Hayd, Heinrich

Aus Bibelpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hauptseite · Übersetzungen · Übersicht Psalmen · Autoren/Titel · Gesamtausgaben · Einzeldarstellung · Bibliographie & Ex Libris
A · B · C · D · E · F · G · H · I · J · K · L · M · Schiboleth · N · O · P · Q · R · S · T · U · V · W · X · Y · Z


Kreuzgelb.gif

Hayd, Heinrich (* München 11. Jan. 1829 † 23. April 1892 Freising a. d. Isar, Obbay) Dr. theol, Caplan, Priester, Prof.




Das Buch der Psalmen

In gereimtem Versmaße übersetzt von Heinrich Hayd

München: Im Selbstverlage des Verfassers. 1863

Druck von J. G. Weiß, Universitätsbuchdrucker.


Koph.png Wortstimme

Der Herr, der Gott Jehova spricht,

Und ladet im Posaunenklange

Die ganze Welt vor sein Gericht,

Vom Aufgang bis zum Niedergange.

Von seinem heil'gen Berge her,

Von Sion, dem vollendet schönen,

Läßt hell sein Licht erglänzen Er,

Und mächtig seinen Ruf ertönen.

Er schweigt nicht mehr, er kommt herauf

Im Wettersturm und Flammenlichte,

Und fordert Erd' und Himmel auf,

Als Zeugen, wie sein Volk er richte.

„Versammelt meine Frommen mir,

„Die sich beim Opfer mir verbunden!

„Gott selber steht als Richter hier,

„Der Himmel wird sein Recht bekunden."

„Hör, Israel, laß reden mich,

„Damit ich ernstlich dich belehre,

„Der Ewige, dein Gott bin Ich,

„Und mir allein gebührt die Ehre."

50. (49.) Psalm.

Eine Burg, die Schutz verleiht,

Bist Du, Herr! uns allezeit.

Ehe' die Berg' erhoben sich,

Eh' die Erde und die Welt

Du gemacht und festgestellt

Bist, o Gott! Du ewiglich.

Ach! des Menschen Hütte brichst

Du in Kurzem ab, und sprichst:

Denn vor Dir sind tausend Jahr'

Wie der Tag, der gestern war,

Wie ein flücht'ger Augenblick.
90. (89.) Psalm


Bookmitband.gif
Zum Buch:

Buchdaten: Klein-8° fadengeheftet, 484 S. Frakturdruck. Schrifttext "vers"weise.

Pfarrer Dr. Hayd hat seiner Psalmdichtung weder ein Vor- noch ein Nachwort noch sonstige Sätze beigegeben. Auch auf eine bischöfliche Gutheißung bzw. Imprimatur wurde verzichtet, sei es, weil es als eine Privatinitiative in Auftrag gegeben wurde oder weil er als kritisch- rationalistischer Geist (siehe seine Vita) den Kirchenoberen nicht genehm war.

Hayd hat, wie ein Textvergleich zeigt, die Vulgata nicht als Vorlage benutzt. Auch schließt seine Übertragung die Psalmenüberschriften nicht mit ein, ebenso verzichtete er auf die Beversung. Eine individuelle Überschrift ist jedem Psalm vorngestellt, auch eine kurze Inhaltsangabe.


¶ Lobet den Herrn! Psalmenbuch

nach der metrischen Übersetzung von Dr. Heinrich Hayd, München

Rom, Borgo Vecchio 165 (Italien): Herausgegeben vom Salvator=Verlag. Im Jubeljahre 1925

Koph.png Wortstimme
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Für das Archiv noch gesucht!

Das Buch Job

In gereimten Versmaße übersetzt und mit den nöthigen Erklärungen versehen von Heinrich Hayd.

München: Druck von J. G. Weiß, Universitätsbuchdrucker. 1859

Koph.png Wortstimme
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Gebundener Oktavband, Fadenhaftung; VIII & 244 S. Frakturdruck; Bibeltexte einspaltig und versweise gesetzt. "Erläuternde Bemerkungen" ab S. 135.

Knapp sechs Seiten umfaßt das Vorwort, das der Verfasser zu "München, am Tage des hl. Theresia" ( = 15. Okt.) 1859 schrieb. Neben der blumigen und für heutige Verhältnisse ungemein umständlichen Sprache kann Heinrich Hayd für sich beanspruchen, rekordverdächtige, weil überlange, Bandwurmsätze zu produzieren. Das Lesen wird in jeder Hinsicht zur Herausforderung. Zur Art der Übersetzung sagt er u. a.:

»Aus dem genannten Zwecke nun, den die Uebersetzung vor Augen hatte, ergiebt sich, daß zweierlei Anforderungen, welche allenfalls an sie gestellt werden könnten, nicht berücksichtigt werden konnten. Denn für´s erste ist diese Uebersetzung nur ein Versuch, das Lehrgedicht auch in ein entsprechendes Gewand zu kleiden; sie wird also denjenigen, welche das hebräische Original oder die lateinische Vulgata oder eine andere der alten griechischen und lateinischen Uebersetzungen damit vergleichen wollen, durchaus keine Dienste leisten. Sie berücksichtigt nicht verschiedene Lesarten, nicht die möglichen Verschiedenheiten der Bedeutung einzelner Worte und Auffassungen des Zusammenhanges mancher dunklen mehrdeutugen Stellen; sondern sie begnügt sich damit, daß Alles im Ganzen und im Einzelnen einen geordneten Sinn und Zusammenhang habe, wenn auch noch manche andere Auffassung möglich wäre. So innig sie sich daher auch an den Urtext anschließt, deren einfachsten und natürlichsten Sinn sie mit Zugrundelegung der meisterhaften Welte´schen (*) Uebersetzung und Erklärung wiederzugeben sucht, so ist in ihr doch keine philologische Genauigkeit zu finden. Für´s zweite darf man aber auch keine vollkommene deutsche Form erwarten, denn es sollte ja die treue Wiedergabe des Sinnes die Hauptsache sein, und dieser darf bei einer Uebersetzung nicht etwa einer gefälligeren Form geopfert werden. (…)«

(*) Benedikt Welte, Das Buch Job, Herder´sche Verlagsbuchhandlung, Freiburg i. B. 1849

________________________________________________________________


Zur Person:

https://de.wikisource.org/wiki/ADB:Hayd,_Heinrich