Klein, Josua: Unterschied zwischen den Versionen

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'''''Klein, Josua''''' (* Schloß Erlach in Obermais bei Meran, Südtirol  1867 † ...)  
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'''''Klein, Josua''''' (* Obermais bei Meran, Südtirol  1867 † … 1945 Wien–Penzing (Austria))  
  
 
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'''Evangelien–Harmonie und Erklärte Apokalypse'''. [Anonym übersetzt [?] / herausgegeben von ''Josua Klein'']
 
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Meran, Südtirol: F. W. Ellmenreich´s Verlag. 1894
 
Meran, Südtirol: F. W. Ellmenreich´s Verlag. 1894
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Gebundener, fadengehefteter Oktavband; (12), 280 & (4) S. Antiquadruck. Bibeldünndruckpapier. Schrifttexte einspaltig mit Fundorten (in der Harmonie) und Versangaben am Rand, Kapitelüberschriften, weiterhin Erklärungen und Verweisstellen in Fußnoten.
  
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Als Suchfunktion für die Harmonie dienen: I.) "Typische Einzelmomente in chronologischer Reihenfolge. II) Controll-Tabelle. III) Parallelen. IV) Bedeutung der Namen.
  
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Als eine Art Einleitung bzw. Vorwort dient eine Einführung, betitelt "Gotteswort!"; diese ist unterschrieben mit <u>Ewiger Bund Jehovah–Christus</u>, jedoch weder mit Datum noch mit Namen versehen. ''Josua Klein'' tritt im gesamten Buch namentlich nicht in Erscheinung. Man kann ''J. Klein'' nur als Autoren dingfest machen, indem man seinen Hinweis auf ein weiteres Buch »Leben / Organische Philosophie und Poesie / Geistes–Ehe«, ebenfalls im Verlag von ''F. W. Ellmenreich'' erschienen (1888), in den Bibliothekskatalogen recherchiert.
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»Im Jahr 1903 kaufte Josua Klein (1867-1945) in Amden, einer am Walensee in der Schweiz gelegenen Berggemeinde, für sehr viel Geld zahlreiche Häuser und Wiesen, Äcker und Wälder. Josua Klein, Sohn eines freireligiösen Privatgelehrten, und Max Nopper (1861-1932), ein aus Gewissensgründen aus dem Dienst der Württembergischen Armee ausgetretener Offizier, ließen die erworbenen Häuser reparieren und eine große Scheune und einen Zentrumsbau errichten. Josua Klein plante in Amden Tempel errichten zu lassen und engagierte für diese Aufgabe den Berliner Künstler Fidus (1868-1948). Unter deutschen Lebensreformern hieß es, in Amden entstehe ein Gottesreich auf Erden, und mit wachem Interesse verfolgten die Gründer der Siedlung Monte Verità am Lago Maggiore die Aktivitäten am Walensee. Die Überzeugung, es liege in der Macht des einzelnen Menschen, sich den Konsequenzen historischer Prozesse zu entziehen, verbunden mit dem Glauben, daß in jeder Mikrogesellschaft der Keim für eine neue und bessere Welt liege, war zentral für die Amdener Siedler und später auch wirksam im Künstlerkreis um Otto Meyer-Amden (1885-1933), dem unter anderem Oskar Schlemmer, Willi Baumeister, Albert Pfister und Hermann Huber angehörten.«
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➤ »1902 gründete ''Josua Klein'' die Kolonie Grappenhof. Das wunderschöne Amden eignet sich, ein „Gottesreich auf Erden“ zu erschaffen. Amden sollte ein Wallfahrtsort werden. ''Josua Klein'' kaufte viel Land und Häuser und wurde zum grössten Bodenbesitzer Amdens. Er liess die Gebäude renovieren und errichtete den Grappenhof, wo zeitweise bis 40 Leute wohnten. Weiter plante er eine Bahn auf den Speer und verschiedene Tempelgebäude in Amden.
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1903 holte ''Klein'' den deutschen Künstler und Weltverbesserer ''Fidus'' nach Amden. ''Fidus'' war eine Ikone der Jugendbewegung und verschrieb sich einer naturgemässen und vegetarischen Lebensweise. Ebenso lehnte er den Kapitalismus und den Kommunismus ab. ''Fidus'' entwarf für das Gebiet Grappen einen grossen „Tempel der Eisernen Krone“, ein tolles Gebäude im Jugendstil. Anstelle einer Treppe war eine Rampe vorgesehen. Eine Rampe kann man mit hocherhobenem Kopf besteigen und ermöglicht das genaue Betrachten des Gebäudes. Bei einer Treppe muss man stets nach unten blicken, um nicht zu straucheln – interessantes Detail. Für Betlis entwarf er den „Tempel der Erde“. Das Innere des Tempels schmückte die Figur „Herr der Erde“. Weiter plante ''Fidus'' in Amden den „Tempel der Tat“, ein monumentaler Bau von 30 m Höhe. All diese Bauten der Weltverbesserer wurden nicht realisiert. Das Projekt scheiterte 1906 wegen Geldmangels. ''Josua Klein'' übersiedelte in die USA. Nur wenige Jahre später erwachte eine neue Künstlerkolonie in Amden. Der Maler ''Hermann Huber'' kam 1911 nach Amden und holte 1912 ''Otto Meyer'' ins Bergdorf. Weitere Maler wie ''Albert Pfister, Willi Baumeister, Oskar Schlemmer'' und ''Johannes Iten'' besuchten Amden. ''Otto Meyer-Amden'' (er gab sich den Namen selbst als Zeichen seiner Verbundenheit mit dem Dorf) weilte bis 1928 in Amden und schuf hier seine Hauptwerke. (Quelle: kulturamden.ch)
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»Im Jahr 1903 kaufte ''Josua Klein''  in Amden, einer am Walensee in der Schweiz gelegenen Berggemeinde, für sehr viel Geld zahlreiche Häuser und Wiesen, Äcker und Wälder. ''Josua Klein'', Sohn eines freireligiösen Privatgelehrten, und ''Max Popper'' (1861-1932), ein aus Gewissensgründen aus dem Dienst der Württembergischen Armee ausgetretener Offizier, ließen die erworbenen Häuser reparieren und eine große Scheune und einen Zentrumsbau errichten. ''Josua Klein'' plante in Amden Tempel errichten zu lassen und engagierte für diese Aufgabe den Berliner Künstler'' Fidus'' (1868-1948). Unter deutschen Lebensreformern hieß es, in Amden entstehe ein Gottesreich auf Erden, und mit wachem Interesse verfolgten die Gründer der Siedlung Monte Verità am Lago Maggiore die Aktivitäten am Walensee. Die Überzeugung, es liege in der Macht des einzelnen Menschen, sich den Konsequenzen historischer Prozesse zu entziehen, verbunden mit dem Glauben, daß in jeder Mikrogesellschaft der Keim für eine neue und bessere Welt liege, war zentral für die Amdener Siedler und später auch wirksam im Künstlerkreis um ''Otto Meyer-Anden'' (1885-1933), dem unter anderem ''Oskar Schlemmer, Willi Baumeister, Albert Pfister'' und ''Hermann Huber'' angehörten.«
 
(degruyter.com)  
 
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Vom Schweizer, der aus einer kleinen Berggemeinde ein irdisches Paradies machen wollte – und scheiterte:
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➤<u>»Vom Schweizer, der aus einer kleinen Berggemeinde ein irdisches Paradies machen wollte – und scheiterte:</u>
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Einen Tempel will er bauen, ebenso eine Bahn vom Walensee zum Speer. Auf dem Grappenhof in Amden lässt sich ''Josua Klein'' 1903 als religiöser Erneuerer mit Familie und Getreuen nieder. Er endet als Schwindler, die Siedlung aber bleibt. 
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Im Jahr 1867 kommt ''Josua Klein'' im Schloss bzw. Ansitz Erlach in Obermais bei Meran zur Welt. Sein Vater ist ein freireligiöser Privatgelehrter und Schriftsteller, seine Mutter Dichterin. Gut behütet wächst er auf, verlässt mit 21 Jahren das Südtirol und reist nach Amerika. 1901 kehrt er mit Frau und zwei Söhnen nach Europa zurück, theosophische und okkulte Geschichten im Gepäck. Zur selben Zeit kauft ''Max Popper'', ein aus Gewissensgründen aus dem Dienst der Württembergischen Armee ausgetretener Offizier, in der sankt-gallischen Berggemeinde Amden das Heimwesen Grappen. ''Josua Klein'' kommt hier erstmals 1902 zu Besuch, im April 1903 lässt er sich hier mit seiner Familie nieder.
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Auf der nach Süden ausgerichteten Sonnenterrasse über dem Walensee blüht seine Phantasie. Von Baron ''Hoffmann'' aus Leipzig erhält er umgerechnet 400'000 Franken, um in Amden eine Siedlung aufzubauen – ''Klein'' interpretiert die grosszügige Gabe als Honorar für seine Mitwirkung bei der Heilung einer seelisch erkrankten preussischen Prinzessin. Schon im Juni und Juli 1903 kauft er für 321'850 Franken zehn Wohnhäuser, 23 Wirtschaftsgebäude, dazu Wiesen, Äcker und Wald, lässt die Häuser soweit nötig instandstellen, dazu eine Scheune und einen Zentrumsbau bauen. Die Kolonie Grappenhof entsteht als Spielplatz experimenteller Lebensformen und religiöser Visionen. ''Josua Klein'' sieht sich als Lebensreformer, träumt von der Realisierung eines irdischen Paradieses.« (Quelle: nzz.ch)
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➤<u>Eine geheimnisvolle Sekte</u>
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Eine geheimnisvolle Sekte hat sich in der Schweiz niedergelassen. Man schreibt darüber der “Frankf. Ztg.”: Wenn man auf der Fahrt von Zürich nach Chur am Walensee vorbeihuscht, so wird kaum einem Reisenden das große Bergdorf Amden entgehen, das auf der anderen Seite hoch über dem See von hochragender Bergterasse herabschaut Eine neue wunderschöne Bergstraße führt zum Städtchen Weesen in 1 1/2 Stunden nach Amden hinauf; es ist eine der schönsten Straßenstrecken der Schweiz mit prachtvollen Wasser- und Bergveduten. Vor ein paar Jahren hat es geheißen, der Kanton St. Gallen wolle da oben sein Lungensanatorium errichten; es ist jedoch nichts daraus geworden. Dagegen haben nun andere Leute die Schönheiten Amdens entdeckt und man spricht seit einiger Zeit von geheimnisvollen steinreichen Leuten, die in Amden zu “fabelhaften Preisen” Grund und Boden kaufen und sich dort häuslich einzurichten beginnen. Man hat mir in Amden gesagt, daß bisher auf dem Gebiete der Gemeinde für rund 400.000 Fr. Liegenschaften an die “Amerikaner” verkauft worden seien; die Preise sind nach Amdener Verhältnissen hoch; bezahlt wurde prompt und beim Handel gabs kein Markten. So ist über Nacht schon mancher Amdener sein “Heimwesen” zu einem Preise losgeworden, der ihm als großes Vermögen vorkam. Man reibt sich denn auch in dem armen Bergdorfe vergnügt tie Hande; nur der Herr Pfarrer und der Herr Kaplan sind nicht gar erbaut von der geheimnisvollen Geschichte, denn die reichen Eindringlinge gehören einer christlich-kommunistischen Sekte an, die aus Nordamerika herübergekommen ist und in dem weltverlorenen Bergneste eine Kolonie gegründet hat. Gründer und Leiter der Kolonie soll ein Herr ''Klein'' sein, dessen Vorfahren in Mainz das Bürgerrecht besaßen; er selbst sei vor 15 Jahren aus Meran nach Nordamerika ausgewandert. Herr ''Klein'' hat schon vor zwei Jahren das Gut “Krappenhof” bei Amden angekauft und sich dort häuslich niedergelassen. Bald sind andere Familien und auch einzelne Personen nachgekommen und der Gemeinschaft beigetreten. Jeder legt sein Hab und Gut in die gemeinsame Kasse; die Mahlzeiten werden gemeinsam eingenommen, während die Unterkunft nicht kasernenmäßig eingerichtet ist. Die Leute siedeln sich nach ihrem Gutdünken in einem der angekauften Häuser an. Die “Villa Arbenz” in Weesen wird gegenwärtig für Künstler eingerichtet. Es soll auch eine Marienkapelle in Arnden gebaut werden, und wenn es die Regierung erlaubt, so wird die Kolonie auch eine eigene Schule auftun. Die Sekte erwartet einen neuen Christus, der zu Ostern 1904 in Amden sein Reich aufrichten soll. – Da brauchen wir erfreulicherweise nicht lange zu warten, um zu sehen ob die Gläubigen Recht haben.«
  
Einen Tempel will er bauen, ebenso eine Bahn vom Walensee zum Speer. Auf dem Grappenhof in Amden lässt sich Josua Klein 1903 als religiöser Erneuerer mit Familie und Getreuen nieder. Er endet als Schwindler, die Siedlung aber bleibt. 
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(Source: monteverita.net /Namslauer Stadtblatt, 32. Jahrg., 14. November 1903, Nr. 89
  
Im Jahr 1867 kommt Josua Klein im Schloss Erlach in Obermais bei Meran zur Welt. Sein Vater ist ein freireligiöser Privatgelehrter und Schriftsteller, seine Mutter Dichterin. Gut behütet wächst er auf, verlässt mit 21 Jahren das Südtirol und reist nach Amerika. 1901 kehrt er mit Frau und zwei Söhnen nach Europa zurück, theosophische und okkulte Geschichten im Gepäck. Zur selben Zeit kauft Max Nopper, ein aus Gewissensgründen aus dem Dienst der Württembergischen Armee ausgetretener Offizier, in der sankt-gallischen Berggemeinde Amden das Heimwesen Grappen. Josua Klein kommt hier erstmals 1902 zu Besuch, im April 1903 lässt er sich hier mit seiner Familie nieder.
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➤<u>Das Bergdorf Amden als Lebensmittelpunkt</u>
  
Auf der nach Süden ausgerichteten Sonnenterrasse über dem Walensee blüht seine Phantasie. Von Baron Hoffmann aus Leipzig erhält er umgerechnet 400'000 Franken, um in Amden eine Siedlung aufzubauen – Klein interpretiert die grosszügige Gabe als Honorar für seine Mitwirkung bei der Heilung einer seelisch erkrankten preussischen Prinzessin. Schon im Juni und Juli 1903 kauft er für 321'850 Franken zehn Wohnhäuser, 23 Wirtschaftsgebäude, dazu Wiesen, Äcker und Wald, lässt die Häuser soweit nötig instandstellen, dazu eine Scheune und einen Zentrumsbau bauen. Die Kolonie Grappenhof entsteht als Spielplatz experimenteller Lebensformen und religiöser Visionen. Josua Klein sieht sich als Lebensreformer, träumt von der Realisierung eines irdischen Paradieses.«
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1902 grün­det der Österreicher ''Josua Klein'' im St. Galler Bergdorf Amden die Kolonie «Grappenhof» als Spielplatz ex­pe­ri­men­tel­ler Lebensformen und re­li­giö­ser Visionen. Dem Visionär fol­gen zahl­rei­che Künstler, so un­ter an­de­rem im Jahr 1903 ''Hugo Höppner («Fidus»)'', wel­cher als eine Ikone der Jugendbewegung gilt und sich ei­ner ve­ge­ta­ri­schen Lebensweise ver­schreibt. Obwohl ''Klein'' – als Betrüger ver­schmäht – Amden nach ei­ni­gen Jahren wie­der ver­lässt, er­wacht we­ni­ge Jahre spä­ter eine neue Künstlerkolonie im Bergdorf. Der Maler ''Hermann Huber'' kommt 1911 in nach Amden und holt 1912 ''Otto Meyer'' auf den Berg. Weitere Maler wie ''Albert Pfister, Willi Baumeister, Oskar Schlemmer'' und ''Johannes Iten'' be­su­chen Amden. ''Otto Meyer-Amden'' – er gibt sich den Namenszusatz «''-Amden''»  selbst als Zeichen sei­ner Verbundenheit mit dem Dorf – wei­le bis 1928 in Amden und schafft hier sei­ne Hauptwerke.
  
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(Quelle: http://www.eletto.ch/otto-meyer-amden-ein-geheimnisumwobener-kuenstler/)
  
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http://www.umbruch-verlag.de/PDF/1904%20-Gusto%20Graeser_Amden%20am%20Walensee.pdf ___ https://www.atelier-amden.ch/1_geschichte.html
  
 
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Version vom 11. Februar 2020, 19:20 Uhr

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Klein, Josua (* Obermais bei Meran, Südtirol … 1867 † … 1945 Wien–Penzing (Austria))


Inhaltsverzeichnis

Neuer Bund

Evangelien–Harmonie und Erklärte Apokalypse. [Anonym übersetzt [?] / herausgegeben von Josua Klein]

Meran, Südtirol: F. W. Ellmenreich´s Verlag. 1894

Koph.png Wortstimme
Bookmitband.gif
Zum Buch:
  • 1. Teil: Evangelien– Harmonie / Organisch– Ästhetisch / Wortgetreu / Ohne Zusatz, ohne Weglasse, ohne Widerspruch.
  • 2. Teil: Erklärte Apokalypse / Organisch–Historisch / Wortgetreu / Real – Ideal

Gebundener, fadengehefteter Oktavband; (12), 280 & (4) S. Antiquadruck. Bibeldünndruckpapier. Schrifttexte einspaltig mit Fundorten (in der Harmonie) und Versangaben am Rand, Kapitelüberschriften, weiterhin Erklärungen und Verweisstellen in Fußnoten.

Als Suchfunktion für die Harmonie dienen: I.) "Typische Einzelmomente in chronologischer Reihenfolge. II) Controll-Tabelle. III) Parallelen. IV) Bedeutung der Namen.

Als eine Art Einleitung bzw. Vorwort dient eine Einführung, betitelt "Gotteswort!"; diese ist unterschrieben mit Ewiger Bund Jehovah–Christus, jedoch weder mit Datum noch mit Namen versehen. Josua Klein tritt im gesamten Buch namentlich nicht in Erscheinung. Man kann J. Klein nur als Autoren dingfest machen, indem man seinen Hinweis auf ein weiteres Buch »Leben / Organische Philosophie und Poesie / Geistes–Ehe«, ebenfalls im Verlag von F. W. Ellmenreich erschienen (1888), in den Bibliothekskatalogen recherchiert.


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Biogramm:

➤ »1902 gründete Josua Klein die Kolonie Grappenhof. Das wunderschöne Amden eignet sich, ein „Gottesreich auf Erden“ zu erschaffen. Amden sollte ein Wallfahrtsort werden. Josua Klein kaufte viel Land und Häuser und wurde zum grössten Bodenbesitzer Amdens. Er liess die Gebäude renovieren und errichtete den Grappenhof, wo zeitweise bis 40 Leute wohnten. Weiter plante er eine Bahn auf den Speer und verschiedene Tempelgebäude in Amden.

1903 holte Klein den deutschen Künstler und Weltverbesserer Fidus nach Amden. Fidus war eine Ikone der Jugendbewegung und verschrieb sich einer naturgemässen und vegetarischen Lebensweise. Ebenso lehnte er den Kapitalismus und den Kommunismus ab. Fidus entwarf für das Gebiet Grappen einen grossen „Tempel der Eisernen Krone“, ein tolles Gebäude im Jugendstil. Anstelle einer Treppe war eine Rampe vorgesehen. Eine Rampe kann man mit hocherhobenem Kopf besteigen und ermöglicht das genaue Betrachten des Gebäudes. Bei einer Treppe muss man stets nach unten blicken, um nicht zu straucheln – interessantes Detail. Für Betlis entwarf er den „Tempel der Erde“. Das Innere des Tempels schmückte die Figur „Herr der Erde“. Weiter plante Fidus in Amden den „Tempel der Tat“, ein monumentaler Bau von 30 m Höhe. All diese Bauten der Weltverbesserer wurden nicht realisiert. Das Projekt scheiterte 1906 wegen Geldmangels. Josua Klein übersiedelte in die USA. Nur wenige Jahre später erwachte eine neue Künstlerkolonie in Amden. Der Maler Hermann Huber kam 1911 nach Amden und holte 1912 Otto Meyer ins Bergdorf. Weitere Maler wie Albert Pfister, Willi Baumeister, Oskar Schlemmer und Johannes Iten besuchten Amden. Otto Meyer-Amden (er gab sich den Namen selbst als Zeichen seiner Verbundenheit mit dem Dorf) weilte bis 1928 in Amden und schuf hier seine Hauptwerke. (Quelle: kulturamden.ch)

➤ »Im Jahr 1903 kaufte Josua Klein in Amden, einer am Walensee in der Schweiz gelegenen Berggemeinde, für sehr viel Geld zahlreiche Häuser und Wiesen, Äcker und Wälder. Josua Klein, Sohn eines freireligiösen Privatgelehrten, und Max Popper (1861-1932), ein aus Gewissensgründen aus dem Dienst der Württembergischen Armee ausgetretener Offizier, ließen die erworbenen Häuser reparieren und eine große Scheune und einen Zentrumsbau errichten. Josua Klein plante in Amden Tempel errichten zu lassen und engagierte für diese Aufgabe den Berliner Künstler Fidus (1868-1948). Unter deutschen Lebensreformern hieß es, in Amden entstehe ein Gottesreich auf Erden, und mit wachem Interesse verfolgten die Gründer der Siedlung Monte Verità am Lago Maggiore die Aktivitäten am Walensee. Die Überzeugung, es liege in der Macht des einzelnen Menschen, sich den Konsequenzen historischer Prozesse zu entziehen, verbunden mit dem Glauben, daß in jeder Mikrogesellschaft der Keim für eine neue und bessere Welt liege, war zentral für die Amdener Siedler und später auch wirksam im Künstlerkreis um Otto Meyer-Anden (1885-1933), dem unter anderem Oskar Schlemmer, Willi Baumeister, Albert Pfister und Hermann Huber angehörten.« (degruyter.com)

»Vom Schweizer, der aus einer kleinen Berggemeinde ein irdisches Paradies machen wollte – und scheiterte:

Einen Tempel will er bauen, ebenso eine Bahn vom Walensee zum Speer. Auf dem Grappenhof in Amden lässt sich Josua Klein 1903 als religiöser Erneuerer mit Familie und Getreuen nieder. Er endet als Schwindler, die Siedlung aber bleibt. 

Im Jahr 1867 kommt Josua Klein im Schloss bzw. Ansitz Erlach in Obermais bei Meran zur Welt. Sein Vater ist ein freireligiöser Privatgelehrter und Schriftsteller, seine Mutter Dichterin. Gut behütet wächst er auf, verlässt mit 21 Jahren das Südtirol und reist nach Amerika. 1901 kehrt er mit Frau und zwei Söhnen nach Europa zurück, theosophische und okkulte Geschichten im Gepäck. Zur selben Zeit kauft Max Popper, ein aus Gewissensgründen aus dem Dienst der Württembergischen Armee ausgetretener Offizier, in der sankt-gallischen Berggemeinde Amden das Heimwesen Grappen. Josua Klein kommt hier erstmals 1902 zu Besuch, im April 1903 lässt er sich hier mit seiner Familie nieder.

Auf der nach Süden ausgerichteten Sonnenterrasse über dem Walensee blüht seine Phantasie. Von Baron Hoffmann aus Leipzig erhält er umgerechnet 400'000 Franken, um in Amden eine Siedlung aufzubauen – Klein interpretiert die grosszügige Gabe als Honorar für seine Mitwirkung bei der Heilung einer seelisch erkrankten preussischen Prinzessin. Schon im Juni und Juli 1903 kauft er für 321'850 Franken zehn Wohnhäuser, 23 Wirtschaftsgebäude, dazu Wiesen, Äcker und Wald, lässt die Häuser soweit nötig instandstellen, dazu eine Scheune und einen Zentrumsbau bauen. Die Kolonie Grappenhof entsteht als Spielplatz experimenteller Lebensformen und religiöser Visionen. Josua Klein sieht sich als Lebensreformer, träumt von der Realisierung eines irdischen Paradieses.« (Quelle: nzz.ch)

Eine geheimnisvolle Sekte

Eine geheimnisvolle Sekte hat sich in der Schweiz niedergelassen. Man schreibt darüber der “Frankf. Ztg.”: Wenn man auf der Fahrt von Zürich nach Chur am Walensee vorbeihuscht, so wird kaum einem Reisenden das große Bergdorf Amden entgehen, das auf der anderen Seite hoch über dem See von hochragender Bergterasse herabschaut Eine neue wunderschöne Bergstraße führt zum Städtchen Weesen in 1 1/2 Stunden nach Amden hinauf; es ist eine der schönsten Straßenstrecken der Schweiz mit prachtvollen Wasser- und Bergveduten. Vor ein paar Jahren hat es geheißen, der Kanton St. Gallen wolle da oben sein Lungensanatorium errichten; es ist jedoch nichts daraus geworden. Dagegen haben nun andere Leute die Schönheiten Amdens entdeckt und man spricht seit einiger Zeit von geheimnisvollen steinreichen Leuten, die in Amden zu “fabelhaften Preisen” Grund und Boden kaufen und sich dort häuslich einzurichten beginnen. Man hat mir in Amden gesagt, daß bisher auf dem Gebiete der Gemeinde für rund 400.000 Fr. Liegenschaften an die “Amerikaner” verkauft worden seien; die Preise sind nach Amdener Verhältnissen hoch; bezahlt wurde prompt und beim Handel gabs kein Markten. So ist über Nacht schon mancher Amdener sein “Heimwesen” zu einem Preise losgeworden, der ihm als großes Vermögen vorkam. Man reibt sich denn auch in dem armen Bergdorfe vergnügt tie Hande; nur der Herr Pfarrer und der Herr Kaplan sind nicht gar erbaut von der geheimnisvollen Geschichte, denn die reichen Eindringlinge gehören einer christlich-kommunistischen Sekte an, die aus Nordamerika herübergekommen ist und in dem weltverlorenen Bergneste eine Kolonie gegründet hat. Gründer und Leiter der Kolonie soll ein Herr Klein sein, dessen Vorfahren in Mainz das Bürgerrecht besaßen; er selbst sei vor 15 Jahren aus Meran nach Nordamerika ausgewandert. Herr Klein hat schon vor zwei Jahren das Gut “Krappenhof” bei Amden angekauft und sich dort häuslich niedergelassen. Bald sind andere Familien und auch einzelne Personen nachgekommen und der Gemeinschaft beigetreten. Jeder legt sein Hab und Gut in die gemeinsame Kasse; die Mahlzeiten werden gemeinsam eingenommen, während die Unterkunft nicht kasernenmäßig eingerichtet ist. Die Leute siedeln sich nach ihrem Gutdünken in einem der angekauften Häuser an. Die “Villa Arbenz” in Weesen wird gegenwärtig für Künstler eingerichtet. Es soll auch eine Marienkapelle in Arnden gebaut werden, und wenn es die Regierung erlaubt, so wird die Kolonie auch eine eigene Schule auftun. Die Sekte erwartet einen neuen Christus, der zu Ostern 1904 in Amden sein Reich aufrichten soll. – Da brauchen wir erfreulicherweise nicht lange zu warten, um zu sehen ob die Gläubigen Recht haben.«

(Source: monteverita.net /Namslauer Stadtblatt, 32. Jahrg., 14. November 1903, Nr. 89

Das Bergdorf Amden als Lebensmittelpunkt

1902 grün­det der Österreicher Josua Klein im St. Galler Bergdorf Amden die Kolonie «Grappenhof» als Spielplatz ex­pe­ri­men­tel­ler Lebensformen und re­li­giö­ser Visionen. Dem Visionär fol­gen zahl­rei­che Künstler, so un­ter an­de­rem im Jahr 1903 Hugo Höppner («Fidus»), wel­cher als eine Ikone der Jugendbewegung gilt und sich ei­ner ve­ge­ta­ri­schen Lebensweise ver­schreibt. Obwohl Klein – als Betrüger ver­schmäht – Amden nach ei­ni­gen Jahren wie­der ver­lässt, er­wacht we­ni­ge Jahre spä­ter eine neue Künstlerkolonie im Bergdorf. Der Maler Hermann Huber kommt 1911 in nach Amden und holt 1912 Otto Meyer auf den Berg. Weitere Maler wie Albert Pfister, Willi Baumeister, Oskar Schlemmer und Johannes Iten be­su­chen Amden. Otto Meyer-Amden – er gibt sich den Namenszusatz «-Amden» selbst als Zeichen sei­ner Verbundenheit mit dem Dorf – wei­le bis 1928 in Amden und schafft hier sei­ne Hauptwerke.

(Quelle: http://www.eletto.ch/otto-meyer-amden-ein-geheimnisumwobener-kuenstler/)

http://www.umbruch-verlag.de/PDF/1904%20-Gusto%20Graeser_Amden%20am%20Walensee.pdf ___ https://www.atelier-amden.ch/1_geschichte.html