Heydt, Karl von der

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von der Heydt, Karl (Carl) (* Elberfeld, Bergisches Land 17. Nov. 1806 † 31. Dez. 1881 Godesberg/ Rhein) Kgl. Geheimer Commerzienrath




Das neue Testament (¹1852)

aus dem Griechischen übersetzt von Karl von der Heydt.

Elberfeld, Berg. Land: Wilhelm Hassel´sche Buchhandlung

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Zum Buch:

Gebunden und fadengeheftet; kleinoktav; XII & 636 Seiten in Frakturdruck. Bibeltext einspaltig mit Kapitel- und Verszählung, aber ohne weitere Zugaben. Von der Heydt hat dem Leser auch ein umfangreiches Vorwort mitgegeben (4 S.), geschrieben am ersten Mai 1852 in Elberfeld. Davon ein kleiner Auszug:

» (…) und doch werden wir Protestanten uns Denen nicht beizählen, die eine Uebertragung dem Original gleichstellen oder gar vorziehen. Und so werden wir bei der größten Hochachtung vor unserem Reformator und seinem Werk, dessen wir uns als einer Frucht des Geistes dankbar erfreuen, einen neuen Versuch, die heiligen Scriften noch wortgetreuer und genauer zu verdollmetschen, weder die Berechtigung noch den Nutzen absprechen wollen und dürfen. (…) Es war durchgängig mein Bestreben die Uebertragung nicht nur dem Sinne und Geiste nach, sondern auch im Bezug auf genaue Wortbedeutung, auf Zeitformen, auf Wortstellung, und selbst in dem anscheinend Geringfügigen dem Original dem original nachzubilden, und da wo die heiligen Schreiber absichtlich einer im Griechischen ungewöhnlichen Form sich bedienen, auch dieß bemerkbar zu machen. (…)«

Der zugrunde gelegte griechische Text ist - ungenannt - der Textus receptus, wie aus diversen bekannten, jedoch kaum gut bezeugten, Lesarten ersichtlich; das ist aber deshalb verständlich, weil Mitte des 19. Jahrhunderts nur ganz wenige kritische Texte in Umlauf waren: Karl Lachmanns zweite kritische Ausgabe des NT Graece, mit dem er den gebräuchlichen Textus receptus erschüttern wollte, war gerade zehn Jahre im Druck und wenig bekannt (1842).

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Das neue Testament (³1869)

aus dem griechischen übersetzt von Karl von der Heydt

Elberfeld, Berg. Land: Druck und Verlag von Sam. Lucas. Dritte umgearbeitete Ausgabe 1869.

[Erste Ausgabe> siehe oben 1852; zweite, umgearbeitete Ausgabe> Elberfeld: Verlag von R. L. Friderichs 1863. Vierte, umgearbeitete Ausgabe> Elberfeld: Druck und Verlag der Baedeker'schen Buch- und Kunsthandlung 1878]

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Zum Buch:_st

Buch in Frakturdruck, VIII, 645 & (4 Leer–) S.; Schrifttexte einspaltig und abschnittsweise gesetzt, keinerlei Beigaben. Am Buchende ist ein Inhaltsverzeichnis abgedruckt.

Es sind drei Vorworte verfasst: zur ersten, zweiten und dritten Ausgabe. In dem zur zweiten Ausgabe, datiert Godesberg, im Oktober 1863, schreibt der Verfasser u. a.:

»(…) Durch die neue Ausgabe ward mir willkommener Anlaß gegeben, sie sorgfältig zu überarbeiten und dadurch, wie ich hoffe, jenem in vorstehendem Vorwort bezeichneten Ziele näher zu bringen.«

Im Vorwort zur dritten Ausgabe, datiert Elberfeld im Februar 1869, ist u. a. gesagt:

Indem es mir vergönnt ist das mit Lust und Liebe begonneneund mit Treue fortgeführte Werk der Uebersetzung des Neuen Testaments jetzt in nochmaliger sorgfältiger Ueberarbeitung zum dritten male auszugeben, habe ich nur den einen Wunsch, mehr und mehr durch diese Arbeit dazu beizutragen, daß das Verständnis des göttlichen Worts gefördert werde.»


Biogramm:

Die Eltern: Daniel Heinrich von der Heydt und Wilhelmine geb. Kersten: Von Beruf war er Bankkaufmann (Kgl. Geheimer Kommerzienrath) und Bruder des Ministers August von der Heydt aus Berlin. Seit dem Sommer 1829 stand dieser an der Spitze des Bankhauses von der Heydt= Kersten & Söhne in Elberfeld.

Der dritte Sohn Carl von der Heydt trat in dem Kampf um die „Freiheit der Kirche" neben seinem eifernden Bruder Daniel leiser auf, vertrat jedoch die gleiche Auffassung. Er hatte ebenfalls seine schulische Bildung in Elberfeld erfahren und war dann wie seine Brüder Gesellschafter der väterlichen Bank geworden. Er besaß eine deutliche Neigung zu wissenschaftlicher Beschäftigung und half etwa seinem Pfarrer Kohlbrügge bei der Abfassung der theologischen Schrift „Das alte Testament nach seinem wahren Sinn gewürdigt aus den Schriften der Evangelisten und Apostel". Daneben verfasste er eigene theologische Werke, unter anderem eine Übersetzung des Neuen Testaments. Auch er trennte sich mit seiner Familie von der reformierten Gemeinde und schloss sich der freien niederländisch-reformierten Gemeinde an. Carl heiratete Juli Simons am 21. Februar 1828 in Elberfeld.

Gemeindeaktivitäten: Engagierte Gemeindeglieder der Ev.-reform. Gemeinde Elberfeld, unter ihnen die Brüder Daniel und Carl von der Heydt, wehrten sich gegen den Eingriff von König Friedrich Wilhelm III. in kirchliche Angelegenheiten. Reformierte und lutherische Gemeinden sollten in einer Union vereinigt werden. Es bildete sich eine Protestbewegung, aus der schließlich 1847 die Niederländisch-reformierte-Gemeinde hervorging.

Dass Carl von der Heydt dieser Protestbewegung angehörte und dann zu den Gemeindegründern zählte, veranlasste manche Menschen außerhalb der Gemeinde, von den „Carlisten“ zu sprechen. Innergemeindlich spielte bei der Namensfindung die Bezeichnung „altreformiert“ eine Rolle.

(Quelle: www.rheinische-geschichte.lvr.de. Mit einigen Ergänzungen)