Klein, Josua

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Klein, Wilhelm ( * Mainz/ Rhein 14. Sept. 1834 † 17. Feb. 1913 Meran, Südtirol) Religionswissenschaftler

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Klein, Josua (* Obermais bei Meran, Südtirol 9. Mai 1867 † 27. Mai 1945 Wien–Penzing (Austria)) Wanderprediger, Theosoph.

Klein, Ella (* … † …)

Klein, Theodora (* … † 13. Feb. 1945 … (Chile))

Klein, Johanna (* … † … )

Klein, Gottfried "Godfrey de Manuel" (* … … † … 1960 Obermais bei Meran, Südtirol)

Die Autorenschaft Josua Kleins für die beiden untenstehenden Buchtitel wird von google– books und einem Bibliotheksportal behauptet, entspricht aber nicht durchgängig der Wahrheit. Kein Bibliothekskatalog hat für diese Titel einen Autorennamen als sicher erkannt. Bei der Abfassung des ersten, sehr umfangreichen Buches wäre Josua Klein gerade mal 21 Jahre alt gewesen; ziemlich klar ist, daß sein Vater Wilhelm diese beiden Buch geschrieben bzw. herausgegeben hat. Sohn Josua und, zum kleinen Teil seine Geschwister, haben allerdings die übersetzten Bibeltexte beigetragen.
Diese Visitenkarte Josua Kleins stammt aus den späten 30er Jahren, als er bereits in Wien wohnte, 
also vierzig Jahre, nachdem er als Bibelübersetzer tätig war. (Quelle: R. Kurzmeyer, 1999, s. u.)


Leben • Organische Philosophie und Poesie • Geistes–Ehe

[Anonym herausgegeben von Wilhelm Klein, unter Mitarbeit von Josua Klein und Geschwistern]

Meran, Südtirol: F. W. Ellmenreich´s Verlag. 1888

Koph.png Wortstimme

6 Ich, Jehova, dein Elohim, welcher führte dich vom Land Aegypten, vom Haus der Knechte.

7 NIcht soll die sein andre Elohim vor meinen Angesichten.

8 Nicht mache dir Bildniss, noch irgend Gleichniss, welche in Himmeln oben, oder auf Erden unten, oder welche in Wassern unter der Erde.

9 Nicht beuge dich ihnen, und nicht verehre sie. 11 Nicht ziehe den Namen Jehovas, deines Elohim, ins Eitle, denn nicht ungestraft lässt Jehova den, welcher zieht seinen Namen ins Eitle.

12 Gedenke des Tages des Sabbaths, ihn zu heiligen; 13 sechs Tage arbeite und thue all dein Werk; 14 aber der siebte Tag Sabbath (Ruhe) Jehovah, deinem Elohim.

16 Ehre deinen Vater und deine Mutter, auf dass sich verlängern deine Tage, und auf dass es dir wohlergehe in dem Land, welches Jehovah, dein Elohim, dir gibt.

17 Nicht morde. Nicht ehebreche. Nicht stehle. Nicht rede wider deinen Nächsten ein falsches Zeugniss.

Deuter. 5

38 Und sie sollen sein mein Volk, / Und ich will sein ihr Elohim.

39 Und geben will ich ihnen einerlei Herz und einerlei Weg, / Zu fürchetn mich alle Tage, / Zum Wohl ihnen und ihren Kindern nach ihnen!

40 Ja, schliessen will ich mit ihnen einen Ewigen Bund, / Dass ich nicht wenden will mich ab von ihnen, Gutes ihnen zu thun, / Und will pflanzen sie in diesem Lande in Wahrheit / Mit meinem ganzen Herzen und meiner ganzen Seele!

Jeremia C. 32 (J...a.)
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Zum Buch:

Oktavband in Antiquadruck; (6) & 696 S. Autorennamen sind nirgendwo angegeben, d. h. die Kleins arbeiteten als Anonymi.

Inhalt:

  • Einleitung • 1) Psychische Analyse • 2) Logische Analyse • 3) Das Semitische Willens– und Arische Intellectual–Princip • 4) Bibel– und Weltliteratur: Heilige und Arische Bibel • 5) Theologie: Katholicismus, Protestantismus, Neue Kirche. • 6) Philosophie: GeistGedanken der grössten Philosophen • 7) Naturwissenschaft: Geistige Aussprüche der grössten Naturforscher, Aerzte und Mathematiker • 8) Kirche, Staat, Gesellschaft • 9) Mechanisch – Organisch: Arisch – Historische Aufzeichnungen • 10) Das Sein im Werden: Jehova–Christus! • 11) Poesie • Tod und Leben – Nachklang.

Die biblischen Texte sind unter der Rubrik 4) ´Heilige Bibel, Gottes– Wort, Alter Bund / Neuer Bund` zu finden. Im einzelnen sind folgende Texte vorhanden (A= Auswahl): Alter Bund:

  • Gen. 1:1–5, 2:1–24a • 3:1–6.14– 24, 6:2–3, 7:10.12.19–24, 8:4–11.20–22, Verse aus den Kap. 9, 11, 12, 14, 15, 17, 19, 21, 25 28, 32, 49.
  • Exod. 3, 19 • Num 14, 24 • Deut 5, 10, 11, 12, 15, 22, 32, 33 • Jos. 1.
  • Auswahl aus 2. Sam 22 • 1 Kön 19 • 2 Kön 2
  • Psalmen 18 (A), 22, 25, 32, 42, 84, 96, 97, 103, 117, 121, 126, 130 • Hohelied 8 (A) •
  • Auswahl aus Jesaia 1, 2, 8, 9, 10, 11, 13, 19, 26, 30, 43, 45, 51, 57, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 66
  • Auzüge aus Jeremjah 31 • Klagelieder 1, 2, 3, 5 • Jecheskel 1, 37 • Daniel 7, 9 • Jonah 2 • Chab 3 • Hosch 4, 5, 8 • Mich 7 • Joel 2 • Amos 5, 8 • Obadja • Sach 14 • Nachum 1 • Sach 2, 14 • Chogg 2 • Zeph 1 • Mal 3.

"Im Nachklang der Lebenssaiten" sind weitere Texte, laut Verfasser von seinen Kindern verfasst, übertragen:

Psalmen 15 • 19 • 24 • Jeschaia 55 • Jeremjah 32.

Neuer Bund:

Evv–Harmonietexte: Jesu Verkündigung & Geburt • Das Wort • Die Taufe • Die Versuchung • Jünger • Hochzeit zu Kana • Nicodemus • Die Samariterin • Busspredigt • Die Seligkeiten • Feindesliebe • Gebet • Das Reich der Himmel • Fleich & Blut • Zeicheforderung – Selbstverleugung • Glaubens– und Gebetsmacht • Die Kindlein • Der gute Hirte • Martha & Maria • Ehescheidung • Lazarus • Königlicher Einzug in Jerusalem • Tempelreinigung – Höchstes Gebot • Ende des Aeons • Taufe–Abendamhl; Getsehmane–Golgatha; Auerstehung–Himmelfahrt •• Apokalypse: Busse • Der Thron • Das Lamm • Die zwei Zeugen • Das Sonnenweib • Das Ewige Evangelium • Das Ende • Das Neue.

In 5): Theologie sind noch Texte aus der Apostelgeschichte Kap. 1, 2, 7, 8, 9, 12, 13 und 20, sowie den Briefen übertragen: 2. Pet., 1. Joh. 1 & 2. Kor., Jacobus und Judas.

Geweiht ist das Buch "Dem Ewigen". Die Einleitung umfasst vier Seiten und ist weder datiert noch verortet.

Zu den biblischen Texten ist im Abschnitt "Bibel u. Weltliteratur" folgendes ausgeführt:

»Die ganze Bibel wird gegenwärtig in obiger Weise nach dem angegebnen organischen Princip von des Verfassers ältestem Sohn übersetzt und sind schon einzelne Theile, wie Propheten, Psalmen etc. vollendet. In den hier verbundnen Einzeltheilen, wo of Verse aus ihrem sonstigen Zusammenhang genommen, konnte und durfte mehr das Aesthetische berücksichtigt werden, da es besonders darauf ankam, dieses zum vollen Ausdruck zu bringen, bei der Uebersetzung im Ganzen musste diese Rücksicht zurücktreten, um für das gleiche Wort im Grundtext auch möglichst immer das gleiche in der Uebertragung zu wählen, obschon bei de großen Umfang in der Bedeutung der hebräischen Stämme darin ein weiter Spielraum gelassen und die andern Uebersetzungen sich oft die grössten Freiheiten nach verschiednen Seiten erlauben. (…)«

Fest steht, dass der Verfasser dem biblischem Wort höchste Achtung entgegenbringt.

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»Ein äußerst kurioses u. unfreiwillig heiteres Werk, das mit seltsamen Gegenüberstellungen u. Erkenntnissen verblüfft. Ein beispielhaftes Zitat: "Durch Christus, die vorbildlich erste Erfüllung der Maschiaidee des Judenthums - die erst mit seiner Wiederkunft ihre volle und ganze Realisirung erhält - ward der Monotheismus in immer weitern Kreisen allen Culturvölkern zugeführt [...] Wie uns im semitischen Judenthume der hehre Gottesbegriff entgegentritt, so im arischen Heidenthum der Begriff der reinen Ehe, freilich nur sporadisch [sic!], aber glänzend und blendend in einigen orientalischen Episoden und griechischen Mythen, wie er auch in Hellas und Rom, wenn auch nur äusserlich, einen staatlich rechtlichen Ausdruck gefunden; bei den alten Germanen dagegen einen gemüthlich-innerlichen, der freilich erst im Christenthume die höhere Weihe empfing, das, richtig erfasst, Juden- und Heidenthume, den wahren Begriff der Gottheit und der Ehe, zu einem organisch-höhern Geistesleben eint.« (Rezension eines Buchhändlers)

Neuer Bund

Evangelien–Harmonie und Erklärte Apokalypse.

[Anonym herausgegeben von Wilhelm Klein, Schrifttexte übersetzt von Josua Klein]

Meran, Südtirol: F. W. Ellmenreich´s Verlag. 1894

Koph.png Wortstimme

Und abermal nimmt ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit in einem Augenblick und sagt ihm: Diese Macht will ich dir allesammt geben und ihre Herrlichkeit, denn mir ist sie übergeben, und wem ich denn geben will, geb ich sie; so Du nun niederfällst, vor mir anbetest, soll alles dein sein.

Und es antwortete ihm Jesus, sprach: Heb dich hinweg hinter mich, Satan! denn geschrieben steht: Anbeten sollst du den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen! –

Und da der Teufel alle Versuchung vollendet, wich er von ihm eine Zeit lang; und Engel kamen und dienten ihm.

Synopse Mt 4 / Luk 4

3 Und sie singen das Lied Moses´, und das Lied des Lammes, sprechen: Gross und wunderbar deine Werke, Herr, Gott, du Allgewaltiger, gerecht und wahrhaftig deine Wege, du König der Aeonen!

4 Wer wird nicht fürchten dich, Herr, und verherrlichen deinen Namen! Denn allein heilig d, ja, alle Völkerschaften werden kommen und anbeten vor dir, denn deine Gerichte sind geoffenbaret!

5 Und danach sah ich und siehe, aufgethan ward der Tempel der Hütte des Zeugnisses in dem Himmel, 6 und ausgingen die sieben Engel, die hatten die sieben Plagen, von dem Temple, bekleidet mit reinem, glämzendem Linnen und gegürtet um die Brust mit goldnen Gürteln.

7 Und eins von den vier Lebend´gen gab den sieben Engeln sieben goldne Schalen voll vom Grolle Gottes, der da lebt in die Aeonen der Aeonen!

8 Und es ward der Tempel voll Rauch von der Herrlichkeit Gottes und von seiner Kraft, und Niemand konnte eingehen in den Tempel, bis beendet die sieben Plagen der sieben Engel!

Erklärte Apokalypse 15
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Zum Buch:
  • 1. Teil: Evangelien– Harmonie (Text revidiert zu 1888) / Organisch– Ästhetisch / Wortgetreu / Ohne Zusatz, ohne Weglasse, ohne Widerspruch.
  • 2. Teil: Erklärte Apokalypse / Organisch–Historisch / Wortgetreu / Real – Ideal

Gebundener, fadengehefteter Oktavband; (12), 280 & (4) S. Antiquadruck. Bibeldünndruckpapier. Schrifttexte einspaltig mit Fundorten (in der Harmonie) und Versangaben am Rand, Kapitelüberschriften, weiterhin Erklärungen und Verweisstellen in Fußnoten.

Als Suchfunktion für die Harmonie dienen: I.) "Typische Einzelmomente in chronologischer Reihenfolge. II) Controll-Tabelle. III) Parallelen. IV) Bedeutung der Namen.

Als eine Art Einleitung bzw. Vorwort dient die Einführung, betitelt "Gotteswort!"; diese ist unterschrieben mit Ewiger Bund Jehovah–Christus, jedoch weder mit Datum noch mit Namen versehen. Josua Klein oder sein Vater / Bruder tritt / treten im gesamten Buch namentlich nicht in Erscheinung. Man kann ein Mitglied der Fam. Klein nur als Autor/en dingfest machen, indem man einen Hinweis auf ersteres Buch »Leben / Organische Philosophie und Poesie / Geistes–Ehe« (siehe oben), ebenfalls im Verlag von F. W. Ellmenreich erschienen (1888), in den Bibliothekskatalogen recherchiert.


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Bibliographie:

Roman Kurzmeyer: Viereck und Kosmos, Künstler, Lebensreformer, Okkultisten, Spiritisten in Amden 1901–1912: Max Nopper, Josua Klein, Fidus, Otto Meyer–Amden. Edition Voldemeer Springer. Zürich (Schweiz) 1999

Biogramme:

Wilhelm Klein: Verfasser verschiedener Schriften zu weltanschaulichen und lebenskundlichen Schriften war. Seine Frau Maria Sophia Klein geb. von Manuel (* Neapel (Italien) 15. Sep. 1834 † 25. Feb. 1883 Meran, Südtirol) war Dichterin. Er hatte mindestens eine Schwester, die unter dem Pseudonym H. Tebasile ( = anagraphisch von Elisabeth) einen Gedichtband "Frühlings–Blüthen (Frühlingsblüthen)" herausgegeben hatte, der 1867 beim Baseler Verlag Balmer & Riehm erschienen war.

Weiterhin waren ihm zwei Söhne und drei Töchter geboren; der älteste Sohn unterzeichnete im ersten Buch (1888) einen Prophetentext mit J...a, dabei dürfte es sich um Josua Klein handeln. Es ergibt sich allerdings ein Problem: Auf S. 667 in »Leben Organische Philosophie …« schreibt Vater Wilhelm:

»Man kann es anmasend finden, wenn Verfasser hier auch noch kleine Beiträge seiner Kinder bietet. (…) Der erste Beitrag (= Psalm 15) ist eine Bibelübersetzungsprobe des Aeltesten, die drei mittlern Gefühle und Phantasien seiner Schwestern (= Ps 19, 24, Jeschajah C. 55), und der Schluss ist von dem jüngern Bruder (= Jeremjah C. 32).« Letzterer ist aber mit J...a unterzeichnet (siehe WS). Wenn J...a mit Josua gleichzusetzen ist, dann wäre er nicht der älteste Sohn; das ist aber verbrieft.

Josua:

  • Josua heiratete Wilhelmine geb. Anderson (1866), daraus die Söhne Willi (*1892) und Fritz (*1896).
  • Beziehung zu Margarethe Nopper, daraus 3 Töchter: Hella Wilhelmina Margaretha (*1910), Johanna Elisabeth Maria Sophia (*1912), Erika Frieda Theodora (*1913).
  • Lebensgefährtin Karina Umlauf (1898–1964), mit ihr Sohn Baldur (*1921), Tochter Gerda (*1925), die Söhne Erich (*1926), Immanuel (*1928) und Walter (*1930).

Stationen:

  • Bis 1888 im elterlichen Haus in Obermais in absoluter Abgeschiedenheit; von Privatlehrern zu Hause unterrichtet • Ab 1888 Ausreise nach U.S.A. mit Bruder > 1890 St. Louis MI (U.S.A.) • 1902 Amden Ct. St. Gallen • 1906 Texas (U.S.A.) • 1908 Amden SG • 1912 Scheidegg, Schwaben • 1914 U.S.A. • 1916 interniert auf Ellis Island, N.Y. • 1920 Abschiebung nach Europa: Wien (Austria) • 1921 Grappenhof in Amden SG > Parsch b. Salzburg, Oö. • 1928/29 Windischgarsten, Oö • bis 1935 Marienhof in Pachern b. St. Peter, Steiermark • 1938 Grals–Siedlung des Abdruschin am Vomperberg b. Innsbruck, Tirol > Wien XIII. Bez. (Austria) • 1939 eingeliefert in die Wiener Städt. Heil– und Pflegeanstalt "Am Steinhof"; Diagnose: Manisches Zustandsbild bei einem Phantasten. Dort stirbt er, 78- jährig.

Aus dem Internet recherchiert:

➤ »1902 gründete Josua Klein die Kolonie Grappenhof. Das wunderschöne Amden eignet sich, ein „Gottesreich auf Erden“ zu erschaffen. Amden sollte ein Wallfahrtsort werden. Josua Klein kaufte viel Land und Häuser und wurde zum grössten Bodenbesitzer Amdens. Er liess die Gebäude renovieren und errichtete den Grappenhof, wo zeitweise bis 40 Leute wohnten. Weiter plante er eine Bahn auf den Speer und verschiedene Tempelgebäude in Amden.

1903 holte Klein den deutschen Künstler und Weltverbesserer Fidus nach Amden. Fidus war eine Ikone der Jugendbewegung und verschrieb sich einer naturgemässen und vegetarischen Lebensweise. Ebenso lehnte er den Kapitalismus und den Kommunismus ab. Fidus entwarf für das Gebiet Grappen einen grossen „Tempel der Eisernen Krone“, ein tolles Gebäude im Jugendstil. Anstelle einer Treppe war eine Rampe vorgesehen. Eine Rampe kann man mit hocherhobenem Kopf besteigen und ermöglicht das genaue Betrachten des Gebäudes. Bei einer Treppe muss man stets nach unten blicken, um nicht zu straucheln – interessantes Detail. Für Betlis entwarf er den „Tempel der Erde“. Das Innere des Tempels schmückte die Figur „Herr der Erde“. Weiter plante Fidus in Amden den „Tempel der Tat“, ein monumentaler Bau von 30 m Höhe. All diese Bauten der Weltverbesserer wurden nicht realisiert. Das Projekt scheiterte 1906 wegen Geldmangels. Josua Klein übersiedelte in die USA. Nur wenige Jahre später erwachte eine neue Künstlerkolonie in Amden. Der Maler Hermann Huber kam 1911 nach Amden und holte 1912 Otto Meyer ins Bergdorf. Weitere Maler wie Albert Pfister, Willi Baumeister, Oskar Schlemmer und Johannes Iten besuchten Amden. Otto Meyer-Amden (er gab sich den Namen selbst als Zeichen seiner Verbundenheit mit dem Dorf) weilte bis 1928 in Amden und schuf hier seine Hauptwerke. (Quelle: kulturamden.ch)

➤ »Im Jahr 1903 kaufte Josua Klein in Amden, einer am Walensee in der Schweiz gelegenen Berggemeinde, für sehr viel Geld zahlreiche Häuser und Wiesen, Äcker und Wälder. Josua Klein, Sohn eines freireligiösen Privatgelehrten, und Max Popper (1861-1932), ein aus Gewissensgründen aus dem Dienst der Württembergischen Armee ausgetretener Offizier, ließen die erworbenen Häuser reparieren und eine große Scheune und einen Zentrumsbau errichten. Josua Klein plante in Amden Tempel errichten zu lassen und engagierte für diese Aufgabe den Berliner Künstler Fidus (1868-1948). Unter deutschen Lebensreformern hieß es, in Amden entstehe ein Gottesreich auf Erden, und mit wachem Interesse verfolgten die Gründer der Siedlung Monte Verità am Lago Maggiore die Aktivitäten am Walensee. Die Überzeugung, es liege in der Macht des einzelnen Menschen, sich den Konsequenzen historischer Prozesse zu entziehen, verbunden mit dem Glauben, daß in jeder Mikrogesellschaft der Keim für eine neue und bessere Welt liege, war zentral für die Amdener Siedler und später auch wirksam im Künstlerkreis um Otto Meyer-Amden (1885-1933), dem unter anderem Oskar Schlemmer, Willi Baumeister, Albert Pfister und Hermann Huber angehörten.« (degruyter.com)

»Vom Schweizer, der aus einer kleinen Berggemeinde ein irdisches Paradies machen wollte – und scheiterte:

Einen Tempel will er bauen, ebenso eine Bahn vom Walensee zum Speer. Auf dem Grappenhof in Amden lässt sich Josua Klein 1903 als religiöser Erneuerer mit Familie und Getreuen nieder. Er endet als Schwindler, die Siedlung aber bleibt. 

Im Jahr 1867 kommt Josua Klein im Schloss bzw. Ansitz Erlach in Obermais bei Meran zur Welt. Sein Vater ist ein freireligiöser Privatgelehrter und Schriftsteller, seine Mutter Dichterin. Gut behütet wächst er auf, verlässt mit 21 Jahren das Südtirol und reist nach Amerika. 1901 kehrt er mit Frau und zwei Söhnen nach Europa zurück, theosophische und okkulte Geschichten im Gepäck. Zur selben Zeit kauft Max Popper, ein aus Gewissensgründen aus dem Dienst der Württembergischen Armee ausgetretener Offizier, in der sankt-gallischen Berggemeinde Amden das Heimwesen Grappen. Josua Klein kommt hier erstmals 1902 zu Besuch, im April 1903 lässt er sich hier mit seiner Familie nieder.

Auf der nach Süden ausgerichteten Sonnenterrasse über dem Walensee blüht seine Phantasie. Von Baron Hoffmann aus Leipzig erhält er umgerechnet 400'000 Franken, um in Amden eine Siedlung aufzubauen – Klein interpretiert die grosszügige Gabe als Honorar für seine Mitwirkung bei der Heilung einer seelisch erkrankten preussischen Prinzessin. Schon im Juni und Juli 1903 kauft er für 321'850 Franken zehn Wohnhäuser, 23 Wirtschaftsgebäude, dazu Wiesen, Äcker und Wald, lässt die Häuser soweit nötig instandstellen, dazu eine Scheune und einen Zentrumsbau bauen. Die Kolonie Grappenhof entsteht als Spielplatz experimenteller Lebensformen und religiöser Visionen. Josua Klein sieht sich als Lebensreformer, träumt von der Realisierung eines irdischen Paradieses.« (Quelle: nzz.ch)

Eine geheimnisvolle Sekte

Eine geheimnisvolle Sekte hat sich in der Schweiz niedergelassen. Man schreibt darüber der “Frankf. Ztg.”: Wenn man auf der Fahrt von Zürich nach Chur am Walensee vorbeihuscht, so wird kaum einem Reisenden das große Bergdorf Amden entgehen, das auf der anderen Seite hoch über dem See von hochragender Bergterasse herabschaut Eine neue wunderschöne Bergstraße führt zum Städtchen Weesen in 1 1/2 Stunden nach Amden hinauf; es ist eine der schönsten Straßenstrecken der Schweiz mit prachtvollen Wasser- und Bergveduten. Vor ein paar Jahren hat es geheißen, der Kanton St. Gallen wolle da oben sein Lungensanatorium errichten; es ist jedoch nichts daraus geworden. Dagegen haben nun andere Leute die Schönheiten Amdens entdeckt und man spricht seit einiger Zeit von geheimnisvollen steinreichen Leuten, die in Amden zu “fabelhaften Preisen” Grund und Boden kaufen und sich dort häuslich einzurichten beginnen. Man hat mir in Amden gesagt, daß bisher auf dem Gebiete der Gemeinde für rund 400.000 Fr. Liegenschaften an die “Amerikaner” verkauft worden seien; die Preise sind nach Amdener Verhältnissen hoch; bezahlt wurde prompt und beim Handel gabs kein Markten. So ist über Nacht schon mancher Amdener sein “Heimwesen” zu einem Preise losgeworden, der ihm als großes Vermögen vorkam. Man reibt sich denn auch in dem armen Bergdorfe vergnügt tie Hande; nur der Herr Pfarrer und der Herr Kaplan sind nicht gar erbaut von der geheimnisvollen Geschichte, denn die reichen Eindringlinge gehören einer christlich-kommunistischen Sekte an, die aus Nordamerika herübergekommen ist und in dem weltverlorenen Bergneste eine Kolonie gegründet hat. Gründer und Leiter der Kolonie soll ein Herr Klein sein, dessen Vorfahren in Mainz das Bürgerrecht besaßen; er selbst sei vor 15 Jahren aus Meran nach Nordamerika ausgewandert. Herr Klein hat schon vor zwei Jahren das Gut “Krappenhof” bei Amden angekauft und sich dort häuslich niedergelassen. Bald sind andere Familien und auch einzelne Personen nachgekommen und der Gemeinschaft beigetreten. Jeder legt sein Hab und Gut in die gemeinsame Kasse; die Mahlzeiten werden gemeinsam eingenommen, während die Unterkunft nicht kasernenmäßig eingerichtet ist. Die Leute siedeln sich nach ihrem Gutdünken in einem der angekauften Häuser an. Die “Villa Arbenz” in Weesen wird gegenwärtig für Künstler eingerichtet. Es soll auch eine Marienkapelle in Arnden gebaut werden, und wenn es die Regierung erlaubt, so wird die Kolonie auch eine eigene Schule auftun. Die Sekte erwartet einen neuen Christus, der zu Ostern 1904 in Amden sein Reich aufrichten soll. – Da brauchen wir erfreulicherweise nicht lange zu warten, um zu sehen ob die Gläubigen Recht haben.«

(Source: monteverita.net /Namslauer Stadtblatt, 32. Jahrg., 14. November 1903, Nr. 89

Das Bergdorf Amden als Lebensmittelpunkt

1902 grün­det der Österreicher Josua Klein im St. Galler Bergdorf Amden die Kolonie «Grappenhof» als Spielplatz ex­pe­ri­men­tel­ler Lebensformen und re­li­giö­ser Visionen. Dem Visionär fol­gen zahl­rei­che Künstler, so un­ter an­de­rem im Jahr 1903 Hugo Höppner («Fidus»), wel­cher als eine Ikone der Jugendbewegung gilt und sich ei­ner ve­ge­ta­ri­schen Lebensweise ver­schreibt. Obwohl Klein – als Betrüger ver­schmäht – Amden nach ei­ni­gen Jahren wie­der ver­lässt, er­wacht we­ni­ge Jahre spä­ter eine neue Künstlerkolonie im Bergdorf. Der Maler Hermann Huber kommt 1911 in nach Amden und holt 1912 Otto Meyer auf den Berg. Weitere Maler wie Albert Pfister, Willi Baumeister, Oskar Schlemmer und Johannes Iten be­su­chen Amden. Otto Meyer-Amden – er gibt sich den Namenszusatz «-Amden» selbst als Zeichen sei­ner Verbundenheit mit dem Dorf – wei­lte bis 1928 in Amden und schafft hier sei­ne Hauptwerke.

(Quelle: http://www.eletto.ch/otto-meyer-amden-ein-geheimnisumwobener-kuenstler/)

http://www.umbruch-verlag.de/PDF/1904%20-Gusto%20Graeser_Amden%20am%20Walensee.pdf ___ https://www.atelier-amden.ch/1_geschichte.html