Eissfeldt , Otto

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Eißfeldt , Otto (* Northeim, Niedersachsen 1. Sep. 1887 † 27. Apr. 1973 Halle a.d. Saale) Prof. Dr.phil



Inhaltsverzeichnis

Hexateuch-Synopse

Die Erzählung der fünf Bücher Mose und des Buches Josua mit dem Anfange des Richterbuches.

In ihre vier Quellen zerlegt und in deutscher Übersetzung dargeboten samt einer in Einleitug und Anmerkungegn gegebenen Begründung von Otto Eissfeldt

Leipzig, Sachsen: J. C. Hinrichs’sche Buchhandlung 1922

(Nachdruck: Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1962)

Koph.png Wortstimme

26 Es gibt keinen wie ‚den El‛ Jeschuruns,

der auf dem Himmel einherfährt dir zur Hilfe.

und in seiner Hoheit auf den Wolken.

27 ‚Deine Zuflucht‛ ist der uralte Elohim,

‚ein Schutz‛ die ewigen Arme.

Und er vertrieb vor dir den Feind

und sprach: ‚Vernichten will ich‛.

28 So wohnte Israel in Sicherheit,

gesondert ‚das Volk‛ Jakobs,

in einem Lande von Korn und Most,

dessen Himmel gar Tau träufelt.

29 Heil dir, Israel! Wer ist wie du

ein Volk, dem Jahwe hilft,

der Schild deiner Hilfe.

und das Schwert deiner Hoheit!

_______________________________________

V. 27 ‚Deine Zuflucht‛ statt „Wohnung" mit Bertholet.

‚ein Schutz‛ statt „unterhalb" mit Greßmann.

‚Vernichten will ich‛ statt „vernichte" nach S (= LXX)

V. 28: ‚das Volk‛ statt „das Auge" mit Ball.

V. 29: „welcher" gestrichen mit Graf

5. Buch Mose 33: 26 - 29 nach E [= elohistische Quelle]; 
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Gebundener, fadengehefteter Großoktavband, XVI, 108, 285* & (3) S. Antiquadruck. Schrifttext je nach Quellenlage in vier Kolumnen unterteilt: L (=Laienschrift, –quelle oder –kodex), J (=Jahwist), E (=Elohist), P (=Priesterkodex oder –schrift).

Inhalt: Vorwort (1 S.); Inhalt (1 S.); Anleitung zur Benutzung des Buches (4 S); Verzeichnis der Stellen (...) mit abweichender Beurteilung (2 S.); Berichtigungen (1 S.); Einleitung (88 S.); Synoptische Übersicht über den Hexateuch (20 S.) Schrifttext (253 S.); Anmerkungen (und Textzusätze) zum Text (31 S.)

Otto Eißfeldt schrieb ein einseitiges Vorwort zu Halle (Saale), im August 1922. Darin steht unter anderem, er habe die ersten Anregungen zu diesem Buch während seines Studiums der Theologie in Göttingen empfangen. Von dort ging er nach Berlin; "begleitet" haben ihn auf dieser Reise Wellhausen, Smend, Graf Baudissin und Gunkel.

Der Nichttheologe (der ich bin) bekommt nach einer Lektüre der Gebrauchsanweisung bzw Benutzungsanleitung dieser Synopse diverse Nöte zu spüren: Ein Text wird zerschnitten. Das darf der Theologe, der ja Wissenschaftler ist und den niemand zum Treuen (Glauben) verpflichten kann. In der Liga, in der sich Eißfeldt tummelt, ist das (kindliche) Vertrauen zum Reden Gottes jedenfalls eine Peinlichkeit. Man befindet sich in einem (fiktiven) Raum "oberhalb" der Erfahrbarkeit Gottes, denn Wissenschaftler dieser Art geben vor, dass Bibelwort nicht Gottes Wort, sondern redaktionell schlecht zusammengeführte schriftlich fixierte Elaborate von mindestens vier Autoren sind, die sich nicht abgesprochen haben oder es nicht konnten.

So ist denn diese Hexateuchsynopse auch keine vollständige Wiedergabe des Pentateuch, denn viele Textabschnitte sind schlichtweg ausgeschieden worden, z. B.

  • aus 2. Mose die Kap. 25:1 bis 31:17 (Das Stiftshütten–Gesetz); 35 bis 40 (Aufrichtung der Stiftshütte);
  • das gesamte 3. Buch Mose;
  • 4. Mose 1 bis 10:10; Kap. 15 (Opfer–Vorschriften); Kap 18 und 19 (Pflichten und Rechte der Lewiten, Vorschriften über das Reinigungswasser etc.); Kap. 25:19 bis 27:11 (Musterung des Volkes, Erbrechtliche Bestimmungen etc.); Kap. 28 bis 31; die Kap. 33 bis 36.
  • Ebenfalls fehlen im 5. Mose die Kap. 1 bis 30, und 32:1–42
  • Das Buch Richter ist von 1:1 bis 2:9 vorhanden.

Gegner der Zerschneidung, wie Benno Jacob und David Hoffmann, die aus jüdischer Sicht Bibelauslegung betrieben, wurden von den "christlichen" Wissenschaftlern nicht ernst genommen. Da die profiliertesten jüdischen Ausleger, die ein Gegengewicht zur liberalen protestantischen Theologie hätten bilden können, in den 30er Jahren entweder ausgewandert waren oder später in der Schoah umkamen, ist eine fruchtbare Thoraforschung über das 1., 2. 3. und 5. (unvollständige) Buch Mose nicht hinausgekommen.

Um die Arbeit Eißfeldts nicht nur abschlägig zu bewerten, muß gesagt werden, daß die Übersetzung sehr genau und formtreu ausgefallen ist; nachzulesen – leider nur bruchstückweise vorhanden und dem Jahwisten zugeordnet, [nicht übersetzt] – in 1. Mose 4:6f, »Und Jahwe sprach zu Kain: Warum bist du zornig? [..] und zu dir geht seine Sehnsucht, und du sollst sein Herr sein.« Eißfeldts Anmerkung: „ist wohl Glosse zu 3:16, V. 7a ist unverständlich.“


Biogramm:

http://www.buergerstiftung-halle.de/bildung-im-voruebergehen/eissfeldt/