Hauser, Otto

Aus Bibelpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hauptseite · Übersetzungen · Übersicht Psalmen · Autoren/Titel · Gesamtausgaben · Einzeldarstellung · Bibliographie & Ex Libris
A · B · C · D · E · F · G · H · I · J · K · L · M · Schiboleth · N · O · P · Q · R · S · T · U · V · W · X · Y · Z


Schreibfeder.gif

Hauser, Otto "Ferdinand Büttner" (* Gut Dijaneš/ Vrbovec, Kroatien 22. Aug. 1876 † Blindendorf b. Ternitz, Niederösterr. 26. Mai 1944)


Die Urform der Psalmen

Das erste Buch des Psalters in metrischer Umschrift und Uebersetzung von Otto Hauser

Großenhain b. Meißen, Sachsen: Verlegt bei Baumert & Ronge 1907

Koph.png Wortstimme

(Davidspruch.)

Behüte mich, Gott, denn ich baue auf Dich.

Ich spreche zu Jahwe: Mein Herr bist Du.

Meines Guts bedarfts Du nicht.
An Heil'gen seines Landes
Tut er kund, wie er sie liebt.

Die aber stets mehr Götzen dienen,

Ihre Blutopfer, nimmer will ich sie weihn,

In den Mund ihre Namen nicht nehmen.
Jahwe, Du lenkst mein Los,

Bust mein Erb– und Becherteil.

In lieblichstem Lande ward mir Besitz

Und was ich erbte, gefällt mir wohl,

Preis Jahwe, der mich beriet!
Täglich bis zur Nacht
Mahnen mich meine Nieren.
16.
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Psalmen I bis XLI

Daten: Gebundener Großoktavband mit Fadenheftung, XII & 188 S. Antiquadruck. Umschrift und Übersetzung des Schrifttextes kolometrisch gesetzt, Versangaben sind nicht vorhanden, jedoch Zeilenangaben in Fünferschritten bei der hebräischen Umschrift. Die Überschriften sind übertragen. Wort- und andere Erklärungen in den Fußnoten.

Gewidmet hat Hauser diesen Band "Dem Palästinaforscher Prof. D. Ernst Sellin, meinem Lehrer, in Dankbarkeit und Verehrung". Fünf Seiten schrieb Otto Hauser zum Geleit, datiert Wien, aber ohne Zeitangabe. Auf weiteren 19 Seiten erklärt der Autor seine Einschätzung über die Urform der Pss; ab S. 24 stehen auf der Doppelseite je links die hebräische Umschrift, rechts die Übersetzung, textkritisch begleitet in Fußnoten. Nachträge und Berichtigungen ab S. 186.

HauserUrps.png

Das Buch Hiob

In der Übertragung von Otto Hauser

Berlin: Verlegt bei Julius Bard 1909

Koph.png Wortstimme

Willst zu der Gottheit Grund

Den Schranken des Ew'gen Du dringen:

Himmelshöhe — was tust Du?

Höllentiefe — was wähnst Du?!

Die Erde ermisst ihn nicht

Und nicht an Weite das Meer.

Wenn er herfährt, in Bande schlägt,

Zu Gericht ruft — wer mag ihn wehren?

Fürwahr, er kennt die Verderbten,

Unbemerkt, sieht er den Frevel.

Doch der Hohlkopf wird wohl noch klug,

Das Wildeselfüllen zum Menschen.

Zophar der Naamathite in Kap. 11

O würden doch aufgezeichnet,

In sein Buch gesetzt meine Worte,

Mit Eisengriffel in Blei,

Auf ewig gehauen in Felsen!

Doch ich weiss mir meinen Löser,

Der noch lebt, wenn der letzte hier hinging,

Und ein andrer steht auf als mein Zeuge

Und richtet sein Zeichen auf.

Vom Leibe frei, seh ich Gott,

Lobpreist mich, ich werde ihn sehen!

Und keinen Fremden erschau ich.

In der Brust schon vergeht mir das Herz.

Hiob in Kap. 19
Bookmitband.gif
Zum Buch:
HauserHiob1.png
HauserHiob2.png

Daten: Gebundener, fadengehefteter Kleinoktavband, bibliophil hergestellt:

  • »Entwurf der Titelzeichnung, der Initiale und des Originleinbandes von Karl Köster«
  • »Druck vom Imberg ﹠ Lefson in Berlin«
  • »Fünfzig numerierte Exemplare auf van Gelder Bütten in handgearbeitetem Pergamentband«

137 & (7) S. Antiquadruck. Schrifttext fortlaufend für die Rahmenerzählung, kolometrisch für die Reden. Keine Kapitel–, keine Verszählung; Textumstellungen; Kurzerklärungen, Lesarten und Verweisstellenangaben in Fußnoten. "Nachbemerkungen" ab S. 107.

Biblische Novellen / Ruth • Jona • Esther

aus dem Hebräischen von Otto Hauser

Weimar, Thür.: Alexander Duncker Verlag MCMXI (1911)

Reihe: Aus fremden Gärten 4.

Koph.png Wortstimme

Und sie warfen die Lose, und das Los fiel auf Jona.

Da sprachen sie zu ihm: „Berichte uns denn, wofür uns dieses Unheil betrifft.

Was ist dein Geschäft, und woher kommst du? Welches ist dein Land,

und wessen Volkes bist du?"

Und er sprach: „Hebräer bin ich und diese Jahwe, dem Gott des Himmels,

der das Meer und das Trockene geschaffen hat."

Da gerieten die Männer in große Furcht und sagten zu ihm: „Was hast du

getan?!" So erfuhren sie, daß er vor Jahwe auf der Flucht war;

denn er berichtete es ihnen.

Jona 1


Und Haman sprach zum König Chschajarscha: „ Es gibt eine Sippe,

zerstreut und abgesondert in den Volkschaften aller Provinzen

deines Königtums, deren Datas andere sind als die jedes Volkes,

und die des Königs Data nicht befolgt. Da sollte der König sie nicht

gewähren lassen. Wenn es dem König gut dünkt, werde ein Erlaß

ausgegeben, sie zu vernichten, und ich will zehntausend Talente

zu Händen der Beamte darwägen, um sie in die Schatzhäuser des

Königs bringen zu lassen.

Esther 3
Bookmitband.gif
Zum Buch:
HauserNov.png

Oktavband, kartoniert, Fadenheftung, VIII, 46 & (2) S. Antiquadruck. Hauser verfaßte, undatiert und onverortet, eine vieseitige Einführung. Darin schreibt er unter anderem:

»Meine Übersetzung fußt auf neueren Kommentatoren, deren Namen die Anmerkungen gelegentlich nennen. Der Text ist im Allgemeinen gut erhalten; eigene Emendationen hatte ich nicht vorzuschlagen, nur für die Erklärung der persischen Namen in Esther fehlen noch die Vorarbeiten. In der Widergabe vermied ich größere Hebraïsmen, hielt mich aber sonst genau an den Wortlaut. Ein Zusammentreffen mit andern Übersetzern war vielfach nicht zu vermeiden.«

Der Schrifttext ist einspaltig fortlaufend gesetzt, Kapitel- und Versangaben fehlen. Im Anschluß an jedes Buch mehrere Seiten textliche Anmerkungen.

Das Hohe Lied

aus dem Hebräischen von Otto Hauser

Weimar, Thür.: Alexander Duncker Verlag (MCMXII = 1912). Drittes und viertes Tausend MCMLXXI (1921)

Reihe: Aus fremden Gärten 9

Koph.png Wortstimme

„Leg wie ein Siegel ans Herz mich, wie den Ring um den Arm!"

Ja, Liebe ist stark wie der Tod,

Und hart wie die Hölle das Eifern:

Ihre Funken sind Feuersfunken, Flammen Jahs.

Große Wasser können die Liebe nicht löschen,

Ströme nicht reißen sie fort.

Gäb' einer dahin alles Gut seines Hauses für Liebe,

Wer verdächte es ihm?

Hohe Lied XXVI (Kap.8)
Bookmitband.gif
Zum Buch:
HauserHoh.png

Kartonierter Kleinoktavband mit Fadenheftung, X & 24 S. Antiquadruck.

"Zur Einführung" schrieb Otto Hauser mehrere Seiten; er beschließt:

»Was im folgenden geboten wird – im Texte der Lieder – versucht der Grundlage so nahe zu kommen, wie es nach zwei Jahrtausenden unter Zusammenfassung des Gelehrtenfleißes vieler möglich ist.«

Der Schrifttext wird in einzelne Lieder unterteilt, Kapitel- und Versangaben muß man bei Bedarf selber zählen. Hauser übersetzt kritisch, was seiner Auffassung nicht in den Text gehört, ist ist in den siebenseitigen "Anmerkungen" zu als Zusatz zu finden.

Althebräische Gedichte

übersetzt und erläutert von Otto Hauser

Weimar, Thür.: Alexander Duncker Verlag MCMXIV (1914)

Reihe: Aus fremden Gärten 32

Koph.png Wortstimme

Da, Jahwe, du kamst vom Seïr,

Da du herzogst von Edoms Gefild,

Da bebte die Erde vor dir,

Und Feuchte troffen die Himmel.

Da troffen Wasser die Wolken,

Die Berge strömten vor dir,

Der Sinai floß vor dir,

Jahwe, Israels Gott!

In den Tagen Samgars ben Anath

In den Tagen der Jaël war Not;

Karawanen und wer da reiste,

in Krümmen zogen sie hin.

In Israel herrschte Not,

Mangel litten die Mannen,

Gottesopfer fehlten,

Es gab kein Gerstenbrot.

______________________________

ᵃ Ein Entzifferungsversuch der ganz unmöglichen [Zeile 2]: „man litt Mangel, bis ich aufstand, Deborah, die Mutter, in Israel"

Das Deboralied: Richter V
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Texte aus 1. Mose 4 • 9 • 49. •• 4. Mose 21 •• 2. Sam. 1 & 3 •• 1. Kön. 8 •• Josua 10 •• Richt. 5

HauserAlth.png

Die Psalmen I

Erstes Buch. Aus dem Hebräischen von Otto Hauser. [Die Kap. 1 - 41]

Weimar, Thür.: Alexander Duncker Verlag MCMXVII (1917)

Reihe: Aus fremden Gärten 69/70

Koph.png Wortstimme

Zur Begleitung; Davidspsalm

Der Himmel erzählt Gottes Ehre,

Vom Werk seiner Hände erzählt die Feste.

Tag rauscht dem Tag die Kunde,

Botschaft bringt Nacht der Nacht¹,

Ihr Schall überfliegt alle Lande,

Ihre Worte die Grenzen der Erde.

Er setzt der Sonne ihr Zelt

Wie ein Bräutigam ist sie, der aus dem Gemach tritt,

Und freut wie ein Held sich der Bahn:

Vom Himmelsrand geht sie aus

Und läuft dahin bis zum Himmelsrand,

Und verborgen bleibt nichts ihrem Schein.

Jahwes Gesetz ist vollkommen, erquickt die Seele, (etc.) _________________________________________

¹MT fügt erklärend hinzu: „nicht eine Botschaft

und nicht Worte, deren Schall hörbar wäre."

Psalm XIX I / XIX 2
Bookmitband.gif
Zum Buch:
HauserPs.png

Daten: Fadengehefteter kartonierter Oktavband, VIII & 72 S. Antiquadruck. Text kolometrisch gesetzt, Kapitel– und Versangaben fehlen; was Hauser als nicht zum O– Text gehörig sieht, fehlt oder steht in den Anmerkungen. Die Psalmüberschriften sind samtlich übersetzt. Der Text aus der ersten Ausgabe 1907 wurde für dieses Heft überarbeitet.

Vier Seiten hat Hauser "zur Einführung" geschrieben, diese aber nicht datiert. Darin steht:

»Ich glaube jetzt das ursprüngliche metrische Schema in den meisten Fällen mit größter Wahrscheinlichkeit aufgezeigt zu haben (die Druckanordnung macht es deutlich), in einigen Fällen war der text gerade an den wichtigsten Stellen zu schwer beschädigt. Die Überschriften und Zwischenschriften habe ich nur vermutungsweise wiedergegeben; die liturgischen Zusätze durch liegenden Druck unterschieden. Wie inder ersten Ausgabe betone ich auch diesmal, daß es mir nicht darum zu tun war, Luthers Übertragung, die für sich ihre absolute Geltung hat, auszustechen. Meine sachliche Übertragung muß sich vielfach nüchterner lesen als Luthers oft dunkle und darum poetisch wirkende des noch unemendierten Textes.«

Ausgiebige Recherchen ergaben, daß dieser I. Teil der Psalmen auch der einzige Band geblieben war, den Hauser innerhalb der Reihe "Aus fremden Gärten" hatte veröffentlichen lassen.

_______________________

Biogramm:

""... einer der unseriösesten Rassenkundler, "der selbst von vielen Völkischen als solcher ablehnt wird"". (Zitat Armin Mohler, 1920-2003, einer der wenigen profilierten rechten Denker in der Bundesrepublik Deutschland, ein bekennender Faschist)

Der Sohn eines Gutsbesitzers studierte zunächst an der Technischen Hochschule, später wechselte er an die Wiener Universität und belegte evangelische Theologie und orientalische Sprachen, ohne nach eigener Aussage je eine Prüfung abzulegen oder einen Studienabschluss anzustreben. Otto Hauser knüpfte Kontakte zu Theodor Herzl, der seine erste größere Erzählung vom „Lehrer Johannes Johanson“ in der „Neuen Freien Presse“ herausbrachte und ihn auch weiter förderte.

Den Ersten Weltkrieg erlebte Hauser als Aktiver, wobei er ab 1916 auf dem Balkan eingesetzt wurde und dabei zeitweilig auch als Redakteur für die Belgrader Nachrichten arbeitete. Nach seiner Rückkehr lebte er, von kurzen Aufenthalten in Weimar und Danzig abgesehen, hauptsächlich in Wien.

Otto Hauser besaß eine außergewöhnliche Sprachbegabung, die ihn befähigte, Übersetzungen von Dichtungen und anderen Werken aus rund 30 Sprachen anzufertigen. Er verfasste eine Vielzahl von Romanen, wie beispielsweise „Spinoza“ oder das Epos Atlantis“, die beide stark der Neoromantik verhaftet sind. In seiner „Weltgeschichte der Literatur“, wie auch in dem mythologischen Werk „Germanischer Glaube“ verfocht er die Idee einer lichten nordischen Rasse als Kulturträgerin, die er dann, ohne je anthropologisch - naturwissenschaftliche Studien betrieben zu haben, zu einer obskuren Rassenkunde ausbaute. Nach 1920 suchte er den Kontakt zu Gruppen der Jugendbewegung, die er für seine Ausleseideen zu gewinnen suchte und gründete eigene Gruppen, wie die „Jungwacht“, „Jung Wiking“ oder den „Atlantisbund“. Er war auch ein leidenschaftlicher Verfechter der Rassentheorien des Wagner- Schwiegersohns Houston S. Chamberlain, schrieb der doch antisemitische Werke wie "Die Juden und Halbjuden in der deutschen Literatur". Warum Hauser ausgerechnt Teile des AT übersetzt hatte, bleibt wohl im Dunkeln. In einem seiner Bücher behauptet Hauser jedenfalls allen Ernstes, die biblischen Könige David und Salomo, Sänger des Hohen Liedes sowie Christus seien Germanen gewesen. (Fritz Kahn in: Die Juden als Rasse und Kulturvolk. Berlin 1921. S. 55)

Einer der Ideengeber Hitlers, Jörg LanzLanz_von_Liebenfels,_Jörg kannte Schriften von Hauser, "dem prominenten Rassenideologen". Er schreibt über ihn:

„Doch mit dem Studium der Rssenfrage ist er (Hauser) immer mehr und ausschließlich Rassenforscher und Vorkämpfer des arischen Rassengedankens geworden. Er hat meine, in der ´´Ostara`, Bücherei der Blonden`` publizierten grundlegenden ariosophischen Schriften nicht nur gelesen, sondern gründlich studiert und ebenso gründlich in seinen Schriften verwertet.“ (Quelle: W. Daim, Der Mann, der Hitler die Ideen gab. 1994, S. 32f)

Trotz seiner geistigen Nähe zur Ideologie der Nazis erfuhr Otto Hauser nach 1938 keine Förderung durch eben diese Nationalsozialisten. --

Anmerkung: Die Leiche des O. H. wurde 1979 exhumiert, eingeäschert, und die Urne auf dem Matzleinsdorfer Friedhof (Wien V. Bez.) beigesetzt. Nicht ganz klar ist, wo er starb; hauptsächlich wird genannt: Blindendorf bei Wiener Neustadt, heute ein Ortsteil von Ternitz, NÖ.

(Info: Friedhof Simmering; mit div. Ergänzungen)