Leimdörfer, David

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Leimdörfer, David (* Hlinik (Ungarn) 17. Sept. 1851 Mem.png 4. Nov. 1922 Hamburg) Rabbiner Dr. phil.


Das heilige Schriftwerk KOHELET im Lichte der Geschichte.

Inaugural- Dissertation zur Erlangung der philosophischen Doktorwürde.

Einer hohen philosophischen Fakultät der kgl. bay. Friedrich-Alexander- Universität zu Erlangen vorgelegt von David Leimdörfer aus Hlinik.

Erlangen, Mittelfr.: 1891. – Druck: Hellwig´sche Hofbuchdruckerei (Hermann Pilger), Neustrelitz.


Text, Übersetzung und Kommentar (hebr.-dt.)

Koph.png Wortstimme

9 Was ist der Gewinn des Handelnden an dem, woran er sich müht?

10 Ich habe (hierin) gesehen die Beschäftigung, die   G o t t   den Menschenkindern gegeben hat, um sich damit zu beschäftigen.

11 Alles hat er schön gemacht zu seiner Zeit, eben die Welt (das Sichtbare) legte er ihnen in das Herz, damit der Mensch nicht finde (ergrüble) die That, die Gott vollbracht von Anfang her und bis zum Ende (das ihm Verborgene).

12 Erfahren habe ich, das nichts besseres an ihnen, als sich zu freuen und Gutes zu thun in seinem Leben.

13 Und auch jeder Mensch, der da isst und trinkt und Gutes sieht (geniesst) an seinem Streben (er wisse und erfahre), dass dies eine Gottesgabe sei.

14 Ich weiss es, dass alles, was Gott macht, das wird ewiglich sein, darüber ist nichts zu häufen und davon nichts zu verringern; und Gott hat es gemacht, damit sie ihn fürchten (herrscht menschlicher Wille, dann wäre keine Gottesfurcht).

Cap. 3 
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Zum Buch:

Kartonierter Oktavband, Fadenheftung; 152 S. Antiquadruck (betreffs des Deutschen). Schrifttexte parallel hebräisch / deutsch pro Seite; reichlatige Anmerkungen in Fußnoten. Einleitungen zu zusammengefassten Kapiteln.

Eine vierseitige Einleitung ist undatiert. Hierin ist u. a. geschrieben:

»Die Hauptanregung gab uns die von Prof. Grätz 1871 erschienene Anhandlung über Kohelet« (⇒ Graetz,_Heinrich)
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Die Einleitung umfaßt 91 Seiten und enthält folgende Themen:

A. Historisches im Kohelet (mit Textbeispielen) • B. Bestimmung der Zeit • C. Einwände • D. Kohelets Verhältnis zu den Proverbien (mit textbeispielen) und zu Sirah (Jesus Sirach, mit Textbeispielen) • E. Kohelet im Zusammenhange.

Das Werk stellt eine Ergänzung zu H. Graetz´ ⇒ Graetz,_Heinrich Arbeit zum Prediger Salomo dar.



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Biogramm:

David Leimdörfer, Sohn eines Handwerkers, in Hlinik (heute Slowakei, damals Ungarn) geboren, besuchte das Gymnasium in Sillein, betrieb aber auch intensive religiöse Studien an den Talmudhochschulen in Waitzen und Preßburg. Seine akademische Ausbildung absolvierte er seit 1871 an der Universität Wien, wo er sich zudem als Hörer am Bet ha-Midrasch der besonderen Förderung des Predigers Adolf Jellinek erfreute. L. wurde zunächst als Feldrabbiner eingesetzt und kam 1874 als Rabbiner nach Nordhausen, wo er bis 1883 amtierte. 1875 wurde er zum Landrabbiner im Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt ernannt. Seit 1883 wirkte er als Erster Prediger des religiös-liberalen Israelitischen Tempelverbands in Hamburg, der ihm 1907 den Titel eines Rabbiners verlieh. Gemeinsam mit seinem Kollegen Caesar Seligmann gelang es ihm eine Religionsschule zu begründen sowie Jugendgottesdienste einzuführen. Neben seiner Tätigkeit am Tempel leitete er seit 1917 regelmäßig Gottesdienste an der gemäßigt konservativen Neuen Dammtor Synagoge, bis diese 1922 Paul Holzer als Rabbiner verpflichtete. L., der zahlreiche Kanzelreden und Religionslehrbücher veröffentlichte, machte sich durch wissenschaftliche Aufsätze und Monographien auch als Bibelforscher einen Namen. Er war zudem langjähriges Vorstandsmitglied im Hamburger Zweig des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur. In Anerkennung seiner langjährigen Verdienste ernannte der Tempelverband L. zum Oberrabbiner, als dieser 1921 seinen 70. Geburtstag feierte.

(Quelle: /www.dasjuedischehamburg.de, mit Ergänzungen)