Blaubach, B.

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Blaubach Johann Gottfried Bellonatus (* Laucha, Thüringen 16. Jan. 1789 † 10. Juni 1829 ? ebenda) Cand. theol., Lehrer



Inhaltsverzeichnis

Das Hohe Lied

Uebersetzt und erläutert von B. Blaubach

Berlin: In Kommission bei F. W. Nelte. 1855

Pe.png Wortstimme

Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz,

Und wie ein Siegel auf deinen Arm;

Denn Liebe ist stark, wie der Tod,

Und Eifer* ist fest, wie die Hölle –

Ihre Gluthen sind Feuersgluthen,

Eine Flamme des Herrn.

Viele Wasserwogen vermögen die Liebe nicht auszulöschen,

Noch mögen Ströme sie ersäufen –

Wen einer alle Habe seines Hauses hingäbe um die Liebe,

Sie würden ihn gar verachten.

Kap. 8
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Zum Buch:

B. Blaubach gibt im leider undatierten und unverorteten Vorwort Aufschluß über die Beweggründe seiner Übersetzungsarbeit und möchte mit Nachdruck seine Auslegung über den wörtlich verstandenen Sinn dem Leser vermitteln: Dieses herrliche Lied ergäbe ein zusammenhängendes, in sich geschlossenes, völlig harmonisches Ganzes. Die eigentliche Aufgabe des Liedes sei, die Liebe zu verherrlichen, und zwar die reine Liebe, welche die Herzen miteinander verbindet, um Gegensatz der niederen, die nur in sinnlichem Genusse besteht. Zuletzt schreibt Blaubach: »Wer es aber liest, lese es mit reinem Sinne, damit er Honig daraus einsauge und nicht – Gift.«

Man kann nun trefflich darüber sinnieren, wer von den vielen Auslegern aus den Reihen seiner Zeitgenossen einen anderen Sinn erlas und seine Leser mit den gewonnenen Erkenntnissen intoxicierte – nach der Meinung unseres Autoren. (Zu dessen Person siehe weiter unten...)

Eine bissige Recension kann man nachlesen in "Allgemeines Repertorium für die theologische Literatur und kirchliche Statistik", 108. Band, Berlin 1860 S. 61.

Das Buch ist in Duodez- Format hergestellt und umfasst 51 Seiten, gesetzt in Fraktur. Der biblische Text ist versweise abgedruckt.

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Zur Person:

....ist zur Zeit wenig bekannt. Selbst der zusätzliche Vorname "Bellonatus" ist nur spärlichen bibliographischen Angaben zu entnehmen. Dieser gibt durchaus einige Rätsel auf: Bellonatus (lat.) bedeutet dem Krieg oder im bzw. für den Krieg geboren, etwa „Kriegskind" (falls das Geburtsjahr 1789 stimmt, dann war zu jener Zeit die französische Revolution im Gange). Im Internet gibt es kaum Hinweise auf diesen Schriftsteller. Auch der Kommissionsverlag in Berlin gibt keinen Aufschluß. Hier ist Detectiv- Arbeit vonnöten.

Neben zwei Spuren, die Blaubach als Schüler in der kgl. preuß. Landesschule Pforta nahe Naumburg anno 1794 und als Lehrer 1825 in Berlin ansiedeln, findet sich ein magerer, aber interessanter Hinweis in einem 1825 in Halle/ Saale gedruckten lateinischen Buch »De Canticis in Romanorum Fabulis scenicis« von M. Godofredus Aug. Benedictus Wolff; darin existiert ein innerhalb eines Schülerverzeichnißes befindlicher Kurzhinweis über Bellonatus Blaubach: aus Laucha, Thüringus, stammend, sowie eine Würdigung des Eleven:

„(...) denique B. B., Laucha- Thuringus, oratione latina ostendet, Quibus causis effectum sit, ut sacrorum emendatio a Luthero suscepta felicem successum habuerit." „(...) schließlich B. B., ein Thüringer aus Laucha, der durch eine lateinische Rede zeigen wird, aus welchen Gründen es erreicht wurde (geschah/dazu kam), dass die von Luther unternommene Verbesserung der Heiligen Schriften so erfolgreich gewesen ist (wörtlicher: einen glücklichen Ausgang/Verlauf/Erfolg gehabt hat).“

Die erste der oben genannten Spuren eröffnet aber zugleich eine Schwierigkeit: Blaubach wird bereits für das Jahr 1829 als verstorben gemeldet. Wäre das der Fall, dann erschien sein Buch posthum, und zwar erst 16 Jahre nach seinem Tod.

(Mit großem Dank an Clemens W. für die Mithilfe an der Verdeutschung des lat. Textes!)