Göbel, Ulrich

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Göbel, Ulrich (* Magdeburg, Anhalt 9. Mai 1929 ) Pfarrer


Genesis 1 - 3 • Matthäus 1 - 2 • Lukas 1 - 3

[Übertragung von] Ulrich Göbel

Heygendorf, Kyffhäuser: Werkstätte am Hügel. Privatdruck o. J. (1995)

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Im Geistgedanken der Urbeginne wob der Gottheit schaffende Wesenheit Himmel und Erde.

Und die Erde war kraftendes Werdewesen, und Finsternis waltete über der Weltentiefe, und der im heiligen Winde wehende Geist der Gottheit brütete über dem Urgewässer.

Da sprach das göttliche Weltenwort: Es werde Licht! Und es ward Licht.

Und die Gottheit schaute des Lichtes Herrlichkeit.

Da schied der schaffende Gottgedanke Licht und Finsternis.

Dss Licht nannte er Tag und die Finsternis Nacht.

So war es Weltenabend, und dann ward Weltenmorgen, ein Weltentag.

Genesis 1
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Zum Buch:

Zur Übersetzung: Während das hebräische Wort >Elohim< in Vers 1 mit >Gottheit schaffende Wesenheit< umschrieben wird, überträgt Göbel Im weiteren Verlauf des ersten Genesis- Kapitels >Elohim< dann auch so und setzt bei Bedarf den bestimmten Artikel in die Mehrzahl, also >die Elohim< und definiert so den Pluralgedanken. Beim ersten Auftreten des Namens Gottes steht dann z. B. >Zu der Zeit, da Jahwe Elohim Erde und Himmel schuf...<.

Alle Texte der drei biblischen Bücher sind im Blocksatz abgedruckt, ausgenommen sind die Gesänge und die Stammbäume. Kapitel- und Versangaben sind nicht vorhanden.

In der Nachbemerkung am Schluß des Heftes wird diese Übersetzungsarbeit beschrieben; nach diesem Verständnis geschieht "die einzige Möglichkeit, sich dem Verständnis der bilischen Wahrheit auf moderne Weise zu nähern, auf dem Wege der neuen Geisteswissenschaft, der Anthroposophie. .... Die ersten Verse der Genesis sind eine Übertragung von Prof. Hermann Beckh. Das übrige ist eine ganz freie Bearbeitung der Kautzsch - Übersetzung. Weiterhin übernahm der Autor Partien aus dem Matthäusevangelium, einer Arbeit von Rudolf Steiner, während Teile aus Lukas einer alten Lutherbibel und dem NT von Emil Bock entstammen. Jedoch ist vieles auch eigener Feder entflossen. Die Art der Üs hinterläßt ein etwas zwiespältiges Bild: Sehr genau ist z.B. Mat. 2:2 übertragen: "Stern im Aufgang" statt "Osten"; andererseits Luk. 2:14, wo es heißt: Frieden in den Menschen, die eines guten Willens sind. Spätestens seit Veröffentlichung der Rollen vom Toten Meer ist gesichert, daß das griechische εΰδοκία durch εΰδοκίας zu ersetzen ist, es also heißen soll: den Menschen des (göttlichen) Wohlgefallens. Eine durchaus wesentliche Sinnveränderung. Hier hat Göbel der Lesart des Textus Receptus den Vorzug gegeben.

Im Nachwort, datiert Heygendorf im Mai 1995, konzediert Göbel, daß das ganze vielleicht nicht ganz ohne Mühe zu lesen ist; in der Tat wird dem nicht anthroposophisch geschulten Leser ein besonderes Verständnis, gar eine Art Initiation für diese Geistschau biblischer Übersetzungskunst abverlangt.

Das Heft in DIN_A 5 ziert ein Ausschnitt eines Deckengemäldes von Michelangelo aus der Sixtinischen Kapelle; darunter ein Zitat aus Hesekiel 34.

Paulus an die Galater

übersetzt [von] Ulrich Göbel

Heygendorf, Kyffhäuser: Werkstätte am Hügel. Privatdruck o. J. (1996)

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Ich bin erstaunt, daß ihr euch so schnell und so sehr abwendet von dem,

der euch in die Gnade Christi berief, und auf eine andere Botschaft hört;

denn es gibt keine andere: es sei denn, daß einige sind, die euch in Verwirrung bringen

und die Botschaft des Christus verdrehen wollen. Aber selbst wenn wir

oder ein Engel des Himmels das Evangelium anders bringen würden,

als wir es gebracht haben, der sei verflucht. Wie wir schon gesagt haben,

so spreche ich jetzt noch einmal: wenn euch jemand das Evangelium anders bringt,

als ihr empfangen habt, der sei verflucht.

Kap. 1


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Zum Buch:

In der gut dreiseitigen Einleitung erörtert Ulrich Göbel die Gestalt des Paulus - hier bezogen auf seinen Galaterbrief - und die Bedeutung, die der Apostel auf die Lehre Rudolf Steiners hatte. (..)

Im dreiseitigen Nachwort, datiert Heygendorf, im August 1996, lobt Pfr. Göbel die Übersetzung seines Amtskollegen Emil Bock und setzt hinzu, daß seine eigene Arbeit, die hier abgedruckte, aus dem Jahr 1954 stammt und bewußt nicht überarbeitet ist. Er schreibt weiter: Es ist schon schlimm genug, daß ich überhaupt mit einer eigenen Übersetzung komme, wo es doch genügend andere gibt. Ich will auch gar nichts anderes damit erreichen, als ein erneutes Eingehen auf den Inhalt des Galaterbriefes, möglichst mit dem Vergleich mit anderen Übersetzungen, zuerst natürlich der von Emil Bock.

Innerhalb des Textes sind Kernsätze unterstrichen. Wer bestimmte Stellen schnell finden will, scheitert an der fehlenden Verseinteilung.

Der Titel auf dem Umschlag ist mit der seit Jahrzehnten von der Anthroposophischen Bewegung benutzte Schrifttype namens "LIANT" gesetzt; entwickelt, um der Steiner'schen Formenlehren zu folgen, die die Lettern sehr organisch zeichnet, ohne rechte Winkel etc. Sie werden von Firmen und Organisationen benutzt, die aus dieser Bewegung hervorgegangen sind, wie Demeter, Weleda, Voelkel, Waldorf-Schulen und auch hier auf den beiden letztgenannten Heften. (Siehe auch das oben abgebildete Logo der Christengemeinschaft!)

Die drei Briefe des Johannes

übersetzt [von] Ulrich Göbel

Heygendorf, Kyffhäuser: Werkstätte am Hügel. Privatdruck o. J. (1999)

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Wir wissen, wer aus Gott geboren ist, der sündigt nicht, sondern der

aus Gott geborene bewahrt sich selbst, und der Böse kann nicht Hand an ihn legen.

Wir wissen, wir haben unser Sein aus Gott, und alles, was irdisch ist in der Welt,

ist dem Bösen verfallen. Wir wissen aber, daß der Sohnes- Gott gekommen ist,

und er hat uns das freie Denken gegeben, damit wir erkennen den,

der wahrhaftig ist in seinem Sohne Jesu Christo.

Dieser ist der wahrhaftige Gott und das Zeiten- überdauernde Leben.

Erster Brief Kap. V 
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Zum Buch:

Wesentliches aus den Nachwort zum Galaterbrief gilt auch für diese Ausgabe. Göbel hat ausführliche acht Seiten zu den Briefen geschrieben, datiert ebenfalls in Heygendorf, im Mai 1999. Darin läßt er den Leser wissen, daß nicht Johannes der Zebedaide, sondern in Wahrheit der von Jesus aus den Toten erweckte Lazarus eigentlicher Verfasser des Evangeliums, der Briefe und der Apokalypse ist. Als Gewährsgrundlage für diese These wird auf die Steinerschen "Geheimwissenschaften" verwiesen (vor Steiner hat das aber auch ein Philosoph namens Johannes Kreyenbühl vermutet).

Weiterhin schreibt der Autor über die Schwierigkeiten beim Hinübersetzen der scheinbar monotonen Ausdrucksweise der Briefe ins Deutsche und die Notwendigkeit, hier der Aufforderung von Rudolf Steiner, weniger wörtlich, als vielmehr umschreibend zu übersetzen, eben nicht zu folgen: Ich bleibe also auf einer anspruchsloseren Ebene und versuche, den Eindruck einer alten Urkunde beizubehalten und zwar bis in den Satzbau hinein. Wie auch beim Galaterbrief stammt die Übersetzungsarbeit bereits aus dem Jahr 1954. Positiv zu bemerken ist, daß der Autor in diesem Heft nicht dem Blocksatz beim Druck, sondern dem abschnittweisen Drucksatz den Vorzug gab. Poetische Teile sind außerdem kolometrisch gesetzt; all das erleichtert das Auffinden von bestimmten Stellen bei herrschender Verslosigkeit.

Biogramm:

Der im Anhaltinischen geborene Ulrich Göbel war Sohn anthroposophisch geprägter Eltern. Konfirmiert wurde er allerdings aufgrund des Verbotes der Christengemeinschaft (1941) evangelisch; die Eltern zogen dies 1943 einer rein "völkischen", d. h. antireligiösen Erziehung vor. Die Kapitulation des Großdeutschen Reiches in der Nacht vom 8. / 9. Mai 1945 verhinderte glücklicherweise die Einberufung zum Volkssturm. Zum Sommersemester 1950 wurde er am Priesterseminar der CG in Stuttgart eingeschrieben. Weiterhin folgte ein Aufenthalt am sozialtherapeutischen Institut in Brissago / Tessin; nach Beendigung des Seminars hatte er seine erste Vikariatsstelle in Pforzheim (bis 1955). Nachdem er 1956 in Stuttgart zum Priester geweiht worden war, bekleidete er zunächst Pfarrstellen in Magdeburg und schließlich bis 1974 in Erfurt; ein 18- monatiges Intermezzo brachte ihn nach Dresden. 1970 bis 1974 amtierte er im Kuratorium der ökumemischen heilpädagogischen Tagesstätte "Christophorus", Erfurt. Weiter Stationen seines Lebens führten in nach Hauteroda (Thüringen), wo er das dortige Heilpädagogische Heim begründete. Ab 1983 hatte er eine ganz ähnlich verantwortliche Leitung im ebenfalls thüringischen Heygendorf inne, wo er die "Werkstatt am Hügel" aufbaute. Dort lebt er im tätigen Ruhestand.