Friedrich, Ernst Ferdinand

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Friedrich, Ernst Ferdinand (*… †… ) Privatdocent Dr. phil.


Das sogenannte hohe Lied Salomonis

oder vielmehr das pathetische Dramation „Sulamit“ /

parallelistisch aus dem Hebräischen in´s Deutsche übersetzt von Dr. Ernst Ferdinand Friedrich

Separat-Abdruck aus der Altpreußischen Monatsschrift von Reicke und Wichert

Königsberg in Preußen: Akademische Buchhandlung von Schubert & Seidel. 1866

Koph.png Wortstimme

1 Wer denn – ist die da?

Sie steigt herauf von der Trift her! / Sie stützt sich auf – auf ihren Geliebten.

2 Unter diesem Apfelbaum weckte ich dich einst auf.

Daselbst auch kreißte mit dir deine Mutter; / daselbst kreißte, die dich gebar.

3 Lege mich, wie ein Umhänge=Petschaft, die an´s Herz!!

Wie dein Umhänge=Petschaft, dir an den Arm!

4 Denn fest, wie der Todtenschlaf, ist Liebe; / starr, wie das Leichenreich, ist Inbrunst.

5 Ihre Gluten sind Feuers Gluten; [ihre Flammen] sind Gottes Flammen.

6 Viele Wasser vermöchten nicht auszulöschen die Liebe

und Ströme – verflutheten sie nicht.

7 Thät hingeben Jemand all die Habe seines Hauses, um Liebe zu erkaufen, verachten, – verachten würde man ihn.

Akt IV (Kap. 8)
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Zum Buch: st

Buch in Frakturdruck, (4), 53 & (8) S.

28 Seiten lang ist der "Vorbericht des Uebersetzers", leider undatiert und unverortet. Zur Übersetzung ist darin u.a. gesagt:

»Um aber jetzt eine genießbare Darstellung des pathetischen Dramations „Sulamit“ zu ermöglichen, habe ich die richtige Mitte zwischen zwei fehlerhaften Enden einzuhalten. Hüten muß ich mich einerseits vor zu wörtlicher Verdeutschung des hebräischen Originaltextes, weil sie dem deutschen Sprachgenius Gewalt anthun würde, und andrerseits vor zu freier Verdeutschung, weil sie den Sinn, Stoff und Inhalt des hebräischen Originaltextes bis zur Unkenntlichkeit entstellen würde. Diejenige deutsche Uebersetzung wird die beste sein, welche beide Fehler im Dolmetschen vermeidend das Original schönkünstlerisch kopirt, wie etwa ein photographirender Portraitmaler thut. So verfahrend wird der Uebersetzer die dichterische Schöpfung genießbar nachschaffen und, weil er sie, soweit es seine Muttersprache gestattet, nach Wortsinn und Wortlaut, nach Stoff und Gestalt, nach Inhalt und Fassung bis ins feinste Detail treu nachahmend wiedergiebt, seiner Arbeit auch den Stempel wissenschaftlichen Werthes aufprägen.«

Ein "Rückblick des Uebersetzers" ist auf der Schlußseite 53 zu lesen; darin steht:

»Ueberschauen wir jetzt die deutsche Textausgabe, so kann der Grundgedanke unseres althebräischen Dichters nicht zweifelhaft sein.

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Biogramm:

"Privatdocent für Philosophie an der Königsberger Universität."