Graetz, Heinrich

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Graetz, Heinrich Hirsch Zeev (* Xions, Posen 21. Cheschwan 5577 / 31. Okt. 1817 Mem.png 4. Elul 5651 / 7. Sep. 1891 München)

Der hebräische Wortlaut der Bibel wird freilich von Heinrich Graetz kühn und subjektiv behandelt, immerhin bleibt erst einer spätern Zukunft die richtige Würdigung vorbehalten, wie weit die kritische Sichtung des Bibeltextes durch seine Forschungen auch wirklich gefördert worden [war]...

(aus der Biographie H. Graetz´ von Dr. Ph. Bloch)



Shir ha-Schirim שיר השירים oder das Salomonische Hohelied

Übersetzt und kritisch erläutert von Dr. H. Graetz (Hebräisch – deutsch)

Wien (Austria): Wilhelm Braumüller 1871 [überklebt mit ⇒]

⇒ Breslau, Schlesien: Wilhelm Jacobsohn & Co. 1885

Koph.png Wortstimme

5 Was kommt dort herauf, / so weiss glänzend, / sich anschmiegend an ihren Freund?

. . . . . . . . . . . . . . . . .

„Unter dem Apfelbaum hab´ich dich aufgerüttelt,

„dort, wo dich deine Mutter verwundet hat,

„dort, wo deine Gebärerin dich verwundet hat“.

6 Leg mich an dein Herz (sprach ich) / wie ein Siegel, / wie ein Siegel an deinen Arm;

denn schmerzlich wie der Tod ist die Liebe, / hart wie das Grab die Eifersucht.

Ihre Pfeile sind feurige Pfeile, / eine Gottesflamme.

7 Mächtige Fluthen können die Liebe nicht löschen, / Ströme sie nicht wegspülen.

Gäbe Einer sein ganzes Vermögen um Liebe, / verachten würde man ihn.

VIII
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Zum Buch:

Gebundener Oktavband, Fadenheftung; VI, (2) & 220 S. Antiquadruck (betreffs des Deutschen). Schrifttexte einspaltig, rechte Doppelseite die Übersetzung; reichhaltige Kommentare im Fußnotenapparat.

Der Verfasser schrieb zu Breslau, 1. September 1871, ein gut dreiseitiges Vorwort. Darin schreibt er u. a.:

»Im Folgenden habe ich mich bemüht den Beweis anzutreten, dass das Hohelied (…) in der macedonischen Zeitepoche, kurz vor dem Ausbruche der hellenistischen Apostasie in Judäa, ein halbes Jahrhundert vor den Makkabäerkämpfen, gedichtet wurde, und dass es nur durch diese Voraussetzung seiner Räthselhaftigkeit entkleidet und durchgängig verständlich und durchsichtig wird. (…)«
HebSchir.png

125 Seiten verwendet Graetz auf die Einleitung, diese unterteilt er in sieben Punkte:

I Allgemeines • II Stand der Exegese des HL • III Tendenz • IV Abfassungszeit • V Methode der Auslegung • VI Beschaffenheit des Textes • VII Geschichte der Auslegung des HL.

Zu IV. (Abfassungzeit) schreibt er: »Wir können das H. L. also mit ganzem Herzen weder in die salomon. noch in die unmittelbar nachsalomon. Zeit setzen.« Das H. L. muß nach Graetz´ zwischen 230 und 218 v. d. Z. gedichtet worden sein, da der Dichter die griechische Sprache, Literatur sowie die Sitten und Unsitten kannte.

Hebräische Grafik: »Megilah Schir haSchirim ascher l´Schlomo« - 
»Rolle ´Lied der Lieder, welches dem Salomo«`
(keine Buchgrafik) 

Kohelét קהלת oder der Salomonische Prediger

Übersetzt und kritisch erläutert von Dr. H. Graetz (Hebräisch / deutsch)

Nebst Anhang über Kohelét´s Stellung im Kanon, über die griechische Uebersetzung desselben und über Graecismen darin und einem Glossar.

Leipzig, Sachsen: C. F. Winter'sche Verlagshandlung 1871

Koph.png Wortstimme

10 Ich habe erfahren, dass Gott diese Beschäftigung den Menschen gegeben hat, sich damit zu quälen.

11 Alles hat Er vortrefflich zu seiner Zeit gemacht, auch die Unwissenheit hat Er ihnen in das Herz gegeben, dass der Mensch das Werk, das Gott von Anfang bis Ende gemacht hat, nicht finden soll.

12 Ich habe (daher) erfahren, dass nichts besser fürden Menschen sei, als sich zu freuen und das Gute in seinem Leben zu geniessen.

13 Und so oft der Mensch isst und trinkt und das Gute geniesst bei allseiner Mühe, so ist das eine Gottes–Gabe.

14 Ich habe erfahren, dass alles, was Gott gemacht hat, auf immer so bleiben wird, dazu ist nichts hinzuzuthun, und davon ist nichts hinwegzunehmen, und Gott hat es so gemacht, damit sie ihn verehren sollen.

III 
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Zum Buch:

[Kohelet]: Gebundener Oktavband, Fadenheftung; VIII, (4) & 200 S. Antiquadruck (deutscher Text); Schrifttexte einspaltig, Übersetzung auf der rechten Doppelseite. Kommentarapparat je darunter.

Vier Seiten Vorwort schrieb der Verfasser, datiert Breslau im December 1870. Darin heißt es u. a.:

»Bei der Uebersetzung, die ich zum Text gebe, war meine Aufgane dahin gerichtet, das Original durchschimmern zu lassen, und zugleich die Resultate der kritischen Operation zur Anwendung zu bringen. Diejenigen Verse, welche im Texte eine falsche Stellung einnehmen, hat die Uebersetzung ihrer logischen Nachbarschaft und Zugehörigkeit wiedergegeben; sie wurden auch äußerlich markirt. –– Da das Resultat meiner Forschung sich dahin zuspitzt, dass Kohelét das jüngste Buch unter den Hagiographen und in der altbiblischen Literatur überhaupt ist, so musste ich mich über den Abschluss des alttestamentlichen Kanon weitläufig auslassen, um dem Gegenbeweise die Spitze abzubrechen, welcher von dem höheren Alter des Kanon gegen die Jugend dieses Buches geführt werden könnte. Ich musste aus demselben Grunde der griechischen Uebersetzung von Kohelét besondere Aufmerksamkeit zuwenden, um die Jugend desselben zu constatieren. Das Resultat meiner Forschung, dass der Salomonische "Prediger" der herodianischen Regierungsepoche angehört, stützt sich zum Theil auch auf die darin vorkommenden Gräcismen. (…)«

Die Einleitung umfasst 52, der Anhang weitere 53 S.: I. Der alttestamentliche Kanon • II. Die griechische Uebersetzung des Kohelét • III. Gräcismen im Kohelét. • Glossar (15 S.)


'

Kritischer Commentar zu den Psalmen

nebst Text und Übersetzung. Von Dr. H. Graetz

Erster Band. / Zweiter Band.

Breslau, Schlesien: Verlag S. Schottländer 1882 / 1883

Koph.png Wortstimme

1. Psalm. Dem Assaph.

Gott der Götter, der Herr, sprach und schuf die Erde, von Sonnenaufgang bis Sonnenniedergang.

2. Von Zion, der Schönheit Krone, erglänzte Gott.

3. Möge unser Gott eintreffen und nicht schweigen, Feuer möge vor Ihm verzehren und ringsum stürmen gar sehr.

4. Dem Himmel von oben zuzurufen und der Erde (unten), sein Volk zu richten.

5 „Versammelt mir meine Frommen, die da ein Bündniss mit mir geschlossen beim Opfer!“

6. Dann wird der Himmel seine Gerechtigkeit verkünden, dass Gott Richter ist. (Selah.)

7. „Höre mein Volk, ich will reden, Israel, ich will dich verwarnen, ich bin Gott, dein Gott.“

Band 1: Psalm 50

1 Psalm Davids

Ein Spruch des Herrn am meinen Herrscher: „Sitze zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel für deine Füße gemacht.“

2. Das Scepter deiner Macht wird dir der Herr von Zion senden. „Herrsche inmitten deiner Feinde“.

3. Bei dir Hingebung (?) am Tage deiner Rüstung (?) auf heiligen Bergen. Vom Mutterschooss (?) suchet dich auf wie Thau die Jugend (?).

4. Geschworen hat der Herr und nimmt´s nicht zurück: „Du bist Priester auf immer, auf meine Verheissung mein König für das Heil.“

5. Mein Herrscher, zu deiner Rechten wird Er an Seinem Zornestage Könige zerschmettern.

6. Er wird richten unter Nationen, Fülle von Leichen (?) – wird zerschmettern das Haupt   – – – – – – – –   in dem Lande der Wüste

7. Wird er vom Bache am Wege trinken, und darob wird er das Haupt erheben.

___________________________________________

Comm. zu V. 4: מלכי צדק [Melki_zedek] braucht durchaus nicht der im Pentateuch erwähnte Priester des Gottes Elion zu sein (…) – Comm. zu V. 6: ”völlig unverständlich“

Band 2: Psalm 110.
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Zum Buch:

Gebundener, fadengehefteter Oktavband (2 in 1 Bd.). Band Eins: XVI & 384 S; Band Zwei: VII und Ss. 385 bis 704. Antiquadruck (betreffs des Deutschen). Schrifttexte zweispaltig (parallel) hebräisch / deutsch pro Seite, darunter der Kommentarapparat. Gut sechs Seiten "Vorwort" schrieb Graetz, datiert Breslau, im Juni 1882, für den ersten Band; im zweiten steht keines. In diesem Vorwort bringt er seine Stellung zu den inspirierten Texten klar zum Ausdruck:

» Für solche, welche nicht um ein Jota von dem recipirten Texte abgewichen wissen wollen, ist dieses Buch, Uebersetzung und Erklärung der Psalmen nach kritischer Methode, nicht geschrieben. Denn, wie es solche wenig kümmert, dass ihre Behandlung der heiligen Schrift der Logik und poetischen Aesthetik geradezu Hohn spricht, weil sie in den Sinn– und Geschmackswidrigen das Wahrzeichen der rechtgläubigen Religiösität erblicken, – so kümmert es sie eben so wenig, dass unter den Gebildeten die Zahl der Verächter der Religion, welche doch ihre Wurzel in der heiligen Schrift hat, sich stetig vermehrt, weil diese sich von dem öfter Trivialen und Kindischen der Diction abgestossen fühlen.Dem aufrichtigen Verehrer dieser wahrhaft heiligen Urkunden aber kann diese Erscheinung nicht gleichgültig sein, das ehrwürdige Schriftthum, das voll des heiligen Geistes ist und, recht verstanden, eine erhebende und versittlichende Kraft besitzt, von einem gr0pen Theil der Tonangeber in der profanen Welt verächtlich behandelt zu sehen. (…) In diesem Sinne ist die hier gebotene Uebersetzung des Psalters angelegt, und die nothwendig gewordenen ausführliche Einleitung und der Commentar weisen die Berechtigung, ja Nothwendigkeit der Abweichung von dem recipirten Texte nach. (…)

Die Einleitung umfasst 152 S.; die besprochenen Themen darin sind

I. CHarakter und Bedeutung der Pss • II. Eintheilung der Pss • III. Verfasserschaft der Pss • IV. Abfassungszeit • V. Poetische Form und Styl • VI. Der gottesdienstliche Gebrauch und die musikalische Begleitung • VII. Die Aufschriften zu den Pss und andere nicht zum Inhalt gehörende Zusätze • VIII. Sammlung, Schlussredaktion und Ordnung des Ps. • IX. Beschaffenheit des Textes • X. Die alten Uebersetzungen des Psalters.

Zu jedem Psalm sind diese Unterpunkte enthalten: I. Inhalt • Poetische Form • Abfassungszeit • Kommentar (meist sprachlicher Art, Konjekturen sind häufig gemacht). Das Tetragramm ´IHWH` ist umschrieben (siehe Wortstimme!).


Die Auslegung des Psalmes 36

[Von] Prof. Dr. H. Graetz.

Krotoschin, Posen: Druck und Verlag von B. L. Monasch & Co. 1880

Reihe: Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judenthums. Herausgegeben von Dr. Z. Fränkel, fortgesetzt von Prof Dr. H. Graetz.

Neunundzwanzigster Jahrgang. (Neue Folge, zwölfter Jahrgang) December 1880.

Koph.png Wortstimme

2) Angenehm ist die Sünde dem Frevler im Innersten seines Herzens, kein Schrecken vor Gott ist seinen Augen gegenwärtig.

3) Denn Er schmeichelt ihm – nach seiner Ansicht – unterläßt die Frevler seiner Zunge zu finden (?) .

4) Seines Mundes Worte sind Gewalt und Täuschung, er unterläßt nachzudenken, einen guten Wandel zu führen.

5) Gewalt ersinnt er auf seinem Lager, stellt sich auf einen nicht guten Weg, den schlimmen verachtet er nicht.

6) Herr, deine Gnade ist wie der Himmel, Deine Treue reicht bis zu den Wolken.

7) Deine Gerechtigkiet wie Stier=Berge, Deine Billigkeit wie die große Fluth, Menschen und Thiere sättigst du, Herr.

8) Wie werthvoll ist deine Gnade, Gott! die Söhne des Dulders suchen unter Deiner Flügel Schatten Schutz.

9) Mögen sie sich an der Fülle Deines Tempels laben, und der Fluß deiner Paradieses–Wonne sie erquicken.

Psalm 36
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Zum Buch:

Kommentar und Text auf 13 Seiten Frakturdruck; der Psalm ist parallel zu Hermann Hupfelds Hupfeld,_Hermann Übersetzung geboten.

Biogramm:

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Detailaufahme des Grabsteins von H. Graetz auf dem jüdischen Friedhof 
im oberschlesischen Breslau

http://www.jewiki.net/wiki/Heinrich_Graetz ___ http://www.hagalil.com/judentum/geschichte/geschichte-b.htm