Loch, V & Reischl, W.

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Loch, Valentin (* Bamberg / Oberfr. 24. Sept. 1813 † 14. Juni 1893 ebenda) Priester, Prof. Dr. theol. Hausprälat

Reischl, Wilhelm Karl (*München 13. Jan. 1818 † 4. Oct. 1873 ebenda) Priester, Prof. Dr. theol.

Die Heilige Schrift der beiden Kleriker Loch und Reischl war die dritte katholische Vollbibel des 19. Jahrhunderts, zeitlich nach den Ausgaben von van Eß und Allioli, aber vor Arndt einzuordnen. Sie ist heute kaum mehr bekannt; der Grund dürfte ihr Umfang und ihre Größe sein und daß sie nie als "billige" bzw. einbändige Volksausgabe zu bekommen war. Weiterhin hat - ebenfalls bedingt durch die Mehrbändigkeit - die BFBS (Britisch & Foreign Bible Society) sich ihrer nie als Verteilerbibel für missionarische Zwecke bedient (anders bei denen von C & L. van Eß, J. F. Allioli und J. H. Kistemaker. So war dieses Werk hauptsächlich dem Klerus, Theologen und betuchten katholischen Bibellesern vorbehalten. Da sie gemäß strikter römischer Vorgaben aus der Vulgata übersetzt wurde, kamen Leser anderer Denominationen als Käufer ebenfalls nicht in Frage. Sie führte also ein eher untergeordnetes Dasein, erschien auch nach dem ersten Weltkrieg nur noch als illustrierte Prachtausgabe und ist somit heute nahezu vergessen.


Die Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments

nach der Vulgata mit steter Vergleichung des Grundtextes / übersetzt und erläutert von Dr. Valentin Loch und Dr. Wilhelm Reischl

Regensburg: Verlagsanstalt vorm. G. J. Manz, Buch = und Kunstdruckerei

(AT- Ausgabe 1854, 1. Gesamtausgabe 1866, 2. Ausg. 1867, 3. Ausgabe 1883, 4. Ausgabe 1899,) 5. [hier beschriebene] Ausgabe 1914/ 15

(sowie Große/ Neue illustrierte Ausgabe 1. Auflage 1885, 2. Aufl. 1905, 3. Aufl. 1927)

Erster Band: Altes Testament: 1. Buch Moses - Buch der Psalmen

Fünfte Auflage (21. u. 22. Tausend) 1914

Imprimatur: Ratisbonae 1912
Approbationen: Regensburg 1854; Prag 1863; Salzburg 1866;
Breslau 1865; Brixen 1865; Bamberg 1867; Cöln 1864;
Speier 1854; Straßburg 1863; Trier 1854
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26. Es ist kein anderer Gott, als des Gerechtenª Gott; der thront im Himmel, der ist dein Helfer. Seine Herrlichkeit umkreisen Wolken,

27. seine Wohnung in der Höhe, unten die ewigen Arme; deinen Feind wird er vor deinem Antlitz niederwerfen, sprechend: Sei vernichtet!

28. Geschützt und unvermischt wird wohnen Israel, das Auge Jakob, in dem Lande voll Getreides, sowie Weines, wo mit Thau der Himmel sich umzieht.

29. Glücklich bist du, Israel! Wer ist dir gleich, o Volk, das hat sein Heil im Herrn, dem Schilde deiner Rettung, dem Schwerte deines Ruhmes! Schmeicheln werden deine Feinde dir, und du wirst niedertreten ihre Nacken!

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ª hebr.: Jeschurun

V. Mose 33

Psalm Asaph's.

Der Gott, der Götter Herr, spricht und ruft die Erde auf von Sonnenaufgang bis zum Niedergange.

2. Von Sion aus geht seiner Schönheit Pracht.

3. Gott wird kommen sichtbar, unser Gott; und nicht wird er schweigen. Feuer lodert auf vor seinem Angesichte, und rings um ihn ist gewalt'ger Sturm.

4. Er ruft den Himmel droben und die Erde, um zu richten sein Volk.

5. Versammelt ihm seine Heiligen, welche schließen seinen Bund auf Opfer hin.

6. Und die Himmel verkünden seine Gerechtigkeit; denn Gott ist Richter.

7. Höre, mein Volk! und ich will reden, Israel! und ich will dir bezeugen: Gott, dein Gott bin ich!

Psalm 49 (V)
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Zum Buch:

Buchdaten: Gr.–8°, L & 992 pp. Druck in Fraktur zweispaltig. Die Übersetzer verfaßten Amberg, am Feste der Himmelfahrt des Herrn 29. Mai 1851, die achtseitige Vorrede zur ersten Ausgabe. Darin wird bekanntgegeben: »Der vorliegenden Uebertragung der heiligen Schriften ist, in Folge allgemein verbindlicher, kirchlicher Beschlüsse, der Text der Vulgata zu Grunde gelegt (...)

Zweiter Band: Altes Testament: Das Buch der Sprüche - 2. Machabäer

Fünfte Auflage (21. u. 22. Tausend) 1915

Imprimatur: Ratisbonae 1912
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15. Gedenken will ich nun der Werke des Herrn, und was ich gesehen, verkünden. Durch das Wort des Herrn wurden dessen Werke.

16. Die leuchtende Sonne schauet auf Alles, und voll der Herrlickeit ist dessen Werk.

17. Ließ nicht der Herr durch seine Heiligen verkünden alle seine Wunder, welche gewirkt hat der Herr, der Allmächtige, damit sie bestünden zu seiner Verherrlichung?

18. Den Abgrund und das Herz der Menschen erforschet Er, und in deren Pläne hat Er Einsicht.

19. Denn der Herr erfasset alle Weisheit und schauet auf das Zeichen der Weltzeit; Er macht kund was vergangen ist und was kommen wird; Er enthüllet der Verborgenheit Spuren.

20. Ihm entgehet kein Gedanke, und nicht kann sich vor Ihm verbergen irgendein Wort

21. Die Wunder Seiner Weisheit wirkte Er herrlich. Er ist vor der Weltzeit und bis in Ewigkeit; Er ward nicht größer, und wird nicht kleiner, und nicht bedarf Er Jemandens Rath.

 Sirach 42
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Zum Buch:

XL und 836 pp, Text zweispaltig in Fratur gesetzt. Die Erkärungen nehmen in aller Regel mindestens die Hälfte des Umfangs des Schrifttextes ein.

Betreffs des Buches Sirach ist die hebräische Vorlage bei der Übersetzung außer acht gelassen, da diese Texte - unvollständig - zu Lebzeiten Lochs zwar gerade in der Geniza einer Kairoer Synagoge entdeckt (durch Solomon Schechter), aber noch nicht gesichtet waren.

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Hausmarke 1542: Vulgatatext Isaias 40:8,  Verbum Domini manet in aeternum,  
nach Val. Loch: Das Wort unseres Herrn aber besteht in Ewigkeit; siehe auch 1. Petrus 1:25 

Dritter Band: Die heiligen Schriften des Neuen Testamentes:

1. (Teil)band: Matthäus - Apostelgeschichte

Fünfte Auflage (21. u. 22. Tausend) 1915

Imprimatur: Ratisbonae 1912
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1. Als nun Jesus geboren war in Bethlehem Juda in den Tagen des Königes Herodes, siehe, da kamen Weise aus Morgenlanden nach Jerusalem,

2. und sie sprachen: Wo ist, der geboren worden ist, der König der Juden? Denn wir haben seinen Stern im Morgenlande gesehen, und sind gekommen, ihn anzubeten.

3. Als es aber der König Herodes gehört hatte, ward er bestürzt und ganz Jerusalem mit ihm.

4. Und alle die Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes versammelnd, erkundigte er sich bei ihnen, wo der Christus geboren werde?

5. Sie sagten aber zu ihm: Zu Bethlehem in Juda. So ist nämlich geschrieben durch den Propheten.

Matth. 2


2. (Teil)band: Die apostolischen Lehrschriften oder Briefe - Offenbarung Johannes

Fünfte Auflage (21. u. 22. Tausend) 1915

Imprimatur: Ratisbonae 1912
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1. Nachdem zu vielen Malen und in vielerlei Weisen vorlängst Gott geredet hat zu den Vätern in den Propheten,

2. hat [zujüngst] in diesen Tagen er geredet zu uns im Sohne, den er gesetzt hat zum Erben über Alles, durch welchen er gemacht hat auch die Welten;

3. welcher, Abglanz seiend seiner Herrlichkeit und Gleichbild seines Wesens, und tragend Alles durch das Wort seiner Macht, nachdem er Reinigung von den Sünden vollbracht, sich gesetzt hat zur Rechten der Majestät in den Höhen,

4. umso vorzüglicher geworden, als die Engel, je ausgezeichneteren Namen er vor ihnen ererbt hat.

Hebräer Kap. 1
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Zum Buch:

Buchumfang XVI, 520 (Teilband I) sowie XXVIII und 530 pp. (Teilband II). Die Erläuterungen zum Text nehmen bis zu 90 % des Seitenumfangs ein. Abweichungen des Griechischen sind vermerkt, etwa Offbg. 22:19. Dogmen der römischen Kirche sind, auch wenn sie biblischem Bericht entgegenstehen (immerwährende Immakulata Mariens etc.), "biblisch" und durch die r.- k.- Tradition verargumentiert.


Das Buch der Psalmen.

Aus der Vulgata unter steter Vergleichung des Grundtextes / übersetzt und / nach Wort und Geist erklärt von Dr. Wilhelm Karl Reischl.

Regensburg, Oberpfalz: Druck und Verlag von Georg Joseph Manz. [1870]. (2., erweiterte & ergänzte A.) 1873

Erster Band. (Psalm 1–71) / Zweiter Band. (Psalm 72–150)

Approbation: München=Freising. o. J. (1873, beide)
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Zum Buch:

1–Band–Ausgabe: Gebundener kl.–8°– Band, Fadenheftung; LXIV, 426 & (2 Verlagsinfo–) S. (Teil 1); 538 S. (Teil 2), Frakturdruck. Schrifttexte einspaltig und versweise gesetzt, umfangreicher Kommentarapparat in Doppelspalte darunter.

Der Verfasser schrieb, datiert "München in der Pfingstwoche 1873.", ein knapp fünfseitiges Vorwort, in welchem es zu Beginn heißt:

»Dem Wunsche nach einer gesonderten Ausgabe des deutschen Textes der Psalmen ist schon vor drei Jahren Genüge geschehen [in:] „W. Reischl, Christkatholisches Haus= und Pilgerbuch. Erster Theil. Die Psalmen Davids. Regensburg. 1870.“
Er hat aber sofort den zweiten Antrag hervorgerufen, jenen Psalmtext auch von Anmerkungen begleitet zu erhalten. (…) Allein nähere Erwägung, für welchen Leserkreis diese Psalmen=Ausgabe bestimmt werden sollte, und – (ich gestehe es gerne) – die durch erneute Beschäftigung mit dem heiligen Buche neu wachsende Liebe zu demselben bewirken den Entschluß, meine „Erklärungen" aus dem eben erwähnten Werke nicht unverädert, sondern zielgemäß erweitert und ergänzt dem Psalmen=Texte beizugeben. (…)«

Reischl hat zwei vorangegangene Psalmwerke eingesehen, die er ausdrücklich benennt: Das eher für Laien bestimmte Commentarwerk von Schegg,_Peter aus 1845 und das für theologisch gebildete und hierin auszubildende Leser von Thalhofer,_Valentin aus 1871.

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Biogramme:

http://de.wikisource.org/wiki/ADB:Loch,_Valentin

http://de.wikisource.org/wiki/ADB:Reischl,_Wilhelm_Karl