Jedermanns= Bibel

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[?? (Böhmer, Julius**) (* Barmen, Berg. Land 6. Sept. 1866 † 31. Okt. 1944 Hofgeismar, Nordhessen) Lic. theol., Dr. theol. et phil. ??]


BIBLICARom1931.png
Die "Jedermanns Bibel" als vierter Eintrag in der 
vatikanischen theologischen Zeitschrift BIBLIA aus 1931.
Auch diese Autoren nennen keinen Übersetzer– Namen.


Jedermanns= Bibel • Das Neue Testament

verdeutscht und verdeutlicht für Jedermann

Leipzig S3, Sachsen: Verlag von Adolf Klein 1930

Koph.png Wortstimme

"Im Anfang aller Dinge war der Offenbarer- Mittler,

und der Offenbarer- Mittler stand in innigstem Verhältnis zu Gott,

und der Offenbarer- Mittler hatte Gottes Art an sich.

Er stand also schon am Anfang aller Dinge im innigsten Verhältnis zu Gott.

Das All wurde durch ihn:

ohne ihn wurde überhaupt nichts von dem, was geworden ist.

In ihm war das Leben,

und dies Leben war das Licht der Menschen.

Und das Licht scheint in der Finsternis

und die Finsternis begriff es nicht.

 Logos 1:1-4
Bookmitband.gif
Zum Buch:

" Der Herr ist unser Meister " heißt es auf dem Leinenumschlag dieses recht seltenen NT, das noch zu Zeiten der Weimarer Republik erschien. In Kleinoktav hergestellt und in Fraktur gedruckt, bringt das 1326 Seiten starke Werk den kompletten Bibeltext einspaltig und in Sinnabschnitte gegliedert; Kapitel- und Versangaben sind beigegeben. Nach den fett gedruckten Bibeltext- Abschnitten erscheinen in normalem Druck recht ausführlich gehaltene Erklärungen. Die Colœr dieser Erklärungen ist reformatorisch geprägt: ein Blick in den Text zu Mat. 16:18 verrät dies; Polemik gegen die römischen Katholiken findet man eher nicht, der Schriftsteller bleibt sachlich. In den knapp gehaltenen Fußnoten sind Sach- und Parallelstellen sowie kurze Anmerkungen zur Übersetzung enthalten; auffällig ist, daß jüdische Stimmen hier häufiger als in anderen zeitgenössischen Üs zu Wort kommen.

JedermannsBibel.png

Elf Seiten verwendet der namenlose Übersetzer (Autorenschaft von Julius Böhmer ist sehr zweifelhaft) auf seine Einleitung; diese ist leider auch ohne Ort und ohne Datum verfaßt. Er schreibt unter anderem: "Die zahlreich vorhandenen Übersetzungen sind entweder rein wissenschaftlich eingestellt, so Kautzsch, Weizsäcker, Stage, die Göttinger usw., oder sie richten sich an den Bibelfreund (im engerern Sinne des Worts), auf den sg. heilsbegierigen Leser, wie es z. B. Wiese, Menge u. a. versuchen. [Er]wünscht [ist] aber ein Deutsch, „wie es dem Volk, dem Laien verständlich ist", eine Bibel für die Allgemeinheit.... Es wird zunächst eine Verdeutschung geboten, die sich bemüht, klar und deutlich (eindeutig) zu sein. Dahinter hat Schönheit, Wohlklang, Ebenmaß, Lutherton u. dgl. zunächst zurückzutreten, so berechtigt diese Forderungen an sich sein mögen.... Die gesamte Verdeutschung hebt nur den Sinn des Schriftstellers hervor und dient allein damit dem, was man Erbauung, Erbaulichkeit zu nennen pflegt... Dagegen ist diese im üblichen Sinne des Worts, daher auch die sogenannte Sprache Kanaans strengstens gemieden." ....

Dieses Werk war selbst im Jahrzehnt seines Erscheinens dermaßen unbekannt, daß Hermann Strathmann es in seiner Veröffentlichung "Ueber einige moderne deutsche Uebersetzungen und Bearbeitungen des Neues Testaments" (1940; siehe Bibliographie) nicht erwähnt. (............)

Dieses NT ist eines von mehreren, die die umstrittene Lehre von der Sterblich- bzw. Unsterblichkeit der Seele durch Kommasetzen (hier: Setzen des Doppelpunkts) in Lukas 23: 43 (in Verbindung mit Joh. 20:19) in eine bestimmte Richtung lenken. Unser Autor übersetzt:

"Nachdrücklich versichere ich dir schon heute: du sollst bei mir im Paradiese sein."

Weitere NT- Ausgaben, die durch Interpunktionsverschiebung so oder ähnlich argumentieren, sind:

Ludwig Reinhardt (1875f); Wilhelm Michaelis (1934), Konkordantes NT (1939 ff), Neue–Welt–Üs. (1963 ff), Ernst Simon (1976 f), Heinz Schumacher (2002), Volxbibel 1.0 und 2.0 (aber anders in 3.0 und 4.0), Lothar R. Riehl (2011).

P.S.: Nicht alle verfügbaren NT wurden auf diese Stelle hin untersucht.

Zur Person**:

Die angenommene Verfasserschaft von Julius Böhmer für dieses NT gründet auf der Zuordnung zum Buchtitel bei "Google- books", welche diese Information evtl. aus der Library der Cambridge University bezog (das ist noch zu verifizieren). Diese beschreibt unseren Titel wie folgt:

""With foreword, introduction to the Gospels and each individual book, outline of contents of each book, section headings, copious commentary with the text in emphasised type, footnotes, inter-Gospel references, references, afterword about the New Testament (p.1247-1271), glossary, index of Old Testament cross-references. Prepared by Julius Boehmer"".

Aus welchen Quellen sich die Info der LibUC speist, ist nicht bekannt. Zumindest ist die Verfasserschaft so nicht gesichert. In den einschlägigen deutschsprachigen Bibliothekskatalogen ist kein Verfasser genannt.

Anfang des letzten Jhdts wurde folgender Titel in 15 Bänden herausgegeben:

Das Neue Testament in religiösen Betrachtungen für das moderne Bedüfnis. Herausgeber war Dr. Gottlob Mayer, siehe Mayer,_Gottlob
Gütersloh: C. Bertelsmann; ab 1909.

Gottlob Mayer war Pfarrer in Jüterbog. Julius Boehmer war u. a. für die Bearbeitung des LukasEv zuständig. Die Übersetzung des Bibeltextes hat nun nach Vergleich nicht die mindeste sprachliche Ähnlichkeit mit der im Jedermanns- NT. Aus diesem Grund wird die Verfasserschaft des Lic. theol. Julius Boehmer für das Jedermanns- NT bis zu einer definitiven Bestätigung durchaus in Zweifel gezogen.

Nichtsdestotrotz einige Lebensdaten des Julius Boehmer:

Lic. theol., Dr. theol, Dr. phil., Herausgeber der "Studierstube", Mitarbeiter an der Reihe "Das Alte Testament in religiösen Betrachtungen für das moderne Bedürfnis" und "Das Neue Testament in religiöser Betrachtung für das moderne Bedürfnis" von Lic. Dr. Gottlob Mayer; Heimatforscher mit schriftstellerischer Tätigkeit.

Besuch des Gymnasiums in Barmen, Studium der ev. Theologie in Bonn, Basel und Halle/ Saale, 1887 Hauslehrer bei Fam. Zicher; Okt. 1887 1. theol. Prüfung in Koblenz, 1888 Hilfsprediger in Oranienburg und Jüterbog sowie 1889 in Charlottenburg, März 1889 2. theol. Prüfung in Berlin, am 12. April 1889 ordiniert, 1890-1897 Pfarrer in Kemnitz bei Pritzwalk, März 1898 Lic. theol. in Leipzig, Juni 1898 Dr. phil. in Tübingen, 11. Nov. 1897 – 30. Sept. 1909 Pfarrer in Raben, 1907 Mitglied des deutsch-evangelischen archäologischen Instituts in Jerusalem, 1909-1912 Pfarrer in Fürstenfelde, 1912-1921 zweiter Pfarrer an St. Nicolai in Eisleben, Mai 1920 Dr. theol. in Göttingen, 1921 emeritiert.

Nach seiner Emeritierung wohnte er in den 1920er Jahren in Magdeburg- Cracau, 1928-1929 war er Vakanzverwalter der Eupener Pfarrei, in der ersten Hälfte der 1930er wohnt er in Kassel und in der 2. Hälfte der 1930er Jahre war er pfarramtlicher Vertreter in Eiterhagen, weil er mit dem dortigen Pfarrer Ruppel befreundet war. In seiner Ruhestandszeit ab 1921 war er sowohl in heimatkundlicher als auch in theologischer Weise rege schriftstellerisch tätig.