Deckert, Achim

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Deckert, Achim Joachim Hans Herbert (* Schleusingen, Thür. 21. Sept. 1873 † nach Mai 1954 Düsseldorf?) Pfarrer



Urchristliche Briefe an die Gegenwart

Eine freie Wiedergabe der Briefe des Neuen Testaments. [Von] Achim Deckert

Leipzig, Sachsen: J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung 1912

Koph.png Wortstimme

Nachdem Gott vorzeiten in mancherlei Weise den Vätern sich geoffenbart hat

durch die Propheten, hat er zuletzt sich geoffenbart durch seinen Sohn.

Er — der Abglanz seiner Herrlichkeit, das Ebenbild seines Wesens,

welcher unsere Erlösung vollbracht hat und nun thront zur Rechten

der Majestät in der Höhe, — ist selbst den Engeln an Macht weit überlegen,

wie das schon der Name, den er empfangen hat, anzeigt.

Das Schreiben eines ungenannten Apostels. Hebräerbrief, Kap. 1 
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Zum Buch:

Pfarrer Deckert schrieb im Oktober 1912 aus Lochau bei Halle a. S. zu diesem Buch eine Art Vorwort, betitelt "Leitende Grundsätze". Darin beklagt er die immergrößer werdende Anzahl von Gebildeten, welche die Bibel nicht mehr lesen. Mit dieser neuartigen Übertragung will er dem Umstand abhelfen, daß der Grundtext unserem heutigen (=1912) Denken zu fremdartig ist, um verstanden zu werden. Als Beispiele für zeigenössische Arbeiten führt er WEIZSÄCKERs vollkommenste Übersetzung des griechischen Textes an, sowie STAGEs und die ihm ähnlichen Übersetzer, die mit etwas größerer Freiheit den Wortlaut modernem Denken nähergebracht haben. Nichtsdestotrotz "reicht doch eine an den Urtext gebundene Übersetzung von Satz zu Satz nicht aus, um dem Menschen der Gegenwart den Gedankengehalt- und zusammenhang zu erschließen und somit den Geist der biblischen Schriftsteller in unserer Sprache lebendig werden zu lassen." Eine Gesamtausgabe des NT war geplant, es wurde aber zunächst nur ein die Briefe umfassender Teil vorgelegt. Ob Pfr. Deckert den Rest des NT folgen ließ, ist eher zweifelhaft. In den Katalogen der Deutschen Bibliotheken ist ein solcher Titel nicht bekannt. Allerdings erwähnt Deckert in diesem Vorwort eine im gleichen Verlag und gleicher Ausstattung herausgekommene Evangelienharmone von Dr. jur. Carl HILTY, 1910 mit dem Text von Bernhard WEISSWeiß,_Bernhard.

In diesem gebundenen kl.-8° Band mit 204 Seiten (Frakturdruck) sind die Briefe des Paulus und der übrigen Apostel sowie Fragmente aus der Apokalypse in einer vom Autoren veränderten Reihenfolge übertragen. Kapitel- und Versangaben läßt der evangelische Theologe fort, setzt dagegen eine eigene Einteilung. Unfruchtbare Partien - so Pastor Deckert - sind ausgelassen; dieses Vorgehen begründet er jedenfalls: Der "Hagar"- Abschnitt in Galater 4, der "Adam"- Vergleich in Römer 5; der "Melchisedek"- Vergleich im Hebräerbrief und die meisten Bilder aus der Offenbarung des Johannes sowie Erörterungen, welche sich bloß auf die damalige Lage beziehen oder rein persönlichen Charakter hätten. Weiterhin verteidigt er Umstellungen und "gewisse Milderungen". Ob durch das Weglassen der Rückbezüge auf das AT dem Leser die Briefinhalte verständlicher gemacht werden, ist in Zweifel zu ziehen. Doch hatte das (jüdische) AT zu jener Zeit im deutschsprachigen Raum sowieso keinen leichten Stand, leider!

Biogramm:

Besuch des kgl. Kaiser-Wilhelm-Gymnasiums in Hannover mit Abiturabschluss 1894. Er ergriff zunächst den Beruf des Vaters, machte ein forstliches Lehrjahr auf den Oberförstereien in Coppenbrügge bei Hameln und Goslar am Harz durch und bezog die mit der Universität verbundene Forstakademie München und studierte hier Forstfach und Rechtskunde. Vom Forstfach wandte er sich aber ab und ging zur Theologie, studierte dann 3 Jahre ev. Theologie in Erlangen und Halle/ Saale, Besuch des Lehrerseminars in Petershagen, Westfalen. An Ostern 1899 1. theol. Examen in Halle/ Saale, 1. Okt. 1899 - 30. Sept. 1900 Lehrvikar in Kläden, Altmark, in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, 1. Febr. 1901 - 14. Febr. 1902 Domkandidatenstift in Berlin, Ostern 1901 2. theol. Examen in Magdeburg, als Synodalvikar (20. April 1902 Ordinierung) an folgenden Kirchengemeinden als Hilfsprediger tätig: 15. Febr. 1902 - 30. Sept. 1902 in Brechten, Ruhrgebiet. 1. Okt. 1902 - 1. Juni 1903 in (Holzwickede)-Opherdicke, 1. Sept. - 30. Nov. 1903 in Medebach, 1. Dez. - 31. Dez. 1903 in Volmarstein, 1. Jan. - 30. März 1904 in (Warburg)-Herlinghausen, 1. April 1904 - 30. April 1907 in Gladbeck.

Heirat am 2. Mai 1905 mit Helene Ludwig aus Stendal. 1. Mai 1907 - 1912 Pfarrer in Utzberg (Odinsberg), Thüringen; 1912 - 1916 Pfarrer in Lochau im Saalekreis in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens; Okt. 1916 - Sept. 1938 Pfarrer im 4. Pfarrbezirk in Rathenow/ Havel in Brandenburg an der St. Marien-Andreas Kirche, wo er am 15. Okt. 1916 seine Antrittspredigt hielt.

Zum 1. Okt. 1938 trat er in Rathenow in den Ruhestand. Er war dort u. A. Waisenrat und Leiter der Inneren Mission. Nach seinem Ausscheiden aus dem Pfarrerdienst zog er nach Falkensee-Waldheim und von dort am 24. Sept. 1940 nach Berlin-Köpenick. Danach ist er irgendwann nach Ortelsburg in Ostpreußen verzogen, denn von dort wurde er im Juli 1944 abgezogen (er wirkte dort während der Kriegszeit als Aushilfspfarrer) und wohnte bis Sommer 1953 in Berlin-Spandau. Danach zog er in das Altersheim Friedensheim in Haan/ Rheinland und wohnte aber anschließend vom 1. Mai 1954 bis zu seinem Tode in Düsseldorf in einer Privatwohnung.

Mit Dank an Herrn van Crefeld!