Cohn, Toby: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 18. November 2021, 14:21 Uhr

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Cohn, Toby Tobiah ben M... Dov haCohen (* Breslau, Schlesien 26. Dez. 1866 Mem.png 22. Aug. 1929 Berlin) Prof. Dr. med. / Morenu Rav


Inhaltsverzeichnis

Psalmen und Gebete

In der Übersetzung aus dem Hebräischen von Toby Cohn / Aufgeschrieben im August 1930 von Fritz Toby*

Ohne Ort (Berlin ?): (Privatdruck) 1930

Koph.png Wortstimme

Ein Psalm Davids, für den Chordirigenten.

Die Ehre Gottes künden die Himmel ohne End, / Von seiner Hände Werken erzählt das Firmament,

es trägt ein Tag dem andern frohlockend zu das Wort, / von Nacht zu Nacht geflüstert pflanzt sich die Kunde fort,

kein Ton, kein Laut erschallet und keine Stimme gellt, / und doch schwingts durch die Lande, klingts bis ans Ende der Welt,

Gott baute auch da droben dem Sonnenball ein Zelt, / Und wie aus seiner Kammer ein Bräutigam, ein Held –

So tritt er hinaus freudig, zu eilen seine Bahn, / An einer Himmelsgrenze hebt er sein Wandel an,

Und ewig kreisend kehrt er dorthin zurück / Und bleibet nichts verborgen vor seinem Glutenblick.

So ist des Herrn Lehre voll Kraft und labt den Geist, / voll Zuversicht sein Zeugnis, das Blöden Erkenntnis weist,

Voll Gradheit sein Befehlen, das freudig zu Herzen spricht, / Voll Klarheit sein Gebieten, erhellend des Auges Licht.

Psalm 19

Bookmitband.gif
Zum Buch:

"Diese Übersetzungen fanden sich unter den Schriften meines Vaters. Ich schrieb sie im August 1930 auf." So von Fritz Toby am Schluß dieses außergewöhnlichen Buches bemerkt.

Folgende 15 Psalmen hat Toby Cohn rhythmisch übersetzt:
6 – 8 – 19 – 23 – 91 – 92 – 93 – 113 bis 118 – 121 – 128.

Weiterhin sind folgende Gebete nachgedichtet: Morgengebet -- Dankgebet – Tischgebet – Sabbath – Tischgesang – Sabbatausgangs-Gebet – Huldigung (Alejnu) sowie das Nachtgebet.

CohnToby.png

Alle Texte sind in einer schwarzen Zierschrift gemalt mit blauen Initialbuchstaben. Wieviel Exemplare dieses Drucks von Fritz Cohn in Umlauf gebracht wurden, ist unklar. Auf einer Auktion in den USA wurde zumindest noch ein Ex. in gleicher Ausstattung zur Versteigerung angeboten, das unter der No. 24436 der «Bibliothek der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums» in Berlin eingegliedert war. Ein weiteres Ex. befindet sich in der Bücherei des Hebrew Union College. Der vorliegende Oktavband ist in helles Leinen gebunden und stammt zuletzt aus Israel.

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Stolperstein:

Hier ist -- ausnahmweise -- als Zeugnis einer unrühmlichen Zeit ein dem Buch beliegender Brief im Wortlaut wiedergegeben, den Cohn (kaum leserliche Unterschrift) an einen namentlich nicht näher genannten "Herrn Doktor" am 26. III. 1933 handschriftlich verfaßte:

Absender: Dr. Hans Toby - Cohn

Tel Aviv, Palestine, Hotel Eden, Rabinowitz Street 20 // z. Zt.: c/o HOTEL HERZLIA , P.O.B. 708 Jerusalem Tel. 1240

Sehr geehrter Herr Doktor!

Als Anlage sende ich Ihnen die versprochenen Psalmen- Uebersetzungen meines Vaters. Hoffentlich werden Sie Freude daran haben. Inzwischen hatte ich Gelegenheit bei Herrn Salomon Ihre Übersetzungen der Gesangstexte ins Hebräische zu sehen. Ich würde mich gerne mit Ihnen darüber noch einmal unterhalten. Vielleicht bei meinem nächsten Aufenthalt in Jerusalem?

Bei dieser Gelegenheit möchte ich Ihnen noch einmal von ganzem Herzen danken für die freundliche Aufnahme, die ich bei Ihnen gefunden habe. Es ist für uns Neuankömmlinge so besonders angenehm, so freundlich empfangen zu werden. Mit den besten Grüssen auch von meiner Frau, zugleich an Ihre werte Familie,

bin ich Ihr sehr ergebener ....Cohn..... (unleserlich)

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Biogramme:

Dr. med. Toby COHN ist gelistet in:

CohnTobyGrab.png

"Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte." Berlin NW. 1901 (Spalte 337 / 8) mit folgenden Daten: Cohn, Toby geb. Breslau 26. 12. 1866 gest. 22. Aug. 1929 in Berlin. Studium der Medizin Breslau und Freiburg i. B. promovierte Dr. med.; praktizierte in der Poliklinik von Mendel zu Berlin, Mitglied der Jüdischen Gemeinde Berlin.

Sein Grab befindet sich auf dem jüd. FH Berlin–Weißensee. Etwas schwierig ist die hebräische Inschrift zu entziffern: Morenu R´ Tobiah ben M… (?) ben Dov haKohen. (1. Sam 25,29)
https://de.wikipedia.org/wiki/Toby_Cohn

|* Ludwig Friedrich "Fritz" Cohn (* Nov 1902 Mem.png … … ) emigrierte nach Israel (Tel Aviv); er war verheiratet mit Ruth; sie hatten eine Tochter, die verstorben ist; 1937 wurden Fritz, der sich nun Shiftej nannte, und Frau Ruth geschieden. Fritz´ Bruder Hans, (* 13. Sept. 1901 Mem.png … 1940er ……) der oben genannten Brief schrieb, verheiratet mit Lieselotte, zog von Israel weiter nach New York (U.S.A.); sie hatten einen gemeinsamen Sohn Shaul. Hans starb dann Anfang der 40er Jahre. 1908 wurde Tobys Tochter Susi geboren. (Mit großem Dank an André Günther für die Info!)