Koenigsberger, Bernhard

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Menora7.png Koenigsberger, Bernhard Bär Baruch ben Schlomo (* Kattowitz, Oberschlesien 13. Tevet 5626 / 20. Okt. 1866 Mem.png 4. Siwan 5687 / 4. Juni 1927 Berlin) Dr. phil., Religionslehrer, Rabbiner


Inhaltsverzeichnis

Die Psalmen

In neuer deutscher Übersetzung nebst einem Vorwort und Anmerkungen.

[Übersetzt und] Herausgegeben von Rabbiner Dr. Bernhard Koenigsberger ſ. A. in Berlin

Frankfurt am Main: J. Kauffmann, Jüdischer Buchverlag und Buchvertrieb. ⓒ 1938

Koph.png Wortstimme

1) Ein Psalm. Von Aßaf. Der allmächtige Gott, der Ewige will reden und ruft die Erdenbewohner vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergange.

2) Von Zion, der schönen Weltstadt, strahlt Gott Sein Licht aus.

3) Unser Gott kommt, nicht still; verzehrendes Feuer geht vor ihm her, und um Ihn her tobt es gewaltig.

4) Er ruft über den Himmel droben zur Erde, um Sein Volk zu richten:

5) „Versammelt Mir Meine Frommen, die mit Mir unter Opfern einen Bund geschlossen haben!“

6) Und der Himmel verkündet Sein gerechtes Walten. Ja, Gott ist Richter fort und fort.

7) Hör´, mein Volk! denn ich will reden. Israel, Ich will dich mahnen, daß Ich, der Allmächtige, dein Gott bin!

50. 
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Zum Buch:

In Leinen gebundener kl.–8°– Band, Fadenheftung; VI, 184 & 6 S.; Frakturdruck. Psalmtexte einspaltig als Fließtext gesetzt, Versangaben gemacht. Anmerkungen ab S. 159.

Semmy Koenigsberger (* Pleschen, Großpolen 24. Juli 1900 Mem.png vor dem 8. Mai 1945 wo?), Sohn des Herausgebers Bär Baruch K., schrieb – knapp elf Jahre nach dem Tod seines Vaters – ein gut zweiseitiges Vorwort, datiert Berlin, im März 1938, . Darin ist u. a. zu lesen:

»(…) Hierzu tritt die vorliegende Psalmenübersetzung, deren Erscheinen gegenüber den vielen vorhandenen Übersetzungen dadurch gerechtfertigt sein dürfte, daß sie vollständig neue Wege geht und mit besonders anregenden, auch dem modernen Hebraisten Manches bietende Anmerkungen versehen ist, die übrigens die schöpferische Eigenart des Verfassers charakteristisch widerspiegeln. Als mein Vater starb [an den Folgen eines entsetzlichen Verkehrsunfalls, S. K.], war der Druck der Übersetzung samt Vorwort und Anmerkungen fast vollendet. Die Korrekturen waren sogar noch von ihm gelesen worden. Das Werk soll daher unverändert der Öffentlichkeit übergeben werden. (…)«
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Der "Übersetzer." selbst hatte noch eine sechsseitige Einleitung verfasst, datiert "Am 16. Marcheschwan 5687." [= 24. Okt. 1926] die hier im Buch als "Nachwort." mitgegeben ist. Darin sagt er u. a.:

»Die neue Bibel=Übersetzung von Martin Buber und Franz Rosenzweig muß trotz aller Vorzüge als eigenartig bezeichnet werden. Jede Sprache hat ihre Redeweise und ihre Ausdrücke, und man kann nicht von einer in die andere übertragen, indem man die zu übertragende stets und durchaus wörtlich wiedergibt. (…) Viele Übersetzer glaubten auch dem Texte gerecht werden zu müssen, indem sie dasselbe Wort immer gleich übersetzten. Dem Orientalen sprach beim Ausdruck das Herz mit, und er scheute sich nicht, dasselbe Wort zur Wiedergabe verschiedener Gedanken zu benutzen. Man muß darüber staunen, daß Michael Sachs in der Zunzschen Bibel Ps. 17,1 mit den Worten wiedergibt: „Ewiger, höre die Gerechtigkeit"? (…) Wortgetreue Übersetzungen verfehlen auch z. B. des Wechsel der Übersetzung beim Worte „קול"; auch hier muß er Übersetzer die Variation sondieren. (…) So ist denn die Sprache der Psalmen eine etwas umgemodelte, bei der die Metathesis litterarum für die Text=Erklärung eine Rolle spielt. (…)« 
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>> Rezension des Buches in "Der Israelit" Nr. 39/ 29. Sept. 1938

Völlig zerrissen hingegen (zur o. a. Besprechung) wurden Übersetzung und Kommentar von einem Rezensenten namens Samuel Daiches (1878-1949) im "Jewish Chronicle" Oct. 1938; er führt unter anderem aus, neue Übersetzungen sollten von besonderem Wert ("special merits") sein und einige Besonderheiten, die sie von anderen unterscheiden, ("features which should distinguish …") haben; die beigegebenen Kommentare sollten gelehrt und hilfreich sein ("should be learned and helpful"). Diese Übersetzung besäße keines von beiden; sie sei sehr gewöhnlich und durchaus unattraktiv ("commonplace and far from attractive"). Der Autor mag die Texte wohl eher als Andachtsübung verfasst haben, sein Sohn hätte vor der Veröffentlichung des Buches besser einen Fachgelehrten zu Rate ziehen sollen.

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Biogramm:

B. Königsberger war bis zu seinem Unfalltod – er wurde am Freitag, 3. Juni 1927, beim Überqueren des Pariser Platzes (Berlin) von einem Autobus der Linie 28 überfahren und starb am darauffolgenden Schabbat – Rabbiner der orthodoxen Ahawas=Scholaum (= Ahavat Schalom) – Gemeinde in der Kleine Auguststraße in B–Mitte; die dortige Synagoge wurde in der Pogromnacht 1938 zerstört.

Zuvor, nach Reifeprüfung am Gymnasium Kattowitz, hatte er unter Dr. Sg. Auerbach, Rabbiner Nobel und Salomon Cohn in der Jeschiwah Halberstadt, Anhalt, studiert. Danach besuchte er das Berliner Rabbinerseminar, das er 1890 abschloß. Ab Februar 1895 bis Juli 1898 amtierte er als Rabbiner in Pasewalk, Vorpommern, danach bis Sept. 1912 in Pleschen und Umgebung (Prov. Posen). Ab da bis zu seinem Tod leitete er o. g. Gemeinde in B–Mitte.

Bernhard Baruch Königsberger: http://steinheim-institut.de:50580/cgi-bin/bhr?id=2307 ____ Encyclopaedia Judaica ___ https://live.zisska.de/lots/view/1-1TWEHW/knigsberger-b-rabbiner-1867-1927