Guardini, Romano

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Guardini, Romano (* Verona, Venetien (Italien) 17. Feb. 1885 † 1. Okt. 1968 München) Priester, Prof. Dr. theol.

Junker, Hubert (* Merlscheid/ Eifel 8. Aug. 1891 † 26. April 1971 Trier/ Mosel) Prof. Dr.

Kahlefeld, Heinrich (* Boppard am Rhein 6. Jan. 1903 † 5. März 1980 München)

1944 beauftragte die Liturgische Kommission der Deutschen Bischofskonferenz Romano Guardini und Heinrich Kahlefeld, den ganzen Psalter zu übersetzen, und gaben nach Fertigstellung die Ermächtigung, dieses Werk »als den vom Deutschen Episkopat gebilligten deutschen Psalmentext« zu bezeichnen und herauszugeben. Nach der Einberufung Kahlefelds zum Wehrdienst hatte Guardini diese Arbeit alleine fortgeführt. In den Kartagen 1949 war die Arbeit abgeschlossen. Die Arbeit sollte sich, gemäß dem ausdrücklichen Wunsch des Episkopats, an den lateinischen Psalter(*) halten, selbst dort, wo über dessen Auffassung des Urtextes verschiedene Ansichten möglich waren. Um aber die Übertragung ins Deutsche richtig durchzuführen, war es doch nötig, auf den hebräischen Wortlaut zurückzugreifen.

Von 1950 bis zur probeweisen Einführung der ⇒ Einheitsübersetzung_/_Ökumenische_Üs. ab 1970 war die Üs von Guardini der offizielle Psalmtext im römisch–katholischen Raum.

(*) das so genannte `Pianum´, im Auftrag von Papst Pius XII. durch das Päpstliche Bibelinstitut aus dem Urtext ins Lateinische übersetzt und 1945 veröffentlicht.



Deutscher Psalter

Nach der lateinischen Ausgabe Papst Pius´ XII übersetzt von Romano Guardini / Im Auftrage der deutschen Bischöfe /

Nach dem Urtext überprüft von Hubert Junker

München: Kösel Verlag 1950. Dritte Auflage, 26.- 50. Tausend, 1954

Pe.png Wortstimme

Gott, der Herr, hat gesprochen;

Er hat die Erde gerufen

vom Aufgang der Sonne zum Niedergang.

Aus Sion, der Schönheit voll, strahlt Gott hervor;

gekommen ist unser Gott und wird nicht schweigen.

Verzehrendes Feuer läuft Ihm voraus;

das Wetter wütet rings um Ihn her.

Er ruft von der Höhe Himmel und Erde,

Gericht will Er halten über sein Volk:

»Bringt Mir Meine Frommen zusammen,

die Meinen Bund beim Opfer geschlossen haben!«

Die Himmel verkünden Seine Gerechtigkeit,

denn Gott ist Richter - Er selbst.

Psalm 49:1- 6 V


Herr, eine Zuflucht warst Du uns

von einem zum andern Geschlecht.

Ehe die Berge geboren wurden,

hervorgebracht Erde und Welt,

von Ewigkeit her zu Ewigkeit hin, o Gott, bist Du!

Du heißest die Menschen zum Staube kehren;

dann sprichst Du:»Kommet nun neu, ihr Menschenkinder!«

Denn vor Deinen Augen sind tausend Jahr

wie der Tag von gestern, der schon vergangen,

wie eine Wache während der Nacht.

Psalm 89: 1- 4 V


Gelobt sei der Herr, unser Gott,

denn heimgesucht hat Er Sein Volk und ihm Erlösung gebracht,

und machtvolles Heil uns aufgerichtet

in Seines Knechtes David Haus,

wie Er verheißen durch Seiner Heiligen Mund,

Seiner Propheten, die einst gewesen:

Er wird uns Rettung schaffen vor unsern Feinden

und aus den Händen aller, welche uns hassen;

Gande üben an unseren Vätern

und Seines heiligen Bundes gedenken;

den Eid erfüllen, den Er geschworen Abraham, unserem Vater.

Das Benedictus; Lukas 1


Mit kirchlicher Druckerlaubnis (o. J.)
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Zum Buch:

Gebundener Fadengehefteter Klein-8° – Band mit SU; 268 S. Schrifttext einspaltig versweise gesetzt, Psalmüberschriften hat Guardini nicht mitgegeben.

Die Bischöfe von Passau und Mainz, Simon Konrad Landersdorfer und Albert Stohr verfaßten zu Fulda, den 23. August 1949, das "Bischöfliche Geleitwort"; darin ist gesagt:

»Versuche, das neue Psalterium ins Deutsche zu übersetzen, haben alsbald eingesetzt, (…). Nicht minder dringend geboten erschien aber die Forderung einer möglichst einheitlichen Textgestaltung der liturgischen Texte in deutscher Übersetzung, in Sonderheit der Psalmen. (…) Die Wahl des Übersetzers bedarf keiner Rechtfertigung. Die Rücksichtnahme auf den hebräischen Urtext, die trotz der lateinischen Vorlage, freilich im Rahmen derselben, geboten ist, wurde von Prof. Dr. H. Junker in Trier gewahrt.«

Fünf Seiten "Vorbemerkungen des Übersetzers" schrieb Romano Guardini im venetischen Isola Vicentina, Karsamstag 1949. Darin läßt er – zusätzlich zu dem ganz oben geschriebeben – den Leser wissen:

»Daß die Übertragung philologisch wie theologisch richtig und sprachlich so gut als nur möglich sein mußte, verstand sich von selbst. Sie sollte aber nicht nur gelesen, sondern auch gebetet werden können (…) Daß Dr. Heinrich Kahlefeld einen großen Anteil am Werden der Übersetzung hat, wurde bereits gesagt. Er hat ihr nicht nur seine bibelwissenschaftlichen Kenntnisse, sondern auch seine reichen liturgie–pädagogischen Erfahrungen zur Verfügung gestellt.«

"Zur dritten Auflage" schrieb Romano Guardini zu München, August 1954, noch ein paar Takte zur im Anhang neu zusammengestellten "Anleitung für das gemeinsame Sprechen und Singen", (8 S.) die Akademiedirektor Dr. Felix Messerschmidt verfaßt hatte.

ANMERKUNG:

Das Buch wird laut Verlagsangabe (Sept. 2007) beim Kath. Bibelwerk Stuttgart unter dem Titel: "Wach auf, meine Seele. Der Psalter." neu aufgelegt, "ergänzt mit Zitaten aus bisher unveröffentlichten Schriften Romano Guardinis". Bis Anfang 2015 war es jedoch noch nicht erschienen.

Als Topos Taschenbuch im Matthias- Grünewald- Verlages erschien im Juli 2010 eine Neuausgabe der ursprünglichen Psalmenausgabe (samt den Cantica). Titel: Deutscher Psalter.

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!! Wer immer daran denkt, diese Topos- Ausgabe zu erwerben, überlege, ob es nicht sinnvoller sei, eine alte Ausgabe des Kösel- Verlages antiquarisch zu besorgen: die ist jedenfalls aufwändiger hergestellt und besser gebunden als die geklebte TB- Auflage aus Mainz !!

Ab 1998 erschien innerhalb einer Werke- Ausgabe der Titel außerdem als bibliophile Edition gebunden und erweitert neu:

Deutscher Psalter. Theologische Gebete, bei Matthias Grünewald und Schöningh, Paderborn. (7. und weitere Aufl. Unveränderter Nachdruck der 5. Aufl. München 1966. Kl.-8°, 344 S.)

Psalmengebetbuch

(Psalmen – Gebetbuch) Übersetzt von Romano Guardini. Einführung von Heinrich Kahlefeld.

Zusammengestellt und herausgegegeben von Karl Heinz Grenner und Irmgard Pahl

München: Kösel – Verlag 1963

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Zum Buch:

Auswahltexte. Englisch broschierter Kleinoktavband, 211 S.

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Die Übersetzung der Psalmentexte von Romano Guardini ist auch in folgendem Brevier enthalten; dies trifft jedoch nur für die (hier beschriebene) dritte und vierte Auflage zu.

Deutsches Brevier

Vollständige Übersetzung des Stundengebetes der römischen Kirche

herausgegeben von Dr. Johann Schenk

  • Erster Band: Advent bis Pfingsten
  • Zweiter Band: Pfingsten bis Advent

Regensburg: Verlag Friedrich Pustet. Dritte Auflage, o. J. (1950)

Imprimaturen: Ratisbonae 1950 (beide)

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Eine Auswahl Psalmen Guardinis sind auch in einer NT- Ausgabe von Fritz Tillmann aus 1951, vom Leipziger St. Benno- Verlag herausgegeben, enthalten:

[Die Heilige Schrift des Neuen Testamentes.] Die Psalmen

übersetzt von Fritz TillmannDie Psalmen (eine Auswahl) übersetzt von Romano Guardini

Im Auftrag der Übersetzer für die Katholiken der Deutschen Demokratischen Republik herausgegeben von Werner Becker.

Leipzig, Sachsen: St. Benno- Verlag 1952

Pe.png Wortstimme

...

Imprimatur: Bautzen 1951


Biogramm:

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http://www.helmut-zenz.de/hzguard.htm

Romano Guardini, geboren in Venetien; bereits ein Jahr nach seiner Geburt siedelte die Familie nach Mainz über. Er begann ein Chemiestudium, dann ein Studium der Nationalökonomie und wechselte schließlich zur Theologie. 1908 trat er in das Priesterseminar in Mainz ein, wo er 1910 zum Priester geweiht wurde. Guardini nahm als einziger der Familie, und gegen deren Willen die deutsche Staatsangehörigkeit an, um Religionsunterricht erteilen zu können. Er war an verschiedenen Orten als Kaplan tätig. Von 1916-18 absolvierte Guardini seinen Militärdienst als Krankenwärter. 1922 wurde er Privatdozent für Systematische Theologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn. 1923 nahm Guardini den neu errichteten Lehrstuhl für 'Religionsphilosophie und Katholische Weltanschauung' an der 'preußisch-protestantischen' Universität Berlin an. 1941 erhielt er Redeverbot.

1945 folgte Guardini der Berufung auf den Lehrstuhl ad personam für 'Religionsphilosophie und Christliche Weltanschauung' an der Universität Tübingen. In den Jahren von 1948 war 1962 ist Guardini Inhaber des gleichnamigen Lehrstuhls an der Philosophischen Fakultät der Universität München. 1952 erhielt Guardini den Friedenspreis des deutschen Buchhandels und wurde zum Päpstlichen Hausprälaten ernannt. 1961 wurde der Theologe zum Mitglied der liturgischen Vorbereitungskommission für das Zweite Vatikanische Konzil ernannt. Drei Jahre vor seinem Tod bot ihm Papst Paul VI einen Kardinalshut an, den er allerdings ablehnte. Romano Guardini starb 1968 in München.