Übertragungen die besten auszusuchen, haben, wo diese den sicheren Ergebnissen immer fortschreitender Forschung widersprachen, die Übersetzung, und, unserm jetzigen Sprachempfinden entsprechend, auch öfter den Ausdruck geändert. In größerer Zahl verwendbar erschienen Übertragungen von Fürst, Herder, Mendelssohn, Salomon und Stein ..... Als Kommentare benutzten wir Raschi, Malbim mit Mezudath David, und von Neueren: Baethgen, Gesenius, Gunkel, Heilmann, Hirsch, Kautzsch= Weizsäcker, Riehm u. a.

Alle Pss sind übersetzt, Verzahlen nicht gesetzt. Nach jedem Kapitel ist der ursprüngliche Übersetzer genannt, so nach Ps. 1 z. B. Mendelssohn oder etwa bei Ps. 42 / 43 "nach Herder"'. Einige Kapitel sind von den jüdischen Herausgebern selbst ins Deutsche hinübergesetzt worden; daraus ist die WS entnommen. Ein Vergleich mit der Pss.- Üs von ⇒ Salomon,_Gotthold z. B. zeigt, daß dessen Texte durchaus einer Bearbeitung unterzogen wurden.

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Es existiert zwar am Schluß des Buches ein Inhaltsverzeichnis der Psalmen. Was jedoch fehlt, sind Quellenangaben zu den Werken der Übersetzer, wie eben (Leopold ?) Stein, (C.) Seligmann, und (J.) Goldschmidt. Letztere drei etwa sind die Herausgeber von Sidduren (Gebetbücher); daraus excerpiert die Psalmen.

Nicht abschließend identifiziert ist der nur mit Nachnamen benannte Stein. Es kann sich um den unterfränkischen Rabbiner Leopold Stein handeln, vieles spricht dafür; oder um den evangelischen Liederdichter Carl (Charles) Stein, der 1870 folgenden Titel herausgab: »Auswahl leichter und beliebter geistlicher Lieder und Psalmen aus den Oratorien, Cantaten und anderen Werken«; erstgenannter Rabbiner ist jedoch zu favorisieren.

Außerordentlich bemerkenswert an dieser Ausgabe ist die Tatsache, daß hier konfessionsübergreifend "gesammelt" ist: die beiden jüdischen Herausgeber haben sich nicht gescheut, auch nichtjüdische Stimmen zu Wort kommen zu lassen: Den Protestanten Johann G. Herder, ebenso ein Kap. des evangelischen Hebraisten August Wünsche.

Wer weiß mehr? Jüdischen Kreisen ist dieses Büchlein vielleicht deshalb auch recht unbekannt. Im Lauf von über zehn Jahren hat der Sammler nur eben zwei Exemplare dieser bemerkenswerten Edition zu Gesicht bekommen, obwohl mindestens drei Auflagen gedruckt wurden.

Nach Erstellung eines Index ergibt sich folgendes Bild:

Von Julius Fürst (* Zerkowo, Posen 12. Mai 1805 Mem.png 9. Febr. 1873 Leipzig, Sachsen) stammen 19 Pss,

von Josef Israel Goldschmidt (* Bering (od. Berien), Kom. Tolnau (Ungarn) 20. Mai 1849 Mem.png 13. Sep. 1924 Offenbach am Main): 1

von Wolf Benjamin Zeev Heidenheim (* Heidenheim, Mittelfr. 1757 Mem.png 23. Feb. 1832 Rödelheim, Hess.): 4

von Johann Gottfried Herder (* Mohrungen, Ostpreußen 25. Aug. 1744 † 18. Dez. 1803 Weimar, Thüringen) : 15

von Salomon Herxheimer (* Dotzheim, Nassau 23. Schwat 5561 / 6. Feb. 1801 Mem.png 7. Tewet 5645 / 25. Dez. 1884 Bernburg a. d. Saale, Anhalt): 1

von Josef Benjamin Levy (s. o.): 1

von Benjamin May (s. o.): 7

von Moses Mendelssohn (* Dessau, Anhalt 12. Elul 5489 / 6. Sep. 1729 Mem.png 5. Schewat 5546 / 4. Jan. 1786 Berlin): 38

von Nehemia Anton (?) Nobel (* Nagyatád, Kom. Somogy (Ungarn) 8. Nov. 1871 Mem.png 24. Jan. 1922 in Frankfurt am Main): 2

von Ludwig Philippson (* Dessau, Anhalt 12. Tewet 5572 / 28. Dez. 1811 Mem.png 5. Tewet 5650 / 29. Dez. 1889 Bonn am Rhein): 4

von Michael Sachs (* Groß- Glogau, Niederschlesien 11. Elul 5568 / 3. Sept. 1808 Mem.png 23. Schwat 5624 / 31. Jan. 1864 Berlin): 1

von Gotthold Salomon (* Sondersleben, Anhalt 17. Cheschwan 5545 / 1. Nov. 1784 Mem.png 24. Cheschwan 5623 / 17. Nov. 1862 Hamburg): 39

von Caesar Seligmann (* Landau, Pfalz 14. Dez. 1860 Mem.png 3. Juni 1950 London, England): 4

von Feodor Spanjer [-Herford] (* Detmold, Ostwestfalen-Lippe 15. Okt. 1831 Mem.png 22. April 1919 Braunschweig, Niedersachsen): 1

von Leopold Stein (* Burgpreppach, Ufr. 5. Nov. 1810 Mem.png 2. Dec. 1882 Frankfurt a. M.): 13, aus: [Gebetbuch für israelitische Gemeinden. Für Sabbath-, Fest- und Werktage, sowie für die häusliche Andacht, Mannheim 1882]

von August Wünsche (* Hainewalde, Sachsen 22. Juli 1839 † 16. Nov. 1913 Dresden, Sachsen): 1


Stolperstein: Anna Gutmann - Olga Wertheimer: Im Buch ist eine handschriftliche Widmung eingetragen:
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...

Die Psalmen (Hebräisch / deutsch)

(Übersetzungen bzw. Bearbeitungen von verschiedenen Autoren, herausgegeben von B. May und J. B. Levy)

Frankfurt a. M. (Rödelheim): Druck u. Verlag von M. Lehrberger & Co. 1915. Zweite Auflage.


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Zum Buch:

Deutsch: Siehe oben, 224 S.. Der hebräische Teil umfasst 192 S. und ist von hinten eingebunden.

J. B. Levy ist auch der Herausgebers des :

Siddur Schaarē Tefillah ✡ סדור שערי תפלה, siehe unter ⇒ Einstädter,_Heinrich

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Biogramm.png
Biogramm:e

Zu den Herausgebern

Benjamin May:

Student am Rabbinerseminar in Berlin; später daselbst Lehrer an jüdischen Mittelschulen; Mitglied im "Misrachi", einer zionistischen Vereinigung.

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Portal der Synagoge Westhofen, Elsaß, dem Geburtsort von Benjamin May. 
Die hebräische Inschrift Ps 118: 20 
 זה־השער ליי צדקים יבאו בו   übersetzt Wolf Heidenheim:
"Dies ist die Pforte des Ewigen, Gerechte treten da ein!"

B. May kam während der Amtszeit von Rabbiner Dr. Nehemia A. Nobel nach Frankfurt a.M. und war seit 1908 als Religionslehrer an verschiedenen Schulen in Frankfurt tätig. Am Philanthropin war er von 1921 bis 1929 als Lehrer angestellt. Während der hohen Feiertage übte er auch rabbinische Funktionen aus bei Filialgottesdiensten in den Betsälen der Israelitischen Gemeinden.

Zu Joseph Benjamin Levy:

Stationen: Hilfslehrer Lehrerseminar Hannover; Lehrer und Kator in Hamburg; ab 1896 Kantor Synagoge Börneplatz Frankfurt/ M.; 1921- 1938 Lehrer am Philanthropin Frankfurt/ M.; Präsident der Bnei- Brith- Loge Frankfurt; Herausgeber des Gebetbuches >Schaarei Tefillah" (13 Auflagen).

Er war ein führender Pädagoge und der Barmizwah-Lehrer mehrerer Generationen religiös-konservativer Jugendlicher. Bekannt wurde Levy auch als Musikschriftsteller. In Gemeinschaft mit Frank Rothschild veröffentlichte er im Kauffmann-Verlag die “Sabbath-Lieder für Schule und Haus” (Semiroth) im Jahre 1934. Mit Dr. Benjamin May schuf er 1912 “Denkmäler jüdischen Geistes”. Das “Vincenz-Lied” stammt von ihm und vieles mehr. Er war seit 1924 Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Kantorenverbandes. Im Juli 1939 wanderte er in die USA aus.

Schrieb seine Autobiographie "Mein Leben in Deutschland vor und nach 1933".

Zu Josef I. Goldschmidt:

Der liberale Israel Goldschmidt studierte an verschiedenen Jeschiwot, u.a. in Eisenstadt, nach 1869 in Berlin und Breslau. Von 1876-1878 Rabbiner in Obornik bei Posen; 1878- 1881 Rabbiner in Briesen in Westpreußen (bei Thorn), 1880-1887 in Weilburg an der Lahn, 1887-1889 Landrabbiner im FT Birkenfeld in Hoppstädten, Hunsrück und von 1890- 1919 in Offenbach am Main.

SynagFraBörneplatz.png
Synagoge am Börneplatz im hessischen Frankfurt
am Main, Wirkungsort von Joseph B. Levy
(Gemälde von Max Beckmann 1919);
die Synagoge wurde 1882 eingeweiht 
und 1938 von Nazis bis auf die Grundmauern 
abgefackelt.