Hammer, Julius

Aus Bibelpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hauptseite · Übersetzungen · Übersicht Psalmen · Autoren/Titel · Gesamtausgaben · Einzeldarstellung · Bibliographie & Ex Libris
A · B · C · D · E · F · G · H · I · J · K · L · M · Schiboleth · N · O · P · Q · R · S · T · U · V · W · X · Y · Z


Schreibfeder.gif


Hammer, Julius (* Dresden, Sachsen 7. Juni 1810 † 23. August 1862 Pillnitz, OA Loschwitz, Sachsen) Dr. phil. Schriftsteller und Feuilletonist


Die Psalmen der Heiligen Schrift

In Dichtungen von Julius Hammer

Nebst Einleitung und Erläuterungen.

Leipzig, Sachsen: F. A. Brockhaus. 1861

Koph.png Wortstimme

Gott, Gott, der Herr, beruft der Erde Kreis

Von Sonnenaufgang bis zum Niedergange;

Aus Zion strahlend, aus der Schönheit Preis,

Kommt unser Gott - hört ihn in Ehrfurcht bange!

Vor seinem Schritt geht zehrend Feuer her,

Und um ihn braust der Sturm in Donnern schwer.

Er thut's dem Himmel dort, von wo er kommen,

Der Erde, um sein Volk zu richten, kund:

„Versammelt", tönt sein Ruf, „mir meine Frommen,

Die unter Opfern schlossen meinen Bund!"

Seine Gerechtigkeit verkünden da

Die Himmel: Gott sei zu Gerichte nah'!

„Hör', Israel, mein Volk, o höre mich,

Laß, was ich mahnend red', ins Herz dir fassen!

Ich bin der Herr, dein Gott!

_________________________________

Die Ueberschrift nennt als Verfasser Assaph

50. Psalm


Herr, unser Schutz bist du für alle Zeit!

Eh' du die Berg' ans Licht gestellt,

Und du erzeuget Erd' und Welt,

Bist du gewesen, der du bist,

Der Herr von Ewigkeit zu Ewigkeit!

Du kehrst den Menschen in des Staubes Reich

Und sprichst: "Zurückkehrt, Menschenkinder ihr!"

Denn tausned Jahre sind vor dir

Dem Tag von gestern gleich,

So er vergangen ist,

Wie einer Nachtwach' abgelaufne Frist.

_________________________________

Der dieses [vierte] Buch eröffnende Psalm trägt den Namen des Moses an der Stirn

90. Psalm
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Daten: Kl. 8°; LXXII & 480 pp in Frakturdruck. Hammer schrieb zu Nürnberg im Februar 1861 -- dort wohnte er kurzzeitig -- das ausführliche und sehr lesenswerte Vorwort. Darin wird die Geschichte der hebräischen Dichtung im Glaubensleben ab dem Stammvater Abraham über vier Jahrtausende verfolgt. Die Weisungsgebung durch Mose wird ebenso in die Geschichte der Psalmen einbezogen wie die Dichtungen des Königs David. Antisemitische Töne, die man zu jener Zeit durchaus zu erwarten hatte, kennt Julius Hammer nicht. Kritische Töne sind jedoch bezüglich der Psalmüberschriften zu vernehmen, die nicht übersetzt sind, einige davon hat er aber innerhalb der Eräuterungen ergänzt (er konnte die am Toten Meer gefundenen Psalmtexte ja noch nicht kennen). Die Texte selber sind, leider ohne Beversung, in Sinnzeilen metrisch angeordnet. Nahezu 80 Seiten verwendet der Autor auf die in den Anhang gesetzten Eräuterungen; die meisten seiner zeitgenössischen Übersetzerkollegen, vor allem diejenigen, die das Metrische bevorzugen, verzichteten völlig auf diese. Innerhalb dieser Erläuterungen läßt Hammer vielerlei Lesarten sowie Alternativ- Übersetzungen u. a. folgender Kollegen zu Wort kommen: Die von Ewald, Gesenius, Hitzig, Luther, Mendelssohn, Olshausen, Philippson, Reinhard (1813), Schlegel & Tieck, Thenius (1785), De Wette, zudem die Vulgata, die LXX sowie der Midrasch Tehillim. Weiterhin werden die Arbeiten von Köster, Maurer, Rosenmüller und Hengstenberg verwertet.

Hammer´s Zugehörigkeit zu einer der christlichen Denominationen ist nicht geklärt; katholisch war er mit einiger Sicherheit nicht, denn solcherlei Übersetzungen werden innerhalb seiner Eräuterungen als Beispiel nicht angeführt; er gehörte aber einer Freimaurerloge an. Ob seine Psalmenübersetzung nun als eine "freimaurerische" genannt werden kann, ist zweifelhaft (siehe dazu ein relevanter Artikel >http://freimaurer-wiki.de/index.php/Bibel>. Ein jüdischer Psalmenübersetzer, Adolph >Brecher jedenfalls ist voll des Lobes über Hammer´s Übersetzungskünste im Vorwort seiner eigenen Übertragung. Ein weiterer Jude, Rabbiner Israel >Schwarz, hat einige Pss von Hammer in seinem Buch »Glaube und Pflicht« (1877) in leichter Bearbeitung übernommen. Ansonsten ist Hammers Werk weitgehend unbekannt geblieben. Das mag daran liegen, daß es keiner der christlichen Richtungen zuzuordnen war.



Biogramm:

http://freimaurer-wiki.de/index.php/Julius_Hammer // http://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Hammer