Faulhaber, Michael

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von Faulhaber, Michael (* Heidenfeld b. Schweinfurt, Ufr. 5. März 1869 † 12. Juni 1952 München, Obb.)

Prof. Dr. theol.; Priester, Bischof, Erzbischof, Kardinal


Die Vesperpsalmen (1° 1906)

der Sonn- und Feiertage weiteren Kreisen erklärt von Dr. M. Faulhaber. (lat. - dt.)

Strassburg, Elsaß: Druck und Verlag von F. X. Le Roux & Co. 1906

Koph.png Wortstimme

1 Nicht uns, o Herr, nicht uns, / Sondern deinem Namen gib die Ehre!

2 Bei deinem Erbarmen und deiner Treue, / Damit die Heiden nicht sagen: Wo weilet ihr Gott?

3 Unser Gott ist im Himmel, / Alles was er will, hat er erschaffen.

4 Die Bilder der Heiden sind Gold und Silber, / Ein Machwerk von Menschenhänden.

5 Sie haben einen Mund und reden nicht, / Haben zwei Augen und sehen nicht,

6 Haben zwei Ohren und hören nicht, / Haben eine Nase und riechen nicht,

7 Haben zwei Hände und tasten nicht, / Haben zwei Füsse und gehen nicht. (Sie rufen nicht mit ihrer Kehle.)

8 Ihre Fabrikanten sollen ihnen ähnlich werden, / Und alle, die auf sie vertrauen.

9 Das Haus Israel hofft auf den herr, / Er ist ihr Helfer und ihr Schutzherr.

Ps 113 B (Non nobis, Domine)
Imprimatur: Argentinae 1906


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Zum Buch:

Gebundener Großoktavband, fadengeheftet, VII, 182 & (2) S. Antiquadruck. Schrifttext in Doppelspalte lat. / deutsch abschnittweise, in Fettdruck zur Kommentierung abgesetzt.

Übersetzt sind , gezählt nach der Vulgata, die Pss 109 - 110 - 111 - 112 - 113A - 113B – 115 - 116 - 121 - 125 - 126 - 127 - 129 - 131 - 137 - 138 - 147.

Der Prof Dr. schrieb ein ein gut zweiseitiges Vorwort, datiert Strassburg, 1. August 1906. Er sagt u. a.:

»Ich habe im Strassburger Diözesanblatt September 1904 bis September 1906 die 16 bezw. 17 Vesperpsalmen im einzelnen behandelt und die einzelnen Abdrucke aus dem Diözesanblatt nun mit wenigen Änderungen in Buchform zusammengefasst. Es handelt sich nicht um die originellsten und æstethisch wertvollsten, auch nicht um solche Psalmen, welche ein Miniaturbild der Grundgedanken des Palters darzustellen geeignet sind; unter diesen Gesichtspunkten sind die Versperpsalmen nicht ausgewählt.«


Die Vesperpsalmen (2° verb. & verm. 1930)

der Sonn- und Feiertage weiteren Kreisen erklärt [von] M. Kardinal Faulhaber (lat. - dt.)

München, Obb.: Verlag Josef Kösel & Friedrich Pustet. Verbesserte und vemehrte Neuauflage o. J. (1930)

Imprimatur: (nicht ausgewiesen)
Pe.png Wortstimme

Ein Denkmal Seiner Wunder hat gestiftet der gnädige und barmherzige Herr.

Speise gab er denen, die Ihn fürchten. Er gedenkt auf ewig Seines Bundes,

Seine Tatkraft hat Er Seinem Volke verkündet,

um das Besitztum der Heiden ihnen zu geben.

Die Werke Seiner Hände sind Wahrhaftigkeit und Gericht.

Verlässig sind alle Seine Gebote, unerschütterlich auf ewige Zeiten,

gegeben in Wahrheit und Gerechtigkeit.

Erlösung hat Er Seinem Volke gesandt, hat fort und fort Seinen Bund entboten.

Heilig und furchtbar ist Sein Name! Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit.

Ihre Übung für alle die Krone der Vernunft.

Sein Lobpreis währet von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Psalm 110: 4 - 9 V


Hoch preiset meine Seele den Herrn, und mein Geist frolockt in Gott meinem Heiland.

Denn Er hat herabgesehen auf Seine kleine, kleine Magd,

sieh, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

Denn Großes hat an mir getan der Allmächtige, und heilig ist Sein Name.

Und Sein Erbarmen reicht von Geschlecht zu Geschlecht

für die gottesfürchtigen Menschen. Er wirket Macht mit Seinem Arm,

Er wirft in den Staub die hochfahrenden Geister.

Machthaber stürzt Er vom Thron und Kleine hebt Er hoch hinauf.

Hungernde bereichert Er mit Gütern und Reiche schickt Er fort mit leeren Händen.

Um Israel seinen Knecht hat Er sich angenommen, eingedenk Seiner Barmherzigkeit,

so wie Er unsern Vätern versprochen hatte, dem Abraham und seinen Nachkommen fort und fort.

Magnificat; Lukas 1
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Zum Buch:

Michael Kardinal Faulhaber hat in diesem Klein- Oktavband (gebunden, Antiquadruck, 342 & (2) S.) folgende Psalmen übertragen: 109 - 110 - 111 - 112 - 113A - 113B - 115 - 116 - 121 - 125 - 126 - 127 - 129 - 131 - 137 - 138 - 147 nach der Zählung der Vulgata; darüberhinaus noch das Magnificat Lukas 1: 46- 55.

Faulhaber schrieb zu München, am ersten Adventsonntag 1929, sein vieseitiges Vorwort. Darin heißt es u. a.

»Diese Neuauflage wird die erste Auflage von 1906 auf jeder Seite verbessern, in einigen Zusätzen, besonders auch durch zwei ganz neue Kapitel („Zum Verstehen der Psalmen im allgemeinen" und Magnificat) vermehren. Die Übersetzung von 16 bezw. 17 Vesperpsalmen wird sich einer seits möglichst treu an die ursprüngliche Sprache der Heligen Schrift anschließen und möglichst viel von der ursprünglichen Weihe und Wucht in unsere Sprache hinüberzuretten suchen, wird aber andererseits auch dem Geiste der deutchen Sprache und dem Sprachgefühl unserer zeit gerecht zu werden suchen.«

Es folgt ein Aufsatz »Zum Verstehen der Psalmen im Allgemeinen«, Umfang 24 S. Zur Ursprache der Pss schreibt der Kardinal: »Wir besitzen keine hebräischen Bibelhandschriften, die dem Altertum oder gar in die vorchristliche Zeit zurückreichen. Es wäre also Aberglaube, zu meinen, eine Psalmenübersetzung aus dem hebräischen Text käme schon deshalb dem ursprünglichen Wortlaut der Psalmisten in allen Fällen unfehlbar näher als eine Übersetzung aus der Vulgata. Oft genug fonden wir in der Septuaginta, die (…) im 2. vorchristlichen Jahrhundert entstand und in altchristlichen Handschriften überliefert ist, einen bessere Lesart als im heutige hebräischen Text.« (Was Faulhaber damals noch nicht wissen konnte, war, dass ab 1947 hebräische Psalmtexte aus dem 3./2. Jhdt v. Chr. am Toten Meer entdeckt werden würden.)

Ab S. 339 als Anhang vier Seiten Sachregister.


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Ausschnitt Buchumschlag der Ausgabe 1930 Editio altera Inschrift seiner Bischofs- bzw. Kardinalsheraldik: VOX TEMPORIS VOX DEI (=Die Stimme der Zeit ist die Stimme Gottes)

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Biogramm:

http://www.erzbistum-muenchen.de/Page001904.aspx