Lange, Gerson

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Lange, Gerson (* Halberstadt, Anhalt 27. Juli 1868 Mem.png 23. Sept. 1923 Frankfurt a. M.) Dr. phil.



Koheleth ✡ ספר קהלת.

Uebersetzt und erklärt von Direktor Dr. G. Lange. (Hebräisch/ Deutsch)

Frankfurt a. M.: Verlag von A. J. Hofmann 1910

Koph.png Wortstimme

9. Was ist der Gewinn des Schaffenden? –– daß er sich abmüht?

10. Ich sah den Trieb, den Gott dem Menschen gegeben, daß er durch ihn demütig sei,

11. Alles hat er gut zu seiner Zeit gemacht, auch das Verhüllte legte er in ihr Herz, ohne daß der Mensch das Werk, daß Gott geschaffen, von Anfang bis Ende verstehen kann.

12. Ich weiß, daß es kein Gutes [Glück] für sie gibt, als heiter zu sein und und Gutes in seinem Leben zu tun.

13. Und wenn irgend ein Mensch ißt und trinkt und Gutes sieht in allem seinen Mühen, so ist das eine [besondere] Gabe Gottes.

14. Ich weiß, daß alles, was Gott tut, für ewig sein wird, zu ihm kann man nichts hinzufügen und von ihm kann man nichts fortnehmen und Gott machte es, damit man Ehrfurcht vor ihm habe.

Cap. 3
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Zum Buch:

Gebundener Oktavband, Fadenheftung. VI & 64 S. Frakturdruck (betreffs des Deutschen). Das Buch öffnet von hinten. Schrifttexte hebräisch / Deutsch in parallelen Kolumnen versweise pro Seite; ausführliche Kommentierung.

Das gut dreiseitige Vorwort ist hebräisch überschrieben mit einem Ijob–Text 13,17: [»Und meine Darlegung mit euren Ohren!«], jedoch nicht datiert. Darin schreibt Lange uner anderem:

»Sie [diese Arbeit, d. Vf.] ist in der Vorbereitung für den Unterricht der Oberklasse einer Schule enstanden, und sieht es daher als ihre hauptsächlichste Aufgabe an, den Faden aufzusuchen, der sich durch das Buch zieht, und also den Zusammenhang des Ganzen nachzuweisen.«
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Biogramm:

Gerson Lange, Sohn von Isaac (Jizhak) Lange, Rabbinatsassessor (Dayan) und Klaus-Rabbiner in Halberstadt (gest. 1880), besuchte in Halberstadt das humanistische Gymnasium (1880-1887) und studierte anschließend an der Berliner Universität und am Hoffmann’schen Rabbiner-Seminar (seine Lehrer waren: Hoffmann, Hildesheimer, Berliner und Barth), wo er die Smicha (Rabbinatsordination) erhielt.

In Berlin konnte Gerson Lange zuerst an der Religionsschule der Adass-Yisroel seine pädagogische Begabung entfalten. Er war ein Schüler des heute weitgehend unbekannten historischen Gelehrten und Talmudisten Isaak Halevy (Rabbinowitz), der in Homburg vor der Höhe wohnte (1867-1914) und dort sein Hauptwerk (Doroth Harischonim) schrieb; eine Darstellung der historischen Werke der früheren Geschlechter mit Kritik vom orthodoxen Standpunkt.

Lange war danach an der Religionsschule in Hannover tätig, dann vier Jahre dort als Rabbiner des “Vereins zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judentums”. Er promovierte zum Dr. phil. an der Universität Halle (Dissertation über Elementarphysik). Bevor er als Nachfolger von Dr. Mendel Hirsch als Direktor der Realschule IRG nach Frankfurt a.M. berufen wurde (1901-1923), war er im Jahre 1900 Rabbiner in Warburg (für den “Verein für die Interessen des religiösen Judentums in Westfalen”)

Gerson Lange initiierte die Gründung – unter seinem Vorsitz – der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft in Frankfurt a.M. Er schrieb Erklärungen zu Hiob und Koheleth, die im Druck erschienen sind, gründete den “Bund gesetzestreuer jüdischer Lehrer Deutschlands” und war Vorsitzender der Orts- und Jugendgruppe der Agudas Jisroel in Frankfurt a.M.

Bereits im Jahre 1919 erkrankte Lange so schwer, dass er beurlaubt werden musste; er starb im Alter von nur 55 Jahren an Arterienverkalkung. Gerson Lange war mit Sara Biberfeld verheiratet.