Bonkamp, Bernhard

Aus Bibelpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hauptseite · Übersetzungen · Übersicht Psalmen · Autoren/Titel · Gesamtausgaben · Einzeldarstellung · Bibliographie & Ex Libris
A · B · C · D · E · F · G · H · I · J · K · L · M · Schiboleth · N · O · P · Q · R · S · T · U · V · W · X · Y · Z


Kreuzgelb.gif

Bonkamp, Bernhard (* Telgte, Münsterland 22. Dez 1871 † 1. Okt. 1949 Recklinghausen, Ruhrgebiet) Priester, Prälat, Prof. Dr. theol.; Päpstl. Geheimkämmerer



Inhaltsverzeichnis

Die Psalmen

nach dem hebräischen Grundtext übersetzt von Bernhard Bonkamp

mit einem Vorwort von Univ.-Prof. Dr. theol. et phil. A. Allgeier

Freiburg i. Br.: Verlag Wilhelm Visarius 1949

Imprimatur: Freiburg 1949
Koph.png Wortstimme

"Ein Gebet; von Moses, dem Manne Gottes.

Herr, eine Wohnstätte warst du für uns

von Geschlecht zu Geschlecht.

Bevor die Berge geboren wurden

und Erde und Festland ins Dasein traten,

von Ewigkeit bis zu Ewigkeit bist du, o Gott.

Du machst den Menschen wieder zu Staub

und sagst: "Kehret zurück, ihr Menschenknder!"

Denn tausend Jahre sind in deinen Augen

wie der gestrige Tag, der vorüberging,

wie eine Wache der Nacht."

Ps.89: 1-4 V
Bookmitband.gif
Zum Buch:

Gebundener, fadengehefteter Oktavband, (8), 634 & [6] S. Antiquadruck; Psalmtexte einspaltig und versweise gesetzt; darunter der Kommentarapparat, Hebraica in Umschrift, Lesarten und Kurzerklärungen in Fußnoten. "Zur Einführung“ umfasst 41 Seiten, ein Vorwort schrieb Bonkamp nicht, das übernahm A. Allgeier; darin zu Übersetzung u. a.:

»So gelangt der Verfasser oft zu Ergebnissen, die von den üblichen Meinung abweichen. Eine größerer Bedeutung schreibt er für die Entstehung der Psalmen der Zeit des Jeremias zu. In ihr läßt er z. B. mehrere didaktische Lieder entstehen. (…)«
DomFR1.png

Bonkamp schrieb auf etwa 600 Seiten eine Übersetzung samt Kommentar zum alttestamentlichen Buch. Wie A. Allgeier im Vorwort bemerkt, ist hier einem Mangel an kritischen Arbeiten über den Grundtext abgeholfen. Als Schüler von Prof. Friedrich Delitzsch versucht der Verfasser durch die Anwendung philologischer Grundsätze Verständnis für die oft schwer zugänglichen Lieder zu gewinnen. Die Vulgata sowie die Septuaginta werden als unzureichend für die genaue Texterforschung angesehen. Somit ist der Grundtext der hebräischen Vorlage wiederherzustellen. Das versucht dieser Kommentar zu erreichen. Bonkamp schreibt also kein Buch zur Erbauung oder zur Predigtanleitung. Im Oktavband überwiegt denn auch der Kommentarbestand gegenüber der Übersetzung. In der philologisch orientierten Arbeit sind Konjekturen und Textumstellungen laufend erklärt. Die ungezeichnete und undatierte gut 40-seitige Enführung eröffnet hilfreich mit einer Aufzählung: "Neuere deutsche Übersetzungen nach dem Urtext".

Zur Graphik: Kirchl. Druckerlaubnis ausgestellt Freiburg im Breisgau

Biogramm:

Bonkamp.png

Bernhard Bonkamp war römisch- katholischer Geistlicher; er empfing am 21. März 1896 in Münster die Priesterweihe. Im Anschluss war er an verschiedenen Gymnasien (in Münster, Coesfeld, Gaesdonk, Recklinghausen) als Lehrer tätig. Von 1910 bis 1930 lehrte er als Studienrat an der Hittorf–Oberrealschule, von 1930 bis 1932 am Gymnasium Petrinum in Recklinghausen, worauf er in den Ruhestand trat. In seinem Totenzettel heißt es u. a. : "Dem Studium der alttestamentlichen Wissenschaften entstammen mehrere größere Werke." 1946 wurde er zum päpstlichen Geheimkämmerer ernannt. Bonkamp schrieb noch mind. zwei Werke mit biblischem Bezug: "Zur Evangelienfrage" (1909) und "Die Bibel im Licht der Keilschriftforschung" (1939). In letzgenannter Buchinformation wird bemerkt, daß Bonkamp ein Schüler von Friedrich Delitzsch war; somit studierte er interkonfessionell, nicht eben üblich für einen Katholiken jener Zeit!