Griese, Franz Stephan

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Griese, Franz Stephan (* Straelen, Niederrh. 26. Dez. 1889 † nach 1953 in Argentinien) Priester, Professor; säkularisiert




Psalmenklänge

Texte des Psalteriums aus dem Hebräischen übersetzt und zu einheitlichen Gebeten zusammengestellt von Franz Griese

Paderborn: Druck und Verlag von Ferdinand Schöningh o. J. (1915)

Imprimatur: Paderbornae 1915
Koph.png Wortstimme

(26:1) Der Herr ist mein Licht und mein Heil,

vor wem sollt' ich mich fürchten?

Der Herr ist meines Lebens Wehr,

vor wem sollt' ich erbeben?

(3) Und lagert gegen mich ein Heer --

mein Herz wird sich nicht fürchten.

Erhebt sich gegen mich ein Kampf --

ich bin trotzdem getrost.

(17:32) Denn wer ist noch Gott außer dem Herrn;

und wer ein Fels außer unserm Gott?

(33) Dem Gott, der mich mit Stärke gürtet

und meinen Weg ganz eben bahnt,

(34) Der meine Füße macht wie die der Hirsche

und mich auf sichere Höhen stellt.

(83:13) O Herr der Himmelsheere,

Heil dem Manne, der auf Dich vertraut.
Nr.58 Mein Herz wird sich nicht fürchten


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Zum Buch:


Gebundenes kleines Buch in Duodez- Format; VIII & 114 S. in Frakturdruck. Psalmentext einspaltig versweise gesetzt. - Franz Griese verfaßte Essen (Ruhr), den 18. August 1915, das gut ein- seitige Vorwort. Darin heißt es unter anderem:

»Dieses Büchlein stellt eine Blütenlese aus den Psalmen dar. Die Auswahl geschah in der Weise, daß aus allen Psalmen jene Stellen herausgesucht wurden, die auch heute noch beim Gebete verwendet werden können. Diese wurden dann zu einheitlichen Gebeten zusammengestellt.« 
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Nähere Angaben machen die in den Anhang gesetzten "Quellenangaben und Anmerkungen"; dort schreibt Griese: »Grundlegend für die Übersetzung war der hebräische Text; doch traten dort, wo er dunkel war, griechische und lateinische Versionen an seine Stelle. (...) Hie und da kamen auch von Autoren (Schlögl, Zenner, Kittel) vorgeschlagene Textkorrekturen zur Verwendung.« Gezählt sind die Pss nach der Vulgata bzw. LXX.

Wie aus dem Inhaltsverzeichnis zu ersehen, sind die ausgewählten Psalmteile bzw. -verse in fünf Themen zusammengefasst: I. Bußpsalmen, II. Klagepsalmen; III. Dankpsalmen; IV. Vertrauenpsalmen; V. Lobpsalmen.

Von 150 Kapiteln des Psalmbuches hat Griese 124 verarbeitet; nicht berücksichtigt sind, gezählt nach der Vulgata bzw. LXX: 1 - 2 - 4 - 11 - 13 - 20 - 28 - 47 - 52 - 57 - 69 - 74 - 75 - 77 - 80 - 81 - 92 - 109 - 119 - 123 - 125 - 126 - 130 - 132 - 140.

Die Briefe des Heiligen Paulus

in neuer Übersetzung und neuer Erklärung von Franz Griese

Graz, Steiermark: Paulusverlagsanstalt o. J. (1923) Drittes bis sechstes Tausend

Imprimatur: Köln 1923
Koph.png Wortstimme

Er ist der sichtbare   S t e l l v e r t r e t e r   des unsichtbaren Vaters,

d e r   E r s t g e b o r e n e   v o r   d e r   g a n z e n   S c h ö p f u n g.

In ihm nämlich wurden   a l l e   D i n g e , sichtbare wie unsichtbare,

im Himmel und auf Erden erschaffen: Throne, Herrschaften, Fürstentümer,

Gewalten, alles ist durch ihn und für ihn geschaffen worden.

Auch er selbst ist früher als alles andere, und alles hat nur in ihm seinen Bestand,

und er ist auch   d a s   H a u p t   s e i n e s   L e i b e s , nämlich der Kirche.

Er ist der allerserste, der von den Toten auferstanden ist,

damit unter allen   e r   d e r   e r s t e   s e i .

An die Kolosser I: 15-18
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Zum Buch:


Dieses Buch mit 350 Seiten ist in kleinem Duodez- Format hergestellt und mit Fadenheftung gebunden. Ein gut dreiseitiges Vorwort, das der streitbare Pfarrer im argentinischen Buenos Aires am 1. August 1923 schrieb, begründet die Übersetzung: Es sei die seit dem Jahr seines Studienbeginns um den hl. Paulus 1915 zehnte Umarbeitung des Stoffes.
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Griese geht sofort in medias res, indem er die gewöhnlich attestierten Dunkelheiten der paulinischen Argumentationen durch eine kluge Berücksichtigung seiner Schreibweise erhellt: Die beste Übersetzung ist der beste Kommentar, so beschließt er das Vorwort. Mehrere Seiten widmet er dem Lebenslauf des Apostels, und in einem weiteren Teil erklärt er die Briefe in einer über 50-seitigen Einleitung. Im Übersetzungsteil selbst ordnet er die Briefe in ihrer geschichtlichen Reihenfolge. Der Hebräerbrief beschließt den Kanon. Inmitten des Textes, der in verschieden großer Antiqua einspaltig gesetzt ist, sind auch Versumstellungen vorgenommen. Ein Anmerkungsapparat in den Fußnoten gibt Kurzerklärungen und Verweisstellen (auch zum AT).

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Franz Griese hat offensichtlich auch eine Übersetzung des Hoheliedes veranstaltet. Darüber ist nichts näheres bekannt.

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Biogramm:

Franz Stephan Griese war ein deutscher römisch-katholischer Geistlicher, Kirchenkritiker und Philologe. Griese wurde als Sohn des Postverwalters Rudolf Griese und seiner Ehefrau Maria Antoniette (geb. Stewens) in Straelen/Kreis Geldern geboren. Im Alter von 13 Jahren trat er 1902 in das Kloster St. Michael in Steyl in den Niederlanden ein. 1908 vollendete er in Mödling südlich von Wien im Missionshaus St. Gabriel Kloster der Steyler Missionare seine Gymnasialstudien. In diesem Jahr durchlief er auch das Noviziat, legte das erste Ordensgelübde ab und erlangte die niederen Weihen. Bereits 1911 beschäftigt er sich mit kritischen Bibelübersetzungen. Nachdem Griese das Hohelied Salomos übersetzt hatte, verwarf er seine Übersetzung der 150 (?) Psalmen - wegen Verneinung des Fortlebens nach dem Tode. Da seine Ausführungen im Gegensatz zu den Dogmen der katholischen Kirche standen, vernichtete er sie, um weiter eine Tätigkeit als Priesteranwärter ausüben zu können. Mit dem Beginn des 1. Weltkriegs wurde er Subdiakon und dann Militärkrankenanwärter im Elisabeth- Hospital in Essen an der Ruhr. Am dortigen Königlichen Gymnasium am Burgplatz absolvierte er sein Abiturexamen, um in höhere geistliche Stellen aufsteigen zu können. 1918 erhielt er unter Erzbischof Caspar Klein in Paderborn seine Priesterweihe unter Ablegung des zuvor von Papst Pius X. eingeführten Antimodernisteneides.

Nachdem ihm 1919 die Veröffentlichung seiner Neuübersetzung der Paulusbriefe wegen eines vernichtenden Gutachtens des damaligen Professors für neutestamentliche Exegese von der bischöflichen Behörde Paderborn verboten worden war, begann er Widersprüche in Theologie und Bibel im Spezialstudium eingehend zu prüfen. Seine als Ergebnis dieser Arbeit erschienenen Schriften blieben jedoch kirchlich ohne Wirkung. Er hatte 1922 verschiedene Aufgaben in der Diözese Paderborn ausgefüllt und ging im selben Jahr für den Caritasverband nach Argentinien, um Spenden zu sammeln. Bevor er abreiste, besuchte er Adolf von Harnack, der ihm riet, seine Studien fortzusetzen und im geeigneten Moment aus der Kirche auszutreten. In Argentinien kamen ihm vor allem seine Kenntnisse von zwölf Sprachen zugute. Nachdem 1923, ohne sein Wissen, seine Paulusbriefe mit kirchlicher Druckerlaubnis des Erzbistums Köln veröffentlicht wurden, kehrte er zurück nach Deutschland.

1924 legte Griese bereits ein Manuskript von "Ein Priester ruft: Los von Rom und Christo!" vor, trat aus der katholischen Kirche aus und reiste nach Argentinien. Hier habilitierte er sich an der Universität Buenos Aires, wurde Professor für Englisch und Französisch und gründete später eine Sprachakademie. Nachdem weitere kirchenkritische Schriften erschienen waren, vermählte er sich am 1. Juni 1927. Obwohl Griese bereits vor seiner Eheschließung, 1924, aus der Kirche ausgetreten war, erfolgte am 25. Juli 1938 die große päpstliche Exkommunikation durch Pius XI.. Als Gründe dafür wurden seine Veröffentlichung angeblich kirchenfeindlicher Schriften und seine kirchliche Eheschließung in Mendoza (Argentinien) in der Herz-Maria Kirche (Iglesia Corazón de Maria) angeführt.

(Quelle: de.inforapid.org und wikipedia.org)