Dieckmann, Klaus H.

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Dieckmann, Klaus H. (* .... )

»(…) Plausibler ist, dass Jesus der natürliche Sohn von Josef war. Auf diese Weise stammte er von König David ab und besaß die Legitimation zum Messias. Das spätere Dogma von der Jungfrauengeburt ist biologisch unmöglich und passt nicht zu den Texten der hebräischen Bibel.«

K. H. Dieckmann, auf die Anfrage eines Lesers, der sich nach der unehelichen Zeugung von Jesus erkundigte.



Die jüdische Biografie von Jesus Christus

Historische Evangelienharmonie. [Von] Klaus H. Dieckmann. (Mit vielen s/w Illustrationen und Karten)

Köln am Rhein: [im Eigenverlag] ⓒ Klaus H. Dieckmann. März 2016 (Version 1.2)

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Zum Buch:

Kartonierter DIN_A4 Band, Klebebindung; 128 S. Schrifttexte zweispaltig, durch Bildmaterial bereichert.

Ein "Abstract", auf das Impressum folgend, informiert den Leser über Inhalt der Evangelienharmonie: »Die jüdische Biographie von Jesus Christus basiert auf dem Evangelium nach Johannes. Aufgrund seiner Angaben über Ereignisse aus dem Leben Jesu und den ergänzenden Angaben aus den anderen Evangelien wurde eine historische Evangelienharmonie erstellt. Statt der gräzisierten Namen und religiösen Begriffe wurden die entsprechenden hebräischen Bezeichnungen benutzt. Der christliche Überbau der Evangelien mit seinen speziellen theologischen Aussagen wurde nicht augenommen. Der Text wurde mit Erläuterungen versehen, die sich auf wissenschaftliche Forschungsergebnisse stützen.«

Zur Übersetzung schreibt der Verfasser in seinem Vorwort unter der Überschrift "Forschungsmethodik":

»Der zitierte biblische Text entstammt der „Tafelbibel“ von 1911. Der etwas altertümlich klingende Text passt gut zu einem religiösen Thema. Heute ungebräuchliche Wörter wurden durch eine moderne Fassung ersetzt. Der Begriff „Herr“ für den jüdischen Gott wurde mit „Jehovah“ wiedergegeben, so dass sofort ersichtlich ist, welcher der vielen Götter der Menschheit gemeint ist. Der ursprüngliche Name dieses Gottes mit den vier Buchstaben ist wegen der abergläubischen Ehrfurcht der Juden verloren gegangen. Häufig wird nur „Herr“ oder „Jahwe“ geschrieben. Das ist aber reine Geschmackssache der Gläubigen.«

Textinhalt: Harmonie mit Auszügen aus den synoptischen Evangelien; der Text des JohannesEv wird – entgegen der Information im "Abstract" – eher nicht benutzt. Weiterhin eine Auswahl aus den ersten neun Kapiteln der Apostelgeschichte. Der Autor übersetzt die gräzisierten Namen durchgängig ins Hebräische zurück und erklärt diese in Fußnoten. Derartige Notizen dienen auch als generelles Glossar "theologischer" Begriffe. Dieckmann hat seine Harmonie in 13 Kapitel unterteilt:

1) Geburt von Jochanan. 2) Jeschuas Kindheit. 3) Jochanans Wirken. 4) Jeschuas erstes Auftreten. 5) Gleichnisse vom Malchut. 6) Jeschuas Halacha. 7) Jeschuas Aufruhr. 8) Jochanans Ende. 10) Jeschua auf der Flucht. 11) Jeschuas Tod. 12) Wiederkunft. 13) Geschichte der Kahal. Daran schließt er jeweils Erläuterungen an.

Im Punkt 13, Geschichte der Kahal, sind auch wenige Texte aus dem Briefkorpus in Kürze abgedruckt: Aus Römer, Galater und dem 2. Petrusbrief, insgesamt passen diese auf knapp zwei Seiten.

Ab S. 109: Bewertung der Fakten, Verzeichnis der hebräischen Begriffe, Literatur, Bildnachweise.

Worauf es Dieckmann hauptsächlich ankommt, so aus seinem Abschnit "Forschungsmethodik" zu entnehmen, ist, das geschichtswissenschaftlich Erklärbare aus den Evangelien herauszuschälen. Alles Übernatürliche wird mit wenig freundlichen Worten abqualifiziert, metaphysische Begriffe sind nur als Denkmuster von Theologen zu verstehen, (Zitat:) »die erlösungssüchtig nach einem Platz im Himmel schielen«.

Um einen kleinen Einblick in Dieckmanns Erläuterungsreichtum zu geben, seien hier einige herausragende Beispiele genannt (in meine Sprache übersetzt):

Zu 2) Göttliche und menschliche DNA mischen sich nur in der Auffassung von Theologen und Gläubigen. Für diese Biographie ist dieser Unfug nicht relevant. – Zu 4) und dem Thema Dämonen, Teufel, psychische Krankheiten: Christen verstanden (wohl nicht nur im Präteritum!) nichts von Psychologie, deren medizinischer Sachverstand entspringt steinzeitlichem Denken; Gläubige, die Aussagen der Evv wörtlich nehmen, sind ungebildet. Geister, Dämonen, Teufel sind nicht real, was soll man über Menschen denken, die das für wahr halten? – Zu 5) Das messianische Reich, das Jesus predigt, ist ein "Hirngespinnst", das sich trotz der vielen Gleichnisbeispiele spätestens beim Tod Jesus´ in Luft auflöste? – Zu 6) Jesus kann nach heutigen Maßstäben als "Hassprediger" bezeichnet werden, unter Umständen schuldig der Volksverhetzung, z. B. wegen seiner Tiraden gegen das damalige religiöse Establishment. – Zu 9): Der Evangelist, der über die in die Schweine fahrenden sprechenden Dämonen schreibt, erzählt "Stuss" und "völligen Blödsinn". – Zu 10) Jesus wäre gern Messias geworden, scheiterte aber de facto, da er von Jehovah und seinen Engeln im Stich gelassen wurde. "Karriere" machte er später innerhalb der Christenheit als "Kunstfigur" und "Gottmensch". – Zu 11) Pontius Pilatus wird von den Evangelisten als "Saubermann", die jüdische Nomenklatura jedoch als "ganz böse" bezeichnet. So konnte der Aufstieg des Christentums im jüdischen Reich ermöglicht werden. Das in den Synoptikern geschilderte "Gerichtsspektakel" ist als Unverfrorenheit zu bezeichnen und als höchst effiziente "dicke Lüge". Sehr viele Worte verwendet D. auf die fragwürdige christliche Lehre der Hölle im Gegensatz zu den Jenseitsvorstellungen, die über die Begriffe Scheol, Hades bzw. Totenreich vermittelt werden. Weiterhin: Warum wirde das Christentum zu einer Weltreligion? Eine plausible Erklärung sei, dass die Priesterklasse den Leichnam Jesus´ verschwinden ließ, um einen Märtyrerkult zu verhindern; dieser Plan misslang jedoch, so wurde durch die Sache mit der "Auferstehung" der Stein einer zukünftigen Weltreligion ins Rollen gebracht, zusammen mit der umnebelten Extase („Zungenreden“). – Zu 12) [kann man kurz machen, Zitat:] „Die Gläubigen fantasieren ein Untergangszenario herbei, das so nicht kommen wird“. – Zu 13) Paulus setzte sich mit seiner Theologie gegen die echten Jesusjünger durch, die man als unproduktive Schwarmgeister bezeichnen kann; sie sind Geschichte und als solche nicht mehr auffindbar. Die Evangelien sind im Anschluß an die Briefe verfasst, entjudaisiert, redigiert und verfremdet. Reine Fiktion das, was als christlich religiös "überbaut" war. – Soviel in Kürze dazu.

Dieckmanns Rezensionen und Beurteilungen der Evangelien sind nichts Neues, Ähnliches gab und gibt es seit nahezu 200 Jahren, wo man zuerst mit den "Leben Jesu" Büchern Tatsachen von Fiktion zu trennen versuchte. Er behauptet auch nicht, dass er bisher Unbekanntes entüllte, er entmythologisiert und entlarvt die Schuldigen für den "Unfug": die römische Institution Kirche.

Was nun an dieser Biographie als besonders "jüdisch" zu verstehen ist, geht mir nicht ein. Das Judentum scheint für den Verfasser in die vollendete Vergangenheit gerückt zu sein, denn im Glossar der entgräzisierten und verhebräischten Begriffe gibt es nur noch den Imperfekt; als Beispiele: »`Berit Milah´ war die Beschneidung der jüdischen Knaben«, oder »´Jehovah` war der Name des jüdischen Gottes (…)«, »Teschuvah bedeutete Umkehr«, etc. Soweit mir bekannt, war das nicht mal so, sondern das ist gegenwärtig immer noch der Fall bzw. Praxis. JHWH ist und bleibt der Name des jüdischen Gottes, Knaben werden weiterhin beschnitten [für D. übrigens Körperverletzung], und Teschuvah ist nach wie vor Umkehr!

Die hebräischen Namens– und Ortsbezeichnungen entnahm D. dem Jüdischen NT von David Stern (ausgerechnet von Stern, dem messianische Juden!), nur durch diese hebr. Begriffe sei »ein historisch korrekter Zugang zu Jesus (sic!) und seiner jüdischen Lehre möglich« (S. 8). Ein zusätzlicher Blick in zurückübersetzte Brith Chadascha – Ausgaben (NT) hätte offenbart, dass auch der Edomiter–Abkömmling König Herodes (so bei D.) einen ursprünglich hebräischen Namen hatte und noch hat: "Hordus oder Hordos Harascha", "Herodes der Böse". Erwartet hatte ich bei diesem Titel (damit kann man evangelikale (philojüdische) Leser ködern) eigentlich mehr verwendete Quellen aus Talmud und rabbinischer Literatur. Stattdessen, ganz im Geschmack der Zeit, werden mengenweise "Parallelen" aus den Suren der Betriebsanleitung der Nachfahren Ischmaels zitiert.

Ich bin nicht unglücklich darüber, wie die Frauen am leeren Grab, von D. als wahnsinnig bezeichnet zu werden, denn ich wähne einen Sinn (geht weiter)...

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Biogramm:

http://www.kdieckmann.mynetcologne.de/