Klausner, Max Albert

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Klausner, Mordechai Max Albert (* Kobylin, Posen 24. Nov. 1848 Mem.png 7. Sept. 1910 Berlin)


Die Gedichte der Bibel

In deutscher Sprache von M. A. Klausner. Mit Buchschmuck von Judith Klausner

Berlin N.W.: Verlag von S. Calvary & Co.

1. Teil: Prophetenworte. Sprüche Salomos

[= Prophetenworte aus der Torah, dem Richterbuch, die vorderen Propheten sowie das Buch Jona]

Berlin N.W.: wie oben. (1902) Zweite und dritte Auflage 1904

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"Dem Herrn, Jeschurun, ist keiner gleich,

Gedenke des Gott = Erhalters!

Er kommt zu Hilfe vom Himmelsrund

Hernieder auf seiner Wolke;

Der einst gefestet der Erde Grund

Bringt Schutz dem erwählten Volke.

Er heisst dich tilgen der Feinde Reihn,

Er lässt dich gesichert wohnen.

Haus Jakob soll seine Quell ihm weihn,

Das will er mit Segen lohnen.

Wer gleicht dir, Israel! Gottes Schwert

Wird Sieg dir und Heil bereiten.

Moses Segen. 5. Buch Mose, Kapitel 33
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Zum Buch:

Die Übertragung des jüdischen Autors ist im Versmaß dargeboten.

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2. Teil: Der Psalter

Berlin N.W.: wie oben. (1902) Zweite und dritte Auflage 1904

Koph.png Wortstimme

Mose's Gebet.

Herr, unsre Zuflucht seit der Väter Tagen,

Wir rufen dich. Noch eh die Berge wurden,

Eh noch die Erde und das All gekreist,

Bist du, o Herr, in Ewigkeit gewesen.

Den Staubgebornen fürst du zur Zerknirschung;

Dann sprichst du: Kehret wieder, Menschenkinder!

Vor dir sind tausend Jahre wie ein Gestern,

Kaum eine Nacht vor deinen ewgen Augen.

Psalm 90
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Zum Buch:

Gut 100 Jahre nach der Veröffentlichung von Klausners Psalmen haben Andreas Nachama und Marion Gardei einige seiner Texte in:

  • Du bist mein Gott, den ich suche: Psalmen lesen im jüdisch-christlichen Dialog (Gütersloher Verlagshaus 2012) ⇒ Nachama,_A._&_Gardei,_M.

neu herausgebracht. Hier sind noch weitere Psalmenübersetzungen vertreten, z. B. solche von Martin Buber, Moses Mendelssohn, Leopold Zunz, N. H. Tur- Sinay (sic!), S. R. Hirsch, der ´Bibel in Gerechter Sprache` und natürlich Martin Luther.

3. Teil: Das Hohelied. Das Klagelied. Das Buch Ijob. Das Buch Esther. Das Buch Ruth. Der Prediger

Berlin N.W.: wie oben. (1902) Zweite und dritte Auflage 1904

Koph.png Wortstimme

Ich habe es erfahren / Im hold bedrückten Traum, / Da ich den Liebsten weckte / Unter dem Apfelbaum.

Als Siegelring, Geliebter, / Leg mich an Herz und Arm! / Dort will ich bei dir ruhen, / So friedlich und so warm.

Gewaltig ist die Liebe, / Gewaltig wie der Tod, / Und wie der Hölle Feuer / Der Liebe Eifer loht.

Von aller Himmel Herren / Entstammt der Liebe Glut; / Kein Strom kann sie ersticken, / Fortführen keine Flut.

Und bötet ihr Haus und Habe / Für Liebe – eitler Wahn: / Der Liebe Himmelsgabe / Kann man nur frei empfahn.

Das Hohelied (VIII)

Habet Mitleid mit dem Armen, / Den Gott geschlagen! / Was verfolgt ihr mich, / Wie Gott es tut, und lasst mich nicht erwarmen?

Verzeichnet meine Worte, sage ich / / Mit Griffel und mit Blei, grabt sie in Stein, / Dass sie ein Denkmal seinen ewiglich – / So weiss ich: Einst seh ich Erlösungsschein.

Dann ist mein Leib nicht mehr; ich aber schaue / Den Ewgen, ohne Mittler, selbst, allein! Das Herz ersehnt es schmachtend, und ich baue, / Dass dies geschieht. / Verfolgt mich ferner nicht, / Verlangt nicht, dass ich mir nicht selbst vertraue, / Geht in euch, denket an des Herrn Gericht!

Buch Ijob, Kap. 19
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Zum Buch:

Gebundener, fadengehefteter Kleinoktavband, 226 S.. Mit Buchschmuck.

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Die Deutsche Bibel.

Ein Versuch. Von M. A. Klausner

In: Ost und West. Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum. Heft 5. 1910. X. Jahrgang

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Genesis I

Zum Projekt:

»Die Bibel ist das erste Buch, das in andere Sprachen übertragen worden ist. Die Zahl der Uebersetzungen, die sie gefunden hat, ist sehr gross. Die Notwendigkeit immer erneuten Versuchs, nicht bloss durch den natürlichen Wandel der Uebersetzungssprachen bestimmt, beweist die besondere Schwierigkeit ebensosehr, wie den Wert, den man auf getreue und würdige Wiedergabe zu legen nicht aufgehört hat. Fast konnte es scheinen, als hatte man nur die Wahl zwischen genauester Anschmiegung an das Original, wobei dem Geist der Uebersetzungs- sprache Gewalt angetan wurde, oder einer freien Behandlung des Urtextes, unvereinbar mit der Ehrfurcht, die dieser beansprucht. Hielt doch eine an sich löbliche Pietät sogar an Missverständnissen fest, die mit der Zeit als nicht zu missende Eigenheiten galten und beinahe die Meinung hervorriefen: das Bibelwort müsse ungefüge sein und durch jede Sprache fremdartig hindurchklingen.

Im Folgenden wir ein abermaliger Versuch gezeigt, die ersten drei Kapitel der Genesis umfassend. Darin bestimmt das heilige Original unbedingt den Wortlaut, für die Form ist einzig das Gesetz der deutschen Sprache massgebend.«

(zitiert aus der Vorrede). Klausners tragischer Tod nur wenige Monate nach Bekanntgabe des Projekts in der Presse verunmöglichte eine weitere Bibelausgabe aus jüdischer Hand.


Desweitern schrieb Klausner eine Streitschrift:

♦ Hie Babel - Hie Bibel!

Anmerkungen zu Professors Delitzsch´ zweitem Vortrag über Babel und Bibel.

Berlin N. W.: S. Calvary & Co. 1903.

29 S., 8°, O-Karton

Das Hohelied שיר השירים

Herausgegeben von Andreas Nachama und Marion Gardei. Mit Illustrationen von Astrid Saalmann

Berlin: Hentrich und Hentrich Verlag. 1. Auflage 2016.

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Zum Buch:

Information:

Die vorliegende Ausgabe führt in verschiedene spannenden Diskurse allgemeinverständlich ein und informiert in einer kurzen Auslegungsgeschichte aus jüdischer und christlicher Sicht sowie über die musikalische Adaption vom „Lied der Lieder“. Vorangestellt sind Zeichnungen der Künstlerin Astrid Saalmann, die wunderbar mit der poetisch-sinnlichen Nachdichtung des biblischen Textes in deutscher Sprache des jüdischen Gelehrten Max A. Klausner korrelieren. Im zweiten Teil wird der hebräische Originaltext aus dem Tanach der revidierten Fassung der Übersetzung Martin Luthers (© 1999) gegenübergestellt.

Die metrische Paraphrase M. A. Klausners ist dessen 3. Band »Die Gedichte der Bibel«, 1904, entnommen.

Die vorliegende Ausgabe führt in verschiedene spannenden Diskurse allgemeinverständlich ein und informiert in einer kurzen Auslegungsgeschichte aus jüdischer und christlicher Sicht sowie über die musikalische Adaption vom „Lied der Lieder“. Vorangestellt sind Zeichnungen der Künstlerin Astrid Saalmann, die wunderbar mit der poetisch-sinnlichen Nachdichtung des biblischen Textes in deutscher Sprache des jüdischen Gelehrten Max A. Klausner (1848–1910) korrelieren. Im zweiten Teil wird der hebräische Originaltext aus dem Tanach der revidierten Fassung der Übersetzung Martin Luthers (© 1999) gegenübergestellt.

Die metrische Paraphrase M. A. Klausners ist dessen 3. Band »Die Gedichte der Bibel«, 1904, entnommen. ⇒ Klausner,_Max_Albert

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Gebunden, 104 S.

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Biogramm:

Die Eltern väterlicherseits waren: Bernhard Wolf Klausner (* 23. März 1808 Mem.png 2. Feb. 1889) und Pauline geb. Schöps, (* 8. März 1814 Mem.png 2. Mai 1896).

Die Grosseltern väterlicherseits: Rabbi Wolf Klausner- Exin (* 13. Marcheschwan 1761 Mem.png 10. Tebet 1861) und Frau Minna (* 1764 Mem.png 1874)

Grossltern müterlicherseits: Jacob Schöps- Kobylin und Frau Hanna; Großonkel und Großtante: Gedalje Abraham Dierzowicz und Sara geb. Simon Salisch.

Das Grab des Mordechai Klausner befindet sich auf dem Beth haOlam in Berlin- Weissensee.

Eine kurze Vita des M. A. Klausner findet man im Buch:

Die Töchter der Familie Max A. Klausner – »Alles Leute über dem Durchschnitt«, von Dieter G. Maier & Jürgen Nürnberger, bei Hentrich & Hentrich, Berlin 2015.
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