Gädeke, Johannes Wilhelm

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Gädeke, Johannes Wilhelm (* Kassel, Kurhessen 29. Okt. 1928 † 26. März 2009 Stuttgart) Pfarrer


Das Evangelium nach Johannes

übertragen von J. Wilhelm Gädeke.

Als Bauspende für den Kirchenbau in Stuttgart- Möhringen herausgegeben

(Ohne Ort): Als Manuskript gedruckt. Advent 1989 / Ostern 1990

Sigma.gif Wortstimme

Im Urbeginne war

das Wesen von Denken und Schaffen —

der Logos — das Wort —

und das Wort trat hin

vor den Gottgrund des Seins

und ein Gotteswesen war das Wort.

Dieses war im Urbeginne

vor den Gottesgrund gestellt.

Durch dieses ist das All geworden,

und keine Einzelheit ist anders

als durch das Wort geworden.

In ihm war fließendes Leben,

und das Leben war der Menschen Licht.

und das Licht scheint in der Dunkenheit,

und die Dunkelheit hat es nicht angenommen.

Logosprolog


Bookmitband.gif
Zum Buch:

Gädekes Evangelienübertragung ist als Typoskrip- Vervielfältigung erschienen in DIN_A 4- Format. In einer unverorteten und undatierten Vorbemerkung schreibt der Autor unter anderem:

»Bei der Überlegung, (.....) eine Übertragung des Johannesevangeliums herauszugeben in der Sprachform, die ich in der Gemeindearbeit in Halle an der Saale, in einer weitgehend von aller kirchlichen Tradition abgtrennten, atheistisch bestimmeten Umgebung ausgebildet hatte. Diese Sprachform konnte sich nicht auf ein in Jahrhunderten gewachsenes, aber in der Umgebung als gegenstandslos erlebtes Wortsgut stützen. Sie mußte den Versuch machen,, die Evangeliumstatsachen beschreibend vor die Anschauung zu bringen, wo der lexikalische Wortsinn keine Wirklichkeitsempfindungen mehr hervorrief. Es war das Ideal wirksam, das Rudolf Steiner den Begründern der Christengemeinschaft mit auf den Weg gegebe hat: Sie sollten dafür sorgen, daß wieder Konkretheit in das biblische Schrifttum hereinkäme, soweit, daß beim Hören jeder Kommentar überflüssig werde.«

Der Anteil der aus der Steinerschen Christosophie übernommenen Begriffe ist denn auch bei dieser Übertragung immens. Und "gebildete" Leser werden mit sonderlichem Wortgut konfrontiert. Besonders zeigt sich das in den göttlichen Personen- sowie in den Zeit / Ewigkeitbegriffen; als Beispiel seien hier (anders als in der WS zitiert) genannt: „väterlicher Weltengrund / göttliche Daseinsgrund" (1:14 / 3:17) anstelle von "Vater", "Weltenniedergang" (1:29) anstelle von "Sünden der Welt". "Weg, Wahrheit, Leben" (14:6) immerhin sind stehen geblieben!

Wer mit dieser Übertragung arbeitet, hat ein grundsätzliches Problem: Herr Gädeke konnte/ wollte sich nicht dazu durchringen, dem geneigten Leser jedwede Hilfsmittel zur Findung von Textstellen ins Buch zu schreiben; er verzichtete auf sämtliche Kapitel- und Versangaben sowie Verweisstellen; immerhin sind die Seiten durchnummeriert.

Die Offenbarung des Johannes

[Von] J. Wilhelm Gädeke

Als Bauspende für den Kirchenbau in Stuttgart- Möhringen herausgegeben zu dessen Einweihung

(Ohne Ort): Als Manuskript gedruckt / 10. Mai 1992


Sigma.gif Wortstimme

Und ich sah einen neuen Himmel

und eine neue Erde.

Der erste Himmel

und die erste Erde

waren verschwunden,

und nicht mehr da ist

das wogende Meer.

Da sah ich die heilige

Wohnstatt des Menschen,

das Neue Jerusalem,

aus dem Himmel

von dem Gottesgeiste

herabkommen, geschmückt

schön wie eine Braut,

bereit für ihren Gemahl.

Und Worte vernahm ich

von einer gewaltigen Stimme,

die aus dem Hochsitz sprach:

Schau ich sie an, die Behausung

des göttlichen Geistes

mitten unter den Menschen.

Er wird Wohnung nehmen

in ihrem Wesen.

Sie selber werden sich

als Völker um ihn sammeln,

und er selber wird sich

in ihre Mitte stellen.

Er wird alle Tränen

aus ihren Augen wischen.

Der Tod wird nicht mehr sein,

und nicht mehr sein wird

Trauer und Klage und Bedrückung.

Das Frühere ist fortgegangen.

Offenbarung 21 
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Kartoniertes DIN_A5 Heft, (10) & 58 (Doppel–)seiten. Bedruckt nur a. d. rechten Seite. Schrifttexte einspaltig kolometrisch gesetzt, keine Beversung, keine Beigaben.

Ein Herr Hans Leonhardt schrieb auf zwei Seiten ein Geleitwort, datiert Traunstein, Vorosterzeit 1992; darin steht:

»(…) Eine Ermutigung und ein zeichen der Hoffnung war es angesichts solcher Entwicklugen, wie Herr J. W. Gädeke in einer neuen Übertragung der Apokalypse des Johannes Töne einer schlichten, wurzelhaften und kraftvoll baueneden Sprache aufklingen läßt. (…) Wie sind Herrn Gädeke sehr dankbar, daß er den Mut hatte, das geheimnisvolle Buch als Partitur einer neu erklingenden Sprache zu fassen.«

Johannes Wilhelm Gädeke selbst schrieb selbst auch eine Seite als Einführung, darin u. a.

»Die Übertragung, die hier vorgelegt wird, hat ihren Ursprung in Rudolf Steiners letzter Unterweisung über die Apokalypse, die er im September 1924 den aktiven Trägern der Bewegung für religiöse Erneuerung gegeben hat. (…) Damit ist ein Vorbild gegeben. Ich habe aus dem Umgang mit diesem Vorbild versucht, einen Wortlaut zu schaffen, der das in der Sprache der alten Mysterien überlieferte Offenbarungsbuch in der Sprache der neuen Mysterienepoche gibt, die im 20. Jahrhundert begonnen hat.« Stuttgart, 29. Februar 1992.


Biogramm:

Johannes Wilhelm Gädeke, in Nordhessen geboren, in Braunsberg aufgewachsen, lebte dann ab 1935 in Bremen; er wurde 1951 zum Priester geweiht, war von 1953-1960 Pfarrer in Dresden, von 1960-1968 in Halle und von 1968-1988 in Stuttgart. Er ging 1988 in den Ruhestand und hat die letzten Jahre bis zu seinem Tode im Frühjahr 2009 in Stuttgart im Altersheim der Christengemeinschaft verbracht.