Gerlach, Martin von

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von Gerlach, Martin (* Münster i. W. 28. Dez. 1860 † 15. Feb. 1929 Blankenburg am Harz (oder:) Braunschweig) Pastor, Stiftspfarrer


Deutscher Führer durch den hebräischen Psalter und dessen Lieder

Von P. Martin von Gerlach

1. Teil: Die Psalmen 1 bis 50.

Berlin: Der Reichsbote. Abteilung Buchverlag. 1924.

Koph.png Wortstimme

"Dem Klangmeister, ein Spiel Davids.

Die Himmel erzählen der Gottheit Ehre,

und das Werk seiner Hände kündet das Gewölbe.

Ein   T a g   dem   T a g e   sprudelt einen   S p r u c h,

und eine   N a c h t   der   N a c h t   meldet Erkenntnis.

N i c h t   g i b t s   d a   S p r u c h ,   und   n i c h t   g i b t s   W o r t e ;

mitnichten gehört wird ihre Stimme.

Auf der ganzen Erde   a u s   ist   g a n g e n   ihr Klang

und am Ende des Erdreichs ihre Reden;

dem Sonn hat er ein Zelt gesetzt in ihnen.

Und der, wie ein Bräutigam   a u s g e h e n d   aus seinem Gemach, hüpft wie ein Held zu laufen einen Pfad.

Von   E n d e   der   H i m m e l  

sein   A u s g a n g   und sein Umlauf auf deren   E n d e n   !

und nicht gibts   v e r s t e c k t e s   vor seiner Hitze.

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(Weil „Sonne" auf hebr. männlich ist, läßt sich der Vergleich mit dem Bräutigam und dem Helden v. 6 nicht verdeutschen, man wage denn zu sagen: „der Sonn".)

Ps. 19: GOttes heiße Sonne; Jehowas süßes Gesetz 1- 5


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Zum Buch:

Gebundener Oktavband, Klebebindung; (4) & 221 S. Frakturdruck. Psalmtexte einspaltig und versweise gesetzt, darauf die Erklärungen, die eine große Bandbreite abdecken: Von der Metrik über Versuche der Umstellung (damit es scheinbar besser passt) bis zu Parallelstellen AT & NT; überdies schreibt er noch Bemerkungen zu anderen Übersetzungen in Fußnoten, spart die jüdischen nicht aus. Aus dem ersten Vorwort zu den Kapiteln 1 bis 25 (5. Jan 1923) ist zu ersehen, welche Arbeiten von Kollegen er eingesehen hat; darunter "Meister" H. Hupfeld, weiterhin J. F. B. Köster und H. Gunkel.

Vorlage war Ch. D. Ginsburgs "sorgfältiger Text mit abgesetzten Zeilen", so in der Vorrede.

Als Inhalt finden sich:

  • Die Anordnung der Lieder im Psalter • Dichterische Kunstformen • „Thorah" im althebräischen Sprachgebrauch • „Hejkal" im althebräischen Sprachgebrauch • Die Segenssprüche am Schluß der 4 ersten Psalmbücher • Das hebräische „Tat– und Seinswort“, nicht „Zeitwort“ • Haben die Dichter der Pss 22. 69 usw. weissagen wollen? • Zum althebräischen Sprachgebrauch der 4 Wörter für „Volk“ • „Schith“ im althebräischen Sprachgebrauch • „Das Gesetz Moses und Profeten und Psalmen“ • Nachträge • Wegweiser.

Der lutherische Pastor schrieb das (2.) Vorwort zu diesem Sammelband am 18. November 1924 in Königsberg / Neumark (Brandenbg). In Buchform sind hier die Psalmenübersetzungen/ -auslegungen aus dem evangelischen Pfarrerblatt »Der Reichsbote« (Deutsche Wochenzeitung für Christentum und Volkstum) von Januar 1923 bis Ende 1924 abgedruckt. Das erste Vorwort ist datiert "Im ehemaligen Augustiner=Eremitenkloster zu Königsberg=Nm., 5. Januar 1923. Darin heißt es in der sehr blumigen Sprache u. a.:

»(…) Doch dürfen wir den hebr. Text so zugrundelegen, wie die jüdischen Massoreten (sorgsam forschenden Ueberlieferer) ihn auf unsere Zeit gebracht haben? Ist nicht manche Lesart zu berichtigen aus der Uebersetzung der 70 ins Griechische um 150 v. Chr.? aus dem jüdisch=aramäischen Targumen (umschreibenden Wiedergaben)? aus den alten Uebersetzungen ins Syrische, Lateinische, Arabische usw.? Mag in andern biblischen Büchern solche sichtende und berichtigende Arbeit viel Ertrag liefern und nötig sein, im Psalter ist mir der überlieferte hebr. Text mehr und mehr äußerst verläßlich erschienen. (…) In Kleinigkeiten schwanken übrigens auch unter sich die MAssoreten. – (…) Deutsche Christenleute hat er [der Deutsche Führer durch d. hebr. Psalter] zu führen im Sinne. Stellen sich Unchristen ein oder Nichtdeutsche, sind die ihm gleichfalls willkommen; und solche Israeliten, die ihrer Väter Gesangbuch lieben und einem deutschen Christen zutrauen, er werde manches darin gesehen haben, was ihnen bisher unbekannt war, erst recht.« 
  • Ob je eine Fortsetzung (Kap. 51 ff) erschien, ist nach Recherche unwahrscheinlich. Von Gerlach, der 1929 starb, hatte sich laut Vorwort 4 bis 6 Jahre erbeten, das zweite und dritte Drittel des Werkes vorzulegen. In den einschlägigen Bibliothekskatalogen ist jedenfalls nur dieser 1. Band aufgeführt.

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Zur Person:

Familiengut der von Gerlachs: Rohrbeck in der Mark ••• Mutter Ehrengard von Gerlach- Rohrbeck; ••• echtes, tätiges und bekennendes Christentum war in dieser Familie seit Generationen lebendig ••• Verheiratet mit Klara v. Treskow ••• Oberpfarrer in Ziegenrück/ Thür. ••• Stiftspfarrer im Zoar - Martinshof zu Kraschnitz. ••• Ambulante Männerkrankenpflege in Breslau, Schlesien. ••• Emeriert kaufte er das Kloster Königsberg in der Mark, in dem er wohnte, bis er sich einen schönen Sitz in Blankenburg am Harz erwarb, wo er im bitterkalten Winter 1929 starb.

https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction.action?detailid=v5743390 ___ http://www.degener-verlag.de/downloads/net_v_gerlach_inhaltsverzeichnis_net.pdf

Völlig divergierende Angaben gibt es über die Identität seiner Ehefrau: Er heiratete am 25 Jan. 1910 in Roschau (an der Waldnaab ?) Eva Elisabeth Maria von Tiedemann (* Danzig, Pommern 7. Nov. 1855 † 11. April 1945 Blankenburg, Harz)