Hausmann, Manfred

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Hausmann, Manfred Georg Andreas (* Kassel, Kurhessen 16. Sept. 1898 † 6. Aug. 1986 Bremen/ Weser)


Das Lied der Lieder, das man dem Salomo zuschreibt

Übertragen aus dem Hebräischen ins Deutsche von Manfred Hausmann

Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag 1958

(Lizenzausgabe): Berlin (DDR): Evangelische Haupt Bibel-Gesellschaft o. J. (1963)

Koph.png Wortstimme

»Leg mich an dein Herz

wie das Siegel eines Ringes!

Nimm mich an deinen Arm

wie einen Spangenreif!

Denn die Liebe hat die Gewalt des Todes,

und ihr Anspruch ist unerbittlich

wie die Unterwelt.

Ihre Glut

ist eine geheimnisvolle Glut,

Ihre Flammen

Sind die Flammen des lebendigen Gottes.

Es gibt keine Wasser,

die sie zu löschen vermöchten,

auch keine Ströme,

die sie hinwegreißen könnten.

Und wenn einer käme

und wollte sie kaufen

um alle Schätze seines Hauses

man würde über nur über ihn lachen.«

[8. Kap.]
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Zum Buch:

Broschierter Oktavband, 50 S. (Berliner Ausgabe: 48 S.) Schrifttext kolometrisch gesetzt, keine Versangaben. Nicht übertragen sind die Verse 2:9a und 8:14b – Ende.

Mafred Hausmann schrieb ein zweiseitiges Nachwort (als Vorwort in der Berliner Ausgabe), in dem er Salomo die Verfasserschaft abspricht. Das Lied der Leder ist nach dem Verfasser ein Sammlung von Gesängen, wie sie das hochzeitliche Geschehen in Israel begleiteten und dessen Ursprung sich im Dunkel von mythischen Zeiten verliert. Gemäß der Ansichten von jüdischen und evangelischen Theologen ist das Lied ein Reigen von weltlichen Gesängen; auch katholische Theologen geben zu daß es sich um einen Text profanen Charakters handelt. Nur wegen der frühen allegorischen Auslegung sei das Buch in den Kanon der Schrift aufegnommen worden.

Obwohl aus diesen Ausführungen zu vermuten wäre, Hausmann hätte den Vers 6b des 8. Kapitels ("shelhevet-ja", Siehe Wortstimme) mit weniger direktem Gottesbezug verfaßt, etwa "mächtige Flammen" anstelle "Flamme Gottes", ist dem nicht so; stattdessen hat er Gott sogar mit dem Adjektiv lebendig versehen.

In einem kurzen Postscript läßt Hausmann den Leser wissen:

„Bei der Übertragung des ˃Lieds der Lieder˂ aus dem Hebräischen ins Deutsche wurde immer wieder darauf geachtet, daß die deutschen Sätze so dicht wie irgend möglch beim Urtext blieben. Dafür sorge besonders die Genauigkeit und Unerbittlichkeit der Vikarin Anneliese Sudhoff. Ihre nie versagende Kenntnis des Hebräischen, das ja voller Gheimnisse ist, ihre theologische Leidenschaft und ihr sprachliches Feingefühl haben dem Werk unschätzbare Dienste geleistet.“
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Umschläge: links Ausgabe S. Fischer; rechts Berliner Ausgabe

Biogramm:

Dichter und Laienprediger, gehörte zur Künstlerkolonie Worpswede. Er verarbeitete in seinen Werken die ambivalenten Erfahrungen seiner Generation von Krieg und Schuld.

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http://www.literaturatlas.de/~li1/Manfred.html // http://www.radiobremen.de/kultur/portraets/hausmann/index.html