Hirsch, Emanuel

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Hirsch, Emanuel (* Bentwisch, W. Priegnitz 14. Juni 1888 † 17. Juli 1972 Göttingen, Niedersachsen) Prof. D.



Inhaltsverzeichnis

Das vierte Evangelium

In seiner ursprünglichen Gestalt verdeutscht und erklärt von Emanuel Hirsch

Tübingen/ Neckar: Verlag J. C. B. Mohr 1936


Paraphrase

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott,

und Gott von Art war das Wort. Das war im Anfang bei Gott.

Alle Dinge sind durch es geworden, und ohne es ist nichts geworden.

In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen,

und das Licht scheint in der Finsternis,

und die Finsternis hats nicht umfaßt. Er war das Licht,

das jeden Menschen erleuchtet, der in die Welt kommt.

Der Anfang, 1
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Zum Buch:

468 Seiten umfaßt das Buch über das vierte Evangelium; hergestellt in Kleinoktav und gedruckt in einer moderneren Fraktur, fett und recht groß für den Schrifttext und herkommlich für den Kommentar. Hirsch hat das ursprüngliche Bibelwort des Evangelisten um gut ein Drittel gekürzt, die bekannte Kapiteleinteilung fallengelassen und das Ev. in 48 neue Lektionen (auf 52 Seiten) unterteilt, wobei jede Menge Umstellungen vorgenommen wurden. Diese Kürzungen und Umstellungen wurden begründet in einem gesonderten Anhang, einer Vergleichstabelle mit dem kirchlich gewohnten Wortlaut. Der evangelische Theologe konstatiert:

Ich gebe hier das _ u r s p r ü n g l i c h e_ vierte Evangelium wieder, soweit es sich durch Forschungsarbeit hat wiederherstellen lassen. In unseren Bibeln findet der Leser statt desen eine _k i r c h l i c h e _B e a r b e i t u n g ... Den strengen Beweis für die damit ausgesprochene Behauptung werde ich in dem wissenschaftlichen Buche führen, welches dieser Verdeutschung und Erläuterung in kurzer Frist nachfolgen wird. Zur Anschauung sei die Begegnung Jesus' mit der samaritanischen Frau am Jakobsbrunnen (Kap. 4, hier Lektion 8) eingespielt: [21]Spricht Jesus zu ihr: Glaub mir, Frau, es kommt die Stunde, wo ihr den Vater weder auf diesem Berge noch zu Jerusalem anbeten werdet.... [22 / 23]... [24] Gott ist Geist, und die da anbeten, die sollen in Geist und in Wahrheit anbeten.

Zu den "hier fehlenden" Versen schreibt Hirsch im zweiten Teil des Buches: Die kirchliche Bearbeitumg des vierten Evangeliums hat hier abgeschwächt und einen wenigstens geschichtlichen Vorzug der Juden herausgerechnet. Sie hat Jesus sagen lassen: das Heil kommt von den Juden. Sie hat Jesus sogar von sich und den Juden (also von Christen und Juden) gemeinsam sagen lassen: "Wir beten an, was wir kennen", die Samariter dagegen nicht. Damit ist dem Verfasser fast das Herz im Leibe herum gedreht.

In seiner Anschauung vom jüdischen Dienste ist nichts, aber auch nichts, was zu einem solchen Satz die Möglichkeit böte..... Er ist ein radikaler Paulusschüler. (wird fortgesetzt.............)

Jesus

Wort und Geschichte Jesu nach den ersten drei Evangelien.

Bearbeiter: Prof. Dr. E. Hirsch

Bremen/ Weser: Verlag Kommende Kirche 1939


Paraphrase

Und es trat einer von den Schriftgelehrten heran:

der hatte den Streitenden zugehört und erkannt,

daß er ihnen recht geantwortet hatte. Und er sagte

zu ihm: Meister, du hast recht und nach der Wahrheit

geredet. Es ist ein Einziger, und außer ihm ist keiner,

und ihn lieben von ganzem Herzen, mit allen Gedanken

und mit ganzer Kraft, und den Nächsten lieben als sich selbst,

das ist weit besser als alle Brandopfer und Schlachtopfer.

Und wie Jesus sah, daß er verständig gesprochen hatte,

sagte er zu ihm: Du bist nicht ferne vom Reich Gottes.

Mark. 12: 26 f
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Zum Buch:

Das gebundene Buch im Duozed - Format, 112 S., Frakturdruck, gehört sicherlich in die von Engelke,_Fritz begonnene Reihe neutestamentlicher Texte des Verlages Kommende Kirche in Bremen. Näheres siehe dort.

Bemerkenswert an dieser Üs, die ausgewählte Texte der Synoptiker bringt, ist nicht, was hier ausgewählt wurde, sondern eher, was weggelassen wurde. Man vergleiche dazu den Text der WS oben zum O - Text: Das jüdische Bekenntnis zum EINEN, das Schma' Israel, im Markus - Ev. von Jesus selbst gesprochen, wurde vom Neutestamentler Professor D. E. Hirsch mal eben unterschlagen aus Gründen, die die Ideologie der Entjudung des NT durch die deutschnationalen Christen einforderte. Dazu formuliert er selbst im einseitigen Geleitwort, das nur mit E. H. unterzeichnet ist, unter anderem:

»Was die deutsche theologische Wissenschaft sicher als legendäre Übermalung oder Erweiterung erkannt hat, ist überall, wo es sich möglich machen ließ, entfernt worden. ... Es handelt sich um keine subjektive Auswahl, sondern um eine auf sachlicher Arbeit und Einsicht beruhende, geschichtliche Treue anstrebende Zusammenstellung dessen, was wir von Jesus wissen können.«

Das selbstverständlich in Fraktur gedruckte Buch fährt nach dem Geleitwort mit dem Inhaltsverzeichnis fort:

Die synoptischen Erzählungen sind in fünf Abschnitte unterteilt:

  • 1.) Die Zeit des Wirkens von Kapernaum aus
  • 2.) Die Zeit vom Auszug aus Kapernaum bis zum Weichen aus Galiläa
  • 3.) Der Zug in den Tod
  • 4.) Der Ausgang
  • 5.) Legenden.

Daran anschließend findet sich eine Tabelle der übersetzten Texte: Aus allen Kapiteln der 3 Evv sind Texte übersetzt mit Ausnahme von Matth. 2, welches weggelassen ist. Hirsch läßt die Evangelisten auf 102 Seiten chronologisch zu Wort kommen mit Ausnahme der Geschehnisse, die er in den Bereich der Legenden versetzt; das sind im Einzelnen: Die Empfängnis durch Maria, Die Geburt in Bethlehem, Der wunderbare Fischzug, Der Jüngling zu Nain, Das Wandeln auf dem Meer, Die zehn Aussätzigen, Das Geld im Fischmaul, Das Scherflein der Witwe, Die Jünger, die nach Emmaus gehn, sowie Die Erscheinung auf dem Berge. -- Ganz im Sinne der Zeit des Arierwahns leitet der Theologe die "Legenden" ein:

Die Geschichten, die hier folgen, sind nicht tatsächlich geschehen, sondern aus der Liebe der beiden ersten christlichen Generationen zu Jesus in ihrem Herzen geboren. Wir nennen sie darum Legenden. Daß einige von ihnen Jesus, der galiläischen, d. h. nichtjüdischen Blutes war, zum Davidsnachkommen machen, das ist aus frommer Einfalt geschehen. Die Hauptsache ist, daß in ihnen eben das Evangelium mit lebendiger Stimme zu uns redet, das in Jesu Wort und Geschichte zu uns kommt.


Biogramm

Emanuel Hirsch stand zu Zeiten der Veröffentlichung oben genannter Bücher, ähnlich M. Erich Winkel, als evangelischer Theologe der Ideologie des Nationalsozialismus nahe. Theologisch verschrieb er sich unter anderem den Publikationen des >Bremer Kreises; dort lies der Bremische Landesbischof Lic. Dr. Weidemann 1936 >Das Evangelium Johannes deutsch < herausgeben.

Hirsch´s Wohnort 1939, z. Zt. der Verfasserschaft von "Jesus": Göttingen, Hainholzweg 66.

de.wikipedia.org/wiki/Emanuel_Hirsch