Kahl, Rodrigo

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Kahl, Rodrigo H. (* Oberwesel am Rhein ... 1941) O.P., Priester, Dozent


Die Liturgischen Psalmen der Lateinischen Kirche

Textfassung der Vulgata • Wörtliche Übersetzung • Traditionelle geistliche Deutungen / Lateinisch – Deutsch / von Rodrigo H. Kahl

Kulmbach, Oberfranken: ⓒ Verlagsbuchhandlung Sabat. 1. Auflage 2021

Imprimatur: -------
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Zum Buch:

Fadengebundener Oktavband mit Lesebändchen und SU; XXXII & 528 S. Schrifttexte zweisprachig auf Doppelseite versweise angeordnet, linke Seite Deutsch, rechts Lateinisch; Fußnoten. Fünf Seiten Bibliographie am Buchschluß.

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Die "Einführung mit Literaturbericht" umfasst 27 Seiten und ist deshalb interessant, weil P. Kahl eine – leider unvollständige – Liste der deutschen Übersetzungen aus der Vulgata bringt:

" Maßgebende deutsche Übersetzungen der griechischen und lateinischen Psalmen“ und diese auch rezensiert; weiterhin schreibt er unter III.
"Andere Psalmenausgaben zum Vergleich" auch Kurzbeschreibungen zu den Ausgaben von R. Guardini, M. Buber, J. Staehelin, G. Heyder, H. Lamparter, zur Einheitsübersetzung 1980 und zu relevanten Stellen in der "Benediktusregel" 2006.

Die anderen Essays in der Einführung sind getitelt: I) Ein grundlegender Text abendländischer Spiritualität und Theologie. IV) Einige besondere Begriffe der Vulgata–Psalmen. V) Weitere Hinweise zur Übersetzung.

Völlig verwundert hat mich bei der Durchsicht der Bibliographie, daß zwar eine große Anzahl Pss- Übertragungen eingesehen wurden, aber wesentliche Ausgaben nach der LXX und der alten Vulgata fehlen, die seit ca. 2000 auf den Markt kamen: Die LXX– Ausgaben von Schütz, Dorothea, der Buchhäger Psalter, die Vulgata–Ausgaben von P. Martin Ramm von der ⇒ Priesterbruderschaft_St._Petrus sowie die bisher leider unvollendete von Wenger,_Robert. Merkwürdig: Im Seminar der St. Petrusbruderschaft zu Wigratzbad im Allgäu, doziert er seit 30 Jahren Liturgie & Spiritualität...

Die gewählte Vulgata– Version ist die in der lateinischen Kirche übliche Variante nach der Septuaginta, ´Psalterium Gallicanum` genannt. Fußnoten aus der ´Septuaginta Deutsch` (LXX.D.) sind, wie in Abschnitt V geschrieben, häufig übernommen. Motto dieser neuen alten Übersetzung ist denn auch eine Mahnung, die im Konzil von Trient 1546 ausgegeben wurde: "Niemand wage, die Vulgata zu verwerfen". Diesen Aufruf hat sich Rodrigo Kahl in seiner Apologetik zu eigen gemacht; eine "neue" Vulgata (damit meint er die Nova– bzw. Neo– Vulgata) sei nicht hilfreich, wenn man sich Bernhard von Clairveaux beschäftigt, den großen Zisterzienser und Kirchenlehrer.

In den Fußnoten werden die Übertragungen von Allioli, Joseph Franz von •• Hoberg,_Gottfried •• Langer,_Jean •• Wolter,_Maurus •• das sprachliche Standardwerk ´Porta Sion` von Ecker,_Jakob •• Thalhofer,_Valentin und Wilhelm ReischlLoch,_V & Reischl,_W. sowie Karrer,_M. & Kraus,_W.: Septuaginta Deutsch am Häufigsten angeführt, weiterhin Übertragungen verschiedener Kirchenväter, einschließliche Benedikt von Nursia, aus deren Schriften. Die Neovulgata bzw. Nova Vulgata (= sog. Psalterium Pianum als Kardinal Augustin Beas Werk) und ihre Übersetzugen daraus wird / werden durchgängig als seelenlos und somit abschlägig beurteilt. Alleine der Psalter des Guardini,_Romano kommt als meisterhaft gelungen betreffs der Sprache noch einigermaßen gut weg. Öfter Bezug genommen wird auch auf die (griechische) Variante der Ostkirchlichen Liturgie, wobei hier kein Übersetzer genannt ist ! Außer Konkurrenz, aber öfter zitiert, wird das "Buch der Preisungen" von Buber,_M. & Rosenzweig,_F, da aus dem Masoretischen Text verdeutscht.

Anmerkung, persönlich:

Ich habe selten ein Psalmenbuch mit derart viel Interesse gelesen und werde im Studium desselben aufgehen. Obwohl die Hieronymussche Vulgata in der deutschen Bibellandschaft eher keine Rolle spielt und ich in jedem Fall die Hebraica bevorzuge, ist es dennoch interessant, die Lingua Latina bezogen aufs Biblische hier in voller sprachlicher Blüte zu erleben, mit allen ihren Varianten durch die Kirchengeschichte hindurch. Immerhin war Latein damals meine erste Fremdsprache. Die Passion des Paters O. P. hinsichtlich seiner Liebe zur Übersetzung einer Übersetzung wird beim Lesen hörbar – sichtbar wird sie laut Klappentext und Bild auf dem SU im Chorgestül des württembergischen Klosters Maulbronn. Daß P. Rodrigo Kahl ein Befürworter der Tridentinischen Messe ist – auf Latein mit dem Rücken zu den Gläubigen zelebriert – steht auf einem anderen Papier und spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle.

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Biogramm:

Ab 1961 Dominikaner in Warburg, Westf., Dominikaner–Hochschule in Walberberg, Rhein/Sieg; 1967 zum Priester geweiht, 1971 Venia legendi (Hochschul–Lehrberechtigung) für den Dominikanerorden.

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