Langer, Jean

Aus Bibelpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hauptseite · Übersetzungen · Übersicht Psalmen · Autoren/Titel · Gesamtausgaben · Einzeldarstellung · Bibliographie & Ex Libris
A · B · C · D · E · F · G · H · I · J · K · L · M · Schiboleth · N · O · P · Q · R · S · T · U · V · W · X · Y · Z


Kreuzgelb.gif

Langer, Jean (* Diekirch (Luxemburg) 22. Juli 1828 † 9. Juli 1908 Remich (Luxemburg) Pfarrer


Das Buch der Psalmen

in neuer und treuer Uebersetzung nach der Vulgata, mit fortwährender Berücksichtigung des Urtextes. Von J. Langer (Deutsch - lateinisch)

(Luxemburg (Luxemburg): J. Hary (St. Paulus- Dr.), 1880 bzw,

Luxemburg : Verlag von Pierre Brück, 1881)

(Luxemburg : J. Hary, 2. Ausgabe 1886)

Freiburg im Breisgau: Herder'sche Verlagshandlung. Dritte [vermehrte] Auflage 1889.

Mit Approbation des hochwürdigsten Herrn Erzbischofs von Freiburg i. B. (o. J.)

Pe.png Wortstimme

Ein Psalm Asaphs.

Gott, der Götter Herr, spricht; (a)

Er ruft die Erde auf von der Sonne Aufgang bis zum Niedergang.

Von Sion (geht aus) seiner Schönheit Glanz; (b)

Gott kommt und thut sich kund,

Unser Gott — und nicht schweigt er;

Vor ihm ist zehrend Feuer,

Und rings um ihn her gewaltiges Sturmgewitter.

Er ruft herbei (als Zeugen) die Himmel droben, Und die Erde — Gericht zu halten über sein Volk. (Sela.)

Versammelt ihm seine Frommen,

Die mit ihm den Bund geschlossen beim Opfer. (c)

Und es werden verkünden die Himmel seine Gerechtigkeit:

Denn Gott (selbst) ist Richter. (Sela.)

Höre mein Volk! und ich will reden.

Israel! und ich will zeugen wider dich:

Gott, dein bin ich!

___________________________________________________

Im Hebr.: a) Der starke Gott, der Gott Jehova spricht.

b) Von Sion, der Schönheit Vollendung, Der Ewige strahlet.

c) „Versammelt mir meine Frommen,

„Die mit mir den Bund geschlossen durch Opfer."

Psalm 49 (50): 1 - 7


Gebet Moysis, des Mannes Gottes. ¹

Herr! Zufluchststätte warst du uns

Von Geschlecht zu Geschlecht.

Ehe denn Berge geworden,

oder gebildet ward Erd' und Weltall:

Von Ewigkeit zu Ewigkeit Gott

B i s t   D u!

O nicht lasse den Menschen zurückkehren in Erdenstaub,

Wie du gesprochen:

„Kehret zurück (in den Staub), ihr Menschenkinder!" (a)

Denn tausend Jahre sind vor deinen Augen

Wie der gestrige Tag (für uns), der da entschwunden,

Und (wie) eine Nachtwache. _____________________________________________

im Hebr.: a) Zurück in den Staub

Führst du die (hinfälligen) Menschen; (Daß Gott die eine Generation hinsterben läßt, hat zur Folge, daß er eine andere ins Dasein ruft.

Du sprachst: Kehret zurück, ihr Menschenkinder!

Psalm 89 (90): 1- 4


Bookmitband.gif
Zum Buch:

Dieser gebundene Oktavband mit VIII, 522 & (2) S. ist in Fraktur gedruckt, zumindest betreffs des deutschen Textes; die Vulgata steht in lateinischen Buchstaben. Jean Langer schrieb ein knapp sechseitiges Vorwort, das in Luxemburg am Feste „Mariä Lichtmeß" a. D. 1899 verfaßt wurde. Er schreibt zu Beginn:

»Die Psalmen, obwohl tausend - und tausendmal in alle Sprachen übertragen, bedürfen dennoch meines Erachtens einer treuern, durch sich selbst leicht verständlichen Übersetzung. (.....) Immerhin bleibt es höchst interessant, lehrreich und erbaulich, die Heilige Schrift in und nach der Ursprache zu lesen; und die Lesung der Psalmen nach dem hebräischen Texte wird nicht bloß äußerst anziehend wirken, sondern auch in außerordentlicher Weise zu größerem und besserem Verständnisse der Vugata beitragen." in einer Fußnote findet sich ein bemerkenswerter Nachtrag zur letzbekannten Ausgabe: "Um die Schönheit der Psalmen noch mehr hervortreten zu lassen, entnahm ich für diese dritte Auflage einige kurze Noten dem Psalmwerke von Delitzsch.« 

Für ein katholisches Werk, das um die damalige Jahrhundertwende erschien, eine wahrhaft ökumenische Einstellung! Auf je einer Doppelseite findet sich links die Verdeutschung, rechts die Vulgata, das LIBER PSALMORUM.

LangerJPs.png

⓵ Das Buch Job und ⓶ Das Hohelied

⓵ in neuer und treuer Uebersetzung nach der Vulgata mit fortwährender Berücksichtigung des Urtextes. (Lat./ dt.)

Das Hohelied nach seiner mystischen Erklärung.

(Eine Paraphrase) Herausgegeben von Langer

[für das Buch Job: Luxemburg: Ed. Paul Brück 1. Auflage 1884; 2. Ausgabe 1886]

[für das Hohelied: Luxemburg: Ed. Paul Brück 1. Auflage 1887]

Freiburg im Breisgau: Herder'sche Verlagshandlung 1889. Dritte Auflage [für das Buch Job]. Zweite Auflage [für das Hohelied]

Approbation: [für das Buch Job]: Freiburg und Luxemburg o. J.

Druckgenehmigung [für das Hohelied]: Luxemburg 1889
Pe.png Wortstimme

21 Erbarmet euch mein, erbarmet euch mein,

Ihr wenigstens, meine Freunde;

Denn die Hand des Herrn hat mich getroffen.

22. Warum verfolgt auch ihr mich, gleich Gott

Und sättiget euch an meinem Fleisch?

23 O wer gewährte mir, daß aufgeschrieben meine Worte,

Wer gäbe mir doch, daß in ein Buch sie verzeichnte würden

24 Mit Eisen=Griffel und auf Täflein von Blei

Oder (besser noch) mit dem Meißel gehauen würden in den Fels?!

25 Denn ich weiß, daß mein Erlöser lebt,

Und am jüngsten Tag ich erstehen werde aus dem Staube;

26 Und wieder werde ich umgeben sein von meiner Haut,

Und in meinem Fleische schauen meinen Gott.

27 Welchen schauen werde ich, ich selbst;

Ja, (diese) meine Augen werden ihn schauen, und nicht ein anderer ––

Es ruhet dies mein (sicheres) Hoffen in meinem Busen.

_______________________

Im Hebr.: 25 – 26: Ich aber weiß, daß mein Erlöser lebt,

Und als letzter wird er auf dem Staube sich erheben.

Und wenn auch dieses mein Fleisch zerstört ist,

Werde ich (ledig meines Fleisches) Eloah schauen;

(Darnach) schmachten meine Nieren in meinem Innern.

Job Cap. 19

5b Unter dem Apfelbaum

Wecket´ ich dich.

Dort ward meine Mutter geschwächt,

Dort ward deine Gebärerin verletzt.

6 Wie ein Siegel lege mich auf dein Herz,

Wie ein Siegel auf deinen Arm!

Denn stark, wie der Tod, ist Liebe!

Hart, wie die Hölle, die eifersüchtige Liebe;

Ihre Leuchten sind feurige *

Und flammende Leuchten!

7 Viele Wasser mögen nicht aus sie löschen, die LIebe,

Und Ströme sie nicht begraben.

Und gäb´ ein Mann auch Haus und Gut um Liebe,

Man würde ihn nur verachten.

___________________________

*(Im Kommentar die alternative Üs.:) »Ihre Gluten sind Feuergluten und Blitzesflammen!«  und »Ihre Leuchten sind Feuerflammen und Lohen.« 

Hohelied Cap. 8


Bookmitband.gif
Zum Buch:

Oktavband mit Fadenheftung; ⓵: XX & 220 S. Frakturdruck (betreffs des deutschen Textes), Antiquadruck für das Lateinische. Auf der linken Doppelseite die Übersetzung, rechts die Vulgata »LIBER JOB« versweise gesetzt. Erklärungen, Verweisstellen sowie die abweichenden Übersetzungsvarianten der Hebraica in den Fußnoten. Die ausführliche Vorrede ist beschlossen mit den Ermahnungen des Paulus an Timotheus 2. Tim 3, 14–17, und datiert Luxemburg, am 30. September als am Feste des hl. Hieronymus 1889.

⓶ X & 86 S. Frakturdruck; die Vulgata ist hier nicht beigegeben. Schrifttexte einspaltig kolometrisch und versweise gesetzt. Ab S. 17 der erste Theil: „Das Hohelied ist die herrlichste Prophetie auf die Kirche, die Braut Christi“ (27 S.), mit Schrifttext nach der Vulgata. Daran schließt sich an der 2. Theil „Christus, der Bräutigam der reinen Seele. Die reine Seele, die Braut Christi“ (30 S.).

Ab S. 81: Wechselgesang der Braut und des Bräutigams, eine Paraphrase des Hohenliedes. Nach dem hl. Johannes vom Kreuz (6 S.)

Sieben Seiten umfasst der »Vorbericht« zum Hohenliede Salomons, datiert ist er Luxemburg, am Feste Puritatis B[eatæ] M[ariæ] V[irginis] 1889.


¶ Der Prophet Isaias

in wortgetreuer Uebersetzung nach der Vulgata ; mit kurzen Texterklärungen

Remich (Luxemburg): Verlag (des 'Moselbote') Joseph Scheid 1900

Pe.png Wortstimme

..

Imprimatur: ....................
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Dieser Titel fehlt noch im Archiv....


Die Apocalypse

oder die Offenbarung des heiligen Johannes in Form einer Paraphrase erläutert von Langer, Pfarrer.

Trier/ Mosel: Verlag der Paulinus= Druckerei 1897

Pe.png Wortstimme

.........

Druckerlaubniß: Luxemburg 1896
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Gebundener Oktavband, fadengeheftet, 148 S. Frakturdruck. Schrifttexte einspaltig innerhalb der Erläuterungen abschnittweise gesetzt. Aus dem vierseitigen »Vorbericht«, datiert Remich, den 31. Oktober, als am Vorabend von Allerheiligen, 1896, kann man u. a. Langers Verständnis der Apocalypse des Johannes herauslesen:

Im ersten Hauptteil ist der Kampf des Christlichen Reiches mit dem Judentum geschildert und der Sieg des ersteren darüber vorgestellt. Nach dieser Darstellung des Sieges über das Judentum schreitet die Weissagung fort zu dem Triumphe der Kirche Christi auch über das Heidentum. ––
LAngerApc.png

Aus heutiger, etwas sehr differenzierter, Sicht kann gesagt werden, dass hier keineswegs das Judentum als solches überwunden werden wird, sondern dass jedwede religösen Systeme, welcher Art sie auch seien, dem Kommen des Reiches Gottes diametral entgegenstehen und im geistlichen Kampf zu überwinden sind. Wie innerhalb des Judentums nur ein Überrest gerettet werden wird, so ist auch die Gemeinde Jesus´ eine unbedeutend große Überwinderschar, gemessen an der Zahl der großen sogenannten “Christenheit“. Auch ist es nicht die Kirche, die letztendlich triumphiert, sondern zuvorderst ihr Haupt. Langers Sicht ist konservativ katholisch und antimodernistisch, was aus seiner Sicht und aus der Zeit heraus vielleicht zu verstehen ist. Die frühe Gemeinde war bestimmt nicht römisch–katholisch, sondern bestand zum Großteil aus messianischen Juden; die heutige römisch-katholische Kirche ist mit Sicherheit nicht mit der Gemeinde Jesus` gleichzusetzten.

"Labarum–Fahne contra Höllenfahne (mit Stigma und Feuerflamme) des Antichristen" 
(Das Labarum war die Hauptheeresfahne der spätantiken römischen Armee seit der Zeit Kaiser Konstantins).
(Illustration mit Erklärung zu 666 "Diocles Augustus" / Buchseite 80)

Die Armeen des Feindes in Gestalt des "Anstelle von"–Christus sind ja auch sofort an ihrem Banner zu erkennen...., kein Problem für den wachsamen Katholiken.


Biogramm:

Jean Langer (oder auch Johannes L.) war Luxemburger Diözesangeistlicher. Seine Eltern waren Pierre Langer und Anne- Marie Vannérus. Das Alumnat absolvierte er im Luxemburger Priesterseminar; die Priesterweihe erhielt er am 28. August 1852 in der Pfarrkirche Liebfrauen zu Trier/ Mosel durch Weihbischof Godehard Braun. Am 30 September 1852 begann er sein Vikariat an der Liebfrauenkirche zu Luxemburg; die erste Wirkungsstelle als Pfarrer war ebenfalls in Luxemburg- Stadtgrund (St. Johannes); dort begann er am 25. Nov. 1857. Soweit bekannt, blieb er dort bis zu seiner Emeritierung Ende Dezember 1888. Seinen Ruhestand verbrachte er im Kloster der Elisabeth- Schwestern in Remich, wo er auch als Rektor tätig war. Neben den oben angeführten Übersetzungen verfaßte er noch weitere Bücher religiösen Inhalts.

(Quelle: "Diözesanarchiv Luxemburg - Klerikerkartei")

KircheLiebfrauenLux.png
KircheNotreDameLux.png

In diesem Zusammenhang ist interessant, daß diese drei Bibelbücher offensichtlich die einzigen aus einer luxemburgischen Feder sind; in einer Liste von Langers Veröffentlichungen, die das Diözesanarchiv übermittelte, waren sie nicht mal aufgeführt.

Pfarrer Jean Langer kann sich außerdem rühmen, der (wahrscheinlich) einzige lëtzebuergische Übersetzer von Bibel(teilen) in hochdeutscher Sprache nach 1800 zu sein.

»Kathedrale Unserer Lieben Frau« / 
»Kathedral Notre- Dame« Luxemburg