Kammermayer, Albert

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Kammermayer, Albert (* Regensburg, Opf. 15. Nov. 1919 † 1. März 2017 ebenda) Pfarrer

Pfr. Kammermayer legt hier für die Glaubensgeschwister, die lieber "dynamisch- äquivalent", also kommunikativ, Bibel lesen, seine Übertragung vor. Dieses Unterfangen verdient deshalb besondere Beachtung, weil seine Textbearbeitung die „freundliche Übernahme" eines ursprünglich freikirchlichen Werkes ist (Kenneth N. Taylor, 'The Living Bible', dt. 'Hoffnung für alle'). Solch ein Unterfangen gab es innerhalb des römisch- katholischen Übersetzungsspektrums noch nicht. Ähnliches wurde zunächst 1965 versucht, als "Das Neue Testament für Menschen unserer Zeit" (1964) bzw. die "Fotobibel" (NT 1972), von den evangelischen Theologen H. Bannach und H. Riethmüller übertragen, für den katholischen Gebrauch bearbeitet und imprimiert wurde, letzere als "ökumenisch verantwortete" Arbeit. Dieses Werk wurde innerhalb der Katholischen Kirche kaum bekannt. Mehr Erflog hat(te) die 'Gute Nachricht Bibel', aber auch sie entstammt nicht genuin katholischer Provenienz, sondern ebenfalls (ursprünglich aus der amerikanischen) freikirchlichen Szene ('Good News for modern Man') und schließlich von der protestantisch geprägten Deutschen Bibelgesellschaft.

Kammermayer verbalisiert seine Kritik an der 'Einheitsübersetzung' im Vorwort. Seine Bearbeitung der 'Hfa' soll der überwältigenden Mehrheit des christlichen (=katholischen) Volkes endlich eine verständliche NT- Übersetzung an die Hand geben; die 'Hfa' wählt er deshalb als Vorlage, weil er sie betreffs Originaltreue und Verständlichkeit als mit Abstand für die beste hält. Ob das den Machern und Revisoren der 'Einheitsübersetzung' gefällt, sei dahingestellt. Kardinal Josef Ratzinger, Papst bis 2013, hatte sie jedenfalls, wie er versicherte, immer auf seinem Schreibtisch liegen.....


Das Neue Testament in heutigem Deutsch [Römische Teilausgabe 1997]

Eine Übersetzung, die genau das zu vermitteln versucht, was der Grundtext für seine ersten Leser zum Ausdruck brachte [von Albert Kammermayer ]

1. Teil: Evangelien und Apostelgeschichte

Rom (Italien): (ohne Verlagsangabe). Tipografia: Istituto Salesiano Pio XI. Giugno 1997

Imprimatur: [nicht erforderlich, aber päpstliche Gutheißung]
Koph.png Wortstimme

"Ihr sollt deshalb so beten:

Unser Vater im Himmel!

Gib, daß alle Menschen dich erkennen und ehren.

Komm bald und richte deine Herrschaft auf.

Laß deinen Willen hier auf der Erde geschehen,

wie er im Himmel geschieht.

Gib uns auch heute wieder, was wir zum Leben brauchen.

Vergib uns unsere Schuld, wie wir denen vergeben,

die an uns schuldig geworden sind.

Bewahre uns davor, dir untreu zu werden,

und befreie uns aus der Gewalt des Bösen.

Denn dir allein gehören Herrschaft, Macht und Ehre für alle Zeiten. Amen!"

Matth. 6: 9- 13
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Zum Buch:

"Der Text fußt auf "Hoffnung für alle" aus dem Brunnen-Verlag, Basel und wurde von Pfr. Kammermayer (Rom) in Zusammenarbeit mit Fachgelehrten des Päpstlichen Bibelinstituts und anderer deutscher Universitäten in 17-jähriger Arbeit erstellt." Soweit die Verleger.

Ein zweiter Band (Briefe und Offenbarung) erschien nicht, die noch zu übersetzenden Bücher wurden in die erste Gesamtausgabe übernommen.

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Titelsymbol ab der ersten Gesamtausgabe
2004

Pfarrer Kammermayer stellt in der Einführung fest, daß die überwältigende Mehrheit (99.9%) aller Christen nach einer dynamisch- äquivalenten und nicht nach einer statisch- interlinearen, also wörtlichen und ebenfalls nicht nach einer paraphrasierenden (hier Beispiel: Jörg Zink) Übersetzung verlangt. Diese dynamisch- äquivalente Üs will Kammermayer hier bieten. Als herausragend gelungenes Beispiel führt er Hoffnung für alle an. Für seine Übersetzerarbeit nennt er folgende Prämissen: 1.) Absolute Treue zum Original. 2.) größtmögliche Verständlichkeit 3.) Einfaches, aber zugleich ein schönes, gepflegtes Deutsch. Als Aufgabe sieht er, "die hervorragende Übersetzung des Brunnen- Verlages >Hoffnung für alle< unter Berücksichtigung der genannten Zielvorgaben noch einmal gründlich zu überarbeiten". Die weinrot gebundene Urausgabe ist in Großoktav hergestellt. Zum Geleit schrieb Paul Augustin Kardinal Mayer O.S.B. ein Vorwort; Pfarrer Kammermayer verfasste von seinem Domizil in Rom, Porta Ardeatina 66, aus eine fünfseitige Einleitung, datiert Pfingsten 1997. In dieser Einleitung wird nicht mit Kritik an der offiziellen römisch- katholischen Einheitsübersetzung gespart; nicht wenig Mängel, eine Reihe von Fehl- und Falschübersetzungen weise sie auf und sei dringend revisionsbedürftig. Zitat: "Man hätte freilich besser von Anfang an auf die warnende Stimme kompetenter Kritiker gehört und damit viel Ärger und Schaden (nicht nur materieller Art) vermieden." Für die Arbeit von Theologiestudenten sei sie angebracht, zusammen mit dem Münchener NT, dem Jüdischen NT von David Stern und Ernst Dietzfelbingers Interlinearer Übersetzung.

Keine Auskunft gibt Kammermayer über die verwendete Urtextausgabe. Nun weiß man, daß seine Vorlage, die Hoffnung für Alle, die Variante Nestle / Aland benutzt.

Der Bibeltext ist in allen Ausgaben einspaltig gedruckt und in mit Überschriften versehene Sinnabschnitte gesetzt. Kapitel- und Versziffern sind vorhanden. Parallelstellenverweise oder Zitatangaben zum AT gibt es nicht; letztere sind jedoch unausgewiesen in Kursiv gesetzt. Kammermayer hat keine Erklärungen beigefügt; eher etwas Neues innerhalb des katholischen Spektrums; das gab es vorher nur bei dem als Studienausgabe deklarierten NT von Fridolin Stier. Einziges Zugeständnis an Information- Suchende ist ein Inhaltsverzeichnis auf der letzten Seite.

Das Neue Testament [Römische Gesamtausgabe 2004]

Eine Übersetzung, die unsere Sprache spricht [von Albert Kammermayer ]

Eine Übersetzung, die das zu vermitteln versucht, was der Grundtext für seine ersten Leser zum Ausdruck brachte

Rom (Italien): Tipolito: Istituto Salesiano Pio XI. Giugno 2004 [=1. Auflage der Gesamtausgabe]

Pe.png Wortstimme

In der Vergangenheit hat Gott schon öfter und auf verschiedene Weise

durch die Propheten zu unseren Vorfahren gesprochen.

Doch jetzt, in dieser Endzeit, sprach er noch einmal zu uns —

und zwar durch seinen Sohn Jesus Christus.

Durch ihn hat Gott das All geschaffen, und ihn hat er auch

dazu ausersehen, daß ihm am Ende Himmel und Erde gehören sollen.

In ihm leuchtet die göttliche Herrlichkeit seines Vaters auf;

denn am Sohn wird sichtbar, wer der Vater ist.

Sein mächtiges Wort ist die Kraft, die das Weltall zusammenhält.

Durch seinen Tod hat er uns von der Last unserer Schuld befreit.

Nun hat er den Ehrenplatz im Himmel eingenommen,

an der rechten Seite Gottes, dem alle Macht gehört.

Hebräer 1: 1 - 3

Zur ersten Gesamtausgabe:

Der Preis von ca. € 25.- mag im Vergleich zu anderen Ausgaben nicht eben gering erscheinen; was die buchtechnische Qualität der römischen Salesianer- Druckerei hier abgeliefert hat, läßt sich durchaus sehen: Stabil gebunden und fadengeheftet; übersichtlicher Satz und sinnvoll breite Marginalie. (Das trifft für alle Ausgaben zu.) Diese erste Gesamtausgabe hat zur Erstausgabe noch 1 ½ Seiten "Urteile aus der Fachwelt" gesammelt; in der neu gefassten Einleitung sind zum Übersetzungsvergleich Textbeispiele aus nahezu einem Dutzend NT aller konfessioneller Richtungen. "Antiquiertes und gequältes Deutsch" bescheinigt der oberpfälzische Katholik anläßlich eines Textbeispiels 1. Petrus 1:12 hier der Elberfelder Üs. Geschrieben ist die achtseitige Einführung in Rom, Pfingsten 30. Mai 2004. Zusätzlich zum ans Ende gesetzten Inhaltsverzeichnisses findet sich noch eine Seite "Zahlensymbolik in der Offenbarung an Johannes".

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Das Neue Testament [Gesamtausgabe Rom 2005]

Eine Übersetzung, die unsere Sprache spricht [von Albert Kammermayer ]

Eine Übersetzung, die das zu vermitteln versucht, was der Grundtext für seine ersten Leser zum Ausdruck brachte

Rom (Italien): (ohne Verlagsangabe) 2005 [= 2. revidierte Auflage der Gesamtausgabe]. Tipolito: Istituto Salesiano Pio XI. Luglio 2005

Koph.png Wortstimme

Ihr meint, einen anderen Weg zur Rettung gefunden zu haben?

Dabei gibt es gar keinen anderen! Es gibt nur gewisse Leute,

die unter euch Verwirrung stiften, indem sie die Botschaft Christi verfälschen.

Wer euch aber einen anderen Weg zum Heil zeigen will,

als die rettende Botschaft, die wir euch verkündet haben,

der gehört nicht zur Gemeinde Gottes — auch wenn ich selbst es wäre oder gar ein Engel vom Himmel.

Ich ahbe euch schon früher gewarnt und sage es noch einmal:

Wer euch eine andere Botschaft verkündet, als ihr angenommen habt, der wird dem Strafgericht Gottes verfallen!

An die Christen in Galatien 1: 6c- 9

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Zum Buch:

Pfr. Kammermayer datierte sein aus der vorangegangenen Ausgabe unverändert übernommenes Vorwort auf den 13. Juni 2005, dem Fest des hl. Antonius von Padua; er verfasste es ebenfalls in der Viale di Porta Ardeatina zu Rom. Etliche Stellen wurden revidiert; die außerliche Aufmachung des (in königsblau und purpurrotem Einband erhältlichen) Werkes blieben unverändert.

Matt2zwei.png
Motto des WJT 2005 auf dem Seitenabriß > Matteo 2:2 
 "Wo ist der neugeborene König der Juden? 
Wir haben seinen Stern aufgehen sehen
und sind aus dem Osten hierher gekommen, um ihm Ehre zu erweisen."
A. Kammermayer; Textstand 2005)

Das Neue Testament [Gesamtausgabe Rom 2006]

Eine Übersetzung, die unsere Sprache spricht [von Albert Kammermayer ]

Eine Übersetzung, die das zu vermitteln versucht, was der Grundtext für seine ersten Leser zum Ausdruck brachte

Rom (Italien): (ohne Verlagsangabe) 2006 [ = 3. wiederum revidierte Auflage der Gesamtausgabe]. Tipolito: Istituto Salesiano Pio XI. Dicembre 2006

Koph.png Wortstimme

"Am Anfang, bevor die Welt geschaffen wurde,

war das ewige Wort Gottes: Christus.

Von Ewigkeit her war er bei Gott und er war in allem Gott gleich.

Durch ihn ist alles entstanden; nichts ist ohne ihn geworden.

Alles, was entstanden ist, erhielt das Leben von ihm

und dieses Leben schenkt der ganzen Menschheit Licht.

Er ist das Licht, das in der Finsternis leuchtet,

aber die Finsternis wehrte sich gegen das Licht."

Johannes: Jesus Christus- Gottes Wort an die Welt 1
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Zum Buch:

Identisch zur vorangegangenen Auflage betreffs des Vorwortes; jedoch sind einige Textänderungen vorgenommen worden.

Das Neue Testament [Gesamtausgabe Rom 2008]

Eine Übersetzung, die unsere Sprache spricht [von Albert Kammermayer ]

Eine Übersetzung, die das zu vermitteln versucht, was der Grundtext für seine ersten Leser zum Ausdruck brachte

Rom (Italien): (ohne Verlagsangabe) 2008 [= 4. abermals revidierte Aufl. der Gesamtausgabe]. Tipolito: Istituto Salesiano Pio XI. Giugno 2008

Koph.png Wortstimme

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus!

In seinem grenzenlosen Erbarmen hat er uns neues Leben geschenkt.

Weil er Jesus Christus von den Toten auferweckt hat,

haben auch wir, seine Kinder, die Hoffnung auf ein neues,

ewiges Leben. Es ist die Hoffnung auf jenes Leben,

das Gott in seiner neuen Welt für euch bereithält,

auf ein Leben, das nie vergeht und das seinen Glanz

und seine Schönheit nicht verliert. Bis dahin wird euch Gott

in seiner großen Macht beschützen, weil ihr ihm vertraut.

Aber dann, am Ende der Zeit, werdet ihr selbst sehen,

wie unvorstellbar schön das neue Leben ist,

das Gott schon jetzt für euch bereithält.

Der erste Brief des Petrus 1: 3-5
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Zum Buch:

Die geringfügig veränderte Einleitung ist nicht neu datiert (2005). Jedoch ist der Schrifttext erneut einer Revision unterzogen worden. Ansonsten ist das 600seitige Buch unverändert geblieben.

Bezugsadresse: Haus Werdenfels, Waldweg 15, D- 93152 Nittendorf (www.haus-werdenfels.de)

Nachdem dieses NT betreffs der ersten fünf Auflagen nur über wenige Verteileradressen in den deutschsprachigen Ländern zugänglich war, konnten nun die Münchener "Don Bosco Medien" für die Herstellung gewonnen werden, um das Buch einem größeren Leserkreis zuzuführen; dazu wurde auch der Schriftsatz neu gestaltet. Der Text ist wiederum bearbeitet, sodaß hier die Revision in einer 5. Gesamtausgabe vorliegt. Dies wird jedoch im Impressum nicht vermerkt. Für diese Ausgabe ist auch der Name des Autoren auf dem Titel abgedruckt

Das Neue Testament [Münchener Ausgabe 2012]

Eine Übersetzung, die unsere Sprache spricht [von] Albert Kammermayer

München: Don Bosco Medien. 1. Auflage 2012. © 2005 by Albert Kammermayer [ = 5., wiederum revidierte Ausgabe der Gesamtausgabe]

Pe.png Wortstimme

Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde.

Denn der frühere Himmel und die frühere Erde waren vergangen,

und auch das alte Meer, die dämonische Unheilsmacht,

war nicht mehr da.

Ich sah, wie die heilige Stadt Jerusalem, von Gott ganz neu erbaut,

aus dem Himmel herabkam. Sie war schön und festlich geschmückt

wie eine Braut an ihrem Hochzeitstag.

Und vom Thron her hörte ich eine gewaltige Stimme rufen:

„Jetzt wohnt Gott mitten unter den Menschen!

Er wird für immer bei ihnen bleiben, und sie werden immer

sein Volk sein. Ja, von nun an wird Gott für immer

in ihrer Mitte leben. Er wird all ihre Tränen trocknen.

Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid und keinen Schmerz.

Weinen und Klagen wird nie mehr zu hören sein; denn was

einmal war, ist für immer vorbei."

Der auf dem Thron saß, sagte: „Sieh, ich schaffe alles neu!"

Offenbarung 21: 1- 5a
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Zum Buch:

Daten: Großoktav gebunden und fadengeheftet mit 464 Seiten. Im Unterschied zu den römischen Ausgaben ist der Schrifttext hier zweispaltig gesetzt. Das Lesen wird durch eine recht große Schrifttype erleichtert (wie bei auch allen vorherigen Auflagen).

Das Vorwort wurde Juni 2012 verfaßt und ist im Wesentlichen identisch mit denen der früheren Ausgaben. Es sind keine Anmerkungen vorhanden, der Bibeltext ist durchgängig beverst und mit Überschriften versehen, welche Sinnabschnitte kenntlich machen.

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Zur Person:

„Es sind nicht Zufälle, die willkürlich mein Leben bestimmten, sondern es sind Ereignisse, die mir von Gott zugefallen sind, d.h. zugedacht waren.“ Mit diesen Worten umschreibt der Referent, der u. a. in Schwarzenfeld im Passionistenkloster als Gast willkommen ist, gern im Rückblick seine Erfahrungen. In einer sehr beeindruckenden Lebensschilderung erzählt der 1919 in Regensburg geborene "Don Alberto" Kammermayer u.a. von seiner „zweiten Geburt“ am 27.11.1943, als er als Soldat der Kriegsmarine einen Torpedoangriff auf sein mit Munition voll beladenes Schiff nahe der griechischen Insel Samos als einziger von 50 Matrosen überlebte. Nach einem eineinhalbjährigen Lazarettaufenthalt in Athen, Salzburg und Regensburg, studierte er ab 1945 an der Jesuitenhochschule St. Georgen in Frankfurt am Main Theologie.

1948 erkrankte Kammermayer dann bei einem Erholungsaufenthalt in der Schweiz, den die Schweizer Caritas für 200 deutsche Theologiestudenten organisiert hatte, noch dazu an Kinderlähmung. Mit halbseitiger Lähmung, die von den Beinen am Körper entlang wanderte und sich wieder lebensbedrohlich der Lunge näherte, behandelte man ihn sieben Monate im Kantonspital Luzern. „Wieder einer dieser Zu-Fälle“, die mein Leben prägten“, kommentiert er diese Erzählung. Ein weiterer „Zu-Fall“, eine doppelseitige Lungenentzündung, Rippenfellentzündung und Lungenembolie – eigentlich ein sicheres Todesurteil - hinderte ihn daran, 1949 die Priesterweihe im Regensburger Dom zu empfangen, die am 9. November des gleichen Jahres dann aber nachgeholt wurde. Nach seelsorglichen Tätigkeiten, u.a. im Kloster Mallersdorf, lernte er 1960 den weltberühmten Charismatiker Pater Riccardo Lombardi SJ, kennen, der Albert Kammermayer überredete, mit nach Rom zu gehen, um an der von Papst Pius XII. gegründete kirchlichen Erneuerungsbewegung „Bewegung für eine bessere Welt“ aktiv mitzuarbeiten. Dort wurde Kammermayer in Rocca di Papa Direktor eines großen Exerzitienhauses, in dem während des II. Vaticanums (1962-65) 1000 Konzilsväter ihre Wochenenden verbrachten.

Neben dieser Lebensschilderung beeindruckt der Referent aber auch durch seine Kenntnisse bzgl. des Neuen Testaments. Nach vielen Jahren des intensiven Studiums und im Austausch mit den wichtigsten Exegeten weltweit erschien im Jahr 2008 die 5. Auflage seiner Übersetzung des Neuen Testaments, die „unsere Sprache spricht“. In absoluter Treue zum Original des Bibeltextes, aber für die Menschen von heute auch so frei und so verständlich wie nötig, gelingt es dem Autor in den Augen der Fachwelt, in einem verständlichen und gepflegten Deutsch die biblische Botschaft zu übersetzen. Beim gemeinsamen Lesen von Bibelstellen sensibilisiert der Referent seine Zuhörer gerne, dass Übersetzen der Heiligen Schrift zwar heißt, den Urtext so wörtlich wie möglich zu übertragen, aber aufgrund der Kenntnisse der Lebenswelt und der Sprache der damaligen Zeit für die heutigen Leser so verständlich wie möglich zu machen, dass sie also nicht Theologie oder Griechisch studiert haben müssen, um die Botschaft des Neuen Testaments zu verstehen.

(Quelle: Pfarrblatt Kath. Pfarramt Kemnath bei Fuhrn; mit geringfügigen Änderungen übernommen)

http://www.mittelbayerische-trauer.de/traueranzeige/h-h-pfarrer-albert-kammermeier/49379060